Bewertung: 8

Review: #15.02 Gemeinsam zerbrechen

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"Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" ist zurück aus der Sommerpause und startet gleich mal mit einer Doppelfolge in die neue Staffel. Während schon #15.01 With a Wonder and a Wild Desire mit erfrischender Dynamik, Humor und vielversprechenden Storylines aufwarten konnte, knüpft #15.02 Broken Together hier nahtlos an und vollendet einen wahrhaftig gelungenen Auftakt in die 15. Staffel der Serie.

Im Laufe der beiden Folgen wurden uns einige Handlungsstränge präsentiert, die wohl den Kern von Staffel 15 bilden werden. Wirklich große Überraschungen sind hier nicht dabei, da sie entweder schon im Finale begonnen haben, oder doch zumindest im Laufe der letzten Monate angekündigt wurden. Nichtsdestotrotz hat man die Zeit gut genutzt, um noch einmal zu zeigen, wo sich die Charaktere gerade befinden und was vielleicht in ihrer Zukunft liegen wird. Dabei steht vor allem eines im Vordergrund: Veränderung.

Zeit der Veränderung

Zunächst einmal scheint es ganz so, als würde Merediths Liebesleben wieder mehr in den Vordergrund rücken. Nachdem sie in den letzten Staffeln hauptsächlich durch ihre geniale Arbeit hervorstechen konnte, ist Jacksons Aussage, dass sie mit ihrem Job verheiratet ist, kein Wunder. Auch wenn Meredith einige romantische Momente hatte, waren Nathan und Co. nie so richtig im Fokus der Aufmerksamkeit, wohl nicht zuletzt deswegen, weil Meredith selbst noch nicht wirklich bereit schien, sich diesem Teil ihres Lebens wieder zu öffnen. Doch nach dieser Folge sieht es ganz danach aus, als würde sich das nun ändern. Besser ist's, denn wenn das mit ihren Träumen so weitergeht, kann sie bald keinem der Ärzte im Krankenhaus mehr in die Augen schauen.

Während Meredith in Liebesdingen wieder ganz am Anfang steht, befinden sich Amelia und Owen schon mittendrin. Dabei brauchen sie gar keine Teddy und ihre (noch geheimen) Neuigkeiten, um ihre Beziehung alles andere als einfach zu machen. Bei diesen beiden war es von Anfang an eine Achterbahnfahrt. Mal ist alles perfekt und sie sind super glücklich miteinander, dann scheint alles vorbei und verloren. Zur Zeit befinden sie sich gerade wieder an ersterem Punkt, nur ist die Frage, wie lange das anhält. Was mich hier optimistisch stimmt, ist, dass die beiden bedachter an ihre Beziehung herangehen, wohl nicht zuletzt wegen Betty und Leo. Es geht eben doch nicht mehr nur um die beiden und das scheint ihnen gut zu tun. Amelia und Owen reden miteinander, teilen ihre Ängste und Hoffnungen und kommen zu dem Entschluss, es miteinander zu versuchen. Das ist auf jeden Fall angenehmer anzusehen, als die verplanten und überstürzten Beziehungsversuche in der Vergangenheit, die mich immer mehr und mehr genervt haben. Natürlich ist jetzt die große Frage, ob dieser Neuanfang reicht, um aus ihrer Beziehung und dem drohenden Dreiecksdrama mit Teddy eine interessante Storyline zu machen. Noch bin ich mir da nicht so sicher.

Viel spannender finde ich allerdings die Storyline rund um Jackson. Nach den ganzen Tiefschlägen, die er in der letzten Zeit erleben musste, ist es kein Wunder, dass er sich gerade schwertut. Obwohl man hier definitiv Parallelen zu Aprils Storyline in der letzten Staffel sehen kann, geht es bei Jackson weniger um religiösen, als vielmehr um generellen Zweifel. Es freut mich sehr, dass Jesse Williams damit mehr von seinem schauspielerischen Talent zeigen darf und ich bin schon gespannt, in welche Richtung das alles führen wird.

