Durch die Steine und zurück
Der Rückblick von Catherine

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Mehr als zehn Jahre ist es her, dass die TV-Serie "Outlander" ihren Weg nach Deutschland gefunden hat und ab da war es um mich geschehen. Seit jeher fasziniert von der keltischen Mystik hat mich eine Serie, die von Steinkreisen in den Schottischen Highlands spielt, natürlich sofort in ihren Bann gezogen. Die Buchreihe kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da das Genre der historischen Romane mich bisher nicht so gefesselt hatte. Aber so gab es gleich eine ganz große Welt, in die man eintauchen konnte.

"Outlander" habe ich bisher immer nur in der deutschen Synchronisation geschaut und so wird es auch noch ein wenig dauern, bis ich die finale Staffel sehen kann. Dennoch hält mich das nicht ab, bei diesem Abschiedsspecial zur Serie ein paar Worte über die Besonderheiten dieser Serie zu finden. Und ja, irgendwann möchte ich mir die Serie auch noch mal im Originalton von Beginn an ansehen. Dank des Spin-Offs "Outlander: Blood of My Blood" habe ich inzwischen zumindest ein bisschen Übung im schottischen Dialekt.

Foto: Outlander - Copyright: 2022 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2021 Starz Entertainment, LLC; Jason Bell/Starz/Sony Pictures Television
Outlander
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Neben dem beeindruckenden Setting und der schönen Landschaftsaufnahmen der ersten Staffel waren es auf Anhieb auch die Charaktere der Serie, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Allen voran natürlich Claire Beauchamp, die von einem Moment auf den anderen in eine völlig fremde Welt katapultiert wird. Ja, sie befindet sich noch in Schottland, aber gut 200 Jahre zuvor herrschen doch deutlich rauere Sitten und die Gefahr, der sie ausgesetzt ist, ist unmittelbar. Dass sie einer Art Räuberbande in die Hände fällt, die wir im Verlauf der ersten Staffel näher kennenlernen dürfen und jedes Mitglied auf seine Art mehr oder weniger wertschätzen lernen, lässt dieses bedrohliche Umfeld noch näher und akuter wirken. Doch einer dieser Männer ist Jamie Fraser und es dauert nicht lang, bis die besondere Chemie zwischen den beiden quasi aus dem Bildschirm sprüht. Obwohl er für sie recht schnell zu einem Sicherheitsanker wird und wir heute rückblickend wissen, was für eine starke Liebe sich zwischen den beiden entwickelt, hat es mir sehr gut gefallen, dass Claire keineswegs nur eine hilflose junge Frau in einer ihr fremden Umgebung war. Dank ihrer Berufserfahrung als Krankenschwester während des Krieges und ihrer Charakterstärke strahlt sie zu jedem Zeitpunkt ein gewisses Selbstbewusstsein aus und lässt sich nicht einfach so herumschubsen. Diese starke Hauptfigur hat mir von Anfang an imponiert und da konnte ich die Kritik mancher Buchfans gut ausblenden, die Caitríona Balfe anfangs für eine Fehlbesetzung hielten. Ich hoffe, diese kritischen Stimmen sind mittlerweile verstummt.

Foto: Caitriona Balfe & Sam Heughan, Outlander - Copyright: 2022 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2021 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Caitriona Balfe & Sam Heughan, Outlander
© 2022 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2021 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television

"Outlander" entführt nicht nur Claire, sondern auch uns als Zuschauende ins Schottland des 18. Jahrhunderts, in der die Clans das Sagen haben und der Wunsch nach einem Aufbegehren gegen die Englische Krone tief in den Highlands verwurzelt ist. Es ist eine faszinierende Zeit, in der sich Vieles im Umbruch befindet, und diese gemeinsam mit Claire, die zwar nicht ganz aus unserer heutigen Zeit stammt, mit deren eigentlicher Lebenswelt wir aber viel näher verbunden sind, kennenzulernen, hat mir gut gefallen. Da konnte ich auch die ein oder andere brutale Szene - und davon gab es insbesondere zu Beginn der Serie dank Black Jack Randall ja einige - gut hinwegsehen. Die besonderen Schauplätze, die politischen Konflikte und auch die detailgetreue Umsetzung von Kostümen und Lebenswelten machen diese Serie lebendig und in meinen Augen auch sehr authentisch. Zu keinem Zeitpunkt zweifelt man an, dass es in dieser Zeit in Schottland - oder später auch in der Neuen Welt Amerikas - so zugegangen ist, da von den Drehbüchern, über die Inszenierung bis hin zu Requisite und Kostüm alles mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Wieso sollte man also auch nur einen Moment anzweifeln, dass eine Reise durch die Steine tatsächlich möglich ist? So wie man in anderen Serien die Existenz von Superhelden mit übernatürlichen Fähigkeiten, Vampire und Dämonen oder Raumschiffe in fernen Galaxien als gegeben hinnimmt. Bei "Outlander" kommt es trotz dieses Elements der Zeitreise zu keinem Bruch mit der Realität, obwohl es die Serie ohne das Thema Zeitreise nicht geben würde. Ich denke nicht, dass eine reine Liebesgeschichte im 18. Jahrhundert den gleichen Effekt gehabt hätte wie diese Konstellation, dass eine moderne Frau mit dem Wissen über die Zukunft und die geschichtlichen Ereignisse zwischen diesen beiden Zeitlinien in der Zeit zurückreist. Gerade als Claire dies zum zweiten Mal gelingt, kann sie noch viel mehr Geschichtswissen mitbringen und so ihr Leben mit Jamie noch besser gestalten.

