DVD-Rezension: Desperate Housewives, Staffel 6.2

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Nach den turbulenten Ereignissen aus der ersten Staffelhälfte der sechsten Staffel, wäre es den verzweifelten Hausfrauen wohl nur recht, wenn es ein wenig entspannter zuginge. Nur leider ist die Wisteria Lane nach wie vor nicht die idyllische Straße, die sie vorzugeben scheint das wird auch in den elf Folgen der zweiten Staffelhälfte klar.

Inhalt

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© ABC Studios

Besonders Bree kommt nicht zur Ruhe, hat sie doch noch nach wie vor mit ihrem Mann Orson zu kämpfen. Dieser nimmt ihr die Affäre mit Karl Mayer nach wie vor recht übel, weshalb er keine Möglichkeit auslässt, sie zur Weißglut zu bringen. Doch gleichzeitig ist sich Bree selbst bewusst, welch großen Schmerz sie Orson zugefügt hat, so dass sie sich nicht wirklich sicher ist, wie sie die Launen ihres Mannes handhaben soll. Orson ist dabei nicht der einzige Mann, der ihr Leben ein wenig komplizierter gestalten wird. Denn als sie den smarten und charmanten Sam Allen in ihrer Catering-Firma einstellt, weiß sie noch nicht, dass er ein Geheimnis mit sich herumträgt, das ihr Leben auf den Kopf stellen soll. Zudem muss sich Bree immer wieder den Eifersuchtsattacken ihres Sohns Andrew stellen, der Sam mehr als skeptisch gegenübersteht, womit er letztlich auch Recht behalten soll.

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Bei Lynette geht es nicht harmonischer zu, denn auch ihr Mann macht ihr das Leben schwer. Tom scheint der Tod ihres ungeborenen Babys nicht ganz so leicht zu verkraften und als er vorschlägt, einen Psychiater aufzusuchen, klingeln bei Lynette die Alarmglocken. Das tun sie auch, als außerdem noch ihr Sohn Preston wieder zurück aus Europa kommt und ein ganz besonderes Souvenir mitbringt: seine russische Freundin Irina, der Lynette sofort zu misstrauen scheint. Als Preston auch noch beschließt, Irina zu heiraten, sieht Lynette keinen anderen Weg, als die Hochzeit irgendwie zu verhindern. Als sei das alles noch nicht genug für Lynette, steht der hochschwangeren Frau bereits das nächste Problem im Haus und das hat sie auch noch persönlich eingeladen. Noch ahnt sie nämlich nicht, dass Porters Schulfreund Eddie, den Lynette bei sich wohnen lässt, in Wirklichkeit der als Würger bekannte Mörder ist, der schon zahlreiche Frauen auf seinem Gewissen hat.

Susans größtes Problem hingegen ist das liebe Geld. Trotz des Erbes ihres verstorbenen Ex-Mannes Karl, haben Mike und sie nämlich immense Schulden und keine Idee, wie sie diese abbezahlen sollen, weshalb sie eine schwierige Entscheidung fällen müssen. Derweil kehrt Katherine nach ihrem Aufenthalt in der Psychiatrie wieder zurück in die Wisteria Lane, wo sie zwar von allen Damen nett empfangen wird, aber sich dennoch nicht wirklich wohl fühlt. Schließlich leidet sie darunter, dass sie in der Straße nun als Verrückte abgestempelt wird. Ihr Leben ändert sich, als eines Tages die lesbische Stripperin Robin in die Wisteria Lane zieht, für die Katherine langsam aber sicher Gefühle zu entwickeln scheint.

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Gaby hingegen hat nach wie vor mit ihrer dickköpfigen und arroganten Nichte Ana zu kämpfen, die mit Danny eine Beziehung anzufangen scheint. Das gefällt weder Gaby, noch Dannys Mutter Angie. Unfreiwillig wird Gaby dadurch in Angies Geheimnis involviert, das langsam aber sicher kein Geheimnis mehr bleibt. Denn Angies Alptraum wird wahr und ihre Vergangenheit ist dabei, sie einzuholen. Und so steht eines Tages der Terrorist Patrick Logan, Angies ehemaliger Liebhaber und Dannys richtiger Vater, vor ihrer Tür und so oft sie sich auch zu zwicken versucht: aus diesem Alptraum wacht sie nicht auf. Derweil hat Patrick bereit ganz genaue Vorstellung, wie er sich für den Verrat und den Schmerz, den Angie ihm zugefügt hat, rächen wird. Und als sei ein Terrorist noch nicht genug, wird die Wisteria Lane wieder von einem schrecklichen Mord heimgesucht und es ist klar, dass der mysteriöse Würger, der auch schon Julie attackiert hat, nach wie vor sein Unwesen treibt.

