Bewertung: 7

Review: #3.02 Deadhead

Foto: Athena Karkanis, Manifest - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Athena Karkanis, Manifest
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Episode 2 setzt die drei Wiederauferstandenen in den Mittelpunkt, leistet aber auch ein bisschen Charakterarbeit und deutet an, welche Subplots in dieser Staffel wohl relevant sein könnten. Dabei bleibt das Große Ganze fast ein bisschen auf der Strecke.

"They are alive."

Da man nach dem Vorfall des Finales von Staffel 2 keine Leichen im See finden konnte, ist Michaela skeptisch geblieben und hat den See weiter überwacht und genau dort, wo eine Kamera war, sind die drei Männer wieder auferstanden und aus dem See gekommen. Der Zeitraum von 84 Tagen wird wohl noch eine Rolle spielen, weil die Vermutung nun nahe liegt, dass auch sie ihr Todesdatum in 84 Tagen haben könnten. Darum geht es aber gar nicht in dieser Episode. Vielmehr wird das Trio beobachtet, welches unsicher ist, wie sie mit ihrer unverhofften Auferstehung nun umgehen sollten. Die Diskussion kommt fast ein bisschen zu kurz, aber die Querverbindung zur neuen 828-Passagierin mit dem Foto ist irgendwie spannend. Da freue ich mich sehr auf die Fortsetzung. Ansonsten überzeugte mich dieser Abschnitt eigentlich vor allem, weil Michaela und Drea ein super Team gebildet haben. Schon ihre Begrüßung hatte so viel Herzlichkeit. Diese enge Verbindung ist mir in der zweiten Staffel gar nicht aufgefallen, aber es macht jetzt Lust auf mehr. Durch die Chemie der beiden ist regelrecht untergegangen, dass Jared eine Beförderung bekommen hat. In dieser kurzen Szene hat sich trotzdem gezeigt, dass zwischen ihm und Michaela noch viel Herz existiert. Und so sehr ich mich für Michaela und Zeke als Paar freue, so sehr hoffe ich doch auch, dass mit Jared das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

"The truth shall set you free."

Während Cal und Grace nach Schutz in der Abgeschiedenheit suchen und für die nächste Episode eine tieferer Einblick in Graces Familie vorbereitet wird, will Ben unbedingt sein Helfersyndrom ausleben und Vance helfen. Dabei wird es etwas kryptisch, denn der überraschende Besuch aus Vances Umfeld aus der Regierung zeigt, dass das alles nicht so einfach ist und auch andere Leute Fragen haben. Insbesondere Tim Powell kommt hier eine besondere Rolle zu. Allerdings ist mir noch nicht ganz klar, welche Richtung dieser Plot einnehmen soll. Ben verbündet sich also wieder mit jemandem, bei dem er hofft, ihm vertrauen zu können und damit Vance zu helfen. Ob das clever ist, wird sich noch zeigen, aber Ben will eben unbedingt immer wieder alles in Ordnung bringen. Ob das mit seiner Hand auch funktionieren wird, ist auch so ein kleiner Part, der nebenbei voran gebracht wird. Ich mag es sehr, wenn viele kleine Enden kontinuierlich vorangebracht werden, statt sie für eine Episode dann aus der Versenkung zu holen. Auf der anderen Seite fehlt mir im Moment noch Richtung, in welche diese Staffel nun eigentlich will. Dafür sind es zu viele Fragen, die das Flugzeugteil mit sich bringt.

"I'm supposed to help her."

Der sogenannte Plot der Woche gehört Angelina Meyer, die eine Art Calling hat und gemeinsam mit Olive der Sache auf den Grund geht. Olive scheint richtig Spaß dabei zu haben, weil sie sich so wieder dazugehörig fühlt und so ihre Rolle in der Familie nützlich ausfüllen kann. Ich bin mir nur noch nicht sicher, inwieweit mir das nicht alles zu konstruiert war. Die Kirche, die vergrabene Kiste, das Foto, das zufällig verloren wird und genau den Jungen im Hintergrund zeigt. Das ist etwas sehr viel Zufall oder Schicksal oder Glück und genau an der Stelle, wo es spannend wird, lässt Michaela ihre Autorität raushängen, statt diese ganzen Zufälle wirklich zu hinterfragen und das Übernatürliche dahinter zu sehen. Insofern ging es dann doch sehr schnell und auch diese Story vertagt sich irgendwie auf die nächste Episode. Ich hätte schon wenigstens hier etwas mehr Abschluss bzw. mehr Antworten erhofft, statt weitere Fragen zu eröffnen. Positiv bleibt trotzdem wieder Olive in Erinnerung. Ihr fokussiertes Unterstützen gefällt mir viel besser als ihr sektenhaftes, pubertäres Verhalten in der ersten Phase von Staffel 2.

"I'm a muggel again."

Auch kleine, aber spannende Fortschritte machen wir bei Saanvi und Zeke. Letzteres scheint gerettet und dadurch aber auch nicht mehr so richtig dazu zu gehören, weil er keine Callings mehr, dafür allerdings sein Todesdatum überstanden hat. Aber eventuell bringt er sich mit einer anderen, menschlichen Fähigkeit ein, denn er erkennt, dass es Saanvi nicht gut geht. Als Superkraft würde ich das nicht ansehen, denn eigentlich ist das ziemlich offensichtlich. Es bekommt nur niemand mit, weil Saanvi immer nur aufgesucht wird, wenn man was von ihr will, sie aber nie gegenwärtig ist. Diese Ausgrenzung macht ihr wahrscheinlich mehr zu schaffen, als die Abwesenheit der Callings. Ich finde es auch schade, dass Saanvi irgendwie ignoriert wird und mit alle ihren Problemen und Sorgen ja wirklich allein gelassen wird. Dass Ben und Co hier nichts aus Staffel 2 gelernt haben, in der sich Saanvi einer fremden Person, einer vermeintlichen Therapeutin, geöffnet hat, ist etwas traurig, denn schon da hat man gemerkt, dass ihre Rolle in der Gruppe irgendwie undankbar und einsam ist. Vielleicht kann Zeke jetzt diese Lücke schließen und Saanvi auffangen, aber die anderen sollten sich ruhig auch mal mehr kümmern. Immerhin macht Saanvi fast nichts anderes, als alle Erkenntnisse und Eigenarten in eine wissenschaftlichen Rahmen zu sortieren und damit echte Antworten außerhalb von Vermutungen und Glauben zu finden.

Fazit

Es werden in dieser Episode sehr viele Geschichten mit kleinen Schritten voran gebracht, was in erster Linie positiv ist und einen Plan für die Staffel vermuten lässt, zumal erste Verbindungen der einzelnen Teile sich bereits andeuten. Trotzdem sind es mir zu viele Fragen und zu wenige Antworten (bzw. eigentlich gar keine Antworten), sodass ich noch zu sehr in der Luft hänge. Da bleibt einem nur übrig, schnell weiter zu gucken.

Emil Groth - myFanbase

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