Bewertung: 8

Review: #3.06 Ein Sonnenschirm und ein Baseball-Mädchen

Foto: Lance Barber, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Lance Barber, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach der letzten emotionalen Episode steht bei #3.06 A Parasol and a Hell of an Arm wieder deutlich der Humor im Vordergrund. "Young Sheldon" schafft es nicht nur spielend leicht, dass jener Charakter wenigstens einen amüsanten Moment hat, sondern auch, dass die Storylines aus den vergangenen Episoden wunderbar fortgesetzt werden.

Das Kirchenfest

Pastor Jeff plant ein Kirchenfest, bei dem er nicht nur Pegs Hilfe in Anspruch nimmt, sondern auch Mary miteinbeziehen möchte. Ich hatte mich durchaus darauf gefreut, dass die beiden mal wieder ein gemeinsames Projekt starten, ähnlich wie das Spukhaus aus der vergangenen Staffel. Obwohl ich zugeben muss, dass man dabei schon bemerkt hat, dass es dem Pastor in erster Linie ums Geld ging, das er dadurch einnehmen kann, und nicht, wie er Mary gegenüber behauptet hat, damit mehr Leute zu Gott finden. Wirklich verdenken kann man es ihm allerdings auch nicht, denn die Kirche lebt vor allem von Spenden. Und auch diesmal hängt seine Bitte an Mary mit Geld für die Kirche zusammen. Er möchte, dass sie Sheldon sozusagen als lebende Zielscheibe 'freigibt', weil er sich davon erhofft, dass die Besucher gerne bereit wären, Geld zu zahlen, um Sheldon mit gezielten Würfen ins Wasser befördern können. Dass Mary das nicht gutheißt und somit auch ablehnt, ist vollkommen logisch, immerhin ist sie als Mutter dazu da, ihr Kind zu schützen. Dass sowohl Jeff als auch Peg Sheldon als Zielscheibe haben woll(t)en, hat vor allem den Grund, weil er den beiden mit seinen Fragen und Äußerungen des Öfteren mal auf den Schlips tritt und das für beide die perfekte Rache an Sheldon wäre. Dadurch kommt natürlich auch der Gedanke auf, wie ernst es der Pastor mit seiner Gläubigkeit wirklich meint. Nichtsdestotrotz war es eine amüsante Szene.

Dass er sich letztlich selbst als Zielscheibe zur Verfügung stellen muss, war vollkommen nachvollziehbar. Den Autoren ist es dabei aber wunderbar gelungen die angefangene Storyline rund um Missy aus der letzten Episode mit dem Kirchenfest zu verbinden. Es war aber auch klar, dass George sozusagen seine Tochter als Geheimwaffe einsetzt, was mir sehr gut gefallen hat, da man dadurch eine Gemeinsamkeit zwischen Vater und Tochter erschaffen hat, die sich dadurch mehr festigen kann.

Baseball-Team und Coach Dale Ballard

Durch den großen Zuspruch, den Missy beim Kirchenfest erfahren hat, hat sich natürlich auch ihr Wunsch verfestigt, in einem Team ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Dass das Ganze nicht einfach werden würde, war George sicherlich bewusst. Ebenso wie die Tatsache, dass sich Missy nicht umstimmen lassen würde. So gesehen war es von George sogar verdammt schlau, Coach Dale Ballard (Willkommen, Craig T. Nelson) nichts davon zu sagen, dass er ihm ein Mädchen vorstellen wird. Denn es kam, was kommen musste: Missy wird alleine deswegen nicht genommen, weil sie kein Junge ist. Und hier muss ich mich leider wieder mal wiederholen. George hat schon mehrmals bewiesen, dass er ein guter Vater ist, der einen Standpunkt hat, den er auch vertreten kann. Warum hat er denn Dale nicht wenigstens darum gebeten, dass Missy mal ihr Können beweisen kann? Stattdessen gibt er einfach klein bei und fertig. Zum Glück hatte Missy noch eine Fürsprecherin, mit der man(n) sich nicht anlegen sollte: Connie, ihre Meemaw!

Missy ist im Team

Nachdem es George nicht geschafft hat, seine Tochter ins Baseball-Team zu bringen, muss Connie dafür sorgen. Ich bin wirklich froh, dass man Connie mit eingebunden hat und eines steht mal fest: Lege dich niemals mit der Meemaw von Missy an...du wirst verlieren – großartig gespielt von Annie Potts und Raegan Revord! Das musste auch Coach Ballard erkennen. Mir hat die Szene sehr gut gefallen, da man erkennen konnte, dass Missy eher nach Connie kommt und diese endlich ihre miese Stimmung überwunden hat – zumindest macht es den Anschein. Dennoch würde mich ihre Verabredung mit Dale interessieren und ob diese etwas damit zu tun hat, dass Missy nun im Team ist. Auch wenn wir in einer der nächsten Episoden etwas von der Verabredung der beiden sehen sollten, hoffe ich noch immer, dass sie wieder mit John zusammenkommen wird.

Ich war tatsächlich ein bisschen in Sorge um Connie, weil man sie so noch nie erlebt hat. Connie ist immer die, die einen lockeren Spruch auf den Lippen hat und auch die, die alles nicht so eng sieht. Doch diesmal hat man sie von einer Seite gesehen, die zeigt, dass sie eben nicht nur die Starke ist. Ich bin auch froh, dass die Autoren der Trennung von Connie und John Raum geben, damit man auch die 'Nachwirkungen' zu sehen bekommt. Denn nicht nur bei ihr macht sich der Trennungsschmerz bemerkbar, auch bei John merkt man, dass ihn die aktuelle Situation auch verunsichert und sich die beiden noch immer sehr lieben. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die beiden wieder aufeinandertreffen, und ich hoffe, dass sie dann ein ausführliches Gespräch führen, bei dem sie merken, dass sie zusammengehören.

Randnotizen

  • Wie immer war Georgie derjenige, der nicht viel zu tun bekam, ich muss aber sagen, dass ich es ziemlich amüsant fand, dass er sich von Peg, Connie und der Großmutter von Veronica deren vergangene Liebesgeschichten anhören musste, die allesamt in die Brüche gingen. Ich denke, so ziemlich jeder hätte wie Georgie reagiert.
  • Sheldons Versuch, Missy dabei zu unterstützen, damit sie den Coach von sich überzeugen kann, hat mir sehr gut gefallen. Es war zwar die typische Art von Sheldon, aber sie hat eben auch gezeigt, dass er hier und da doch mal Interesse an anderen zeigt.
  • In dieser Episode hatte Connie vor allem mit Missy und Georgie Interaktionen. Dabei fiel mir auf, dass sie zu allen ihren Enkeln eine besondere Beziehung hat und dass sie alle ein bisschen von ihrem Charakter geerbt haben. Das fiel eben nur nicht so auf, da ihre Beziehung zu Sheldon immer so in den Vordergrund gerückt wird.



Fazit

"Young Sheldon" hat auch diesmal bewiesen, dass Episoden funktionieren und unterhalten können, auch wenn Sheldon nicht unmittelbar im Zentrum des Geschehens steht. Auch haben die Autoren bewiesen, dass sie in der Lage sind, Handlungsbögen nachvollziehbar weiterzuführen. Von mir aus darf es ruhig so stark weitergehen.

Daniela S. - myFanbase

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