Bewertung

Review: #4.12 Die Auserwählten

Foto: Bob Morley, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Bob Morley, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nur noch knapp 24 Stunden bis zum Weltuntergang und das Chaos könnte nicht größer sein. Kurz vor der Apokalypse geht es einmal mehr darum, wer überleben wird und wer nicht. Nachdem Bellamy in #4.11 The Other Side die Tür des Bunkers für Octavia geöffnet hat, übernimmt diese die Führung und infolgedessen stehen die Sky People mal wieder vor der Herausforderung ihre eigenen Leute opfern zu müssen.

"Three out of four of those people are going to die tonight. You still think you made the right choice?"

Wie zu erwarten war, herrscht im Bunker erstmal Chaos, nun da für die Sky People nur noch 100 Plätze zur Verfügung stehen. Natürlich ist es unheimlich tragisch, dass so viele Menschen den Bunker wieder verlassen müssen und somit deren sicheres Todesurteil unterschrieben wird, doch ich bin auf Octavias Seite. Es ist nur gerecht, dass jeder Clan die gleiche Anzahl von Plätzen bekommt. Dem Argument, dass die Sky People sich um die lebensversorgenden Gerätschaften kümmern werden und daher mehr Plätze verdienen, kann ich nichts abgewinnen. Natürlich ist Skaikru insofern der wichtigste Clan, als sie das Know-How besitzen, um tatsächlich fünf Jahre lang in dem Bunker zu überleben. Doch wie man sieht, sind mit 20 Plätzen bereits alle wirklich dringend notwendigen Mitglieder des Clans sowie die Kinder abgedeckt. Zudem kann man das Wissen ja sicherlich auch an lernwillige Grounder weitergeben, damit jeder seinen Teil beitragen kann. Wer weiß, was für Fähigkeiten die anderen Clans noch besitzen, von denen sich Skaikru etwas abschauen kann. Insofern kann ich Octavias Handeln nur unterstützen. Es gefällt mir sehr gut, wie sie ihre neue Rolle als Anführerin der Clans wahrnimmt, da sie diese Position nicht als selbstverständlich ansieht und trotz ihrer Leistungen in der Konklave beteuert, dass sie lediglich durch die Hilfe von Ilian und Roan gewonnen hat. Indra steht ihr dabei beratend zur Seite, was mich sehr freut.

Angesichts der vorliegenden Problemstellung und der geringen Chance durch das von Kane angestrebte Losverfahren einen der wenigen Plätze im Bunker zu ergattern, gibt es natürlich einiges an Unmut unter den Sky People, den Jaha unterstützt. Trotzdem bringt die Krise auch die Charakterstärke einiger anderer hervor: So gibt David Miller beispielsweise sein Los an seinen Sohn Nate ab, der davon jedoch nichts weiß, und auch Abby entzieht sich bereits im Vorfeld der Verlosung. Ihrer Argumentation, dass sie nicht mehr wert sei, als jeder andere, konnte ich nicht ganz zustimmen, da sie, wenn ich mich nicht täusche, zu den wenigen Ärzten gehört – sowohl unter den Sky People als auch unter den Groundern. Ich bin gespannt, wie sie reagieren wird, wenn sie aufwacht und feststellt, dass Kane ihr gegen ihren Willen einen Platz im Bunker gegeben hat. Dass Jaha zum Schluss jedoch zur Vernunft gekommen ist, hat mich positiv überrascht. Ich war schon minimal genervt von seiner Gegenaktion, mit der Auflösung dann allerdings sehr zufrieden. Die Sequenz, in der die bewusstlosen Sky People nach und nach aus dem Bunker gebracht wurden, wurde sehr emotional inszeniert und durch die Musik sehr schön untermalt.

"We’re not going back. We’re going up."

