Bewertung

Review: #7.15 Mit dem Blut meines Herzens geschrieben

Foto: Caitriona Balfe & Sam Heughan, Outlander - Copyright: 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Caitriona Balfe & Sam Heughan, Outlander
© 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television

Wir haben schon viele "Outlander"-Episoden erlebt. Manche waren voller Familiensinn, andere geprägt von Krieg und Verzweiflung. Wieder andere gaben uns romantische Momente oder gefährliche Abenteuer. Diese Episode ist voller Angst und rückt Claire und Jamie sehr stark in den Vordergrund. Dadurch wirkt sie einerseits minimalistischer als sonst, andererseits vereint sie all das, was wir an "Outlander" kennen und lieben, wodurch sie unglaublich vielseitig ist.

Written in My Own Hearts Blood

Es gibt keine andere Serie, bei der ich mich so sehr auf die erste Szene und das Intro freue. In den ersten Momenten erleben wir häufig Szenen, die etwas losgelöst vom Rest der Handlung sind und die dann gekonnt durch die Post-Credit-Szene des Intros mit dem übergeordneten Thema der Episode verknüpft werden. Dieses Mal startete man mit einer Vielzahl von Flashbacks, die wunderbare und erschreckende Momente wieder frisch in Erinnerung rufen. Diese Rückblicke passen dabei wunderbar zu Claires Gefühl, dass etwas in der Luft liegt. Sie spürt, dass sich etwas Großes ereignen wird und das tut es auch, als sich die Umstände plötzlich umkehren. Denn am Ende der Episode ist es dieses Mal nicht Jamie, der blutend und verwundet umsorgt werden muss. Es ist nicht Jamie, der angeschossen wurde und die schmerzhaften Konsequenzen des Krieges am eigenen Leib erfahren muss. Es ist nicht Jamie, um dessen Leben wir bangen müssen. Dieses Mal ist alles anders, denn es trifft Claire. Dieser Perspektivenwechsel bietet sowohl erzählerisch als auch schauspielerisch neue Möglichkeiten. Wir erleben einen verzweifelten Jamie, der anders als Claire nicht sofort zur Tat schreitet und weiß, wie der Mensch, den man über alles liebt, am besten zu retten ist. Das Entsetzen steht ihm ins Gesicht geschrieben, besonders da er Claire noch vor wenigen Stunden erzählt hat, wie schön es für ihn nach dem frühen Verlust seiner Mutter ist, Claire alt werden sehen zu dürfen. Zwar glaubt man als Zuschauer nicht ernsthaft daran, dass Claire oder Jamie zu diesem Punkt der Geschichte aus dem Leben gerissen werden, dennoch ist es spannend zu sehen, wie die Figuren mit so dramatischen Momenten umgehen. Sam Heughan konnte hier auf jeden Fall glänzen.

Zu Gunsten des intensiven Blicks auf Claire und Jamie haben wir uns dieses Mal nur am Rande der Schlacht bewegt. Diese Erzählweise funktioniert für mich gut, haben wir in dieser Staffel schließlich schon viele Schlachtfelder gesehen. Auch dass mit Bixby, Whelan und Shaftstall rund um Jamie nur die Männer gezeigt werden, die man uns zuvor nähergebracht hat, macht die Erzählweise intimer. Wunderbar abgerundet wird der Blick auf die Schlacht von Monmouth durch das Gemälde im Intro. Es zeigt die Schlacht mit Jamie an der Kanone und Claire, wie sie die Verwundeten versorgt, wobei Frank und eine junge Brianna das Gemälde betrachten. Dies passt einfach hervorragend zu, Thema Vorahnung.

Diese Episode dreht sich um die Angst. Wo Claire und Jamie Angst haben, einander zu verlieren, findet man das Thema auch in Bezug auf die anderen Hauptcharaktere wieder. Werfen wir einen Blick auf Roger und Brianna, so spüren wir hier deutlich ihre Angst vor der Trennung und der Ungewissheit darüber, wie sie miteinander kommunizieren können. Man arbeitet schöne Parallelen ein, indem beide einen Brief an den jeweils anderen Schreiben und diesem Brief einen liebevollen Kuss aufdrücken. Sehr gut gelungen ist hier auch der Cliffhanger mit Mandy. Stürmt sie vor und tritt vor ihrer Familie durch die Steine?

Angst verspüren auch William und John. Beide haben Geheimnisse, von denen ihre Umwelt nichts erfahren darf, da man sie bei Entdeckung ihres wahren Ichs aus der Gesellschaft verstoßen würde. Es ist erleichternd, William hier einen winzigen Schritt auf Ian zu machen zu sehen. Hoffentlich gelingt ihm das auch bald bei Jamie und John. Zunächst hat William jedoch eine weitaus dringlichere Aufgabe, nämlich die Rettung von Jane.

Kurze Eindrücke

  • Es ist vollkommen nachvollziehbar, dass Ian Oberst Von Schnell nach dieser Drohung nicht einfach seiner Wege ziehen lässt. Schließlich ist die Erinnerung an Arch Bug noch relativ frisch. Aber wird er nachträglich Probleme haben, diesen Mord mit seinen Moralvorstellungen, die sich durch die Hochzeit mit Rachel etwas gewandelt haben, zu vereinen?
  • Florrie Wilkinson hat Fannys Verzweiflung vortrefflich in Szene gesetzt.
  • Ich habe mich schon gefragt, wann Roger Buck die Wahrheit über seine Eltern erzählt. Man kann hier beide Fronten sehr gut nachempfinden. Die Freundschaft, die mittlerweile zwischen den beiden Männern entstanden ist, gefällt mir indes sehr gut und man unterstreicht diese durch Bucks Angebot, allein durch die Steine zu gehen, um Brianna von der erfolglosen Suche zu berichten.
  • Der Episodentitel hat gleich mehrere Bedeutungen. Zum einen ist er der Titel des achten Bandes der Romanreihe von Diana Gabaldon. Zum anderen beschreibt er wortwörtlich Jamies Rücktritt aus der Armee.
  • Nachdem Roger nun alles erledigt zu haben scheint, hatte ich spekuliert, ob er gleichzeitig mit Brianna Craigh na Dun erreicht und ob sie sich dann in der Zeit von Claire und Jamie wiedertreffen. Wir werden sehen.

Fazit

Die vorletzte Episode der Staffel weiß durch den intensiven Fokus auf Claire und Jamie zu überzeugen. Für das Finale wurden die Figuren in vielversprechende Positionen gebracht, sodass man gespannt darauf ist, wie die Geschichte gipfeln wird.

Marie Müller - myFanbase

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