DVD-Rezension: The Flash, Staffel 4

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In der vom 10. Oktober 2017 bis zum 22. Mai 2018 auf dem amerikanischen Sender The CW ausgestrahlte Staffel 4 der Superhelden Serie "The Flash" kehren der scharlachrote Speedster und seine Freunde auf die Bildschirme zurück, um die Bewohner der fiktiven Stadt Central City vor Verbrechen von Metahumans zu beschützen. Im deutschen Free-TV wurden die 23 Episoden von 24. Juli bis zum 3. Oktober 2018 auf ProSieben ausgestrahlt und seit dem 6. Dezember 2018 ist die Serie auf DVD und Blu-ray erhältlich.

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Nachdem Barry (Grant Gustin) den Platz im Speed-Force-Gefängnis übernommen hat, versucht Iris (Candice Patton) zusammen mit Wally (Keiynan Lonsdale) und Cisco (Carlos Valdes) ohne ihn das Team anzuführen und Verbrechen in Central City zu bekämpfen. Eines Tages taucht jedoch ein Samurai auf und fordert einen Kampf mit Flash, andernfalls wolle er für die Zerstörung der Stadt sorgen. Auf diese Weise sieht sich das Team zusammen mit Caitlin (Danielle Panabaker) gezwungen, ihren Freund aus der Speed Force zu retten. Keiner von ihnen ahnt jedoch, dass sie mit Barrys Befreiung dem Plan eines neuen überaus gefährlichen Gegners, dem Thinker (Neil Sandilands) und seiner Frau Marlize (Kim Engelbrecht), folgen und dass sie damit auch ein Dutzend neuer Metahumans für ihn schaffen, die schon bald ihr Unwesen in der Stadt treiben.

Neben den neuen Metawesen hat das Team aber auch noch andere Probleme und Schwierigkeiten, denen es sich stellen muss. Nach Barrys Rückkehr müssen Iris und er erst einmal wieder zueinander finden, während Caitlin sich mit ihrem Alter-Ego Killer Frost arrangieren muss. Harry (Tom Cavanagh) schließt sich dem Team wieder an, weil seine Tochter Jesse (Violett Beane) und ihre Freunde ihn wegen seiner Art aus ihrem Team geworfen haben, und Joe (Jesse L. Martin) und Cecile (Danielle Nicolet) finden heraus, dass sie noch ein Kind erwarten, was noch unerwartete Überraschungen mit sich bringt. Gleichzeitig bekommt das Team Unterstützung durch den ehemaligen Polizisten Ralph Dibny (Hartley Sawyer), der seine neuen Metaeigenschaften erst noch trainieren muss, um ein Held zu werden.

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Rezension

Foto: Neil Sandilands, The Flash - Copyright: 2014 Warner Bros. Entertainment Inc. "FLASH" and all related elements are trademarks of DC Comics. All rights reserved.; Robert Falconer/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All rights reserved.
Neil Sandilands, The Flash
© 2014 Warner Bros. Entertainment Inc. "FLASH" and all related elements are trademarks of DC Comics. All rights reserved.; Robert Falconer/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All rights reserved.

"The Flash" agiert in Staffel 4 zum ersten Mal seit drei Jahren mit einem neuen Konzept für den Hauptschurken. Die bisherigen Gegner Thawne (Matt Letscher), Zoom (Teddy Sears) und Savitar waren wie Barry allesamt Speedster, deren Herausforderung im Wesentlichen darin bestand, dass Barry noch schneller werden musste, um sie zu besiegen. Nachdem Barry sich in Staffel 3 dem "Gott der Geschwindigkeit" gestellt hat, ist es nur logisch, dass das in dieser Staffel nicht mehr zu überbieten ist - und irgendwo wäre es auf Dauer auch langweilig, wenn die Gegner und dadurch auch die Herausforderung für Flash vom Typ quasi gleichbleiben. In der Hinsicht begrüße ich die Entscheidung der Serienmacher, es in diesem Jahr mit einer anderen Art von Schnelligkeit zu versuchen. Ging es bisher um körperliche Geschwindigkeiten, besitzt Thinker einen hochkomplexen Verstand, der in Bruchteilen von Sekunden zahlreiche Fakten abwägen und verarbeiten kann. Team Flash hat es diesmal also mit jemandem zu tun, der einen ausgeklügelten Plan entwickelt hat, in dem jeder mögliche Ausgang mit entsprechenden Wahrscheinlichkeiten berücksichtigt wurde. Thinker ist ihnen also nicht immer nur ein, sondern mehrere Schritte voraus und hat auf seine Weise ein ähnliches Potential wie Thawne und Savitar. Trotzdem konnten mich Thinker und seine Frau Marlize nicht so überzeugen, wie die beiden, die für mich mit zu den besten Bösewichten zählen, die ich bisher in den aktuellen DC-Serien gesehen habe. Das hängt auch damit zusammen, dass die Identität der neuen Gegner Team Flash und dem Zuschauer bereits innerhalb der ersten Episoden offenbart wird, was für die Serie auch eine Neuerung ist, da man bislang auf einen Überraschungseffekt zum Ende der Staffel gesetzt hat. Dadurch ging für mich auch ein wenig das Miträtseln und das Aufstellen von Theorien zu der Identität verloren, wovon die Serie auch immer gelebt hat.

