Bewertung: 8

Review: #15.01 Wunder und andere Begehrlichkeiten

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Staffel 15. Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Mit dieser Staffel zieht "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" endgültig mit "Emergency Room - Die Notaufnahme" gleich und scheint nicht müde werden zu wollen. Denn diese erste Hälfte der Staffelpremiere hat es in sich und macht nach dem enttäuschenden Finale von Staffel 14 wieder Lust auf mehr: Heiße Sexträume, lustige Patienten und große Veränderungen bestimmen diese, mit "With a Wonder and Wild Desire" ideal betitelte, Folge. Und los geht die wilde Fahrt!

With a Wonder…

Interessant ist, dass mindestens drei Figuren in dieser Folge nach dem Sinn in ihrem Leben suchen und einer Veränderung in ihrem Leben gegenüberstehen. Andrew ist nach der Trennung von Sam immer noch depressiv und wacht erneut verkatert auf, doch durch die Rettung von Jackson und Maggie, dem Bewusstsein Leben gerettet zu haben, scheint er sich langsam wieder zu fangen. Im Krankenhaus kann er sich erneut als heldenhaft und mutig beweisen und auch seine ärztlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen – eine Veränderung, die doch durchaus positive Konsequenzen für Andrew nach sich ziehen könnte. Bailey hingegen will sich endlich von dem Stress in ihrem Leben, ausgelöst durch ihre Arbeit als Chief, lösen und einen gesünderen Weg einschlagen, wird aber von allen Seiten an den Stress ihres Jobs erinnert und hat scheinbar den Spaß an ihrer Arbeit verloren. Dass sie dann noch von sämtlichen Ärzten nach der Position des Interim Chief gefragt wird, setzt für sie noch die Krone auf. Die interessanteste Sinnsuche geht Jackson allerdings durch: Durch Aprils Überleben hat er einen Zugang zum Glauben bekommen, der ihm davor stets verwehrt blieb und so philosophiert Jackson auf teils sehr amüsierende, teil besorgende Weise, ob hinter allem ein tieferer Grund steckt. Amüsierend, weil dadurch einige lustige Szenen entstehen, besorgend, weil er nicht nur die arme Maggie, sondern auch sich selbst mit dieser neuen Einstellung komplett überfordert. Hier sehe ich doch bis jetzt das größte Potenzial und bin am meisten gespannt, was mit Jackson passieren wird.

Ein weiteres Wunder erlebt Jo, als sie auf ihrer Hochzeitsreise mit Alex eine medizinische Erkenntnis gewinnt, die sie wohl nicht nach Boston, sondern wieder ins Labor mit Meredith verschlagen wird. Dass die Ärzte und Ärztinnen der Serie allesamt Workaholics sind, ist nun wirklich nichts Neues, aber mir gefiel an kleinen Geschichte einiges: Jo wird weiterhin als medizinisch fähige und begabte Ärztin dargestellt, was Staffeln zuvor nicht mal ansatzweise so geschah. Darüber hinaus ist Alex ein wunderbar unterstützender Ehemann, der nicht beleidigt ist, dass seine Frau auf ihrer Hochzeitsreise lieber arbeitet, als Zeit mit ihm zu verbringen, sondern sie versteht und ihr keine Vorwürfe macht. Bitte mehr von den Karevs!

... and a Wild Desire

Also doch! Der Sex mit Andrew aus dem Trailer war ein Traum, so, wie es sämtliche Fans bereits vermutet haben. Doch es ist nicht nur Andrew, von dem sie träumt, sondern auch Koracick und Jackson! Merediths Libido scheint wohl wieder erwacht zu sein und will ihr unterbewusst verdeutlichen, dass sie sich wieder der Liebe in ihrem Leben widmen sollte. Noch scheint sich Meredith dagegen zu sträuben und stellt wieder die Arbeit oder ihre Kinder vor ihr eigenes Glück, doch die Begegnung mit der Patientin Cece, die zufällig (natürlich!) Matchmakerin ist, scheint sie vom Gegenteil zu überzeugen. Die erste Begegnung mit dem neuen Arzt Link war dabei das i-Tüpfelchen – überfordert von den vielen attraktiven Männern in ihrem Leben, geht sie dieser ersten Begegnung mit einem einfachen "Nope" aus dem Weg. Ich musste hier sehr viel lachen und freue mich sehr über diese Storyline, durch die Meredith wieder in den Fokus der Serie gerät.

Nicht nur Meredith fallen jedoch die gutaussehenden Ärzte der Serie auf – auch Patientin Nisha ist hin und weg und Glasses' Bemerkung "I feel like I'm drowning in testosterone" trifft es ziemlich gut: Die neuen Ärzte Link und Nico feiern einen guten, wenn auch nicht besonderen Einstand, und während Nico wohl Glasses seine Sexualität hinterfragen lässt, zeigt sich Link bodenständig und bescheiden – ziemlich gute Voraussetzungen, wie ich finde. Nisha hat mich in dieser Folge mit ihren Sprüchen dazu so oft zum Lachen gebracht, dass ich diesen Patientenfall wirklich gemocht habe.

Ein kleines Sorgenkind bleibt und das ist, wie erwartet, das Love Triangle um Amelia, Owen und Teddy. Durch die gemeinsame Begegnung kommt es nämlich bei beiden Frauen zu Kurzschlussreaktionen: Die schwangere Teddy verschweigt (wie erwartet) Owen die Nachricht, als sie von der vermeintlichen erneuerten Beziehung von Amelia und Owen erfährt und will Hals über Kopf wieder abreisen, während Amelia sich nach einem grandiosen Pep-Talk von Tom (ich liebe Greg Germann in dieser Rolle einfach) Owen ihre Gefühle gesteht und die beiden sich küssen. Beziehungsstatus "Es ist kompliziert" trifft es nicht annähernd, wissen ja Owen und Amelia nicht mal, mit welchem Hammer Teddy noch auffahren wird. Allerdings erfährt es Maggie und kommt dadurch in den altbekannten Gewissenskonflikt kommt: Ist sie zuerst Ärztin oder Amelias Schwester? Dass dies durch die sehr neugierige und aufdringliche Patientin in Teddys Zimmer hinterfragt wurde, hat mir auch ein paar Lacher verschafft. Meiner Sympathie für die drei Figuren ist es alleine hingegen geschuldet, dass ich hier durchaus mitfiebern konnte und mich für das erneuerte Glück von Amelia und Owen gefreut habe. Dennoch hoffe ich inständig, dass diese Storyline sich nicht allzu lange hinzieht, denn je länger Teddy schweigt, desto unerträglicher wird es werden.

Fazit

Ein rundum gelungener Einstieg in die fünfzehnte Staffel, die die Stärken präsentiert, aber durchaus mehr auf den Humor setzt, was mir sehr gefallen hat. Die angeteaserten Storylines wirken durchweg vielversprechend und ich freue mich nun sehr auf die folgende Staffel. Was will man mehr?

Lux H. - myFanbase

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