Bewertung: 7

Review: #3.01 Tailfin

Foto: Jack Messina, Manifest - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jack Messina, Manifest
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Etwas unverhofft, nach dem Staffelfinale von Staffel 2 jedoch unbedingt notwendig, kehrt "Manifest" mit der dritten Staffel wieder zurück. Dabei gibt es direkt einen kleinen Zeitsprung, in dem es relativ ruhig gewesen ist um 828-Passagiere. Nun geht es aber wieder los.

"We were about to die."

Nach ein paar Monaten Pause gibt es ein neue Visionen, die Ben, Cal und Michaela betreffen und wie so oft auch ein weiteres Gesicht zeigen. Die Message ist auch klar. Sie werden alle sterben. Dieser Beginn war irgendwie etwas ernüchternd, weil es die gleiche Leier wie die letzten zwei Jahre ist. Plötzlich kommt einen sehr wenig aussagekräftige Vision, die es notwendig macht, viel zu recherchieren und herauszufinden. Wieder stellt sich also die Frage, was die Callings also überhaupt wollen. Sollen sie helfen, um dem Schicksal zu entgehen? Oder sollen sie dazu führen, dass das Schicksal doch noch zuschlägt, also eine Art selbsterfüllende Prophezeiung? Der grundlegende Aufhänger der Serie bleibt also weiterhin vage und der Zuschauer diesbezüglich frustriert.

"Everything about 828 is crazy."

Wenn man diese Basisprobleme ad acta legt, dann ergibt sich aber schon eine schwungvolle Episode. Ben ist mal wieder irgendwo unterwegs um das Wrackteil ausfindig zu machen, welches uns im Finale der zweiten Staffel präsentiert wurde. Etwas unglaubwürdig ist, dass man dieses riesige Teil offenbar so lange geheim halten konnte und ausgerechnet Ben und Co. die Fährte aufnehmen konnten. Aber Vance ist eben einfach richtig gut. Dass Ben beim Berühren des Teils erst mal weggeschleudert wird, ist ein spannender Aspekt. Wirken hier Kräfte wie bei zwei gleichartigen Teilchen, die sich abstoßen, wenn sie sich zu nah kommen? Generell ist die Personifizierung des Flugzeuges eine spannende Idee, die gegen Ende der Episode andiskutiert wurde. Sind sie metaphysisch eigentlich tot und nur noch auf anderer Ebene existent? Gab es eine Art Kopie? Vielleicht sogar eine Art parallele Dimension? Welche Rolle spielt das Flugzeug insgesamt und wie spielen die Schattenwesen da mit rein? Es gibt viele Fragen, deren Antworten sehr kompliziert und komplex sein werden. Ich hoffe sehr, dass die Staffel (vermutlich eh die letzte) diesen Fragen auf den Grund geht und gute Lösungen zu bieten hat.

"Nice work you guys."

Was mir am besten in dieser Episode gefallen hat, ist der Teamgedanke, der hier so gut durchkam. Egal ob Saanvi, Cal, Olive, Zeke und Michaela, Ben und Vance, alle haben ihren Anteil an den Nachforschungen, alle sind irgendwie miteinander verbunden und arbeiten gemeinsam an dem Ziel. Das hatte was sehr harmonisches und zielstrebiges und wirkte wie ein großes Agententeam, in dem jeder seine individuellen Fähigkeiten optimal mit einbringt. Ärgerlich ist nur, dass sich Vance offenbar geopfert hat. Ich kann mir gut vorstellen, dieses Teamwork auch in den nächsten Episoden umgesetzt zu sehen, denn alle haben das gleiche Interesse. Hier ist es dann die Suche nach der Frau, die man gemeinsam identifiziert und ausfindig macht. Michaela und Zeke geben ein unfreiwilliges Agentenduo während ihrer Flitterwochen und sind ideal eingespielt (was einem für Jared leid tut, weil er damit auch in dieser Hinsicht einfach mal ersetzt wurde). Inhaltlich hat mich die Passagierin Angelina Meyer, die von den Eltern im Keller festgehalten wird, nicht weiter ergriffen, aber das Drumherum war äußerst gelungen. Ich hoffe, dass hier noch deutlicher wird, was sie so besonders macht, denn wenn man nicht wüsste, dass sie in den weiteren Episoden zu sehen sein wird, könnte man auch denken, dass sie einfach wieder in der Versenkung verschwindet, wie es so oft andere Passagiere getan haben.

"I need to speak to her."

Etwas unscheinbar aber für die Staffel wohl ebenso wichtig waren die Szenen auf dem Revier, wo Sarah Fitz gerne Michaela Stone sprechen will und zumindest so hartnäckig ist, dass Jared sich erbarmt und ihr Gehör schenkt. Was dann kommt, ist auf jeden Fall spannend, denn Sarah ist die Tochter des Majors, der Widersacherin in der letzten Staffel, die bei Saanvis Verhörversuch gestorben ist, worunter Saanvi auch immer noch leidet. Dieser Part macht mich sehr neugierig für die nächsten Episoden und ich hoffe, dass Sarah auch noch dafür sorgt, dass man mehr über die Arbeit ihrer Mutter erfährt. Erstmal bin ich aber gespannt, wie Jared reagieren wird.

"What about the two shadows you used to see?"

Auch die Bösewichte aus der letzten Episode werden durch Zeke und Cal wieder in Erinnerung gerufen. Cal behauptet, keine Schatten mehr zu sehen und sicherlich stimmt das auch. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass er schon durch ein gemaltes Bild weiß, dass das Thema noch nicht durch ist. Als Zuschauer bekommt man in der letzten Minute die Gewissheit, dass dem so ist, als die Angreifer plötzlich wieder aus dem See auftauchen, obwohl man nach ihrem Einbrechen damals keine Körper hatte finden können. Auch hier wäre eine Erklärung spannend, aber wichtiger ist erst mal, was auf Cal und Co. wieder zukommt mit dieser Wiederauferstehung.

Fazit

Der Staffelauftakt ist ganz ordentlich. Die Grundidee, mit seltsamen Visionen eine Episode in Gang zu bringen, nervt mich zwar eigentlich, aber das, was dann in Bewegung gebracht wird, ist spannend, kurzweilig und macht Lust auf mehr.

Emil Groth - myFanbase

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