Bewertung: 7

Review: #18.05 Bottle Up and Explode!

Foto: Grey's Anatomy
Grey's Anatomy

Ich war ja anfangs mehr als skeptisch gegenüber "Seattle Firefighters - Die jungen Helden". Lange Zeit habe ich mich auch geweigert, der Serie mehr Aufmerksamkeit als nötig zu schenken und als man in Staffel 16 mit den wöchentlichen Crossovern begann, war ich vor allem genervt, dass man den Fokus der Mutterserie derart verrückte. Doch irgendwann habe ich mich dieses Jahr, nachdem ich zwischenzeitlich positive Eindrücke von Figuren wie Vic oder Maya gewonnen hatte, dazu aufgerafft und habe mittlerweile das Meiste der Serie gesehen. Und somit hatte ich natürlich mit Spannung das will-they-won't-they zwischen Vic und Dean verfolgt und hatte gehofft, dass tatsächlich mehr zwischen den beiden besten Freund*innen entstehen könnte. Daher ist das dieswöchige Crossover natürlich ein Abgesang an diese Hoffnung und hat sicherlich nicht nur bei mir den Taschentuchverbrauch auf ein monatliches Hoch getrieben. Gerade die Szene, in der eine buchstäblich geschockte Vic Travis fragt, ob das alles real ist oder als Ben, Andy und Travis sich weinend umarmen, haben mich zu einem schluchzenden Etwas werden lassen. Vom Skeptiker zum klaren Fan – das hat nicht jede Serie bei mir geschafft und deswegen an dieser Stelle eine eindeutige Weiterempfehlung für das Spin-Off.

In der Mutterserie zeigen sich die Konsequenzen von Deans Tod vor allem bei Bailey und Ben. Ben hatte nämlich Dean in einer anderen Gefahrensituation versprochen, die Vormundschaft für dessen Tochter Pru zu übernehmen, sollte ihm etwas zustoßen. Das hat Ben nur leider nie mit seiner Ehefrau besprochen, die in dieser Woche aus allen Wolken fällt – und dabei leider nicht immer mit Fingerspitzengefühl agiert. Es fiel mir auch schwer, nachzuvollziehen, warum sofort die Vormundschaftsfrage geklärt werden müsste – Dean ist nicht mal fünf Minuten tot und sofort muss sein ganzer Nachlass geklärt werden? Da hätten sowohl Ben als auch Bailey sich eindeutig sensibler einander gegenüber verhalten müssen und dieses Gespräch in Ruhe klären müssen, gerade, weil die kleine Pru ja sicherlich auch in der Zwischenzeit von einem der anderen Feuerwehrmänner und -frauen hätte versorgt werden können. Selbstverständlich löst sich das Ganze am Ende in Wohlgefallen auf und Bailey ist schockverliebt in Pru und kann die Angst vor dem weiteren Verlust eines Kindes vorerst überwinden. Dennoch bleiben bei mir an dieser Stelle etwas gemischte Gefühle zurück. Bailey und Ben werden, insbesondere bei "Seattle Firefighters", häufig als DAS Traumpaar schlechthin dargestellt. Folgen wie diese hingegen schmälern diesen Eindruck und zeigen auf, wie fehlerhaft er ist, da Ben und Bailey ihre häufigen Kommunikationsprobleme offenbar immer noch nicht angegangen sind.

An anderer Stelle sorgt die Explosion, die zu Deans Dahinscheiden geführt hat, dafür, dass auch Owens Trauma wieder zum Vorschein kommt. Hier wurden nicht wirklich neue Akzente gesetzt und es wurde das übliche Programm zu Owens Trauma abgespielt: Die verwackelten Kameraeinstellungen, der Zoom auf seine Augen, das Zittern und das aggressive Reagieren auf die Sorge der anderen Ärzt*innen. Schön fand ich allerdings, dass man durchaus herausgestellt hat, dass Owen sein Trauma besser als in der Vergangenheit im Griff zu haben scheint. In gewisser Weise wurde noch einmal die Wichtigkeit seines Vorhabens mit den Veteran*innen unterstrichen. Dennoch bleibt diese Storyline insgesamt etwas blass.

