Bewertung: 9

Review: #3.05 Eine Ananas und eine männliche Busenfreundschaft

Foto: Iain Armitage, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Iain Armitage, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Bei meiner Review zu #2.17 Einstein, die Geige und eine Gehaltserhöhung hatte ich schon erwähnt, dass es auch bei Comedyserien vorkommt, dass dort ernsthafte Themen behandelt werden, bei denen man nicht lacht, sondern über das Gesehene genauer nachdenkt. Durch die Entlassung von John aus der psychiatrischen Klinik werden bei "Young Sheldon" gleich mehrere Dinge angesprochen, die einen in dieser Episode eher traurig werden lassen. Allem voran ist dies natürlich der Trennung von John und Connie geschuldet.

"We can be still friends"

Nachdem John eine ganze Weile nicht zu sehen gewesen ist und seine Abwesenheit mit seinem Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik erklärt wurde, freue ich mich sehr, ihn in dieser Episode endlich wieder in der Show zu haben. Für mich passt er unglaublich gut in die Serie und Wallace Shawn hat mit jedem der Darsteller eine tolle Chemie. Er ist einfach ein liebenswerter Kerl, den man mögen muss.

Ich meckere ja immer mal wieder, dass die Autoren nicht sehr oft konsequent sind und die Charaktere nicht wirklich weiterentwickeln. Hierbei verhält es sich allerdings anders. Ich habe mich schon gefragt, ob Johns Klinikaufenthalt irgendwelche 'Nachwirkungen' hat, die wir aber erst später erfahren. Die Antwort darauf ist ein Ja. Und diese 'Nachwirkung' heißt: Trennung von Connie. Das hat mich wirklich geschockt, da ich die beiden für ein sehr süßes Paar halte. Und auch wenn sie eigentlich wie Tag und Nacht nicht unterschiedlicher sein könnten, passen sie optimal zusammen. Ich hatte wirklich nicht mit einer Trennung gerechnet, nicht nach den letzten Entwicklungen, bei denen ziemlich offensichtlich wurde, wie sehr Connie John eigentlich liebt und es ohne Frage auf einer Gegenseitigkeit beruht.

"This isn't fair. I find the one person in Texas who understands me and now I'm not allowed to see him?"

Die Trennung von Connie und John zieht einen langen Rattenschwanz nach sich und trifft insbesondere Sheldon. Bereits vor seiner ersten Begegnung mit John fühlte er sich mit diesem verbunden und als man John in Person kennenlernen konnte, sah man auch die charakterlichen Ähnlichkeiten der beiden. Die Freundschaft zwischen den beiden ist etwas Besonderes und macht auch deutlich, wie wichtig sie sich gegenseitig sind. Mir tat Sheldon wirklich sehr leid. Denn schon im Staffelfinale wurde ihm das Herz gebrochen, da niemand mit ihm die Preisverleihung mit anhören wollte und Sheldon erkennen musste, eigentlich keine Freunde zu haben. Diese Szene damals war schmerzhaft mit anzusehen und ich hätte den Autoren wohl nicht verziehen, wenn sie Marys Charakter auf einmal dahingehend entwickelt hätten, dass sie ihrem Sohn das vorenthalten hätte, was sie sich seit Serienbeginn am sehnlichsten für ihn wünscht: Freunde und John ist nun mal Sheldons Freund.

Wobei ich auch Mary verstehen kann, die die Entscheidung ihrer Mutter respektieren wollte und John erst einmal nicht einladen wollte, weil es dann eben so gewesen wäre, dass sie sich für eine Seite hätte entscheiden müssen. Zumindest wäre das wahrscheinlich Marys Gedankengang gewesen. Missy ist in diesem Punkt sehr viel skrupelloser und schlägt sich auf die Seite ihrer Meemaw, was vor allem mit der Bestechung zu tun haben könnte.

"...you're still hung up on John, and I don't want to have my heart broken again, so I'm gonna respectfully pass."

Neben Sheldon leidet auch Connie unter der Trennung, auch wenn ihr das gar nicht bewusst ist. Stattdessen nimmt sie den Rat von John an und trifft sich mit Ira. Ein bisschen voreingenommen war ich ja doch, denn auch Ira zeigte in der ersten Staffel großes Interesse an Connie, somit wäre die Bahn eben für ihn frei gewesen. Allerdings hat er dazu gelernt, was mich sehr überrascht hat. Auch er hat nämlich bemerkt, dass Connie noch immer an John hängt. Ich fand es sehr süß, wie sie einfach mal unbewusst eine Theorie von ihm wiedergegeben hat. Das hat einfach noch einmal unterstrichen, wie gerne sie Zeit mit John verbracht hat. Schön, dass Ira diese Situation nicht ausgenutzt hat. Einerseits natürlich, um sich und sein Herz selbst zu schützen (sein Weinen damals war dennoch ziemlich amüsant), aber auch Connie die Möglichkeit zu geben, die Trennung richtig verarbeiten zu können.

"I'm damaged goods. It had just been so long since I'd an episode. I thought I was okay. But, clearly, I'm not, and, uh, who knows if it'll happen again. And, uh, I just can't take the risk of putting Connie through that."

Da die Trennung der beiden wirklich ziemlich plötzlich kam, muss man den Grund und eigentlichen Auslöser für Johns Entscheidung erst mal verarbeiten. Immerhin liebt er Connie so sehr, dass er ihr einen Heiratsantrag gemacht hat. Eigentlich sind die beiden ja verlobt. Warum also die plötzliche Trennung?

John hat letztlich Angst. Angst, von Connie verlassen zu werden, sollte er nochmals eine Episode dieser Art bekommen und sie dann nicht noch einmal auf ihn warten wird. Dieses Szenario war einfach traurig, weil man genau spüren konnte, dass er sie von Herzen liebt und sie einfach schützen möchte. Erneut muss ich die Autoren loben, dass sie George von einer Seite zeigen, die mir sehr gut gefällt und die einmal mehr unterstreicht, dass er eben doch nicht so unnütz ist oder viel mehr gewesen ist. Ich denke, der Männerabend zwischen den beiden war wichtig, selbst wenn George und John auch extrem unterschiedlich sind. Aber wer weiß? Vielleicht kommen Connie und John auf diesem Weg wieder zusammen.

Randnotizen

  • Mir hat das Gespräch zwischen Mary und den Zwillingen sehr gefallen. Vor allem da Sheldon zwar nicht sehr viel soziale Kompetenzen hat, aber immer mal wieder Fragen stellt, die mitten ins Herz treffen und die eben auch zeigen, dass er sich auf seine Art und Weise Gedanken um die Gefühle anderer macht.
  • Ich muss einfach das Schauspiel von Annie Potts loben. Die Art und Weise, wie sie Connies Verletzlichkeit gespielt hat, als sie von der Trennung erfuhr, war wirklich herzzerreißend.
  • Georgie hat zwar mal wieder den Deppen gegeben, doch seine Kommentare und Fragen haben diese emotionale und teils auch bedrückende Episode etwas aufgelockert.



Fazit

Obwohl diese Episode von "Young Sheldon" nur wenig amüsante Momente beinhaltete, ist sie für mich bisher die beste der Staffel. Die Thematik durch Johns Genesung zeigt auf, wie wichtig es ist, über seine Ängste zu sprechen und welche Auswirkungen letztlich auf alle Beteiligten haben kann.

Daniela S. - myFanbase

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