Review: #14.20 Speak of the Devil
"Ich habe es ja gesagt..." ist eine Aussage, die ich nicht gerade gerne nutze. Für mich klingt sie arrogant und eingebildet. Beides bin ich jedoch nicht. "Chicago Fire" legt es in dieser Episode aber regelrecht darauf an, dass mir genau dieser Satz über die Lippen und durch die Finger geht. Warum? Die Sache mit Andre Hopkins ist zwar nicht ganz so verlaufen, wie ich es vermutet habe, aber vorbei ist sie dennoch und genauso, wie ich erwartet habe.
Ich hatte in meiner letzten Review vermutet, dass alles im Sande verlaufen würde, was Hopkins betrifft. Das ist es zwar nicht, ich hatte jedoch auch angemerkt, dass er für mich nie zu einem sympathischen Charakter wird, auch wenn man den Fall aufklären sollte. Ich frage mich manchmal wirklich, ob den Autoren wirklich nichts Besseres einfällt, als das, was sie uns letztlich präsentieren. Oder ob Taylor Kinney eine Klausel in seinem Vertrag hat, die besagt, dass mindestens einmal pro Staffel die Vergangenheit von Kelly Severide und seinem Vater Benny Severide zur Sprache gebracht und daraufhin gewiesen werden muss, wie gut Kelly zur Brandermittlung passen würde? Anders kann ich mir diese Handlung wirklich nicht erklären. Ich hatte ja schon kürzlich vermutet, dass der Fall von Hopkins und Jean Williams mindestens 25 Jahre zurück liegt. Ich lag fast richtig. Es sind 29 Jahre. Ganze 29 Jahre schleppte Hopkins diesen Groll gegen Benny mit sich herum. Ganze 29 Jahre. Ein klärendes Gespräch und bessere Ermittlungen hätten den Groll schrumpfen, wenn nicht sogar beseitigen hätte(n) können. Aber nein. Offenbar brauchte man diese Handlung unbedingt, um erneut unterstreichen zu können, wie ähnlich Kelly seinem Vater ist, wenn es um Ermittlungsarbeiten geht. Als ob das ein Spoiler wäre. Wir wissen doch schon seit mehreren Staffeln, wie gut Kelly in der Brandermittlung ist. Das war ohnehin die komplette Ausgangslage dieser Handlung, die man sich in so vielerlei Hinsicht in meinen Augen hätte sparen können.
Irgendwie will mir ganz und gar nicht in den Kopf gehen, wie Hopkins all die Jahre einen solchen Groll haben konnte, aber dabei nicht mal im Ansatz versucht hat, seine Unschuld und die angebliche Schuld Bennys zu beweisen. Ich meine, ich kann verstehen, dass Benny für ihn ein absolut rotes Tuch gewesen ist. Ein Diebstahl einer Uhr im Wert von 50.000 USD ist wahrlich kein Kavaliersdelikt, aber gerade deshalb hätte er doch was unternehmen müssen, statt sich auf die Aussagen und Behauptungen von Williams zu verlassen. Dass man seinem Partner bzw. seiner Partnerin vertrauen sollte, ist ganz klar. Aber Hopkins muss doch irgendwie Zweifel gehabt haben, da sie es ja offenbar all die Jahre immer wieder beteuert hat. Allerdings kann ich Hopkins nicht völlig dafür verurteilen, nicht erkannt zu haben, dass Williams den Diebstahl begangen hat. Ich bin ja auch auf sie hereingefallen, dabei habe ich neulich noch geschrieben, dass Brooke Smith eine dieser Schauspielerinnen ist, die immer mal wieder gerne für solche imposanten Figuren gecastet werden und ich habe ja auch hier nicht ganz unrecht gehabt. Ihre Fassade hat gebröckelt, obwohl ich ja vermutet habe, dass es in eine völlig andere Richtung gehen würde und sie eher Hopkins davon abhalten würde, weiter gegen Kelly vorzugehen. Ich frage mich, warum meine Alarmglocken nicht reagiert haben? Möglicherweise waren sie defekt oder ich hatte zu großen Spaß daran, Smith in dieser Rolle zu erleben. Immerhin wurde mein Wunsch erfüllt, und sie tauchte noch einmal auf. Zugegeben, ich hätte Hopkins und Williams wirklich gerne mal als Partner erlebt, denn wenn man sich noch einmal den Monolog zum Ende von Hopkins anhört, dann waren sie prima zusammen. Doch das gehört nicht nur zeitlich zur Vergangenheit, sondern auch emotional. Ich hatte wie gesagt mit diesem Plottwist nicht gerechnet, vielleicht auch weil ich mir unter unangemessenem Verhalten etwas anderes als einen Diebstahl vorgestellt habe. Versteht mich nicht falsch, es ist nach wie vor ein schlechtes Vergehen, besonders wenn es sich dabei um einen so hohen Wert handelt (erinnert mich irgendwie an "Chicago Med", bei denen es auch erst um zwei Uhren in diesem Wert ging), aber ich dachte wirklich, man hat sich gegen Benny gestellt. Dass er die beiden suspendiert hat, zeigt jedoch, dass er gut in Ermittlungsdingen gewesen ist, auch wenn die Interne zu Gunsten von Hopkins und Williams entschieden hat und den Groll damit nur noch weiter ansteigen ließ. Auch wenn Hopkins nicht mehr mein Lieblingscharakter wird, muss ich zugeben, dass er mir leid tat. Nicht nur, dass Williams ihm mit diesem Diebstahl die Karriere versaut hat, während sie ihm trotz allem noch höher im Rang stand. Es ist auch ein Vertrauensmissbrauch an ihre Partnerschaft und wahrscheinlich auch Freundschaft. Ihm stand diese schreckliche Erkenntnis absolut ins Gesicht geschrieben. Ich glaube zwar auch, dass es damals für Williams als Frau nicht einfach gewesen ist, und nicht nur Kelly wie Hopkins kannten Benny, wir kannten ihn auch. Trotzdem ist ihre Tat etwas, was man in vielerlei Hinsicht nicht (so einfach) entschuldigen kann. Vielleicht sind Hopkins und Kelly aber aus dem selben Holz geschnitzt (worden). Da Benny es ihnen nicht leicht gemacht hat, wurden sie jedoch stärker für das Leben gemacht.