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Man hat es geschafft, über die Jahre noch mehr Hauptfiguren zu etablieren, die einem sofort ans Herz wachsen. So werden Brianna und Roger zum zweiten elementar wichtigen Paar innerhalb dieser Serie und genau wie bei Claire und Jamie findet man die richtigen Momente, um diese Figuren authentisch und liebenswert zu machen. Aber auch Murtagh, Marsali, Fergus oder Young Ian und noch viele weitere Nebenfiguren haben ihren Platz verdient und werden in Erinnerung bleiben. Doch "Outlander" hat es auch geschafft, einige herrliche Antagonisten zu kreieren. Das geht natürlich nicht nur auf das Konto der Serienmacher, sondern auch der Romanautorin Diana Gabaldon. Man hat hier in meinen Augen die perfekte Besetzung gewählt, um die Figuren, die man liebt zu hassen, zum Leben zu erwecken. Tobias Menzies sowohl als Frank Randall als auch als dessen Vorfahren Jonathan Randall zu besetzen, war in meinen Augen ein sehr guter Schachzug. Er kann sowohl die verletzliche Seite, die arrogante Seite als auch die unglaublich brutale und schier verrückte Seite dieser Figuren unglaublich glaubhaft darstellen. Aber auch jemand wie Graham McTavish, der den zwielichtigen Dougal MacKenzie porträtiert, hat eine tolle Präsenz in dieser Serie, die sich für mich seither automatisch auch auf andere von ihm dargestellte Rollen überträgt (bspw. in "The Witcher"). Die Liste ließe sich mit noch einigen anderen Charakteren fortsetzen (Stephen Bonnet, Geillis Duncan...).

Foto: Sophie Skelton & Caitríona Balfe, Outlander - Copyright: 2024 Starz Entertainment, LLC; James Minchin/Starz/Sony Pictures Television
Sophie Skelton & Caitríona Balfe, Outlander
© 2024 Starz Entertainment, LLC; James Minchin/Starz/Sony Pictures Television

Neben der historischen Atmosphäre und den besonderen Figuren gibt es noch viele weitere Elemente, die mich bis heute an der Serie faszinieren. Für mich hat die Musik immer eine besondere Bedeutung. Die Soundtracks zu "Outlander" höre ich immer wieder gerne, aber es ist vor allem der Titelsong der ersten Staffel, der mir für immer im Ohr bleiben wird. Bear McCreary hat mit seinem Talent einen unvergleichlichen Sound gefunden, den man sofort mit der Serie verbindet. Sofort werden dadurch wieder die Gefühle hervorgeholt, die man beim Schauen empfunden hat und die auch die Geschichten immer wieder ausgelöst haben. Neben Mitgefühl, Sorge oder Verliebtheit waren es auch Abscheu und Wut. Man hat im Laufe dieser Serie wirklich eine Achterbahn durchlebt und das bezieht sich nicht auf die Qualität der Serie selbst, wie man es bei vielen anderen Produktionen dieser Länge oft erlebt, sondern wirklich an den Inhalten, die eine Emotionalität in einem auslösen. Dazu habe ich begonnen die Buchreihe zu lesen, auf der die Serie basiert, wodurch ich noch tiefer in die Welten eintauchen konnte. Da habe ich dann für die kommende Zeit auch noch einiges vor mir, um den Abschiedsschmerz von der Serie etwas hinauszuzögern.

Foto: Caitriona Balfe & Sam Heughan, Outlander - Copyright: 2022 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2021 Starz Entertainment, LLC; Jason Bell/Starz/Sony Pictures Television
Caitriona Balfe & Sam Heughan, Outlander
© 2022 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2021 Starz Entertainment, LLC; Jason Bell/Starz/Sony Pictures Television

Und letztendlich bleibt uns auch noch das Spin-Off "Outlander: Blood of My Blood", das es in meinen Augen hervorragend geschafft hat, in die großen Fußstapfen zu treten. Ich bin gespannt, welche Geheimnisse und Verbindungen uns auch dort noch über die Mutterserie offenbart werden. Die Anspielungen, die Staffel 1 bereithielt, haben mir bereits sehr gut gefallen.

"Outlander" wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen behalten. Während ich bisher meist Serien aus meiner Jugend zu meinen Lieblingsserien zähle, ist dies eine, die ich als Erwachsene entdeckt habe und die mich auf ihre Art und Weise ganz anders geprägt hat. Sollte die Sehnsucht nach Irland, Schottland oder der keltischen Bräuche mal wieder zu groß werden, weiß ich, dass ich nur einige Klänge des Soundtracks anstimmen muss, um mich direkt wieder in diese Welt zu katapultieren. Und das ist das schöne an solchen Serien: Sie bleiben für immer und warten nur darauf, wieder aufs Neue entdeckt zu werden. Das nächste Mal dann wohl auch endlich im Originalton.

Die Serie "Outlander" ansehen:

Catherine Bühnsack - myFanbase

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