Die 7. Staffel – Ein Rückblick

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Unglaublich, dass wir schon bei Staffel 7 der Serie "Desperate Housewives" sind. Sieben Staffeln in denen so allerhand passiert ist. Sieben Staffeln, in denen wir Lynette Scavo, Bree Van de Kamp, Gabrielle Solis und Susan Delfino liebgewonnen haben. Sieben Staffeln, in denen wir uns aber auch von einigen Charakteren verabschieden mussten und sieben Staffeln, in denen man sich an das Schema gewöhnt hat. Nach so langer Zeit laufen die Autoren aber auch Gefahr, dass sie den Zuschauer*innen nicht mehr genügend Spannung bieten könnten, daher hat man sich in dieser Staffel nicht nur für eine neue Hausfrau entschieden, sondern auch für die ein oder andere neue Charakterkonstellation, aber auch für Veränderungen innerhalb der Beziehungen, die einem doch das Herz brechen.

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Bree, der junge Freund und die Wechseljahre

Foto: Kyle MacLachlan & Marcia Cross, Desperate Housewives - Copyright: 2007 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Kyle MacLachlan & Marcia Cross, Desperate Housewives
© 2007 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.

Zum Ende der sechsten Staffel von "Desperate Housewives" erfuhr Orson Hodge, dass Bree damals ihren Sohn Andrew Van de Kamp gedeckt hat, als dieser Carols Solis' Mutter Juanita Solis über den Haufen gefahren hat. Der Knackpunkt des Ganzen ist nicht, dass Bree Andrew vor dem Gefängnis bewahrt hat, sondern dass sie von Orson damals verlangt hat, ins Gefängnis zu gehen, als herauskam, dass er Mike Dlfino überfahren hat, da sie ihrem Mann sonst nicht hätte verzeihen können. Dazu kommt allerdings auch, dass Andrew dazu bereit gewesen wäre, für seine Tat gerade zu stehen, Bree aber dennoch nicht wollte, dass ihr Sohn ins Gefängnis geht und damit ihren (Ex-)Mann indirekt signalisiert hat, an welcher Stelle er bei ihr steht. Orson hat daraus seine Konsequenzen gezogen und ist gegangen. Dass somit auch Kyle MacLachlan kein Hauptdarsteller mehr ist, stört mich nicht zu sehr. Ich fand bereits zur Mitte der fünften Staffel, dass Bree und Orson kein Paar mehr sein sollten. Mit dem Weggang von Orson fehlt Bree auch der Mann an ihrer Seite, wobei ich mich mit den weiteren Staffeln immer mehr bei dem Gedanken erwischt habe, dass es ohne einen für sie doch deutlich besser wäre. Die Autoren sahen das anders, denn man castete Brian Austin Green für die Rolle des Handwerkers Keith Watson. Keith ist zwar kein Teenager mehr, aber eben doch deutlich jünger als Bree, weshalb es mich anfangs ein wenig überrascht hat, als sich herauskristallisiert hat, dass sich zwischen den beiden etwas anbahnt. Bree kennt man eben als vernünftige, strenggläubige Hausfrau, die es sich nicht erlaubt, etwas zu tun, was für sie nicht ins Bild einer reiferen Frau passt. Wenn da doch nur nicht ihre Affäre mit Karl Mayer in der vorherigen Staffel gewesen wäre.

Foto: Jonathan Cake & Marcia Cross, Desperate Housewives - Copyright: ABC/Ron Tom
Jonathan Cake & Marcia Cross, Desperate Housewives
© ABC/Ron Tom