Mit dem recht schnellen Abgang von Hopkins kann ich leben. Die Frage, die sich mir stellt, ist eher: Was passiert jetzt mit Kelly? Er hat quasi zwei oder sogar drei Optionen was seine Karriere betrifft. Die Captain-Prüfung hat er bestanden und könnte somit den Posten übernehmen. Er könnte aber auch als Leutnant auf der Wache bleiben und, wenn ich auch nicht wüsste wie, könnte Dom Pascal zu seinem alten Posten zurückkehren. Oder Kelly nimmt das Angebot von Tom Van Meter an und wird Chef bei der Brandermittlung. Das ist ohnehin ein Thema, das sich wie Kaugummi in die Länge zieht und was mir schon zu den Ohren rauskommt, weil es nicht vorwärts geht. Ich kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass Kelly wirklich voll und ganz zur Brandermittlung wechselt oder Captain wird. Dafür liebt er die Action und seine Kollegen zu sehr. Außerdem würden wir nicht mehr solche Szenen zwischen Kelly und Joe Cruz zu sehen bekommen, die mir mit jedem Mal besser gefallen und bei denen ich tatsächlich das Gefühl habe, Cruz hat den Platz von Matt Casey übernommen, ohne ihn verdrängt zu haben.
Apropos Platz eingenommen. Ich musste ja letzte Woche grinsen, als Christopher Hermann ein Kapitel in den Memorien von Randall 'Mouch' McHolland haben wollte und er ihm lediglich eine Fußnote einräumen wollte und jetzt? Jetzt ist Herrmann ein wichtiger und großer Teil im Buch, welches auch gleich umbenannt wurde. Ich fand Mouchs Verhalten dahingehend jedoch schon etwas merkwürdig und dachte erst, er hat kalte Füße bekommen, als er Anrufe von Verlagen bekommen hat. Das würde allerdings gut zu ihm passen oder sollte ich eher sagen, es hätte gut zu ihm gepasst? Wenn ich mir das Gesehene nämlich noch einmal so durch den Kopf gehen lasse, hat Mouch doch über vergangenen Staffeln eine enorme Entwicklung durchgemacht, die ich persönlich gar nicht so herausstechend gesehen habe. Aber als er sich bei Herrmann entschuldigt und gemeint hat, was sie alles zusammen erlebt haben, und dass Mouch nur manche Sachen durchziehen konnte, weil Herrmann zurückgetreten ist, ist mir seine Entwicklung erst einmal wirklich bewusst geworden und ich hoffe, dass die Verlage auch an der verbesserten Version der Memorien noch immer großes Interesse haben werden. Eins ist dadurch nämlich sicher: Mouch und Herrmann gehören noch lange nicht zum alten Eisen!
Der Einsatz von Lizzie Novak und Violet Mikami wurde vor allem für Erstere persönlich. Wir wussten schon lange, dass Lizzie eine tragische und traurige Vergangenheit haben muss, auch wenn sie eigentlich bisher bruchstückhaft erzählt wurde und noch immer nicht wirklich klar ist, was damals passiert ist. Nachdem wir aber vor ein paar Episoden Heidi Novak kennengelernt haben, hatte ich schon eine Ahnung, dass es mit ihr möglicherweise das gleiche tragische Schicksal geben würde, was offenbar ihre Mutter ereilt hat. Es heißt nicht umsonst, dass man keine einem nahestehenden Personen behandeln darf, hat man doch bei Lizzie gesehen, wie sehr es ihr zugesetzt hat, ihre leblose Schwester vorzufinden, die zum Glück noch einmal mit dem Leben davon kam. Zudem gab es auch ein Wiedersehen mit Will Novak und wir haben einen geschwisterlichen Moment erlebt. Ich hoffe, davon gibt es mehr, da sie jetzt quasi ihr Schweigen gebrochen haben, warum sie solange keinen Kontakt hatten. Mal sehen, was uns da noch erwarten wird. Ach, jetzt hätte ich doch fast das Liebesdreieck zwischen Violet, Lizzie und Sal Vasquez vergessen. Aber ich denke, daran kann man erkennen, dass mein Interesse daran, nicht wirklich groß ist. Ich bin mir nicht sicher, was man daraus machen kann, hat man sich diesmal doch sehr bedeckt gehalten. Wieder muss ich sagen, dass sie mir als platonische Freunde besser gefallen würden.
Fazit
Es sollte eine Episode sein, die auf das Staffelfinale vorbereiten soll, von dem ich aber ehrlich gesagt keine Ahnung habe, wie dieses aussehen sollte. Es könnte harmonisch sein und neue Wege für Mouch ebnen, sowie Lucy Zambetti als auch Isaiah zurückbringen, oder in einer ungeahnten Katastrophe enden.
Daniela S. - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Speak of the DevilErstausstrahlung (US): 06.05.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Steve Robin
Drehbuch: Victor Teran
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