Rezension

Die erste Hälfte der Staffel wusste qualitativ sehr zu überzeugen. Nicht nur die Storys per se waren gelungen, sondern auch die etwas düstere Atmosphäre trug ihren Teil dazu bei, dass 6.1 im Vergleich zu der Vorgängerstaffel wirklich wieder Laune machte. Teil zwei der sechsten Staffel kann da, soviel vorweg, leider nicht ganz mithalten.

Foto: Eva Longoria, Desperate Housewives - Copyright: ABC Studios
Eva Longoria, Desperate Housewives
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Hauptgrund: Die Storys der Hausfrauen können nicht mehr wirklich so stark fesseln, wie noch zu Beginn der Staffel. Am stärksten fällt das bei Susan auf, bei der man anfänglich sowieso vergeblich nach einer festen Storyline sucht. Stattdessen gibt es belanglose Zusammenspiele mit Gaby um herauszufinden, wessen Kinder besser sind (#6.13 Therapie & #6.18 Der perfekte Sohn), im Nachhinein gesehen gänzlich irrelevante Szenen zwischen ihr und Roy (#6.16 Verführung) oder eine recht kurzweilige Story zusammen mit dem neuen Nebencharakter Robin (#6.14 Vorhang auf! & #6.15 Die Stripperin). Das alles riecht geradezu nach Lückenfüllertaktik und erst in den letzten vier Folgen gibt es dann einen folgenübergreifenden Storyarc, wenn Susan und Mike feststellen müssen, dass sie in echten finanziellen Schwierigkeiten stecken. Diese Entwicklung ist im Übrigen mehr als schwachsinnig, schließlich hatte Susan gerade erst viel Geld mit dem Verkauf von Karls Stripclub gemacht und auch zuvor gab es nie Andeutungen, dass das Geld bei den Delfinos knapp wird. Daher wirkt das Ganze ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Sehr spannend ist diese Geschichte auch nicht und wird zudem noch recht nervig, da Mike offenbar unter ernsthaften männlichen Komplexen leidet und sich lieber das Geld von einem Freund leiht, statt sich von seiner Frau helfen zu lassen. Daher leidet die Storyline sehr an Mikes unerträglichem Verhalten, während Susan sogar eine ganz verständnisvolle und teilweise lustige Rolle einnimmt. Nichtsdestotrotz ist die Story eine ziemlich langweilige Angelegenheit und lediglich die Konsequenzen, die das Paar im Staffelfinale ziehen muss, könnte dann für die siebte Staffel interessant werden.

Foto: Marcia Cross, Desperate Housewives - Copyright: ABC Studios
Marcia Cross, Desperate Housewives
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Auch für Bree hielt man in der ersten Staffelhälfte bessere Geschichten bereit, wobei man natürlich sagen muss, dass ihre Affäre mit Karl und deren gemeinsames Zusammenspiel derart großartig und unterhaltsam waren, dass es nur schwer werden konnte, dies zu toppen. Wie erwartet ist dies zwar nicht gelungen, aber dennoch ist Bree noch der mit interessanteste Charakter dieser Staffelhälfte. Überzeugen kann zunächst ihr Kleinkrieg mit Ehemann Orson, der herrliche Szenen bietet, aber leider viel zu schnell abgehandelt wird; es wäre daher sicher kein Fehler gewesen, das Ganze noch ein wenig zu strecken. Gott sei Dank hält man für Bree allerdings gleich eine neue Storyline bereit, indem man den Charakter Sam Allen einführt, der schon von Anfang an ein wenig suspekt erscheint. Für "Desperate Housewives" typisch, hat auch er ein kleines Geheimnis mit in die Wisteria Lane gebracht, das zwar durchaus überraschend ist, aber auch das Gefühl in einem hochkommen lässt, die Autoren hätten nicht mehr wirklich neue Ideen. Überzeugend wird die ganze Storyline erst durch den Konflikt mit Andrew, der zwischen ihm und seiner Mutter entsteht, da er sich durch Sams Dasein in seiner Rolle als geliebter Sohn gefährdet sieht. Derweil enttäuscht leider der weitere Verlauf der Storyline um Sam. Während des ersten Mal Schauens ist definitiv noch eine gewisse Spannung vorhanden, denn die Autoren tun alles Bestmögliche, um aus Sam einen unberechenbaren und bedrohlichen Charakter zu machen. Doch die ganze Arbeit wird im Staffelfinale praktisch zu Nichte gemacht, in dem man die Storyline sehr unbefriedigend zu Ende bringt und zudem auch noch ziemlich unnachvollziehbare Entwicklungen vonstatten gehen, die die Freude auf die siebte Staffel ein wenig trüben.