Mit dieser Beziehung hat man Bree bereits in eine Richtung gelenkt, die mir persönlich gut gefallen hat, da man sie endlich aus einem Muster hat ausbrechen lassen und gezeigt hat, dass es auch eine Seite an der rothaarigen Hausfrau gibt, die sie für mich persönlich sympathischer und vor allem authentischer in ihrem Handeln macht. Allerdings haben die Autoren auch mit dem ein oder anderen Klischee gespielt, so zum Beispiel, dass Bree eben unbedingt mit Keith mithalten möchte und dem Ganzen eben doch nicht so gewachsen ist, da ihr Körper bei manchen Aktivitäten dann und wann die Stopptaste gedrückt hat. Oder eben, dass Brees Frauenärztin in Vertretung ausgerechnet Keiths Mutter ist und sein Vater Richard Watson auch eher ein Schürzenjäger ist, das macht deutlich, dass die Autoren bei dieser Geschichte gerne mit den Klischees gearbeitet haben. Dennoch habe ich großen Gefallen daran gefunden, weil es Bree noch einmal von einer anderen Seite gezeigt hat und so ist sie nicht wieder in den sicheren Hafen zurückgekehrt, als Orson wieder vor ihrer Tür stand, weil er sie noch immer liebt. Ich hatte wirklich Bedenken, dass man sie wieder in das Muster der vernünftigen Hausfrau zurückfallen lässt, weil sie letztlich doch erkannt hat, dass sie mit einem Mann in ihrem Alter besser dran ist. Nein! Bree hat sich verändert und hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass sie sich in den Dreck wirft und Keith ihre Liebe gesteht. Das ist eine Bree, wie man sie selten - oder sollte ich sagen - noch gar nicht gesehen hat. Ich habe diese Beziehung zwischen den beiden genossen. Aber natürlich war mir auch klar, dass es eine Beziehung ist, die nichts auf lange Sicht ist, denn auch wenn Keith immer wieder betont hat, dass er auch ohne Kinder glücklich sein würde, zauberten die Autoren in der zweiten Staffelhälfte mit Amber James Keiths Exfreundin aus dem Hut und weil man ihn unbedingt daran erinnern musste, dass er wahrscheinlich ohne Kind doch nicht so ein erfülltes Liebesglück haben würde, hat man mit Charlie James gleich noch seinen sechsjährigen Sohn präsentiert bekommen – von dem er natürlich nichts wusste. Da bei den Hausfrauen dann doch ein bisschen die Luft raus ist, war klar, wie das Ganze enden würde: Bree lässt Keith ziehen, damit er bei seinem Sohn bleiben kann.

Trotz diesen Ausgangs war ich zufrieden mit der Story. Allerdings war ich weniger begeistert davon, als plötzlich der Polizist Chuck Vance auf der Matte stand. Die Einführung von ihm hat mir sogar gut gefallen, jedoch war ich weniger davon angetan, dass er dann immer mehr zu Brees Leben gehört hat. Natürlich gönne ich ihr Glück, aber es war ziemlich schnell klar, dass Chuck nicht derjenige sein wird, mit dem sie ihr endgültiges Glück haben wird. Viel besser haben mir da die Momente mit ihrem Sohn Andrew Van de Kamp gefallen, die gezeigt haben, dass die beiden in ihrer Mutter-Sohn-Beziehung gewachsen sind.

Lynette und Tom Scavo – Das Ende einer Ehe?

Ich habe etwas Zeit gebraucht, bis ich Tom Scavo und Lynette als Ehepaar, aber auch als selbstständige Figuren lieben gelernt habe. Die beiden haben mit Sicherheit keine Bilderbuch-Ehe geführt, in der alles glatt, rund und vor allem harmonisch ablief – aber sie war authentisch. Tom und Lynette haben für mich immer das verkörpert, wie viele Ehen laufen.

