Bewertung: 6

Review: #6.20 Ein dicker Fisch am Haken

Was das Neuerscheinen, Verschwinden und Wiederauftauchen von Charakteren betrifft, ist diese sechste Staffel von "Grey's Anatomy" eine echte Wundertüte. Mit George und Izzie haben wir zwei Hauptfiguren verloren, wobei nur George einen klaren Schnitt bekommen hat, während Izzie zwischenzeitlich mal wieder auftauchte und wir sehr lange im Unklaren darüber gelassen wurden, ob sie zurückkehrt oder nicht. Nach wie vor wissen wir nicht, wo sie abgeblieben ist, aber vielleicht wird ja irgendwann mal beiläufig erwähnt, dass sie in New York lebt, mit einem Sozialarbeiter verheiratet ist, eine "Praxis ohne Grenzen" für bedürftige Patienten führt und Zwillinge bekommen hat, die George und Denny heißen.

Weiterhin wurden in dieser Staffel eine große Anzahl neuer Charaktere eingeführt, von denen einige aber deutlich häufiger (Jackson) und andere merklich seltener (Reed) zu sehen sind. Die einen oder anderen dieser neuen Charaktere scheinen dann zwischenzeitlich rausgeschrieben worden zu sein, um wenig später doch überraschend zurückzukehren. Das gilt für April und nun auch für Marks schwangere Tochter Sloan, die am Ende der vorangegangen Folge plötzlich wieder vor der Tür ihres Vaters stand.

Sloans Verschwinden sechs Folgen zuvor hatte mich doch reichlich genervt, da ich es nicht mag, wenn ein Charakter unvermittelt auftaucht, um alles durcheinander zu bringen, und dann einfach wieder abtaucht. Von daher bin ich wirklich froh, dass Sloan zurückgekehrt ist und Mark die Chance bekommen hat, nicht nur seinen Enkel in den Armen zu halten, sondern auch zu erkennen, dass der kleine Wonneproppen in die Hände erwachsener, stabiler Adoptiveltern gegeben werden muss und Mark trotzdem nicht sein Kind verliert, denn sein Kind ist Sloan. Ich finde es gut, dass man diese Storyline also doch weitergeführt und nicht einfach, wie es schien, abgeschnitten und die Enden lose hat baumeln lassen. Wie es nun mit Mark weitergeht, ist eine andere Frage. Noch ist er ja mit Teddy liiert, was aber eigentlich keine Zukunft haben kann. Lexie scheint in Marks Denken und Fühlen momentan keine Rolle mehr zu spielen.

Damit wären wir also bei den Paaren angelangt. Die Liebesbeziehungen sind in dieser Staffel noch viel mehr als eine Wundertüte, sie sind das Bermudadreieck. Niemand weiß etwas genaues, alles scheint möglich und als Zuschauer ist man sich nicht sicher, ob man dieser Schiffsroute, die in völlig unbekannte Gefilde führt, wirklich folgen will. Zwischen Arizona und Callie scheint es erstmal aus zu sein. Zwar küssen sich die beiden am Ende dieser Episode, aber das sieht mir doch eher nach einem Abschied aus. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Szene, in der die beiden Frauen über Arizonas verstorbenen Bruder sprechen. Callie glaubt, dass dieser Verlust der Grund dafür ist, dass Arizona keine Kinder will, was diese jedoch verneint. Der ganze Moment weist starke Parallelen zu #5.24 Jetzt oder nie auf, als Arizona erstmals von ihrem Bruder erzählte und Callie so bewusst machte, warum sie mehr Ärzte im Irak sehen will. Damals, in jener letzten Folge der fünften Staffel, ging Arizona danach an Callie vorbei, die daraufhin nach Arizonas Hand griff. Arizona blieb stehen. Auch in dieser zwanzigsten Episode der sechsten Staffel geht Arizona nach dem Wortwechsel an Callie vorbei, die abermals nach Arizona greift, doch diesmal bleibt diese nicht stehen und lässt Callie alleine zurück. So richtig viel muss man dazu nicht mehr sagen.

Lexie ist genervt, dass ihr Sexualpartner Alex sie bei der Arbeit mit so wenig Respekt behandelt, und macht ihm dies auch klar. Kommt das noch jemandem entfernt bekannt vor? Zu Beginn der Serie hat Alex ja Izzie ganz ähnlich behandelt. Auch hier will ich erstmal nicht mehr dazu sagen, als ich es bisher schon getan habe.

Zwischen Owen und Teddy kommt es im Fahrstuhl – wo denn auch sonst? – beinahe zum Kuss. Owen reagiert darauf mit dem Versuch, Derek in der Entscheidung, Teddy nicht dauerhaft einzustellen, zu bestärken, während er Cristina in dem Glauben lässt, er hätte sich für Teddys Verbleib eingesetzt. Owen bewegt sich auf einem sehr schmalen Grat. Er will seine Beziehung zu Cristina retten und Teddy so wenig wie möglich wehtun, doch momentan belügt und hintergeht er auf diese Weise beide Frauen. Und sich selbst im Grunde auch.

Wenn es nach Derek gegangen wäre, hätte Teddy ihre Stelle verloren und Dr. Tom Evans diese erhalten, doch Evans hat abgelehnt. So kann Teddy als zweite Wahl bleiben. Dr. Webber bietet einen entsetzen Blick auf, als er dies erfährt, und Dereks Lack scheint Kratzer zu bekommen, allerdings dürfen wir nicht vergessen, wieso Derek den Chefposten erhalten und Webber diesen verloren hat. Mit Webbers Loyalität war es auch nicht weit her, als er Izzie, Megan, Olivia und Co. entlassen hat – und diese waren viel länger am Seattle Grace als Teddy, die überdies bislang eben nur einen befristeten Vertrag hatte und schon einmal kurz davor war, den Job aufzugeben. Von daher fände ich es etwas billig, wenn man nun auf diese Art versuchen würde, den Spieß zwischen Dr. Webber und Derek umzudrehen.

Maret Hosemann - myFanbase

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