Foto: Felicity Huffman, Desperate Housewives - Copyright: ABC Studios
Felicity Huffman, Desperate Housewives
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Lynette hingegen bekommt in dieser Staffelhälfte gleich drei verschiedene Storylines, die unterschiedlich stark ausfallen. Anfänglich dreht sich noch alles um Lynette und Tom, der glaubt, eine Ehetherapie könnte die Probleme zwischen den beiden beheben, die aufgetaucht sind, nachdem Lynette ihr ungeborenes Baby verloren hat. Leider wird auch diese Storyline recht schnell fertig erzählt und dazu auch noch recht uninteressant, obwohl man das Ganze sicherlich besser hätte inszenieren können. Auch der zweite Storyarc wird innerhalb von drei Episoden erzählt, wobei dieser Rahmen völlig in Ordnung geht. Denn der Krieg zwischen Lynette und der Verlobten ihres Sohnes, Irina, bietet zwar zahlreiche witzige Momente, ist aber im Prinzip ein einfacher Abklatsch des schon in vielfacher Art und Weise gesehenen "Die Mutter und die Schwiegertochter"-Schemas. Die dritte Storyline gegen Ende der Staffel hätte da schon besser ausfallen können, aber hinterlässt leider einen miesen Nachgeschmack. Die Tatsache, dass die sonst so vorsichtige Lynette, die immer den vollen Überblick hat, plötzlich so vollkommen naiv rüberkommt und einen Serienkiller bei sich wohnen lässt, will einfach nicht in das Bild ihres Charakters passen. Zu gute halten muss man hier aber die schöne Chemie zwischen Lynette und Eddie, die dafür verantwortlich ist, dass einige Szenen zwischen den beiden wirklich nahe gehen.

Apropos Eddie: Die Auflösung, dass Eddie der mysteriöse Würger ist, der seit Beginn dieser Staffel sein Unwesen in Fairview treibt, ist enttäuschend. Ich will nicht unbedingt sagen, dass die Auflösung unüberraschend oder vollkommen vorhersehbar war, aber nachdem man es in 6.1 noch so gut schaffen konnte, gewisse Verbindungen zwischen den Morden und dem Staffelgeheimnis rund um Angie und ihre Familie zu ziehen, so ist es doch ernüchternd, dass all die Verdächtigungen gegenüber der Bolens im Prinzip völlig bedeutungslos waren. Auch störend ist die Tatsache, dass der Würger die gesamte Zeit über in der zweiten Staffelhälfte nicht thematisiert wurde, und dann plötzlich wie aus dem Nichts wieder auftaucht. Ebenfalls der darauffolgende Umgang mit Eddies Charakter ist nicht wirklich gelungen. Zwar ist es eine nette Idee, mit der Episode #6.20 Die Entstehung eines Monsters darauf einzugehen, wie aus einem scheinbar netten jungen Mann ein Mörder wurde, aber seine Motive werden derart klischeehaft präsentiert, dass es schon fast wieder weh tut.

