Bewertung

Review: #9.05 Große Schritte

Zuletzt kamen die außergewöhnlichen "Grey's Anatomy"-Episoden, die aus dem gewohnten Rahmen der Serie herausfallen, immer erst gegen Mitte einer Staffel, diesmal wird etwas früher auf das Besondere gesetzt, wobei diese Folge natürlich nicht ganz so massiv von der Norm abweicht wie die Musical-Episode oder die Alternativwelt-Folge. Das Außergewöhnliche dieser Episode ist, dass Meredith und Cristina deutlich im Zentrum stehen und beide, trotz räumlicher Trennung, immer wieder per Splitsceen gleichzeitig zu sehen sind. Zudem hören wir nicht wie gewohnt das übergeordnete, zusammenfassende Voice-Over von Meredith, sondern die direkten Gedanken von ihr und Cristina in verschiedenen Situationen.

Close to Home

Meredith wird mit einem Fall konfrontiert, der sehr stark an Lexies Schicksal erinnert. So wie Lexie unter dem Flugzeug, war die Patientin, die auch noch Lexies Alter hat, unter einem Auto eingeklemmt. Mitten im Wald ohne medizinische Versorgung konnte man für Lexie nichts tun, die Patientin aber kann mit der Hilfe von mehreren Passanten unter dem Auto hervorgezogen und letztlich im Krankenhaus gerettet werden. Merediths Einsatz für diese Patientin führt schließlich dazu, dass sie sich mehr als zuvor mit dem Tod ihrer kleinen Schwester auseinandersetzt. Die Umstände waren einfach so, dass Meredith Lexie nicht helfen konnte, das muss sie lernen zu akzeptieren.

Vielleicht hilft diese Geschichte auch den Zuschauern ein wenig dabei, zu verstehen, wieso Lexie nicht überlebt hat. Zweifellos tun sich viele Fans immer noch schwer damit, Lexies schnellen und abrupten Tod zu akzeptieren, zumal wir im Laufe der vielen "Grey's Anatomy"-Staffeln so einige medizinische Sensationen erlebt haben. Ein Wunder aber war, eingeklemmt unter einem Flugzeug in einem Wald, nicht möglich. Ob man Lexie (und letztlich auch Mark) überhaupt so aus der Serie hätte schreiben müssen, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Die meisten Fans werden wohl nie so ganz ihren Frieden mit der Absturzstoryline machen. Mich eingeschlossen.

Neben ihrem Kampf um das Leben der Patientin muss Meredith ihre Mutterrolle meistern. Derek ist verhindert, so dass Meredith immer wieder verschiedene ihrer Kollegen einspannen muss, auf Zola aufzupassen. Sicherlich macht Meredith das nicht optimal, teilweise bricht totales Chaos aus und sie weiß nicht, wer ihre Tochter gerade hat, aber es zeigt sich, dass Meredith doch viel Unterstützung durch ihre Kollegen und Freunde besitzt, was auch nicht selbstverständlich ist. Vor allem "Onkel Owen" ist so süss mit Zola, dass einem die ganze Abtreibungsgeschichte wieder schmerzlich bewusst wird. Dass Owen jemals damit einverstanden sein wird, für immer auf Kinder zu verzichten, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Es würde solchen Szenen wie der mit Zola in dieser Folge absolut zuwider laufen.

The End of the World

Vielleicht sollte Shonda Rhimes anfangen, eine Krimiserie zu kreieren, dann kann sie nach Herzenslust in jeder Folge irgendwelche Charaktere in den Tod schicken. Das scheint ihr im Moment nämlich ziemlichen Spass zu machen. Als hätten wir zuletzt nicht schon genug Figuren sterben sehen, fällt nun auch noch Cristinas neuer Mentor Dr. Thomas mitten im OP tot um, während beide gerade an einer Weltuntergangs-Gläubigen schnippeln.

Es war klar, dass Cristina irgendwann nach Seattle zurückkehren würde und es ist auch gut, dass man dies nicht zu lange hinausgezögert hat, dennoch tut es einem um Dr. Thomas schon sehr Leid. Seine und Cristinas Zusammenarbeit hat sich zu einer sehr schönen und auch humorvollen Vater-Tochter-Beziehung entwickelt, die Cristina gut getan hat. Wie wir wissen, verlor Cristina ihren echten Vater schon sehr früh. Ihr Stiefvater, der zweite Mann ihrer Mutter, den wir noch nie gesehen haben, scheint zwar ein netter, aber doch eher zurückhaltender Typ zu sein, der keine starke Vaterfigur für sie war.

Obwohl Cristina und Dr. Thomas nur ein paar Wochen zusammen gearbeitet haben und Cristina ja bereits eine vollwertige Ärztin ist, war er im Endeffekt vielleicht der beste Mentor, den sie jemals hatte. Auf jeden Fall der elterlichste. Zwischen Cristina und Dr. Thomas gab es nicht diese romantischen Verwicklungen und komplizierten Beziehungsgeflechte, kein Konkurrenzkampf und keine Rivalität, sondern, trotz oder gerade wegen des Generationenkonflikts, echte Sympathie und Freude aneinander.

Nun ist Cristina also zurück in Seattle und wird zweifellos wieder im Seattle Grace/Mercy West anheuern, was bedeutet, dass sie und Owen sich früher oder später ihren ungelösten Problemen stellen müssen. Ob Cristinas eher unangenehme Affäre mit Dr. Parker wohl auch zu diesen ungelösten Problemen gezählt werden muss?

Maret Hosemann - myFanbase

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