DVD-Rezension: Outlander, Staffel 4

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Sam Heughan & Caitriona Balfe, Outlander
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Im Herbst 2018 ging die von Ronald D. Moore entwickelte Erfolgsserie "Outlander" in die vierte Runde und behandelt die Ereignisse von Diana Gabaldons Roman "Der Ruf der Trommeln". Die Erstausstrahlung der 13 Episoden fand vom 4. November 2018 bis zum 27. Januar 2019 auf dem US-Sender Starz statt. Auf RTL Passion ließen sich die Folgen in der Originaltonspur bereits einen Tag nach der US-Ausstrahlung sehen, ehe sie vom 9. Januar bis zum 20. Februar 2019 auf VOX ausgestrahlt wurden. Seit dem 29. Mai 2019 lässt sich die Staffel im Handel auf DVD und Blu-ray erwerben.

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Inhalt

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Nach dem Schiffsunglück stranden Jamie (Sam Heughan) und Claire (Caitriona Balfe) zusammen mit ihren Freunden in Amerika. Trotz ihrer ursprünglichen Absicht, nach Schottland zurückzukehren, entscheiden sie sich dagegen, weil Jamie das Land mitaufbauen möchte, in dem seine Tochter Brianna (Sophie Skelton) im 20. Jahrhundert groß wird. Mit der Entscheidung stehen die Frasers vor weiteren Möglichkeiten, wie sie das Leben in Amerika gestalten wollen. So können sie das Angebot von Jamies Tante Jocasta Cameron (Maria Doyle Kennedy) annehmen, ihr Anwesen River Run zu erben, Gouverneur Tryons (Tim Downie) Vorschlag folgen, Land der Krone zu bewirtschaften, oder sich mit ihrem Vermögen eine unabhängige Existenz aufbauen. Die Begebenheiten, die den Frasers widerfahren, bringen sie auf einen Weg, der sie bei den bevorstehenden Kriegen wieder auf die Seite der Verlierer führen wird.

Im 20. Jahrhundert versucht Brianna ein Leben ohne Claire, dafür mit Roger (Richard Rankin) zu meistern. Die Entdeckung eines Zeitungsartikels, der kein konkretes Datum enthält und der vom Tod ihrer Eltern schreibt, lässt Brianna eine gefährliche Reise unternehmen wollen.

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Rezension

Foto: Tantoo Cardinal & Caitriona Balfe, Outlander - Copyright: 2018, 2019 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.
Tantoo Cardinal & Caitriona Balfe, Outlander
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Die Geschichte von Claire und Jamie führt uns in dieser Staffel in ein noch recht junges Amerika, das aus einzelnen Kolonien besteht, die verschiedenen europäischen Ländern unterstehen. Es ist ein Land, in dem noch keine demokratische Verfassung existiert, in dem Sklaverei selbstverständlich ist, in dem den indigenen Völkern ihre Ländereien weggenommen werden und in dem die Bevölkerung nicht die Ausbeutung durch Steuereintreiber der englischen Krone hinnehmen möchte. Bei so vielen wichtigen Themen, die dieses Zeitalter beherrschten, ist es verständlicherweise eine große Herausforderung, alle angemessen zu behandeln. "Outlander" versucht sich zwar daran, muss sich dafür aber auch zurecht gefallen lassen, dass es bei wichtigen Aspekten, wie der Sklaverei oder dem Umgang mit Indianern, nur an der Oberfläche kratzt. So bekommt der Zuschauer lediglich einen wagen Einblick in diese Missstände und jeder für sich muss entscheiden, ob einem dieser reicht oder ob man sich von den Serienmachern eher weniger als mehr gewünscht hätte.

