Bewertung: 6

Review: #15.23 Aus lauter Liebe

Da ist nun fast genau das eingetreten, was ich in der letzten Review noch befürchtet habe, nämlich, dass Jos Zustand zu einem Patientenfehler führen wird. Zum Glück war es dann doch vergleichsweise eine Kleinigkeit, bei der niemand zu Schaden gekommen ist, doch ihre emotionale Reaktion darauf wird nun wohl sicher ernste Konsequenzen mit sich ziehen. Dabei hat #15.23 What I Did For Love doch so vielversprechend angefangen. Jo sieht schon wieder etwas besser aus und die Betreuung von Gus scheint ihr wirklich gut zu tun. Dann auch noch die tolle Nachricht, dass endlich das passende Spenderblut gefunden wurde und man sieht wieder etwas Feuer und Begeisterung in Jo aufkeimen. Ich weiß gar nicht, ob ich in dem Moment nicht sogar mehr für Jo, als für den Jungen gehofft habe, dass die Sache klappt. Doch schon als sie dann auf die Mutter trifft und ihr so überschwänglich vom Anruf berichtet, war eigentlich klar, dass nichts daraus wird. Als diese Vermutung sich dann bestätigt, kann man dabei zusehen, wie Jo endgültig zusammenbricht. Dabei trifft sie erst noch auf Ben, der helfen möchte und dann auf Teddy. Die versucht auch noch richtig aufrichtig, für Jo da zu sein und die ganze Situation zu relativieren (womit ich mich nur erneut darin bestätigt fühle, warum ich Teddy so gerne mag). Doch Jo ist nicht mehr erreichbar und auch Ben und Teddy kommen zu spät zu Bailey. Es hat mich gefreut, dass Bailey auf diese Weise von Jos Problemen erfahren hat. Denn so war es eben nicht ein Fehler, sondern die Sorge der Kollegen über Jo, die zuerst berichtet wird. Nur ändert das eben auch nichts daran, dass Bailey sie dann aufgelöst weinend in den Armen einer ebenfalls emotionalen Patientin wiederfindet. Denn das darf einfach nicht passieren.

Man ist nun also zu dem Tiefpunkt gekommen, der kommen musste. Jo kann auch den letzten Rest Fassade nicht mehr aufrechterhalten und Alex ist weiterhin ratlos. Sein Gespräch mit Bailey war bewegend und hat nur mal wieder gezeigt, wie lange die beiden sich nun schon kennen. Doch auch wenn wir die Folge mit Ratlosigkeit und einem offenen Ende verlassen haben, kann man sich wohl sicher sein, dass in der nächsten Folge Konsequenzen folgen werden. Nur welche? Leider tue ich mich schwer, hier irgendeinen optimistischen Ausgang zu sehen. Es scheint nicht so, als könnte Jo ihre Erlebnisse allzu bald überwinden, und dass sie in diesem Zustand nicht mehr in der Lage ist, normal zu arbeiten, scheint mit dieser Folge auch offensichtlich. So tut es mir allen voran einfach für diesen Charakter leid, die sich über Staffeln hinweg immer weiter entwickeln und über sich hinauswachsen konnte. Die endlich beruflich und privat ihr Glück gefunden hatte, nur, damit sie wieder komplett am Boden landet. Ähnlich lief es auch schon bei April und ich kann nur hoffen, dass die Geschichte nicht in die gleiche Richtung geht, denn damit zerstört man Jo, und in Erweiterung eigentlich auch Alex, für nichts und wieder nichts.

"I have a plan."

Merediths Fall beschäftigt sich mit dem nur allzu realen und gleichermaßen schrecklichen Schicksal, das viele Flüchtlinge an der mexikanischen Grenze erleiden müssen, wenn Familien auseinandergerissen und Kinder weggesperrt werden. Von dem her ist es kein Wunder, dass "Grey's Anatomy" sich diesem Thema annimmt, nachdem die Serie ja nur zu gerne aktuelle und vor allem auch kritische gesellschaftliche Themen zeigt. Im Gegensatz zu den letzten solchen Themen, bekommt das Schicksal von Gaby genug Zeit, um auch ordentlich zu wirken und einem wirklich ans Herz zu gehen. So auch Meredith, die sich spontan über sämtliche Krankenhausregeln hinwegsetzt und Versicherungsbetrug begeht, um Gabys Behandlung zu ermöglichen. Einerseits kann ich Merediths Gründe da vollkommen nachvollziehen, nur gab es echt keine andere Möglichkeit, Gaby zu helfen, ohne sie als Ellis auszugeben? Gibt es für solche Fälle nicht spezielle Fonds? Denn ich fürchte, dass Meredith mit ihrer heldenhaften Tat mehr Probleme heraufbeschworen hat, als sie letztlich helfen konnte. Mit Glück kann Gaby dem noch entgehen, doch nachdem Richard sich so ungewohnt deutlich gegen Merediths Handeln ausgesprochen hat, nehme ich an, dass hier für sie noch Konsequenzen folgen könnten. Fürs Erste muss sie sich aber nur damit befassen, dass Andrew ihr seine Liebe gestanden hat - und damit hat Meredith augenscheinlich überhaupt nicht gerechnet. Auf jeden Fall dürfte ihr dieser Tag einiges an Stoff zum Nachdenken gegeben haben.