Foto: Felicity Huffman & Doug Savant, Desperate Housewives - Copyright: ABC/Ron Tom
Felicity Huffman & Doug Savant, Desperate Housewives
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Ihnen hat man aber auch immer angemerkt, dass sie sich trotz aller Hindernisse lieben. Ein uneheliches Kind, deren Mutter so eifersüchtig ist, dass es weh tut. Die dann aber auch noch erschossen wird, so dass das Kind bei den Scavos aufwächst, das auch sehr ähnliche Charakterzüge wie seine Mutter aufweist. Selbständigkeit, die nicht so klappt, Krebserkrankung, erneute Zwillingsschwangerschaft, bei der ein Baby stirbt, die Trauer überwinden und ein Teenager, der Frauen ermordet und auch Lynette in seiner Mangel hat(te). All das haben die beiden überstanden und sind umso stärker zusammengewachsen. Allerdings bemerkt man gerade in der zweiten Hälfte dieser Staffel, dass sich immer mehr Unzufriedenheit gerade bei Tom auftut. So wirklich verdenken konnte ich es ihm nicht, auch wenn ich Lynette ab der dritten Staffel lieben gelernt habe. Allerdings zeigte sich besonders in den letzten drei Episoden, dass sie sehr herrisch sein kann. Das war sie zwar schon immer irgendwo, aber gerade seitdem Tom den Lebensunterhalt verdient, zeichnete sich dies immer mehr ab. Es brach mir schon das Herz, da ich die Paarung echt gerne mag und sie eben auch so viel zusammen durchgestanden haben. Aber ich hatte irgendwann nur noch das Gefühl, man will Lynette als giftige und eifersüchtige Ehefrau hinstellen, die an manchen Stellen einfach zu sehr über das Ziel hinausgeschossen ist und sie sonst immer noch eingelenkt hat.

Vielleicht waren die Sachen, die Tom und Lynette durchstehen mussten, einfach zu viel, als dass sie wieder aus der Ehekrise herausgekommen sind oder einer von den beiden ist in der (persönlichen) Entwicklung einfach stehen geblieben und hier muss ich leider sagen, dass das Lynette gewesen ist. Besonders, als Tom aufgestiegen ist, hatte ich immer mehr den Eindruck, dass sie ihrem Mann keine persönliche Weiterentwicklung gegönnt hat, weil sie innerlich bemerkt hat, dass sie irgendwie zum Stillstand gekommen ist, was ich schade finde. Gerade mit der Einführung von Renée Perry wäre meiner Meinung nach noch sehr viel möglich gewesen. Stattdessen hat man ihr zwar eine weitere Freundin zur Seite gestellt, aber leider blieb man hier ziemlich an der Oberfläche und hat das Potenzial für tiefergehende Gespräche und wirklich tolle Freundschaftsmomente ungenutzt gelassen. Wie gesagt, ich bedauere es, was aus Tom und Lynette geworden ist, da sie zwar auch keine Bilderbuchehe führten, aber eben eine, die bisher immer so stabil war, dass sie alles Schlimme besiegt haben. Da ist es fast schon ironisch, wenn man Lynettes Mutter Stella Wingfield und Frank Karminsky betrachtet, die sich irgendwie nicht gesucht, aber gefunden haben. Dass man Larry Hagman für diese Rolle besetzt hat, fand ich großartig, denn auch wenn Frank sehr wenige Charakterzüge eines J.R. Ewing hat, konnte man doch erkennen, dass er doch gewisse Ähnlichkeiten hat. Man mag über die Gründe, warum Stella den Guten – oder weniger Guten – geheiratet hat, geteilter Meinung sein, aber ich fand ihre Erklärung gegenüber Lynette mehr als nachvollziehbar. Wenn man mal an Stellas Einführung in die Serie zurückdenkt, dann macht ihre Begründung umso mehr Sinn. Letztlich wollte sie nur, dass sie von jemanden gebraucht wird und das ist so ziemlich das Menschlichste neben der Liebe, warum man überhaupt eine Beziehung eingeht. Zwar hat ihre Ehe auch nicht lange gehalten, da Frank mitten beim Familienfoto den Löffel abgegeben hat und dann noch eine Nacht auf dem Sofa gelassen wurde, damit das Testament rechtskräftig wird, aber wie gesagt – für mich war diese Eheschließung mehr als nachvollziehbar und ich finde es auch in diesem Punkt schade, dass sich an der Mutter-Tochter-Beziehung nicht viel geändert hat.

Zu Teil 2 der Staffel-7-Review von "Desperate Housewives"
Zu Teil 3 der Staffel-7-Review von "Desperate Housewives"

Daniela S. - myFanbase

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