Dass man die Identität von Thinker früh aufklärt, ist aber nicht ausschließlich negativ zu bewerten. Es erlaubt dafür, dass der Zuschauer deutlich mehr zu seinem Hintergrund und seinen Absichten erfährt. Auch wenn lange Zeit der konkrete Plan von Thinker nicht bekannt ist und er durchaus zu skrupellosen und grausamen Methoden für das Erreichen seiner Ziele greift, bekommt man als Zuschauer ein Gefühl, dass er im Gegensatz zu anderen Schurken ursprünglich nicht aus rein egoistischen Motiven handelt. Das macht Thinker durchaus interessant und spannend, insbesondere weil der Zuschauer mehr von der Wandlung zum richtig kalten und egoistisch agierenden Schurken erlebt. Thinker ist also kein schlecht konzipierter Bösewicht - er hat nur das Pech, dass "Flash" bislang ausgezeichnete Hauptgegner hatte und er nicht ganz an deren Potential heranreicht.

Foto: Grant Gustin, The Flash - Copyright: 2014 Warner Bros. Entertainment Inc. "FLASH" and all related elements are trademarks of DC Comics. All rights reserved.; Dean Buscher/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All rights reserved.
Grant Gustin, The Flash
© 2014 Warner Bros. Entertainment Inc. "FLASH" and all related elements are trademarks of DC Comics. All rights reserved.; Dean Buscher/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All rights reserved.

Barry stellt die neue Art von Gegner vor Herausforderungen, die ihn seine Fähigkeiten weiterentwickeln und im Verlauf der Staffel wichtige Lektionen lernen lassen. Zu Beginn muss er sich jedoch vor allem erst einmal damit arrangieren, dass sich durch seine Abwesenheit die Dynamik im Team verändert hat. So rückt Iris in eine strategisch wichtigere Position und leitet das Team, was anfänglich zu Konflikten zwischen dem sonst sehr harmonierenden Paar führt, hinter denen sich jedoch eigentlich andere und bislang verdrängte Gefühle verbergen. Nachvollziehbar wird hier, aber auch in anderen Situationen für den Zuschauer dargestellt, was die beiden bewegt. Da die beiden schon immer auf einer Wellenlänge sind und seit Iris' Einweihung in Barrys zweite Identität ein unglaublich starkes Team sind, hätte es mir gefallen, wenn die Konfliktlösung nicht innerhalb einer Episode abgeschlossen worden wäre, sondern sich etwas länger erstreckt hätte. Stattdessen wird das Paar zügig wieder zur gewohnten Einheit zusammengerückt und sie leiten gemeinsam Team Flash. Iris in der Rolle einer Entscheidungsträgerin innerhalb des Teams zu sehen, ist anfangs etwas ungewohnt und gerade im ersten Teil der Staffel fiel es mir schwer, mich daran zu gewöhnen. Das liegt auch daran, dass sie mir manchmal zu oft bewusst in die Situation von schwierigen Entscheidungen gebracht wurde, in denen sie dann beweisen musste, dass sie das Team über Barry stellt. Auch wenn sie einen starken und entschlossenen Charakter besitzt, war sie in den Momenten nicht überzeugend, gerade wenn man sie mit einer Sara Lance aus "Legends of Tomorrow" vergleicht.

