Bewertung: 9

Review: #7.02 Going to War

Foto: Joe Minoso, Dreharbeiten zu "Chicago Fire" - Copyright: myFanbase/Annika Leichner
Joe Minoso, Dreharbeiten zu "Chicago Fire"
© myFanbase/Annika Leichner

Seit einigen Staffeln findet in jeder Season ein Crossover-Event zwischen den "Chicago-Serien" statt. Diesmal macht die Mutterserie "Chicago Fire" mit #7.02 Going To War den Anfang des Dreiteilers und kann mit spannenden und emotionalen Momenten überzeugen.

Das Feuer und die Rettung

Die Mitglieder von Wache 51 werden zu einem Gebäudebrand gerufen. Kurz darauf müssen sie aber feststellen, dass ein mehrstöckiges Apartment brennt. Zugegeben ist so ein Großbrand keine Seltenheit in dieser Serie, hier spielen aber durchaus gleich mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle, die diese Episode so besonders machen.

Am Anfang von "Chicago Fire" lernten wir mit Andy Darden das erste Opfer eines solchen Brandes in dieser Serie kennen. Andy kam damals bei einer Rettungsaktion ums Leben und hat nicht nur "Chicago Fire" geprägt, sondern auch die Wache selbst. Bis heute wird sich an Andy zurückerinnert, wenn es zu so einem Einsatz kommt. Mir hat hierbei die Szene zwischen Wallace Boden und Emily Foster sehr gut gefallen. Boden hat man sehr deutlich angemerkt, dass er von diesem Ereignis geprägt worden ist und seitdem meiner Meinung nach noch größeren Respekt vor solchen Einsätzen hat und seine Mannschaft nicht mehr als nötig einer größeren Gefahr aussetzen möchte.

Allerdings ist diese Gefahr bei diesem Einsatz kaum vermeidbar. Zum einen leben über 500 Mieter in dem mehrstöckigen Gebäude und zum anderen müssen Jay Halstead und sein Bruder Will Halstead um das Leben ihres Vaters bangen, der sich zum Zeitpunkt des Brandes in dem Gebäude befindet. Diese Tatsache ändert die Vorgehensweise des Teams in meinen Augen durchaus. Mir gefällt es immer wieder gut, dass es besonders bei "Chicago Fire" immer Momente gibt, in denen man erkennt, dass die Mannschaft wie eine große Familie ist. Somit ist es nur nachvollziehbar, dass Boden seine Mannschaft dazu aufgefordert hat, jeden Winkel zu durchsuchen, um Pat Halstead lebendig zu finden. Dieses familiäre Gefühl fehlt mir bei "Chicago Med" noch immer sehr.

Ehrlich gesagt hatte ich schon mit dem Schlimmsten gerechnet und vermutet, dass man den Vater der Halstead-Brüder nur noch tot bergen würde. Allerdings haben die Autoren von "Chicago Fire" ein Händchen dafür, Dramen zu inszenieren, deren Auflösung am Ende eine völlig andere ist. Neben Pat Halstead gab es nämlich noch mehr Opfer, die ich unbedingt erwähnen möchte.

Als Zuschauer dieser Serie ist man sehr oft vielmehr schockiert über die tatsächlichen Katastrophen, die anfangs eher belanglos wirken. So ähnlich war es auch bei der Mutter und ihrem Baby, bei der ich in der Annahme gewesen bin, dass sie einfach sehr besorgt war. Vielleicht war sie das auch und ist aus dem Grund in den Fahrstuhl gestiegen, obwohl man diese in Brandfällen nicht benutzen soll. Umso tragischer und trauriger fand ich es, als Brian 'Otis' Zvonecek die beiden tot aufgefunden hat. Und wieder einmal muss ich sagen, dass Boden absolut für den Posten des Chiefs geeignet ist und er Otis mit seiner Geste verdeutlicht hat, dass er sich keine Vorwürfe machen muss. Ich habe die leise Hoffnung, dass Jerry Grosch durch das Beobachten dieser Szene für sich selbst erkannt hat, dass Boden sehr gut in seinem Job ist. Oder aber er wird es gegen Boden bzw. gegen Otis verwenden, da er die Frau aus den Augen verloren hat. Insgeheim hoffe ich aber, dass Jerry noch die 'Seiten wechseln' wird.

Eine weitere Rettungsaktion ist die eines kleinen Jungen. Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass er ein ähnliches Schicksal wie die Mutter und das Baby erleiden würde. Zum Glück hat Kelly Severide wieder einmal den Mut aufgebracht, eine gefährliche Aktion umzusetzen, um den Jungen zu retten. Ich bin immer wieder sprachlos, wie tough Kelly dabei agiert. Mir war etwas mulmig in der Magengegend und ich habe eigentlich auch damit gerechnet, dass ihm bei dieser Rettung etwas zustößt. Auch bei diesem Szenario hat sich wieder gezeigt, dass Boden ein toller Chief ist. Obwohl er kurz vorher betont hat, dass sie keine Kontrolle mehr über das Feuer haben und das Gebäude schnellstmöglich verlassen sollten, hat er genügend Vertrauen in Kelly, dass dieser den Jungen und sich selbst retten kann und bei seiner gefährlichen Aktion nichts passieren wird.

