Bewertung: 6

Review: #16.01 Nothing Left to Cling To

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Auf geht es in die inzwischen schon 16. Staffel von "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte". Müde ist die Serie noch lange nicht und dementsprechend turbulent geht es in #16.01 Nothing Left to Cling To zu – wobei die vielen Zeitsprünge nicht jeder Storyline gut getan haben.

"I don't want an out."

Beginnen wir mit meinem persönlichen Höhepunkt der Episode, den Szenen zwischen Alex und Jo. Nachdem man von den beiden bereits in der letzten Staffel sowohl schauspielerisch als auch dramaturgisch Topleistungen gesehen hat, freut es mich unheimlich, dass man hier an die hohe Qualität anknüpft. Während weite Teile der Folge betont lustig und locker gehalten wurden, macht man bei Jo und Alex genau da weiter, wo man aufgehört hat: Jo begibt sich schweren Herzens in psychologische Behandlung und Alex bleibt mit der Ungewissheit zurück, ob er nun nicht doch wieder erneut in seinen immer wiederkehrenden Kreislauf der missglückten Beziehungen zurückkehrt. Es war wirklich bedrückend mit anzusehen, wie Jo von Alex in der Klinik abgeliefert wird, die in vielerlei Hinsicht einem Gefängnis zu ähneln schien. Umso schlimmer, als Jo Alex erneut einen Ausweg anbietet und der daraufhin nichts erwidert. Beide quält die Situation sichtbar und trotzdem denken sie aneinander, sei das nun Jo, die Alex' Vorgeschichte im Kopf hat, oder Alex, der (wenn auch zurückhaltend) an ihrer Seite bleibt. Interessant ist es, dass es tatsächlich Richard ist, der Alex bei seiner Entscheidung hilft. In den letzten Jahren war es doch meistens Meredith, die als seine Person agiert hat, wobei man hier wohl hauptsächlich den Grundstein für die weitere Beziehung von Alex un Richard gelegt hat, nachdem die beiden in Zukunft beruflich wohl noch deutlich mehr miteinander zu tun haben werden. Wie auch immer, Alex hat seine Entscheidung getroffen und Gottseidank erspart man uns hier unnötiges Drama und spannt uns nicht lange auf die Folter. Die Szene, als Jo aus der Klinik kommt und Alex im Anzug und frisch rasiert vor ihr steht, um ihr erneut seine Liebe zu gestehen und ihr einen Heiratsantrag zu machen, war einfach wunderschön. Diese beiden haben es mehr als verdient und ich hoffe nur, dass ihnen ihr Glück vergönnt wird.

Trotzdem war es gut, dass man an dieser Stelle einen Moment der Unsicherheit und des Nachdenkens zugelassen hat. Alex hat sich seinen Monat Zeit genommen, um für sich eine Entscheidung zu treffen, während Jo die Zeit genutzt hat, um sich besser zu fühlen. Hier bleibt einem auch der Satz der Psychologin im Kopf, die meinte, dass Jos Entscheidung, sich professionelle Hilfe zu suchen, im Gegensatz zu allgemeinen Vorurteilen, eine sehr mutige Tat war, die von Stärke zeugt. "Grey's Anatomy" mag was die medizinischen Fälle angeht, zwar gerne mal etwas fantasievoll werden, aber psychische Erkrankungen wurden meistens sehr bedacht behandelt und auch hier war es eine wichtige Botschaft, die vermittelt wurde.

"So I just go home?!"

Im Gegensatz dazu wirkte die Storyline von Meredith und Andrew recht idyllisch und größtenteils sehr amüsant. Meredith scheint zunächst mit ihren Sozialstunden glimpflich davon gekommen zu sein, immerhin hat sie sich vor Gericht alles andere als reuevoll gezeigt. Vor allem hat es mich jedoch für DeLuca gefreut, der schnell aus dem Gefängnis entlassen wurde. Als die Rede davon war, dass es in der neuen Staffel einen Zeitsprung geben soll, hatte ich schon befürchtet, dass Andrew länger einsitzen muss. So kommt er stattdessen bald zurück ans Krankenhaus. Wobei ich da schon etwas stutzig geworden bin. Es sollen doch mehrere Ärzte aus Solidarität zu den rausgeworfenen Ärzten gekündigt haben und er selbst macht da nicht mit? Viel interessanter ist aber die Frage, wie es jetzt mit Meredith weitergeht. Immerhin geht es um ihre Zulassung als Ärztin. Einerseits kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass man dem Titelcharakter die Zulassung entzieht, aber auf der anderen Seite muss man es doch auch spannend machen. Hier müssen die Writer nun geschickt vorgehen, um diese Storyline gut umzusetzen.

"There's something there that is broken beyond repair."