Foto: John Barrowman, Desperate Housewives - Copyright: ABC Studios
John Barrowman, Desperate Housewives
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Auch das Staffelgeheimnis, das in der ersten Staffelhälfte noch so komplex und spannend aufgebaut wurde, verliert in 6.2 nach und nach an Reiz, zumal es ab #6.17 Das Souvenir eigentlich keine wirklichen Überraschungen mehr gibt. Ein wenig mehr Spannung bekommt das Ganze erst, als Angies Ex-Freund Patrick Logan auftaucht, der von John Barrowman richtig klasse gespielt wird. Aber trotzdem kann die ganze Geschichte um Angies mysteriöse Vergangenheit nicht mehr wirklich überzeugen und gegen Ende hin entwickelt sich das anfangs wirklich als interessant empfundene Staffelgeheimnis mehr und mehr zu einer recht vorhersehbaren Angelegenheit voller weiterer Klischees schade drum. Aufgebessert wird das alles auch nicht durch die Tatsache, dass Gaby in Angies Geheimnis involviert wird. Stattdessen hat es den Nebeneffekt, dass ihr eine eigene Storyline verwehrt bleibt und das im Prinzip die gesamte zweite Staffelhälfte. Hier und da gibt es noch mal ein paar Auseinandersetzungen mit Nichte Ana, doch die sind auf Dauer alles andere als unterhaltsam. Und wenn Gaby mal nicht mit ihre Nichte streitet und auch nicht versucht, Angie irgendwie zu helfen, bekommt sie nervige Stand-Alone-Geschichten aufgedrückt, die vollkommenen belanglos ausfallen. Das ist auch das Fazit, was Katherines Dasein in dieser Hälfte betrifft. Dana Delany ist zwar nach wie vor ein schauspielerischer Segen, aber die Storyline, die man ihr hier aufdrückt, will ganz und gar nicht glaubhaft, geschweige denn spannend rüberkommen auch wenn Julie Benz als Stripperin Robin ein paar nette, sympathische Gastauftritte einlegt.

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Darunter leidet letztendlich auch die gesamte Atmosphäre. Während die der ersten Hälfte aufgrund einer recht dichten und düsteren Erzählweise noch extrem spannend ausfiel, ist diese Atmosphäre in der zweiten Staffelhälfte praktisch kaum mehr vorhanden, eben weil fast jede Episode irgendwo auch unwichtige und langweilige Storyelemente beinhaltet und Episoden wie #6.15 und #6.20 im Prinzip aus reinen Stand-Alone-Elementen besteht. Lediglich gegen Ende wird die Staffel dann wieder spürbar spannender, ehe sie in einem wirklich mehr als unspektakulärem Staffelfinale voller merkwürdiger Entwicklungen versandet. Zudem lässt die zweite Staffelhälfte gemeinsame Szenen zwischen den Hausfrauen vermissen, deren Leben nebeneinander ablaufen und es den jeweiligen Hausfrauen gar nicht zu interessieren scheint, was momentan im Leben ihrer besten Freundinnen so abläuft.

Specials

Die Aufmachung der DVD-Box und des DVD-Menüs ist, abgesehen natürlich von den ausgetauschten, weniger gelungenen Promobildern, nahezu identisch mit der Aufmachung der DVD zur ersten Staffelhälfte, daher kommen wir gleich zu den Bonusmaterialen, die sich auf der dritten DVD befinden.

Foto: Copyright: 2010 ABC Studios
© 2010 ABC Studios

Im Vergleich zur ersten Staffelhälfte, gibt es diesmal einige Bonusmaterialen mehr. So zum Beispiel ein Special unter dem Namen "Desperate Housewives: Die Meisterklasse". In einem 13-minütigen Video nehmen sich Felicity Huffman (Lynette), Doug Savant (Tom), Marcia Cross (Bree) und "Desperate Housewives"-Erfinder Marc Cherry die Zeit, dem Zuschauer ein wenig über die Arbeit am Set zu erzählen, wie sie zu ihren Charakteren und einigen Szenen und Storys der sechsten Staffel stehen und geben einige persönliche Lebensgeschichten wieder, wie etwa, wie sie eigentlich zur Schauspielerei gekommen sind. Diese Szenen machen unheimlichen viel Spaß, denn es ist natürlich extrem interessant, dies alles von den Schauspielern selbst zu hören und teilweise bekommt man sehr gelungene neue Einblicke in die Charaktere der Serie. Besonders fasziniert war ich von den gemeinsamen Szenen zwischen Felicity Huffman und Doug Savant. Die beiden scheinen nämlich nicht nur vor der Kamera ein tolles und überzeugendes Paar abzugeben, sondern auch hinter der Kamera stimmt die Chemie einfach und zuzusehen, wie sich beide liebevoll necken und gleichzeitig zu erfahren, wie nahe sie sich stehen, ist eine feine Sache.

