Bewertung: 9

Review: #4.13 Praimfaya

Foto: Eliza Taylor, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Eliza Taylor, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

#4.13 Praimfaya zeigt die letzten 110 Minuten, bevor die Feuerwand auch Beccas Insel erreicht und sorgt mit dieser (wörtlichen zu nehmenden) Deadline für einen atemberaubende Folge. Es geht in dem Finale heiß her und während die Leute im Bunker zunächst einmal relativ sicher sind, müssen Clarke und Co. nun die Erde rechtzeitig verlassen, was natürlich noch schwieriger wird als eh bereits gedacht.

"Now we know the many ways we might die today, why don't you tell us what we have to do to live?"

Die "The 100"-Charaktere haben mittlerweile so viele scheinbar ausweglose Situationen gemeistert, doch im Angesicht von Praimfaya fällt es immer wieder auch den stärksten von ihnen schwer nicht die Hoffnung zu verlieren. Da ist in dieser Episode Raven, die zunächst ihre Entscheidung bereut den Code der KI aus ihrem Gehirn gelöscht zu haben, weil sie nach einem Rückschlag daran zweifelt allein ihre Freunde in den Weltraum bringen zu können. Oder Echo, welche vermutlich nicht weiß, was ein Oxymoron ist, aber sich davor fürchtet eine neue Welt zu betreten und deshalb Zuflucht in einer Zeremonie ihres Volkes sucht, mit welcher sie ihr Leben beenden will. Bei beiden Frauen ist es Bellamy, welcher sie dazu bringt weitermachen und sich auf ihre Fähigkeiten zu verlassen. Dies gibt einen klaren Hinweis darauf, wer in den kommenden Jahren die Gruppe dort oben anführen wird und deutet an, dass Clarkes Vertrauen in Bellamy gerechtfertigt ist. Dabei mutet es wie eine selbsterfüllende Prophezeiung an, dass Clarke zurückbleibt, um ihre Freunde zu retten und sich so Abbys Vision bewahrheitet.

"She saved us again." - "Think we can do this without her?" - "If we don't, she died in vain, and I'm not gonna let that happen. You with me?" - "Always."

Es ist dieses Opfer von Clarke, welches #4.13 Praimfaya von den anderen drei finalen Folgen unterscheidet und gleichzeitig auch wieder eine Verbindung herstellt. Da ohne Energie auf der Ark keiner überleben kann, ist es nicht überraschend, dass Clarke sich opfert, vermutlich hätten auch die anderen Charaktere in ihrer Situation diese Entscheidung getroffen. Denn mittlerweile ist klar, wie sehr alle Charaktere über sich hinausgewachsen sind. Beispielsweise Murphy, der sich für sein Verhalten entschuldigt und zu Montys Rettung zurückeilt - die beiden könnten übrigens schnell zu meinem neuen Lieblingsduo werden. Oder auch Emori, welche fragt, ob sie nicht noch ein bisschen länger auf Clarke warten können. Ein schlechter Start in "The 100" bedeutet nicht, dass für eine gute Beziehung keine Chance besteht, dass beste Beispiel sind da auch Bellamy und Clarke. Es sind also auch zwischenmenschlichen Beziehungen, welche die Episode so besonders machen. Denn mal ehrlich, bei einer Gruppe um fünf Haupt- und drei wichtigen Nebencharaktere ist es nicht überraschend, dass der Plan nicht komplett schiefgeht. Dennoch war ich die gesamte Zeit wie gefesselt, da ich auf keinen einzigen dieser Charaktere verzichten wollte und dieser Wunsch wurde erhört, auch wenn natürlich offen bleibt, was innerhalb des Zeitsprungs alles passiert ist.

"Bellamy, if you can hear me, you're alive. It's been 2,199 days since Praimfaya. I don't know why I still do this every day. Maybe it's my way of staying sane, not forgetting who I am... who I was."

