Bewertung: 9

Review: #2.07 Emergency Exit

Foto: Luna Blaise, Manifest - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Luna Blaise, Manifest
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das war doch mal eine Episode ganz nach meinem Geschmack. Alles hing miteinander zusammen. Es war spannend, dramatisch und dynamisch fortschreitend. Endlich wurden mal wieder die Karten auf den Tisch gelegt. Aber der Reihe nach.

"Can we just talk about us for a minute?"

Saanvi macht mit ihren Experimenten an sich selbst weiter und nimmt dabei natürlich viel Risiko auf sich. Ich verstehe auch nicht ganz, warum sie es immer ohne Aufsicht macht. Natürlich würde Ben sie aufhalten wollen, aber wenn sie ihm klar macht, dass sie es sonst ohne Aufsicht machen würde, wäre er vielleicht bereit, bei den Tests anwesend zu sein, um sich kümmern zu können. Nun gut, Saanvi ist eben sehr fokussiert und bereit alles dafür zu tun, eine Heilung gegen die Genanomalie zu finden. Dass man hier ihre Liebesgeschichte wieder rausholt, somit zeigt, dass Saanvi im Flug 828 vergeblich auf eine Frau namens Alex Bates gewartet hat und diese ihr auch arbeitstechnisch halt gegeben hatte, war passend und für Saanvi auch mal notwendig. Dass Alex nun auch wieder ausschlaggebend dafür ist, dass Saanvis Forschung zum Erfolg wird, rundet das natürlich ab. Trotzdem denke ich eher, dass Alex keine große Rolle mehr spielen wird. Dafür hat man sie dann doch zu wenig gesehen bei diesem bedeutenden Fortschritt. Wobei man auch hier jetzt abwarten muss, was dieser Fortschritt eigentlich bedeutet. Man hat am Ende der Episode schon gespürt, dass Saanvis Heilung gleichzeitig auch bedeutet, nicht mehr in der Lage zu sein, Leben zu retten. Sie war beim Showdown außen vor, weil sie einfach nichts davon wusste. Es wird also mindestens unseren Hauptcharakteren nicht so leicht fallen, sich "heilen" zu lassen. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass sie es nicht tun, weil dann ja auch die Grundlage der Serie weg wäre.

"So you're saying, if I had a beer with Adrian, it'll fix this?"

Ben wird in dieser Episode erst mal wieder der knallharte Vater, der Adrian erneut deutlich macht, dass er sich von Olive fernhalten solle. Wenn Ben den Macker raushängen lässt, kann ich ihn einfach nicht ernst nehmen. Josh Dallas hat einfach nicht das Gesicht dafür, um Angst einzuflößen. Da fand ich seine sanfte Versöhnungsseite glaubhafter, auch wenn der Umschwung etwas plötzlich war. Das führt ihn dann jedenfalls direkt an den zentralen Ort des Geschehens und mit Hilfe der Visionen und dem Wiedererkennen einiger Passagiere, die im Cliffhanger der letzten Episode nicht so offensichtlich zahlreich waren, wurde schnell deutlich, dass es diese Episode richtig in sich haben wird. Und ganz nebenbei kann Ben wieder auf Adrian sauer sein, weil er die Visionen auch hatte und einfach nichts getan hat, er also nicht ganz so unschuldig ist, wie er zwischenzeitlich wirkte.

"The miracle is upon us, but only if passengers are among the fallen."

Im Zentrum steht aber natürlich Isaiah, der hier als Strippenzieher agiert und diesen regelrechten Anschlag auf 828ers organisiert und durchführt. Dass ihm das gelingt, liegt ja vor allem wieder an der Vision selbst, die viel zu viele Interpretationsspielräume ließ. Allen Rettungsversuchen zum Trotz, die insgesamt spannend und dramaturgisch geschickt umgesetzt wurden, haben es nicht alle überleben können. Finn war als Opfer bereits zu erwarten, was nach der letzten Episode trotzdem schade ist. Andere 828ers fallen da weniger ins Gewicht, wobei da die Übersicht fehlt. Enorm schmerzhaft, insbesondere für Olive, war natürlich der selbstlose Einsatz von TJ, der letztlich ja Olive und Ben gerettet hat. Nach der erste Szene der Episode war schon zu vermuten, dass mit TJ was Besonderes passieren könnte. Sein wahrscheinlicher Tod (gut, Vance hat eine solche Explosion auch überlebt) ist wirklich tragisch. Da hat er lange gebraucht, um mich auf seine Seite zu bringen, insbesondere in Kombination mit Olive, und in dem Moment, wo ich mich auf beide freue, ist es auch schon wieder durch mit dem Thema…vorerst. Ich bin skeptisch, ob TJ wirklich tot ist. Entweder konnte er noch entkommen oder es gab wirklich ein Wunder. Wir werden sehen.

Und sonst noch?

Ein paar kleine Schauplätze sollen hier in Kurzform noch kommentiert werden, ohne den Rahmen zu sprengen.

  • Michaela stellt ihr Misstrauen Zeke gegenüber relativ plump dar und verärgert ihn erst mal zurecht. Nach seinem heldenhaften Einsatz, der interessanterweise auf eiskalte Hände zurückzuführen ist (die er offenbar nur in Extremsituationen hat und nicht, wenn er Michaela durchs Gesicht fährt), bleibt man allerdings besorgt zurück. Der gegenseitige Liebesschwur könnte nur kurz Bestand haben, wenn Zekes Körper solche Zeichen von sich gibt.
  • Michaelas nicht mehr streng verfolgte Suche nach dem Maulwurf bekommt durch Zufall neues Futter. Jedenfalls schuldet ihr Jared jetzt eine gute Begründung für das Abrufen ihres Falles. Jareds neues Ich inklusive der Frisur gefallen mir übrigens gar nicht. Sein Frust ist zwar nachvollziehbar, die 180°-Drehung ist mir aber immer noch zu heftig, auch weil er sich damit nicht nur gegen Michaela sondern auch die anderen Stones stellt.
  • Ben hat mit dem Tagebuch zu Al-Zuras offenbar den heiligen Gral gefunden. Auf jeden Fall könnte diese eingeschlagene Richtung sehr viele Fragen beantworten und natürlich neue aufwerfen.
  • Cal, den ich zuletzt vermisst hatte, taucht endlich mal wieder auf. Statt aber eine wichtige Rolle in den Visionen zu spielen, gibt er sich nur als pubertierender Jugendlicher, der auch mal wieder machen möchte, was er will. Dann kann man ihn auch wieder weglassen.


Fazit

Das war endlich mal wieder eine Episode, die in so ziemlich jeder Minute deutlich gemacht hat, warum mich "Manifest" nach dem Pilot so in seinen Bann gezogen hatte und interessierte. Die Storylines waren alle miteinander verknüpft. Es war spannend, dramatisch und tragisch und man ist parallel auch noch zwei Schritte vorwärts gegangen. Weiter so (auch wenn ich schon jetzt weiß, dass dieses Tempo und diese Dichte nicht jede Woche möglich sind.) Es stimmte zwar nicht alles zu 100%, aber es ist auch die Erleichterung ob dieser starken Episode im Kontext der letzten, die mich einfach mal 9/9 Punkten vergeben lässt.

Emil Groth - myFanbase

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