Bewertung: 7

Review: #5.09 Monster und Helden

Mit der letzten Episode rund um Rogers Trauma und um seine Genesung schaffte es "Outlander" auf ganzer Linie zu überzeugen. Auch dieses Mal setzt man auf eine emotionsgeladene Handlung, in deren Zentrum nun Jamie stehen darf. Schauspielerisch stand Sam Heughan Richard Rankin in nichts nach, doch es gab dann doch ein paar kleine Kritikpunkte ringsherum, weshalb #5.09 Monsters and Heroes nicht ganz an die Vorgängerepisoden heranreicht.

"It's a good day for dying."

Nach dem Tod Murtaghs und dem Beinahe-Tod Rogers ist nun Jamie an der Reihe, einen lebensbedrohlichen Angriff überstehen zu müssen. Bereits der erste Eindruck dieser Geschichte konnte dabei nicht mit dem Kriegsgeschehen, in dem sich die Tragödien von Murtagh und Roger ereignet haben, mithalten, da ein Schlangenbiss einfach um einiges undramatischer ist. Außerdem muss ich zugeben, dass ich keine Sekunde lang ernsthaft um das Leben von Jamie gebangt habe, da er 1. der männliche Hauptcharakter der Serie ist und 2. er sicher nicht mitten in der Staffel das Zeitliche segnen wird. Abgesehen davon kann man Sam Heughan aber nicht absprechen, die Szenen, in denen Jamie ums Überleben kämpft, nicht wenigstens so intensiv auf den Bildschirm gebannt zu haben, wie zuvor seine beiden Kollegen. Das aschfahle Gesicht, die glasigen Augen und die Angst in Jamies Zügen wurden sehr überzeugend dargestellt. Sehr gut gefallen hat mir auch Jamies Unwille, sich das Bein amputieren zu lassen, nur um dann von Young Ian darauf hingewiesen zu werden, was für ein Unsinn Jamie da eigentlich von sich gibt, da er sich lieber mal eine Scheibe von Ian und Fergus abschneiden sollte, die ebenfalls Gliedmaßen verloren haben und sich viel stärker ans Leben klammerten, als Jamie es nun tat. Auch wenn man Jamies Worte im ersten Moment nachvollziehen konnte, fragte man sich, weshalb ein eingeschränktes Leben, in dem er dennoch die Menschen, die er liebt, an seiner Seite hat, für ihn keinen Reiz zu haben schien. Die Worte Ians kamen von Herzen, seine Enttäuschung über Jamie stand John Bell fabelhaft ins Gesicht geschrieben und man hat Sam Heughan seinerseits ansehen können, wie wahr es ist, dass der Tod durch einen Schlangenbiss nichts Heldenhaftes hat. Ein wunderbares Dilemma brachte diese Storyline auch für Claire mit sich, die sich in meinen Augen auch ohne Jamies Einwilligung dazu entschieden hätte, sein Bein zu amputieren. Auch wenn Caitriona Balfe nur wenige gute Szene beschert waren, konnte sie in dem Moment, als sie mit Brianna auf der Treppe saß, dennoch eindeutig hervorstechen. Claires Unsicherheit darüber, ob Jamie ihr jemals verzeihen würde, wenn sie ihm sein Bein nähme, hat mich aufrichtig berührt. Das Highlight dieser Geschichte war für mich allerdings dann doch die Annäherung zwischen Jamie und Roger, die längst überfällig war. Begonnen mit Roger, der das Gift aus Jamies Wunde saugt, ihn dann versucht nach Frasers Ridge zu schleppen und dort an Jamies Seite wacht. Ebenso versöhnlich waren Jamies Worte an Roger, dass er sich um die Familie kümmern und Bonnet ausschalten müsse, falls Jamie nicht überlebt. Ich hoffe sehr, dass in den verbleibenden Episoden noch einige Gelegenheiten kommen werden, dass sich festigende freundschaftliche Band zwischen den beiden zu erleben.

Abgesehen von diesen wundervollen Momenten gab es aber auch Aspekte, die sich nur holprig mit dem Geschehen verbinden ließen:

  • Da wäre Marsali, die Claire zu Beginn als ihre Mutter bezeichnet und sich darauf freut, sie bei der Geburt an ihrer Seite zu haben. Eine sehr schöne Geste, der leider wenig Raum zur Entfaltung gegeben wurde. Leider durften wir bisher keiner der Geburten beiwohnen und ich finde es sehr schade, dass man uns dieser Möglichkeit erneut beraubt hat.
  • Während Roger, Ian und Claire aufrichtig besorgt um Jamie waren, fehlten mir bei Brianna die Emotionen. Man hat bisher nur wenig Zeit darauf verwendet, das Vater-Tochter-Band zu schmieden und so fällt es auf den ersten Blick nicht auf, dass Brianna nicht an Jamies Seite ausharrt, doch bei genauerer Betrachtung finde ich ihre Distanziertheit sehr schade.
  • Man versucht zwischen den beiden Liebespaaren intime Momente mit einzubauen. Der zwischen Brianna und Roger mag zu Beginn der Geschichte ja noch recht amüsant sein, doch der zwischen Claire und Jamie war doch etwas absonderlich. Bevor er stirbt, möchte Jamie also noch einmal von seiner Frau beführt werden und obwohl er scheinbar aufgehört hat zu atmen, schafft Claire es durch ihre Nacktheit und indem sie Jamie mit der Hand befriedigt, dass er wieder zu sich kommt. Definitiv keine Szene, die ich mir ein zweites Mal ansehen müsste.
  • Sowohl in der letzten als auch in dieser Episode hat Ian sich als Bereicherung erwiesen. Dennoch finde ich es etwas enttäuschend, dass sein eigener Schicksalsschlag dieses Mal nicht einmal angesprochen wurde.
  • Die Büffel hätte man vielleicht an anderer Stelle einbringen sollen, hier kam ihre Wirkung etwas zu kurz.
  • Es gab für diese Staffel zwei große Themen, die im Auftakt angekündigt wurde: der Kampf gegen die Regulatoren und die Rache an Bonnet. Rückblickend gefällt es mir sehr gut, dass man sich zuerst um den Krieg gekümmert hat, der das unpersönlichere Thema darstellt und sich die Rache an Bonnet für das Finale aufhebt. Dennoch finde ich es ärgerlich, dass wir nun schon so lange auf den Showdown mit Bonnet warten.


Fazit

Was die Grundidee angeht, wusste der dramatische Handlungsstrang rund um Jamie durchaus zu überzeugen, doch es gab so einige Details, die sich nicht nahtlos ins Bild einfügten.

Marie Florschütz - myFanbase

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