6 Jahre und 7 Tage - Ein riesiger Zeitsprung, insbesondere in Anbetracht dessen, dass seit der Landung der Jugendlichen auf der Erde in Staffel 1 nicht einmal ein Jahr vergangen ist. Eine mutige Entscheidung, welche natürlich viele Fragen offen lässt, es den Zuschauern zeitgleich aber auch ermöglicht einen kurzen Blick auf die Erde nach Praimfaya zu werfen. Und dieser hat es wirklich in sich, nicht nur hat Clarke überlebt, sondern wohnt in ihrem Rover mit dem Natblida-Mädchen Madi. Wie von A.L.I.E. vorausgesagt ist der Großteil der Erde nicht mehr bewohnbar, aber es gibt einen kleinen Streifen Wald. Wie es Octavia und den anderen im Bunker ergangen ist und wieso Bellamy und Co nicht zurück sind, bleibt vollkommen offen, da Clarke keinen Kontakt herstellen konnte. Sie hat die Hoffnung jedoch noch nicht aufgegeben und funkt jeden Tag, ein bisschen an "I am Legend" erinnernd, ihre Freunde an. Mit Clarkes Routine scheint jedoch vorbei zu sein, als der Gagarin Gefangenentransporter von der Eligius Corporation landet. Wem der Begriff Eligius bekannt vorkommt, kennt entweder den Heiligen oder erinnert sich daran, dass Becca für die Eligius Corporation ursprünglich das Natblida-Serum hergestellt hat. Ein Gefangenentransporter auf Langzeit-Raummission? Doch selbst wenn sich Gefangene neben Wachpersonal dort befanden, sind inzwischen gut drei Generationen vergangen und damit lässt sich nicht einschätzen, auf was für Leute sie so treffen. Ja, das Ende bietet Raum für viele Spekulationen und jene könnten dabei helfen, die kommenden Monate ohne "The 100" zu überbrücken.

Randnotizen

  • Ob es wohl noch andere Natblida gibt, welche Praimfaya überlebt haben und wo wir bei dem Thema sind, ob noch Überreste von A.L.I.E.s Code auf der Ark existieren?
  • "8 people alone in space for 5 years, and one of them's John Murphy. I should have drank the tea. - Zumindest kann niemand Murphy die Schuld an Echos beinahe Selbstmord geben.
  • Nachdem Bellarke-Fans die Episode über einige wunderschöne Szenen zu sehen bekommen haben, dürfte das Bild von Bellamy und Raven, die Clarke für Tod halten und beschließen gemeinsam deren Andenken mit ihrem Überleben zu ehren, sich wie eine kalte Dusche anfühlen.
  • Wer wurde noch ein bisschen sentimental, als die Funkverbindung zwischen Bellamy und Octavia abbrach, beide jedoch trotzdem "May we meet again." sagten?
  • Und Clarke hatte endlich Zeit mal wieder etwas zu zeichnen!
  • Zwar verpassen wir in dieser Episode, wie sich Grounder und Arker - wobei ich sie besser nun Wonkru nennen sollte - nach Octavias Rede einleben, aber ich habe volles Vertrauen, dass Octavia, Kane und Indra das gemeinsam hinkriegen.
  • Noch erwähnen möchte ich auch gern noch die Darstellung von Praimfaya, die Spiegelung der Feuerwand in Clarkes Helm oder der Blick von oben, alles gut gemacht, obwohl die Serie sicherlich nicht allzu viel Budget für diese Effekte hat. Die Liebe zum Detail merkt man auch immer wieder an den Kostümen und Requisiten, beispielsweise an Clarkes Gewehr.

Fazit

Die Autoren haben sich mal wieder selbst übertroffen und bieten in Staffelfinale alles auf, was "The 100" ausmacht. Das meiner Meinung nach bisher beste Finale ist gleichzeitig spannend, überraschend und emotional. Es vergisst nicht die Geschichte der Charaktere, zeigt aber auch gleichzeitig, was für einen langen Weg sie alle bereits hinter sich haben. Deshalb bleibt nicht mehr viel zu schreiben außer: Of course we meet again in Season 5!

Charleen Winter - myFanbase

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