Bewertung

Review: #14.21 Thank You

Foto: Chicago Fire - Copyright: 2025 Open 4 Business Productions LLC. All Rights Reserved.
Chicago Fire
© 2025 Open 4 Business Productions LLC. All Rights Reserved.

Wenn man sich meine Bewertungen für die einzelnen Episoden so ansieht, dann war Staffel 14 von "Chicago Fire" für mich eher durchwachsen. Dementsprechend hatte ich auch in meiner letzten Review geschrieben, dass das Staffelfinale harmonisch sein oder in einer ungeahnten Katastrophe enden könnte. Ich muss allerdings sagen, dass dieses Staffelfinale meine geringen Erwartungen bei Weitem übertroffen hat und man uns einen richtigen Cliffhanger geboten hat, bei dem ich ehrlich gesagt kaum die Auflösung erwarten kann.

Ich habe mir absichtlich Zeit mit dieser Review gelassen. Nicht etwa, weil es die letzte der Staffel gewesen ist, sondern weil ich sie emotional erst einmal für mich sacken lassen musste. Man sagt ja immer, die letzten Episoden einer Staffel sind dafür da, um sich auf etwas Großes vorzubereiten und diesmal haben die Verantwortlichen ihre Chance mehr als genutzt. Ich bin zwar nicht der größte Fan, wenn man in den Episoden dieser Serie zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und herspringt, muss aber sagen, dass es diesmal die Spannung auf den Höhepunkt gebracht hat und uns mit einem (emotionalen) Knall in die Sommerpause entlassen hat. Grund dafür ist, dass ich mir diesmal nicht sicher bin, ob tatsächlich alle überleben werden. Aber mal schön Step by Step.

Kelly Severide muss eine Entscheidung treffen: Geht er zur Brandermittlung und wird da der Chief oder bleibt er der 51 treu, bleibt auf der Wache und wird der neue Battalion Chief. Ich habe mich in den vergangenen Staffeln und auch dieser immer wieder darüber beklagt, man würde Kelly zu sehr in den Fokus drängen. Was zu Beginn der Serie noch spannend anzusehen war, wirkte irgendwann nur noch ausgelutscht, einfallslos und es war zu erkennen, dass Taylor Kinney irgendwie der Liebling der Macher und Autoren zu sein scheint. Trotz dessen könnte ich auch nicht sagen, in welcher Position ich Kelly in der nächsten Staffel lieber sehen würde, hat doch beides seinen absoluten Reiz. Geht er zur Brandermittlung würde er in die Fußstapfen von Benny Severide treten und quasi auch Tom Van Meter stolz machen. Es hätte wahrscheinlich auch zur Folge, dass wir Kelly nicht mehr so oft zu sehen bekommen. Bleibt er allerdings auf der Wache, wäre es auch spannend, würde es doch sicherlich auch noch einmal andere und neue Facetten von Kelly sehen geben, die die Figur vielleicht noch einmal interessanter machen, zumal Kelly sich als Battalion Chief noch einmal anders verhalten würde und auch müsste. Es ist wirklich schwierig, zumal eben beides interessant wäre oder ist die Entscheidung mit dem Auftauchen von Isaiah tatsächlich schon indirekt gefallen? Stella Kidd hat ja nicht ganz unrecht. Wenn sie den Jungen bei sich wohnen lassen, dann würde es besser sein, wenn Kelly bei der Brandermittlung arbeitet, da dein wenigstens er sicher wäre, wenn Stella bei der 51 weiter ihren Beruf ausüben würde. Wobei man die Sicherheit bei der Brandermittlung eben auch nicht absolut garantieren kann, wenn ich an Van Meter denke, auch wenn es hier Brandstiftung gewesen ist. Eine Komponente darf man hier dennoch nicht vergessen: Das Ende dieser Episode! Darauf komme ich aber gleich noch genauer zu sprechen.

Interessant fand ich aber vor allem bei Kellys potenzieller Entscheidung, wie man Isaiah und Dom Pascal darin eingebunden hat. Es ist zwar etwas traurig, wie sich die Sache mit Shaunas Gesundheit entwickelt hat, ich kann aber auch verstehen, warum er lieber bei Kelly und Stella leben würde, anstatt bei Lydia, obwohl er diese bereits sein Leben lang kennt. Es ist aber dennoch anders, da es mit ihr nur eine Art Notlösung gewesen ist. Das war es zwar auch mit Kelly und Stella, aber bei den beiden hatte Isaiah mehr Zeit, sich an die neuen Umstände zu gewöhnen und ehrlich gesagt haben die beiden sehr viel mehr mit ihm durchgestanden als Lydia. Wenn wir schon mal bei Durchgestanden sind, komme ich gleich noch auf Pascal zu sprechen. Ich würde mir sehr wünschen, dass er in der nächsten Staffel wieder dauerhaft dabei sein wird, auch wenn ich noch keine Idee habe, wie man das in der aktuellen Situation umsetzen will. Fakt ist aber, dass Pascal mittlerweile genauso zur 51 gehört, deswegen war es auch clever ihn bei Kellys Entscheidung mit einzubinden. Immerhin stand Kelly ihm schon mehrfach bei und Pascal weiß genau, was er an Kelly hat. Wie gesagt, noch weiß ich nicht, wie man ihn wieder zurückholen will, aber der Cliffhanger könnte tatsächlich eine Möglichkeit bieten. Es war zumindest toll, Pascal wieder als Battalion Chief in Action zu sehen, selbst wenn er nicht aktives Mitglied beim Einsatz gewesen ist, aber Pascals Art und Weise dabei hat mich sehr an Chief Boden erinnert und dabei habe ich sogar einen bestimmten Einsatz im Hinterkopf und vor dem inneren Augen, der sich auch bei einem Staffelfinale zugetragen hat.