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Ein weiteres gelungenes Special zeigt uns Marc Cherrys Lieblingsszenen der Staffel. Diese vier Szenen kann man sich sowohl mit Audiokommentar von Marc Cherry, als auch ohne ansehen, wobei seine persönliche Meinung und Erläuterung zu den jeweiligen Szenen natürlich durchaus interessant ist. Da seine Meinung selbstverständlich subjektiv ist, wird nicht jeder mit ihm übereinstimmen. Auch ich stimme mit den meisten Szenen nicht überein. Brees Strip-Aktion für Ehemann Orson aus #6.15, Susans boshafte Art, Mikes Schuldnern das Geld zu entlocken aus #6.21 und Gabys und Carlos' Wortschlacht aus #6.06 sind zwar alle extrem witzig, aber die Staffel hatte in meinen Augen noch einige bessere Szenen zu bieten. An einer Auswahl gibt es jedoch keinen Zweifel, nämlich an der von Lynettes Traum aus der Folge #6.11 Was wäre, wenn .... Ihr Streit mit ihrem behinderten Sohn, sowie dessen Rede auf seiner Abschlussfeier zählen für mich bis heute zu den emotionalsten Momenten, die die Serie überhaupt zu bieten hatte und lassen mich nach wie vor kräftig schlucken, wenn ich mir diese Momente anschaue.

Zunächst skeptisch stand ich dem Special namens "Miss Piggy zu Gast in der Wisteria Lane" gegenüber, in dem eine Schweinepuppe (eben Miss Piggy) der Straße einen Besuch abstattet und Interviews mit einigen Schauspielern und Produzenten abhält und dazu noch versucht, eine Rolle in der Serie zu ergattern. Lächerlich? Keinesfalls, denn diese zehn Minuten waren mit das Witzigste, was ich seit langem gesehen habe und bietet wirklich ganz herrliche Momente, wie bspw. Eva Longorias Kampf mit Miss Piggy, als diese unerlaubter Weise ein Kleid von ihr anprobiert. Ganz toll auch der grandiose Schluss dieses Specials, das man sich unbedingt angucken sollte und streckenweise um das Vielfache unterhaltsamer war, als Teile der sechsten Staffel selbst. Und es ist schade, dass es Miss Piggy, soviel sei verraten, nicht schaffen wird, in der siebten Staffel als Hauptdarstellerin zu fungieren.

Foto: Teri Hatcher, Desperate Housewives - Copyright: ABC Studios
Teri Hatcher, Desperate Housewives
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Zu diesem gelungenen Special gesellt sich noch ein weiteres hinzu, nämlich eine bisher ungezeigte Story, die eigentlich in der Folge #6.16 hätte vorkommen sollen, allerdings rausgestrichen und ersetzt wurde. Die Geschichte hätte von Susan gehandelt, die heimlich mit der Nachbarin Mitzi Kinski eine Freundschaft eingeht und dabei Karen vernachlässigt. Wieso die Story rausgestrichen wurde, bleibt zwar ein Rätsel, aber wieso man sie rausstreichen konnte, keines. Denn das Ganze ist natürlich eine absolute Stand-Alone-Story, auf die man komplett verzichten kann und zudem noch, bis auf eine Szene, nicht mal wirklich lustig war. Lediglich die letzten Minuten zwischen Susan und Karen sind schön anzusehen, auch einfach, weil Karen ein sehr sympathischer Charakter ist. Böse, dass man diese Story nicht verwendet hat, muss man allerdings nicht sein. Außerdem gibt es dann noch die obligatorischen Pannen vom Dreh, die, wie auch bei allen anderen Serien, natürlich ziemlich unterhaltsam sind.

Insgesamt gesehen fallen die Specials der DVD zur zweiten Staffelhälfte bei weitem umfangreicher und unterhaltsamer aus als noch die zur ersten Hälfte und vor allem die Specials "Die Meisterklasse" und "Miss Piggy zu Gast in der Wisteria Lane" seien hiermit jedem empfohlen! Über letzteres könnte ich mich jetzt noch totlachen.

Technische Details

Erscheinungstermin: 13. Januar 2011
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 454 Minuten (11 Episoden)
Bildformat: 1,78:1, 16:9
Sprache (Tonformat): Deutsch, Englisch, Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Türkisch, Portugiesisch, Englisch für Hörgeschädigte

Fazit

Inhaltlich gesehen ist die zweite Staffelhälfte schwächer als die erste und hat, vor allem im Mittelteil, deutliche Hänger. Erst gegen Ende werden die ganzen Geschichten wieder spannender, doch auch hier erreicht man nicht die Qualität der ersten zwölf Folgen der sechsten Staffel. Natürlich werden "Desperate Housewives"-Fans wieder auf ihre Kosten kommen und nichtsdestotrotz erleichtert sein, dass man immerhin besseres Fernsehen bekommt, als noch während der fünften Staffel. Zudem punktet die DVD mit einigen tollen Specials, die den Kauf um einiges lohnenswerter machen.

Manuel H. - myFanbase

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