Bewertung: 8

Review: #8.02 A Real Shot In The Arm

In der letzten Episode gab es eine unerwartete traurige Überraschung: wir mussten uns von Brian 'Otis' Zvonecek verabschieden, der seinen Verletzungen bei einem Einsatz erlegen ist. Anschließend gab es einen dreimonatigen Zeitsprung und dennoch ist die Trauer rund um seinen Verlust noch überall zu spüren. Wie geht es nun also für die übrigen Charaktere weiter?

Wache 51 musste nicht nur Otis Lebewohl sagen, sondern auch Sylvie Brett, die nach ihrer Verlobung mit Kaplan Kyle Sheffield mit ihm nach Indianapolis gezogen ist. Bereits in der vergangenen Episode wurde deutlich, dass Sylvie in ihrer alten Heimat aber nicht mehr glücklich ist. Diesmal häufen sich die Anzeichen noch mehr, da die Arbeit in der neuen Wache absolut ereignislos stattfindet. Auch die Annäherung mit ihrer alten Freundin Hope Jacquinot wird abrupt ausgebremst, als diese wieder in alte Muster fällt und ganz offensichtlich Kyles Nähe sucht, weil sie eben immer will, was anderen gehört. Diese Erkenntnisse und die Erinnerung daran, dass in Chicago noch ein Feuerwehrmann wartet, dem sie Gefühle entgegenbringt, so dass auch ihre Beziehung zu Kyle nicht stabil ist, bringen sie schließlich dazu, ihre Zelte wieder abzubrechen. Es war zwar immer klar, dass sie zurückkehren wird, aber ich habe dennoch verstanden, warum sie sich und Kyle eine Chance geben wollte. Denn dieser war stets vorbildlich und ein Mann, dem man vertrauen kann. Daher akzeptiert er auch ihre Entscheidung sofort und lässt sie gehen. Es ist schade um eine Figur wie Kyle, aber es war immer klar, dass es so kommen würde und jetzt das Thema Hope und Indianapolis ein für allemal abgehakt.

Parallel hat Emily Foster unter ihrem neuen Partner Doug Collins zu leiden. Zunächst will sie dem kindischen, überdrehten und selbstverliebten Mann entgegenkommen, indem sie ihm ein Rätselheft schenkt, die er so gerne ausfüllt. Doch mit dieser netten Geste erreicht sie, dass er denkt, dass sie an ihm interessiert sei. Ihre Übersprunghandlung, Doug zu feuern, war wirklich sehr lustig, aber absolut verständlich. Daraufhin reift in ihr aber die Erkenntnis, dass sie mit Sylvie längst die perfekte Partnerin gefunden hat und diese will sie zurückholen. Ich fand es wirklich toll, wie sie und Stella Kidd zusammen aufbrechen, um Sylvie zurückzuholen und damit genau dann auf sie zu treffen, als sie schon längst selbst zu dieser Erkenntnis gekommen ist. Das sind genau diese Momente, die "Chicago Fire" immer wieder überzeugend aus dem Ärmel schütteln kann und die diesen familiären Eindruck nur noch vertiefen.

Die Familie wächst in dieser Episode nun um eine neue Figur: Blake Gallo. Er wird von "Shadowhunters"-Schauspieler Alberto Rosende dargestellt. Blake ist ein leidenschaftlicher Feuerwehrmann, der in seiner impulsiven und todesmutigen Art und Weise sehr an einen jungen Kelly Severide erinnert. Da man mit Darren Ritter aktuell schon einen Anwärter beim Löschzug hat, der für solidere und empathischere Charakterzüge steht, finde ich es gut, dass man mit Blake nun wieder auf einen Draufgänger setzt. Er ist bei einer anderen Wache angestellt und bei einem gemeinsamen Einsatz mit 51 werden Matt Casey und alle anderen auf ihn aufmerksam. Der Captain, der sich so lange schwer getan hat, einen Ersatz für Otis zu finden, erlebt quasi Liebe auf den ersten Blick, denn fortan kämpft er erbarmungslos dafür, dass Blake zu ihnen transferiert wird. Hierum wird nun eine logische Handlung geknüpft, denn Chief Wallace Boden wehrt sich gegen Blake und seine intuitive Handlungsweise. Ihn hat Otis' Tod tief getroffen und er ist besorgt, ob die Wache einen weiteren Tod verkraften kann. Zwar ist es irrational zu denken, dass Blake sofort stirbt, aber seit wann ist Trauer schon logisch? Umso besser, dass der junge Rekrut am Ende der Episode einen ganz starken Moment erhält. Er hat erkannt, was seinen neuen möglichen Chief so bedrückt und spricht genau die richtigen Worte. Er nennt das gewaltige Erbe von Otis, dem er gerecht werden will. Damit zeigt Blake dann doch noch Einfühlungsvermögen und Reflexionsbewusstsein. Das sind die Grundlagen, mit denen Boden, Matt und Kelly bei ihm aufbauen müssen. Blake hat einen vielversprechenden Einstieg erhalten und ich freue mich auf die Reise mit ihm.