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César Domboy, Outlander
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Mit Episodenlängen von ca. einer Stunde ist es durch das typische etwas gemächlichere Erzähltempo der Serie den Machern dafür aber vergönnt, den Zuschauer mit prächtigen Landschaftsaufnahmen zu verwöhnen, die geschickt in die Reise von Jamie und Claire eingewebt werden, ohne dass sie den Erzählfluss der Handlungen stören. Und auch wenn die Dreharbeiten zu dieser Staffel weitestgehend in Schottland stattfanden, sind es für mich gerade diese Momente, die wesentlich zum Charme von "Outlander" beitragen und die auf jeden Fall mein Herz höherschlagen lassen. Etwas, das ich bei "Outlander" übrigens immer sehr schätze, ist nicht nur, wie man musikalisch das Intro immer an die jeweilige Zeit und den Handlungsort anpasst, sondern auch die Einbindung der Steinkreise, die sich überall auf der Welt finden und die das Leben der Frasers maßgeblich beeinflussen. Doch im gleichen Maße wie man uns mit derartig wundervollen Aufnahmen verwöhnt, schont man uns auch nicht mit den Schrecklichkeiten, die dieses Land zu bieten hat. Direkt die zweite Szene der neuen Staffel ist die Hinrichtung von Jamies treuem Freund Gavin Hayes (James Allenby-Kirk), der ohne richtigen Prozess wegen Totschlags verurteilt wurde, und es folgen zahlreiche Gewalttaten im weiteren Verlauf der Staffel, die einem die Brutalität dieser Zeit aufzeigen. Auf die Weise verhindern die Macher sehr geschickt, dass man sich dazu hinreißen lässt, dieses Zeitalter romantisiert zu betrachten.

Foto: Caitriona Balfe & Sam Heughan, Outlander - Copyright: 2018, 2019 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.
Caitriona Balfe & Sam Heughan, Outlander
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Im Fokus dieser Staffel stehen weitestgehend Jamie und Claire als Paar, die sich in der Wildnis North Carolinas niederlassen und dort mit dem Aufbau ihres Anwesens beginnen. Wunderbar zu sehen ist in diesem Jahr wie sehr das Paar trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) ihrer 20-jährigen Trennung zusammengewachsen ist. Während in den ersten Staffeln Claire und Jamie häufiger wegen ihrer oftmals unterschiedlichen Ansichten zu diversen Aspekten aneinandergeraten sind, dürfen wir sie in diesem Jahr die meiste Zeit als Einheit erleben, weil sie gelernt haben, die Meinung des anderen zu respektieren und sich stets gegenseitig auf Augenhöhe behandeln. Es gibt so viele berührende und herzerwärmende Momente zwischen den beiden in dieser Staffel und dennoch habe ich es fast noch ein bisschen mehr genossen, sie in den Interaktionen mit den anderen Charakteren zu sehen. Da wäre Claires Beziehung zu Marsali (Lauren Lyle), die in der vergangenen Staffel noch verständlicherweise wegen Marsalis Loyalität zu ihrer Mutter Laoghaire (Nell Hudson) angespannt gewesen ist, aber die durch die gemeinsame Reise aufgeblüht ist. Es sind wenige Szenen, in denen wir Claire und Marsali in diesem Jahr erleben dürfen, aber jede von ihnen ist sehenswert. Noch ein kleines bisschen ergreifender ist die Beziehung von Jamie zu seinem Neffen Young Ian (John Bell). Jedes tiefgründige Gespräch, das die beiden führen, beispielsweise über Young Ians Vergewaltigung geht unter die Haut und kann zu Tränen rühren. Überhaupt schafft es Schauspieler John Bell, bekannt übrigens aus der "Der Hobbit"-Triologie, seine Figur derartig sympathisch zum Leben zu erwecken, dass sie wie der Charakter im Buch einem unglaublich ans Herz wächst und sich damit schnell zum heimlichen Liebling mausert.

Etwas mehr Raum für ihre Entwicklung bekommen in dieser Staffel auch Brianna und Roger als Figuren an sich, aber auch als Paar. Ihnen stehe ich etwas zwiespältig gegenüber. Es ist nicht so als wären sie unsympathisch und gerade mit ihrer etwas holprigen und sich selbst im Wege stehenden Art haben die beiden einen unglaublich Niedlichkeitsfaktor. Andererseits funktionieren sie für mich nicht vollkommen, was in meinen Augen ihrer beider Charaktereigenschaften geschuldet ist. In den Situationen, in denen ihnen etwas am anderen nicht passt, reagieren sie erst einmal verletzt und dadurch aufbrausend und unnachgiebig, anstatt durchzuatmen und sich Zeit zu nehmen, die andere Meinung nachzuvollziehen. Damit manövrieren sie sich eigentlich oftmals in schlimmere Situationen, die sie ihr Verhalten ziemlich schnell bereuen lassen. Auf die Weise zeigt man uns natürlich auch den Unterschied zwischen einem Paar, das an den Anfängen seines gemeinsamen Weges steht, zu einer Beziehung wie der von Claire und Jamie, die schon sämtliche Höhen und Tiefen gemeistert hat und entsprechend gefestigt ist. Trotz dieses Aspektes und trotz der reduzierten Szenen in dieser Staffel sind für mich Fergus (César Domboy) und Marsali als "junges Paar" um einiges stärker und zeichnen sich durch eine unglaubliche Reife aus, die vielleicht auch einem Leben im 18. Jahrhundert geschuldet ist. Vor allem Marsali schafft es durchweg zu punkten und es ist herzergreifend zu sehen, wie sie ihren Mann, ohne sein Wissen, zu unterstützen versucht, als er wegen der fehlenden Hand keine Arbeit findet. Hoffentlich sehen wir deutlich mehr von ihnen in der kommenden Staffel, in dieser kamen sie definitiv ein wenig zu kurz.