"I want to feel pretty clear when I tell her that I love her."

Owen hat mit seiner kleinen Aussage meine komplette Freude über die netten Szenen zwischen Teddy und Tom und Amelia und Link versalzen. Dabei musste ich schon fast wieder lachen, denn eigentlich hätte man diese Ankündigung nun wirklich nicht gebraucht, nachdem einem doch schon die ganzen Staffel über ständig unter die Nase gerieben wird, welche wichtige Rolle Owen doch im Leben der beiden Frauen einnimmt. Von dem her bin ich mir weiterhin unsicher, ob die Serie tatsächlich derart plump eine der beiden aufkeimenden Beziehungen torpedieren wird, oder ob man doch noch eine echte Überraschung aus dem Hut zaubert. Ich hoffe jetzt einfach mal zweiteres, denn die andere Wahl wäre einfach nur enttäuschend. Meiner Meinung nach hat Owen seine Chance bei Teddy und Amelia mehr als vertan und auch wenn er vielleicht noch Interesse an einer der beiden hat, so wäre es ein großer Schritt zurück für die Frauen, ihn zurückzunehmen.

Das Crossover mit "Seattle Firefighters"

Dafür, dass man uns das Crossover mit "Seattle Firefighters" derart groß angekündigt hat, ist es letztlich doch recht unscheinbar ausgefallen. Letztlich war die Behandlung von Fire Chief Lucas Ripley auch nichts anderes, als einer der Patientenfälle, bei denen die Patienten ihren Ärzten bei ihren Problemen weiterhelfen können, in diesem Fall Maggie. Ansonsten war es zwar ganz nett, einen Teil des "Seattle Firefighters"-Casts zu Besuch zu haben, viel passiert ist aber nicht. Wobei Ben für mich eh immer noch halb zur "Grey's"-Belegschaft zählt. Von dem her konnte man die anderen getrost ausklammern und sich auf die Gespräche zwischen Maggie und Ripley konzentrieren. Denn dessen tragische Geschichte mit dem verpassten (oder eher verpatzten) Hochzeitsantrag scheint doch tatsächlich etwas an Maggies automatischer Zurückhaltung, was wichtige Entscheidungen angeht, verändert zu haben. Schließlich ist die wieder munter dabei, sich Ausreden einfallen zu lassen, warum sie Jackson noch nicht gleich eine Antwort geben kann. Dabei ist Zusammenziehen im Vergleich zu einem Heiratsantrag doch nun wirklich keine große Sache. Für Maggie aber eben schon, was wohl auch Jackson klar ist, der ziemlich cool mit ihrem Zögern umgegangen ist. Vielleicht hat er aber auch nur darauf gewartet, Maggies schlechtes Gewissen dafür auszunutzen, damit sie doch mit ihm campen geht. Ich hoffe ja, dass wir das noch zu sehen bekommen.

So geht es bei "Seattle Firefighters" weiter:

Hier kommt noch eine kurze Zusammenfassung für alle, die die Serie vielleicht nicht schauen, aber doch gerne wissen möchten, wie es ausgeht: Nachdem Ripley seinen Moment genutzt hat und aus dem Krankenhaus geflohen ist, macht sich Wache 19 sofort auf die Suche nach ihm. Nach einigem Hin- und Her können sie ihn überreden, sich im Seattle Pres behandeln zu lassen. Währenddessen gelingt es dem Team endlich, seine Freundin Victoria Hughes ausfindig zu machen, die nichts von Ripleys Krankheit weiß und davon ausgegangen war, dass sie sitzen gelassen wurde. Derweil kommt Maggie im Seattle Pres an und übernimmt die Behandlung von Ripley. Bald muss sie aber feststellen, dass die giftigen Stoffe seinen Körper zu sehr in Mitleidenschaft gezogen haben und sie nichts mehr für ihn tun kann. Die Feuerwehrleute versammeln sich im Krankenhaus und Ripley kann endlich mit Vic sprechen und ihren Heiratsantrag annehmen, bevor er schließlich stirbt.

Fazit

Mit nur einer Folge gelingt es "Grey's Anatomy", gleich mehrere Damoklesschwerter über den Hauptcharakteren zu platzieren. Owens – man muss schon fast sagen – angedrohte Liebeserklärung, die bis jetzt wohl entweder Amelia oder Teddy betrifft. Meredith, die sich mit ihrer spontanen Hilfsaktion womöglich in rechtliche Schwierigkeiten gebracht hat. Jo, bei der das Schwert ja eigentlich schon gefallen ist und man nun nur noch abwarten muss, welche Schäden es hinterlassen hat. Alles Storylines, die sich sehr hässlich entwickeln könnten, weswegen ich dem nahenden Finale mit gemischten Gefühlen entgegen schaue. Aber hey, vielleicht erwartet uns ja noch die ein oder andere Überraschung.

Denise D. - myFanbase

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