Im Gegensatz dazu lassen sich die Akzente, die die Storyline um Farouk, Megan und Cormac als gewissermaßen farbenfroh beschreiben. Die Bindung, die Megan und Cormac zueinander aufgebaut haben, begeistert mich von Folge zu Folge mehr, gerade, weil dabei deutlich wird, wie zärtlich und vorsichtig das vonstattengeht. So sind Szenen wie das gemeinsame Singen der Cartoon-Intros, um Farouk während der OP zu beruhigen, oder die Art, wie Cormac Megan einfach zu verstehen scheint, kleine Highlights dieser Folge. Abigail Spencer hätte meiner Meinung nach sowieso seit Staffel 14 eigentlich dauerhafter Bestandteil der Serie werden müssen und kann in dieser Folge wieder auf sämtlichen Ebenen brillieren. Es wird dennoch abzusehen sein, wie diese Storyline weitergehen wird – zwar konnte Winston Farouk helfen, allerdings scheint ihm noch ein langer, schwerer Weg bevorzustehen. Auch hier ist es schön, wie Cormac sich an Owen wendet und dafür sorgt, dass Megan und Farouk diesen nicht mehr alleine, sondern mit ihrer Familie gemeinsam bestreiten werden. Wie die Annäherung zwischen Cormac und Megan weiter verlaufen wird, wird ebenfalls spannend bleiben. Und ganz kurz: Bin ich eigentlich der Einzige, der es seltsam findet, dass Megan und Meredith offenbar immer die gleichen Männer anziehen?

Wenn man vom Teufel spricht – die Storyline um Meredith in Minnesota nimmt immer mehr an Fahrt auf. Dies liegt vor allem daran, dass sämtlichen beteiligten Figuren etwas mehr Ecken und Kanten verliehen werden, sodass wir einfach vielschichtigere Eindrücke von ihnen gewinnen dürfen. Auslöser dafür ist natürlich die Rückkehr von Tom Koracick, der von Amelia als zweiter Neurochirurg in das Projekt inkludiert wird und sowohl mit Dr. Hamilton als auch mit Kai eine Vergangenheit hat. Während er sich Kai gegenüber als unangenehmer und anzüglicher Lehrer präsentiert hatte, hatte er gleichzeitig eine Affäre mit Hamiltons Tochter – was dessen Ego, laut Nick, deutlich aufgestoßen hatte. Es ist einfach herrlich, Greg Germann wieder in der Serie sehen zu dürfen – insbesondere, weil man einfach dort wieder anfängt, wo man mit ihm aufgehört hat, und ihn dabei zeigt, wie er weiter versucht, sich zu verändern, aber natürlich weiterhin sein zynisches, herrliches arrogantes Selbst bleibt. So schafft man es auch, die Beziehungen des bisherigen Studienteams weiter zu vertiefen.

Zum einen wird hierbei der Flirtkurs, den beispielsweise Amelia und Kai eingeschlagen haben, fortgesetzt und sorgt für einige Momente, bei denen ich schmunzeln musste. Hier wird es spannend bleiben, inwieweit Link und Amelia ihre verdiente zweite Chance bekommen werden. Dazu müssen bei Meredith und Dr. Hamilton die Hierarchie im Team unter sich klären. Dr. Hamilton ist nämlich nicht nur, wie Meredith überrascht feststellen muss, ein gönnerhafter brillanter Arzt, der zufälligerweise die Krankheit erforschen lassen möchte, unter der er selbst leidet, sondern leidet, wie alle Ärzt*innen der Serie, unter einem kleinen Gött*innenkomplex. Insbesondere hat er aber natürlich Angst aufgrund seiner Erkrankung und hat deswegen Schwierigkeiten, rational und kontrolliert zu bleiben. Merediths Überraschung kann man durchaus als naiv bezeichnen, dennoch fand ich es schön, wie sie sich schlussendlich als Chefin des Projekts durchsetzen konnte und die beiden gleichzeitig weiter ihr freundschaftliches Verhältnis ausbauen. Dazu mochte ich es einfach sehr gerne, wie Nick Marsh in diese Storyline miteinbezogen wurde. Im Gegensatz zu den letzten Folgen wirkte dadurch die Beziehung von ihm und Meredith nicht wie ein romantisches Element, das quasi nebenbei zur Serie läuft, sondern das aktiv in den Alltag der beiden integriert wurde. So steht Nick Meredith mit Rat und Gossip zur Seite und kann sie mit ein paar Flirts wieder aufmuntern. Den ersten Kuss der beiden zum Ende der Folge fand ich auch sehr schön inszeniert und muss daher gestehen, dass ich die Beziehung der beiden immer mehr mag. Ob wir jemals wieder zu einem Love Triangle mit Cormac zurückkehren werden? Auch das werden die nächsten Folgen zeigen.

Fazit

Früher hätte ich die Folge sicher durchaus strenger bewertet – da war ich allerdings selbst noch nicht Fan von "Seattle Firefighters". Mit Ausnahme einer etwas unsensiblen Bailey und einem in alten Mustern steckenden Owen habe ich allerdings nicht wirklich zu viel bemängeln und insbesondere die Annäherungen zwischen Cormac und Megan sowie Meredith und Nick und die Rückkehr von Tom Koracick können begeistern. Deswegen: Sieben von neun Punkte und eine ordentliche Ladung an Vorfreude für die nächsten Folgen.

Lux H. - myFanbase

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