Foto: Grant Gustin & Hartley Sawyer, The Flash - Copyright: 2014 Warner Bros. Entertainment Inc. "FLASH" and all related elements are trademarks of DC Comics. All rights reserved.; Katie Yu/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All rights reserved.
Grant Gustin & Hartley Sawyer, The Flash
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Auffällig ist in der Staffel insgesamt, dass man den Fokus etwas von Barry nimmt und mehr auf das gesamte Team rückt. Der Titel des Staffelfinales "Wir sind Team Flash" ist quasi das Motto dieser Staffel. So führt ein für mich recht schwacher Handlungsbogen von Barry und Thinker im mittleren Drittel dazu, dass die anderen Charaktere, insbesondere Ralph Dibny, ihr Heldenpotential beweisen können. Einerseits ist es für mich immer wichtig, dass die anderen Charaktere dem Zuschauer ihre Entwicklung zeigen dürfen, andererseits war mir die Handlung um Barry zu offensichtlich genau auf diesen Aspekt zugeschnitten. Da der Ausgang hier auch noch klar war, fehlte mir zudem die Spannung, um mich dann bei Barry noch mitfiebern zu lassen. Auch wenn ich bei dem Teil recht zwiegespalten bin, konnte mich die Handlung um Caitlin und ihr Alter-Ego Killer Frost umso mehr packen. Ich liebe das Wechselspiel der beiden Persönlichkeiten und die Art und Weise, wie sich die beiden miteinander arrangieren, aber auch voneinander lernen. Durch Killer Frost gewinnt Caitlin eine kämpferische Art von Selbstbewusstsein, die sie ohne zu zögern nach der Cold Gun greifen und an Missionen teilnehmen lässt. In den Momenten wird einem bewusst, welche Entwicklung Caitlin und auch Cisco in denen vergangenen Staffeln gemacht haben. Noch gut erinnere ich mich an Staffel 1, als die beiden erst von Felicity (Emily Bett Rickards) überzeugt werden mussten, Barry bei einem Außeneinsatz zu unterstützen. Jetzt wird das erst gar nicht mehr in Frage gestellt. Ich freue mich daher extrem auf die Weitererzählung von Caitlins Geschichte in der kommenden Staffel. Etwas zu blass, bleibt mir in dieser Staffel Cisco, der zwar immer präsent ist, Barrys Mission unterstützt und auf eine Weise mit Harry, aber auch Ralph streitet, die einen an zankende Geschwister erinnert. Letzteres ist immer lustig mit anzusehen und sorgt damit auch für ein wenig Leichtigkeit, aber für die kommende Staffel wünsche ich mir für ihn einen ähnlichen mitreißenden Handlungsbogen, wie ihn Caitlin zurzeit erleben darf. Alles andere wäre eine Vergeudung seines Potentials und damit einfach nur schade.

Foto: Caity Lotz & Wentworth Miller, The Flash - Copyright: 2014 Warner Bros. Entertainment Inc. "FLASH" and all related elements are trademarks of DC Comics. All rights reserved.; Bettina Strauss/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All rights reserved.
Caity Lotz & Wentworth Miller, The Flash
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Neben den Handlungen um Barry und den Thinker sowie die der anderen Charaktere bleibt in dieser Staffel natürlich auch Platz für neue Metahumans, die ihre Fähigkeiten aus den verschiedensten Gründen missbrauchen und so die Aufmerksamkeit von Team Flash erregen. Die einzelnen Metahumans der Woche sind mal mehr, mal weniger spannend, aber insgesamt recht überzeugend und unterhaltsam. Als Zuschauer darf man sich in der Staffel auch wieder auf ein umfangreiches und mitreißendes DC Crossover-Event mit dem Titel "Krise auf Erde-X" freuen, das in der ersten Hälfte stattfindet und die Serien "Arrow", "Supergirl" und "Legends of Tomorrow" einbindet. Ziemlich bedauerlich und ärgerlich ist, dass die Crossover-Folgen der drei anderen Serien nicht auf den DVDs enthalten sind, wie ich es von anderen Serien bei Crossover-Events kenne. Die Folge aus "The Flash" ist der dritte Teil des Crossovers und steht somit zusammenhangslos da, was einen zwingt, sich die anderen Episoden entweder durch Online-Videotheken oder auf den DVDs und Blu-rays der anderen Serien zu kaufen.

Specials & technische Details

Die 23 Episoden von Staffel 4 befinden sich auf fünf Discs und lassen sich auf Deutsch und auf Englisch ansehen. Beide Sprachen sind auch als Untertitel verfügbar. Umfangreiches Bonusmaterial bietet einen Blick hinter die Kulissen der Serie. Neben verpatzten Szenen wie auch nicht verwendeten Szenen gibt es fünf kleine Dokumentationen mit den Titeln "Hinter den Kulissen des Crossover-Events", "Das Beste von DC TV auf der Comic Con San Diego 2017", "Der Aushilfs-Held", "Amunet Black" und "Das schnellste Gehirn der Welt: The Thinker".

Erscheinungstermin: 6. Dezember 2018
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 943 Minuten (23 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen/Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 2.0), English (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Staffel 4 von "The Flash" macht trotz der ein oder anderen Schwäche und Änderungen am bislang gültigen Konzept immer noch Spaß und stellt bei einigen seiner Charaktere großartige Entwicklungen heraus. Für den Fan der Serie macht das umfangreiche Bonusmaterial den Kauf der DVD oder Blu-Ray erst recht attraktiv.

Ceren K. - myFanbase

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