Die einzige wirkliche Überraschung in dieser Folge war wohl die Wahl des neuen Interim Chiefs: Alex. Damit hätte wohl keiner gerechnet. Zugegebenerweise hatte das Ganze weniger mit einer bewussten Entscheidung zu tun, als viel mehr damit, dass Bailey einfach zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte. So hat sie nun eine Vertretung, die sie hoffentlich nicht übertrumpfen wird, und Alex kann weiter am Krankenhaus bleiben. Win-win nennt man das wohl. Wobei die eigentliche Gewinnerin der Folge eindeutig Jo war. Es ist schön zu sehen, wie ihr medizinisches Talent immer mehr und mehr in den Fokus gerückt wird und dank ihrer genialen Idee hat man es auch elegant geschafft, Jo und Alex in Seattle - und damit in der Serie - zu behalten. Ich kann mich gar nicht entscheiden, was mir besser gefallen hat: Ihr toller Einfall, oder die Art und Weise, wie sie dafür gekämpft hat, dass er auch umgesetzt wird. Nur eine geht bei allem irgendwie leer aus und das ist Meredith.

Alte und neue Gesichter...

Neben all den Geschichten rund um unsere Hauptcharaktere hat man sich auch Mühe gegeben, die Anfänger mehr in die Serie einzubauen. Während sie in der letzten Staffel eher sporadisch hier und da in Erscheinung getreten sind, sind Glasses, Roy, Casey, Dahlia und Helm nun fester Bestandteil des Casts und werden immer mehr in Storylines verwickelt. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang nicht allzu viel Interesse an ihnen hatte, nicht zuletzt, weil es einfach fünf weitere eher unscheinbare Charaktere waren, die in dem großen Cast untergegangen sind. Doch nachdem man sie langsam besser kennenlernt, freue ich mich über sie. Nachdem besonders die Herren der Runde schon recht gut integriert sind, wäre es jetzt natürlich toll, auch mehr von Helm und Dahlia zu erfahren.

Nicht zu vergessen sind natürlich auch die beiden neuen Ärzte, die man uns gleich mal im Doppelpack vorgestellt hat: Link und Nico. Nach dem wirklich herrlich komischen Einstieg in der letzten Folge, bleiben sie bis jetzt noch etwas im Hintergrund des Geschehens. Link schafft es sogar gleich mehrmals, bei Meredith abzublitzen, wobei ich mir sicher bin, dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Schon die erste Begegnung der beiden wurde auf eine Art und Weise gestaltet, dass es mich nicht wundern würde, wenn Link bei Meredith bald noch eine größere Rolle spielt. Währenddessen hat Nico bei Glasses schon um einiges mehr Glück. Auch hier dürfte es spannend werden, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Randnotizen:

  • Erst dachte ich, dass Bailey Richard tatsächlich deswegen nicht als Interim Chief vorgeschlagen hat, weil er nach wie vor so eine Legende im Krankenhaus ist. Doch nachdem sie wieder auf seine Meetings zu sprechen gekommen sind und Richards Reaktion darauf alles andere als ruhig war, frage ich mich, ob sich hier nicht ein Handlungsstrang aufbaut. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall, denn Richard hat mal wieder eine eigene Storyline verdient.
  • Es gibt sie wieder: Die Momente zwischen den Schwestern. Sie sind immer ein kleines Highlight für mich, weil sie einfach ein gewisses familiäres Flair in die Serie bringen.
  • Die Patientengeschichten konnten in diesem Staffelauftakt absolut überzeugen, waren sie doch der perfekte Mix aus amüsanten und emotionalen Szenen kombiniert mit genug Ansatzpunkten für die Charaktere.
  • Andrew scheint aus seinem tiefen Loch hinausgeklettert zu sein. Sehr gut, denn auch wenn uns der deprimierte DeLuca einige lustige Szenen beschert hat, wird es allmählich Zeit, dass dieser Charakter seinen eigenen Platz in der Serie findet und nicht immer nur im Hintergrund mitläuft.


Fazit

Man hat uns eine Staffel voller Witz und Romantik versprochen und bis jetzt hat man dieses Versprechen definitiv eingehalten. Wenn man einen Blick auf unsere Wünsche für Staffel 15 wirft, mit denen wir in die neue Season gestartet sind, können wir eindeutig zufrieden sein. Nachdem die letzte Staffel einige recht ernste Storylines hatte, freue ich mich auf jeden Fall auf ein etwas lockereres und fröhlicheres Jahr, in dem auch wieder der Humor und das romantische Chaos im Vordergrund stehen.

Denise D. - myFanbase

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