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Foto: John Bell, Outlander - Copyright: 2018, 2019 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.
John Bell, Outlander
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Ansonsten begegnen uns in dieser Staffel neben alten und liebgewonnen Charakteren aus Staffel 1 (darunter auch eine große Überraschung, über die sich jeder sicher freuen wird) auch zahlreiche neue Charaktere. Am wichtigsten sind hier Jamies schwer durchschaubare Tante Jocasta, die ihren Brüdern Dougal (Graham McTavish) und Colum (Gary Lewis) in nichts nachsteht, und der neue Erzfeind der Frasers, Stephen Bonnet (Ed Speleers). Es ist eine schicksalshafte Begegnung zu Beginn der ersten Episode, bei der die Frasers sich dazu bringen lassen, dem Piraten und Schmuggler das Leben zu retten. Schnell bereuen die beiden ihre Hilfe, denn Bonnet ist vieles nur kein ehrenhafter Mann, was ihm einen unberechenbaren und gefährlichen Zug verleiht. Er wird immer wieder absichtlich und unabsichtlich in das Leben der Frasers verwickelt und jede Begebenheit nimmt einen schmerzhaften Ausgang für die Frasers mit einem langen Nachhall. Mit seinen Eigenschaften ist er ganz nah dran, an den skrupellosesten und grausamsten Mann aus "Outlander", Jonathan Randall (Tobias Menzies), heranzureichen. In meinen Augen ist Tobias Menzies in seiner Performance als Schurke unschlagbar, aber auch Ed Speleers macht seine Sache auf diesem Gebiet verdammt gut. Egal, was er tut und ob Bonnett gerade gefährlich gutmütig scheint, in seinen Augen blitzt immer etwas Unheilvolles auf.

Specials

Foto: Richard Rankin, Outlander - Copyright: 2018, 2019 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.
Richard Rankin, Outlander
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Die 13 Episoden der vierten Staffel befinden sich auf fünf DVDs und lassen sich in den Tonspuren Deutsch und Englisch sehen. Als Untertitel stehen Englisch, Deutsch, Polnisch und Türkisch zur Verfügung. Ein Kauf lohnt sich vor allem wegen des umfangreichen Bonus-Materials, das noch mehr Einblick in die Serie gibt und Fanherzen höher schlagen lässt. So gibt es zahlreiche entfallene Szenen, die es leider nicht in die Serie, dafür aber auf die DVDs geschafft haben. Unter den Menüpunkten "Outlander Untold" finden sich die Szenen mit folgenden Titeln "Young Ian gewinnt Rollo", "Lord John & William", "Unerwünschte Hausgäste" und "Tee für zwei" sowie zusätzlich noch "Entfallene & erweiterte Szenen mit Einleitung von Ronald D. Moore", ein Gag-Reel und ein Rollo-Reel. Außerdem runden die Kommentare "Die neue Welt", "Geteiltes Land", "Getrennte Wege", "Spannungen", "Flucht" und "Ein Mann der Ehre" sowie die Dokumentationen "Menschen von Wert: Die Frasers", "Hier in der Neuen Welt" und "Nichts ist Verloren: Ein Blick zurück" das Material ab.

Technische Details

Erscheinungstermin: 29. Mai 2019
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 710 Minuten
Bildformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Fazit

"Outlander" präsentiert uns eine starke vierte Staffel mit unglaublich vielen tiefgehenden und berührenden Gesprächen zwischen den Charakteren und punktet auch mit wunderschönen Bildern. Trotzdem versäumt es die Serie nicht uns auch die Schattenseiten des Zeitalters aufzuzeigen und sorgt dafür, dass man das 18. Jahrhundert in Amerika nicht zu sehr romantisiert. Kleine Schwächen sind sicherlich in der Staffel vorhanden, aber für jeden Fan der Serie sind die DVDs ein Muss.

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Ceren K. - myFanbase

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