Hatte noch jemand beim Schauen Shay-Vibes? Falls ja, freue ich mich. Dann war ich nämlich nicht alleine damit. Shays Tod hat mich damals wirklich sehr getroffen und die Szenen der damaligen Explosion und dann die Tatsache, dass sie mit dem Leben bezahlen musste, haben sich total in mein Gehirn eingebrannt und auch dieser Einsatz hat eine sehr ähnliche Wirkung auf mich. Wir hatten zwar schon in der Vergangenheit einige Einsätze dieser Art, aber ich glaube hier ist es noch einmal anders, weil man zwischen drohender Katastrophe und harmonischem Liebesglück und die Erneuerung des Eheversprechens hin und gesprungen ist, dabei aber die Emotionen ordentlich durcheinander gewirbelt hat. Auch wenn "Chicago Fire" einen schon mal gerne aufs Glatteis führt und einem Rätsel aufgibt, fühlten sich einige Szenen doch sehr stark nach bevorstehendem Abschied an. Fangen wir mal mit dem an, mit dem ich am leichtesten umgehen könnte: Sal Vasquez. Ich bin nie wirklich warm mit ihm geworden, obwohl seine Geschichte mit seinem Vater durchaus spannend angefangen hat. Vieles davon ist für mich aber leider im Sande verlaufen und so wirklich hat man man bislang aus der Figur nichts gemacht. Ich hatte aber schon kürzlich die Vermutung geäußert, dass Vasquez' Story ähnlich verlaufen wird, wie es bei Emily Foster gewesen ist und ehrlich gesagt, haben mich die neuesten Entwicklung in meiner Vermutung eher gefestigt, weswegen ich einen Ausstieg von Brandon Larracuente durchaus verschmerzen könnte. Man merkt einfach, dass Vasquez es zur Polizei zeiht und es wäre einfach dumm, wenn man das absichtlich hinauszögern würde, auch wenn man offenbar auf Biegen und Brechen versucht, Vasquez und Lizzie Novak als Paar enden zu lassen und Violet Mikamis Erwähnung von Evan Hawkins dazu absolut passend gewesen ist.

Kommen wir aber nun mal zu den zwei potenziellen Aussteigern, bei denen mir das Herz unaufhörlich bluten würde: Randall 'Mouch' McHolland und Christopher Herrmann. Die beiden sind ein fester Bestandteil der Serie, auch wenn Christian Stolte erst seit der zweiten Staffel zum Hauptcast gehört. Ich habe die beiden und besonders ihre Freundschaft total ins Herz geschlossen. Trotzdem muss ich zugeben, dass es sich diesmal unglaublich nach Abschied angefühlt hat. Ein Abschied, der wohl mit dem Tod von einem der beiden in Verbindung steht und ich befürchte fast, es wird Herrmann treffen. Wenn man mal bedenkt, was er besonders in dieser Staffel durchgemacht hat, dann entsteht bei mir durchaus das Gefühl, man würde seine Geschichte zu Ende bringen und dass er mit der Erneuerung des Eheversprechens an Cindy Herrmann noch einmal seine Liebe beteuert und ihr noch einmal dadurch versichert hat, dass sie stark genug ist, das Leben ohne ihn meistern zu können. Erleben möchte ich diesen Umstand bzw. dann Zustand trotzdem nicht. Sollte es dann möglicherweise doch dazu kommen, bin ich gespannt, inwieweit die 51 Cindy dann unterstützen würde. Dann wäre da noch Mouch, der auch mit dem Leben bezahlen könnte, wobei es schon zweimal auf der Kippe stand. Aber dass nun sein Roman herauskommt, den er vor neun Jahren geschrieben hat und den Trudy Platt erstmals gelesen und ganz offensichtlich Gefallen daran gefunden hat, freut mich. Zwar hatte er gehofft, dass seine Geschichte mit Herrmann veröffentlicht wird, aber vielleicht ist sie noch nicht zu Ende. Sollte Mouch bei diesem Einsatz sterben, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass Herrmann sie dann veröffentlichen wird (andersrum wäre es genauso möglich). Es wäre echt grausam, wenn wir einen von beiden verlieren würden. Es wäre zwar auch denkbar, dass Joe Cruz sterben könnte, das halte ich aber ehrlich gesagt für nicht gerade wahrscheinlich, außerdem will ich ihn als Zwillingsvater von Mädchen erleben... seine Reaktion auf diese Nachricht war echt unbezahlbar.

Fazit

Es war ein Staffelfinale, welches ich nicht erwartet habe, was mich aber unfassbar fasziniert zurückgelassen hat. Mit dem gebotenen Cliffhanger hat man es geschafft, dass mein Feuer für die Serie wieder neu entfacht wurde, auch wenn ich ein mulmiges Gefühl bei der Auflösung habe. Es war allerdings wie ein Abschied, bei dem man nicht weiß, was einen danach erwarten wird. Es war aber tatsächlich ein Abschied, da Showrunnerin Andrea Newmann die Serie verlässt und Victor Teran den Posten übernimmt. Somit können wir sicher gespannt darauf sein, wie sich alles entwickeln wird.

Daniela S. - myFanbase

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