Etwas zusammenhanglos in dieser Episode wirkte der gemeinsame Ausflug von Stella und Kelly. Es ist schon klar, dass hier wieder einmal unterstrichen werden soll, dass die beiden inzwischen eine sehr solide Beziehung führen und es ist auch süß zu sehen, wie entspannt Kelly im Umgang mit ihr ist. Das erlebt man bei ihm fast nur mit Matt zusammen und eben damals mit Leslie Shay (lang, lang ist's her). Wie sie zufällig Zeuge eines Bootsunfalls wurden, war sicherlich auch spannend, aber insgesamt ist es doch eine Storyline, die keinen Mehrwert geliefert hat.

Die Auswirkungen von Otis' Tod machen auch nach wie vor Joe Cruz zu schaffen. Er stellt seine gemeinsame Wohnung mit ihm zu Verkauf. Diese ist zwar für eine Person wirklich sehr groß, aber ich denke, die primäre Motivation sind bei ihm die Erinnerungen, die an den vier Wänden hängen. Ich fand es auch schön, dass man Chloe Allen mal wieder zu Gesicht bekommen hat. Auch ihre Szene mit Randall 'Mouch' McHolland stand zwar etwas lose im Raum, aber man hat so unterstrichen, dass sie Cruz' Befinden durchschaut und für ihn da sein will. Es ist oftmals schade, dass die PartnerInnen, die eben nicht auf der Feuerwache beschäftigt sind, so selten zu sehen sind. Daher finde ich es sehr positiv, dass man auf sie zugreift, wenn es am größten Sinn ergibt und das war nun der Fall. Am Ende hat es mich sehr gefreut, dass Cruz mit Sylvies Rückkehr einen Grund geliefert bekommt, wieder positiver in die Zukunft zu blicken.

Christopher Herrmann muss sich mit einer ganz anderen Konsequenz von Otis‘ Tod auseinandersetzen. Mit dessen Tod sind seine Anteile am Molly’s an seine Brüder gegangen und die wollen nun ausgezahlt werden. Somit beginnt für Herrmann die Suche nach einem neuen Partner, da er die Bar nicht alleine führen kann und will. Ich habe lange überlegt, wer hier die logische Wahl sein könnte und dabei sind wirklich interessante Gedankenspiele rumgekommen. Nachdem Mouch auf seine bevorstehende Rente verwiesen hat, habe ich ihn auch als Kandidaten ausgeschlossen, umso überraschender ist seine letztliche Teilhabe dann. Aber ich sehe das als eine gute Wahl. Zum einen hat man so nun wieder neue Handlungen für Mouch und da auch Trudy Platt beteiligt sein wird, hat man auch wieder die Chance, die beiden als Paar vermehrt zu sehen. In "Chicago P.D." hat Trudy ihre bissige, treffsichere Art und Weise zuletzt nicht so viel ausspielen dürfen, daher habe ich die Szene mit ihr im Molly’s sehr genossen. Es wäre wirklich toll, wenn man sie wieder für mehr Gastszenen einsetzen würde.

In der letzten Staffel hat man wie nebenbei die Sexualität von Emily aufgeklärt, nun erfahren wir auch wie nebenbei, dass Ritter homosexuell ist. Es ist zwar nett, dass aus beiden Enthüllungen keine große Sache gemacht wurde, um so die Normalität zu unterstreichen, aber ich würde mir wünschen, dass wir dann auch beide mal in Partnerschaften erleben würden. Gönnt auch mal diesen Figuren etwas Privatleben!

Fazit

"Chicago Fire" kommt wirklich gut aus den Startlöchern in Staffel 8. Die Trauer rund um Otis wird durch vielfältige Themen weiterhin einfühlsam beleuchtet und gleichzeitig werden weiterhin neue Türen aufgestoßen, die mir allesamt gefallen. Sei es der Neuling Blake Gallo oder sei es Mouch und Trudys Teilhabe am Molly’s. So kann es gerne weitergehen!

Lena Donth – myFanbase

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