Womit ich allerdings überhaupt nicht gerechnet habe, ist, dass Stella Kidd in Gefahr schweben würde. Durch den großen Einsatz, vergeht bei der Rettung auch viel Zeit. Zeit, in der der Sauerstoff immer weniger wird. Allerdings hatte ich eher den Eindruck, dass dies bei Christopher Herrmann der Fall wäre. Aber so oder so ist es tragisch, dass erneut ein Mitglied der Wache in Lebensgefahr schwebt, was den Bogen zur Erwähnung von Andy Darden sehr passend macht, der bei einem sehr ähnlichen Einsatz ums Leben kam.

Mir tat Kelly in dieser Situation sehr leid. Zum einen natürlich, weil er schon in der letzten Staffel um Stellas Leben bangen musste und zum anderen, weil er schon einmal einen geliebten Menschen auf diese tragische Weise verloren hat. Dadurch konnte ich mich auch sehr gut in seinen emotionalen Ausbruch hineinversetzen, wodurch mir aber auch Christopher unglaublich leid tat. Er wusste ja wirklich nichts davon, dass sich Stellas Sauerstoff dem Ende neigt und wie er schon sagte, wollte sie Kelly retten, was dessen Schuldgefühle sicher noch verstärkt. Obwohl es momentan nicht gut um Stella steht, gehe ich fest davon aus, dass sie überleben wird.

Randnotizen

  • Jerry ist mir immer noch sehr unsympathisch und wirkt durch seine ständigen Beobachtungen auf mich wie ein Störfaktor. Ich hoffe wirklich, dass er bald verschwindet oder sich auf Bodens Seite stellt.
  • Ich bin mal gespannt, ob Pat noch eine größere Bedeutung in den Episoden von "Chicago Med" und "Chicago P.D." haben wird. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass da nichts mehr kommen wird. Nicht zu vergessen, dass die Sorge um ihn mal wieder gezeigt hat, dass Jay und Will sich eher kindisch verhalten, wer von ihrem Vater mehr geschätzt wird.
  • Emily war Assistenzärztin und flog raus, da sie geschummelt hat. Das ist zwar eine Erklärung und bestätigt auch meine Vermutung, dass sie einmal Ärztin gewesen ist, doch es ist mir zu dürftig. Ich bin mir sicher, dass hinter ihrem Rauswurf noch mehr steckt.
  • Die kleine Auseinandersetzung zwischen Matthew Casey und Sylvie Brett fand ich fast ein bisschen unnötig. Diese hat erneut deutlich gemacht, dass Sylvie sich noch immer schuldig fühlt, dass Gabriela Dawson aufgrund ihrer Aussage bzw. ihres Streit gegangen ist. Ich fand es aber nicht in Ordnung, dass sie Matt vorgeworfen hat, seine Frau nicht aufgehalten zu haben. Denn Matt hat ganz Recht: Niemand hätte Gabby aufhalten können. Umso wichtiger war es, dass Sylvie durch das Foto erkannt hat, dass ihre ehemalige Partnerin ihr schon längst verziehen hat.
  • Ich fand es toll, als Emily gesagt hat, dass Stella zur (Feuerwehr-)Familie gehöre und hoffe, dass man Emily demnächst ebenso als Familienmitglied ansehen wird.
  • Man hat gemerkt, dass Sylvie unglaubliche Angst hatte, Stella zu verlieren. Zumal sie schon Gabby durch deren Weggang verloren hat.
  • Fandet ihr nicht auch, dass Joe Cruz eine tolle Chemie mit Chloe hatte? Insgeheim hoffe ich, dass die Autoren daraus mehr machen werden.
  • Ich würde mir wünschen, dass Ritter ein Schützling von Randall 'Mouch' McHolland werden würde. Mouch ist so toll darin, Menschen zu motivieren und es wäre eine tolle Storyline, bei dem er seinen Charakter noch mehr entfalten könnte.



Fazit

Mit dieser Episode wird das große Crossover-Event zwischen den "Chicago"-Serien eingeläutet und ich bin absolut begeistert von der Dramatik und den Emotionen. Die Umsetzung und die ganzen Charaktermomente sorgen für einen tollen Auftakt und ich bin wahnsinnig gespannt, was "Chicago Med" und "Chicago P.D." noch abliefern werden!

Daniela S. - myFanbase


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Diskussion zu dieser Episode

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