Clarke, Bellamy, Emori und Murphy sind indes unterwegs, um Raven von Beccas Insel zu holen. Im Fahrzeug kommt es zum Gespräch zwischen Bellamy und Clarke und ich wundere mich doch, wie schnell Bellamy ihr dafür vergibt, dass sie ihn beinahe erschossen hätte, um ihn daran zu hindern, das Leben seiner Schwester zu retten. Das ging mir dann doch ein bisschen zu schnell. Angesichts der folgenden Grounder-Attacke blieb aber auch einfach keine Zeit mehr. Dieser entgehen die Freunde nur deshalb, weil Echo ihnen gefolgt ist und die Angreifer für sie erledigt. Ich muss sagen, dass mich Echos erneutes Auftauchen absolut nicht überrascht hat, ihre Absichten dafür umso mehr. Ich hätte erwartet, dass Echo auf Rache sinnt; stattdessen bittet sie um Hilfe im Gegenzug für die Rettungsaktion. Wie Tasya Teles es schafft, dass ich nun doch Mitleid mit Echo habe und all ihre skrupellosen Taten der vorherigen Episoden auf einmal Schnee von gestern sind, ist wirklich bemerkenswert. Als Murphy ihr den Anzug wieder wegnehmen will, da Emori einen neuen benötigt, war ich dann auch direkt völlig empört, da Echo sich den Anzug doch gerade verdient hatte. Insofern war ich froh, dass Clarke so selbstlos war, ihren Helm aufzugeben, damit Emori der radioaktiven Strahlung nicht länger ausgesetzt ist. Dass das Nightblood jedoch kein Allheilmittel ist, wird schnell deutlich, da auch Clarke plötzlich Symptome zeigt. Zum Glück sind Monty und Harper zur Stelle und bringen einen weiteren Anzug mit, der ursprünglich für Jasper gedacht war. Da die Zeit jedoch mittlerweile nicht mehr dafür reicht, um Raven zu holen und anschließend zurück nach Polis zu fahren, schüttelt Clarke spontan einen Plan B aus dem Ärmel. So fahren die Freunde also zu Raven, um mit der Rakete zurück ins All zu fliegen, wo sie die Überreste der Ark nutzen wollen, um zu überleben. Ich freue mich sehr über die Aussicht, dass die Jugendlichen nun wieder auf sich allein gestellt sein werden. Wenn man ehrlich ist, kamen sie ohnehin schon immer gut ohne die Erwachsenen klar. Mich stören lediglich zwei Dinge: Diese Idee von Clarke kam doch sehr plötzlich und es wirkt ein bisschen unglaubwürdig, dass ihr der Einfall ausgerechnet jetzt kam und dass dann auch noch alle möglichen Versorgungsprobleme auf einen Schlag gelöst scheinen. Außerdem kann ich es gar nicht gutheißen, dass Bellamy und Octavia die nächsten fünf Jahre getrennt leben sollen, nachdem sie sich doch gerade erst wieder versöhnt haben. Aber wir werden sehen, ob alles tatsächlich so laufen wird, wie es aktuell aussieht.

Randnotizen

  • Miller hatte einige schöne Momente in dieser Episode, allen voran mit seinem Vater und mit Jackson. Die Freundschaft, die sich zwischen den beiden Charakteren entwickelt hat, ist sehr schön mit anzusehen, vor allem wenn man weiß, dass Jarod Joseph und Sachin Sahel auch privat enge Freunde sind. Die Geste mit den Fingern kannte ich dementsprechend bereits von den beiden und ich musste sehr schmunzeln, als man diese nun auch in der Serie zu sehen bekam.
  • Emori tat mir wirklich leid, als sie Murphy erklärte, dass sie sich für einen Moment tatsächlich sicher gefühlt hatte. Ich bin froh, dass Murphy für sie da ist und so unerschütterlich an ihrer Seite steht.
  • Dass die Sky People Niylah aus dem Bunker werfen wollten, hat mich sehr geärgert. Immerhin hat Niylah ihnen in den letzten Wochen stets geholfen. Gut, dass Octavia da war, um sie zu schützen.

Fazit

Eine solide Folge, die zwar nicht besonders heraussticht, aber gekonnt die Weichen für das kommende Finale stellt. Man darf gespannt sein, ob wirklich eintritt, was hier bereits angekündigt wird, und die jugendlichen Sträflinge tatsächlich ins All zurückkehren, sowie wer dabei womöglich auf der Strecke bleibt.

Sina Behling - myFanbase

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