Tja, das war's dann aber auch schon mit den Momenten, in denen man die Zeitsprünge sinnvoll verwendet hat. Die restlichen Geschichten wirkten durch sie leider lückenhaft oder einfach gehetzt. Allen voran das Ende der Beziehung von Jackson und Maggie. Die beiden waren von Anfang an vielen ein Dorn im Auge und auch das zeitweise schlichtweg nervige Writing hat nicht dazu beigetragen, einen von dieser Kombination so richtig zu begeistern. Zu viel auf und ab, zu viele Rückzieher, zu viel harte Worte sind gefallen. Daran konnte auch der Cliffhanger aus dem Staffelfinale nichts ändern, nachdem man ja eigentlich davon ausgehen konnte, dass Jackson (bzw. Jesse Williams) wohl kaum so einfach aus der Serie geschrieben werden wird. Trotzdem war die letztliche Auflösung seines dramatischen Verschwindens im Nebel dann doch etwas enttäuschend. Gut, Jackson darf heldenhaft einem Pärchen in Not helfen, aber die ganze Sache war dann doch etwas weit hergeholt. Naja, so nutzt man diesen Vorfall nun eben als Aufhänger für die Trennung der beiden. Dafür, dass man doch recht lange an ihrer Beziehung festgehalten hat, ging mir das einfach zu schnell und nebensächlich von statten. Nachdem ihre Beziehung in beiden Charakteren mehr hässliche als gute Seiten zum Vorschein gebracht hat, bin ich letztlich froh, dass das nun wohl das Ende zu sein scheint.

Problematisch finde ich viel eher, dass sich Jackson gleich wieder neu orientiert und Interesse an Vic gefunden hat. Das mag hauptsächlich der Tatsache geschuldet sein, dass man "Grey's Anatomy" und "Seattle Firefighters" näher miteinander verknüpfen will, trotzdem ist Jackson gerade wohl kaum die passende Wahl für Vic. Schließlich hat der in seinen vergangenen Beziehungen immer dazu geneigt, davonzulaufen sobald Probleme auftauchen. Nachdem Vic sowieso noch mit dem Verlust ihres Verlobten zu kämpfen hat, hat sie aber jemanden verdient, auf den sie sich voll verlassen kann.

Übrig bleibt ein stetig wachsendes Grüppchen an Charakteren, die miteinander verbunden sind. Während es mich gefreut hat, wie überraschend harmonisch die Owen-Teddy-Amelia-Tom-Kombi zur Zeit verläuft, muss ich gestehen, dass mich die ganze Baby-Geschichte herzlich wenig interessiert, auch wenn sie für ein paar amüsante Momente gut war. Wirklich begeistert bin ich von Teddy und Owen als Paar auch nicht, vor allem da Teddy und Tom meiner Meinung nach eine viel bessere Chemie hätten.

Viel überraschender waren da die Entwicklungen bei Amelia und Link. Von der ganz lockeren Sache, über charmante Dates, bis hin zu einer (von ihr so nett formulierten) Ménage-à-Trois mit Carina wäre hier Spielraum für ein paar wirklich interessante Storylines gewesen, die einen jenseits von Familie und festen Beziehungen wieder ein bisschen zurück in die Zeiten von Mark, Callie und Co. zurückgebracht hätten. Aber nein, dann kommt plötzlich der Plottwist, dass Amelia schwanger ist (oder sein soll?). Mein erster Gedanke war, dass doch bitte bitte genug Zeit vergangen ist, damit Owen nicht der Vater sein kann. Aber auch sonst ist diese Geschichte einfach nur einfallslos. Natürlich ist das jetzt eine Herausforderung für Amelia, die es mit Link erst einmal locker und unkompliziert angehen wollte, aber brauchen wir in der Serie wirklich schon wieder die nächste Schwangerschaft, nachdem die von Teddy erst vor einer Folge geendet hat? Da würde mir Amelias Idee (vielleicht eben auch mit Carina) um einiges besser gefallen. Naja, mal sehen, wohin das noch führt.

Randnotizen:

  • Auch wenn Baileys Entscheidung für unsere Hauptcharaktere äußerst ungemütlich war, war sie absolut im Recht, Richard, Meredith und Alex zu feuern. Von dem her ist Richards Trotz einfach unangebracht.
  • Ich bin ja mal gespannt, wie lange Alex und Richard am Pacific Northwest bleiben und wie man das in der Serie umsetzen wird.
  • Nachdem Tom schon Pech in der Liebe hat, bekommt er immerhin einen tollen Job. Recht so und eine clevere Art, ihn zu einem Hauptcharakter zu machen.



Fazit

Der Start in die 16. Staffel hatte seine Höhen und Tiefen. Durch die vielen kurzen Zeitsprünge konnten die Ereignisse aus dem Staffelfinale schnell vorangebracht werden, ohne zu viel Zeit zu verwenden. Diese Taktik hat sich für einige der Storylines ausgezahlt. So konnten beispielsweise die funktionierenden Paare Alex und Jo bzw. Meredith und Andrew schneller wieder vereint werden. An anderen Stellen jedoch wurde nicht genug Zeit dafür erübrigt, Handlungsstränge ordentlich zu beenden, wie zum Beispiel bei dem Beziehungsaus von Jackson und Maggie. Trotzdem ist es der Serie gelungen, einige neue Storylines ins Rollen zu bringen, die von nun an wohl im Fokus der Ereignisse stehen werden, wobei der Schwerpunkt die komplizierten Liebesbeziehungen der Charaktere zu sein scheinen.

Denise D. - myFanbase

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