Bewertung: 6

Review: #4.06 Glease

Foto: Copyright: 2012 Fox Broadcasting Co.; Adam Rose/FOX
© 2012 Fox Broadcasting Co.; Adam Rose/FOX

Das war also das Musical "Grease"? Besonders viel hat man davon nicht mitbekommen, denn es kamen unfassbar viele Handlungsstränge zusammen und es gab sehr viele Charaktere, die ihren Platz bekommen haben, dadurch aber Einiges zu kurz kam. Ich hatte definitiv andere Erwartungen an diese Folge und habe mich wahnsinnig auf das Musical gefreut, doch im Endeffekt bleiben mir ganz andere Sachen im Kopf, als Danny und Sandy. Das war nur eine Randgeschichte und ich bin auch etwas enttäuscht, dass man so viele andere Handlungsstränge in diese Folge gepackt hat. Das war dann doch zu viel. Sobald man etwas angeschnitten hat, wurde schon zum nächsten gesprungen und das finde ich ehrlich gesagt sehr sehr schade.

"Acting is all about knowing the material, right? The themes. So what is 'Grease' all about? Well, it's about fixing cars and getting grease under your fingernails. And about signing a blood oath with your brothers to the very end."

Aber fangen wir mal an. Da es in dieser Folge um das Musical "Grease" ging, möchte ich damit beginnen. Ich muss dazu sagen, dass ich großer "Grease"-Fan bin und mich sehr auf die Umsetzung gefreut habe. Doch man hat nur drei Performances davon auf der Bühne gesehen, der Rest spielte sich in der Episode ab. An sich ist das ja nicht verkehrt und das hatten wir bei "Glee" auch schon. Doch gerade bei diesem Musical hätte es mich gefreut, wenn man mehr auf der Bühne gesehen hätte. Aber ich will aber nicht meckern, sondern mich darüber freuen, dass einige Songs davon umgesetzt wurden. Die Performance der Jungs in der Werkstatt war für mich großes Kino, weil ich das Lied sehr mag und mir Ryder hier außerordentlich gut gefallen hat. Er passt in diese Serie wunderbar rein und hat bewiesen, dass er der richtige Gewinner der "Glee Project" war. Seine Stimme gefällt mir, seine schauspielerische Leistung gefällt mir und ich mag die Rolle, die man ihm gegeben hat. Hier habe ich nichts auszusetzen und wenn dann noch alle Jungs mit dieser Frisur mitmachen, kann eigentlich nichts schief gehen.

"These are called fingers. Just stick them in your pie hole and bingo, you're magically supermodel thin forever."

Auch der zweite Song bei Kitty zuhause war gut umgesetzt, auch wenn ich bei meiner Meinung bleibe, dass ich Kitty nicht mag. Dieser Charakter geht mir unfassbar auf die Nerven und ich finde es schade, dass man ihr in dieser Folge so viel Zeit gegeben hat, denn eigentlich hatte sie ja nur eine Nebenrolle gewonnen. Doch man stellt sie in den Vordergrund und gibt ihr auch noch ein sehr ernstes Thema, mit dem sie Marley aufziehen und verunsichern kann. Bulimie ist kein einfaches Thema und damit muss man sehr vorsichtig umgehen, weshalb es mich so erschreckt, dass Marley sich alles, was Kitty zu ihr sagt, so zu Herzen nimmt und gleich umsetzen will. Wir kennen das ja bereits von Quinn und Santana und es gefällt mir nicht, dass Marley hier so leichtgläubig ist und alles macht, was Kitty ihr sagt. Ich dachte, sie wäre ein stärkerer Charakter und würde auf ihre Mutter hören oder sich nicht davon so beeinflussen lassen. Andererseits ist sie jung und naiv und man hört natürlich darauf, was die beliebten Kids zu sagen haben. Dennoch hätte ich es schön gefunden, wenn Tina darauf auch reagiert hätte. Sie muss doch gemerkt haben, dass sich jemand an Marleys Outfits zu schaffen gemacht hat. Naja, so war es jetzt und ich bin davon nicht begeistert, weil es von Kitty aus ging und für mich zu viel Platz eingenommen hat. Zum Glück konnte man das noch drehen, denn die Umsetzung, wie Ryder darauf reagiert, hat mir hingegen sehr gut gefallen. Er ermutigt Marley, gibt ihr Kraft und küsst sie sogar, um sie zu beruhigen. Das war eine schöne Szene und ich freue mich auf die weitere Entwicklung zwischen den beiden, denn Jake sah gar nicht begeistert aus und nun wird es ein kleines Liebesdreieck geben. Für wen ich hier bin, das weiß ich nach dieser Folge noch nicht und lasse mich deshalb überraschen. Ich hoffe nur, dass Kitty weniger Platz einnimmt.

"Relationships are about trust. And I don't trust you anymore. I was stupid to come back. Rachel's right. This isn't home anymore."

Der dritte Song von "Grease" spielte dann endlich auf der Bühne ab und Blaine hatte die Ehre, ihn zu singen. Zuerst möchte ich sagen, dass Sugar die perfekte Wahl für Frenchy war. Ich habe sehr gelacht. Doch bei der Performance steht Blaine im Vordergrund und hier muss ich weiter ausholen, denn Blaine war selbst durch Kurt sehr abgelenkt. Das ist für mich verständlich, denn die beiden sehen sich nach einigen Wochen zum ersten Mal und Blaine rechnet nicht damit, dass Kurt plötzlich vor ihm steht. Ich finde es sehr gut von den Autoren, dass sie Kurt und Rachel für das Musical zurück an die McKinley holen, auch wenn das die Folge natürlich sehr durcheinander gebracht hat. Zwischen Kurt, Rachel, Finn und Blaine steht so viel, da war es klar, dass alles andere irgendwie untergeht. Man will ja auch wissen, wie es in dieser Story weitergeht. Für Kurt und Blaine war hier jedoch überhaupt keine Zeit. Die beiden treffen zweimal aufeinander und wissen nicht, was sie sagen sollen. Kurt macht es deshalb kurz und will keine Entschuldigung von Blaine hören. Und das war's auch schon. Wir sind keinen Schritt weiter und zu einer Aussprache ist es auch nicht gekommen, was mich sehr enttäuscht, denn ich hatte gehofft, dass auch die beiden nach einem Besuch in Ohio endlich weiterkommen. So wurde das aber wieder abgehackt und wirklich schlau sind wir alle nicht.

"I'm really glad you came back to play Rizzo. I feel bad for Mercedes, but if her parents want her to be a boy then, I donít know, I guess it makes sense."

Wo wir meiner Meinung nach etwas schlauer sind, dass ist die Beziehung zwischen Santana und Brittany. Zuerst möchte ich sagen, dass ich es super finde, dass man Santana zurückgeholt hat, auch wenn ich sie nicht im Musical selbst gebraucht hätte. Im Endeffekt war sie die einzige, die ihren Abschluss hat und performt hat. Das hätte für mich nicht sein müssen. Dennoch bin ich über ihre Rückkehr froh, denn so konnte man sehen, dass zwischen ihr und Brittany immer noch große Gefühle herrschen, beide aber immer noch nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Für mich alles sehr realistisch und ich glaube, dass hier definitiv noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Santanas Rückkehr diente aber nicht nur dieser Storyline, sondern auch dem Unique-Handlungsstrang. Wade darf nicht beim Musical mitmachen, obwohl Finn dafür stark gekämpft hat. Seine Eltern sind aber dagegen, weshalb Wade sich weiterhin verstecken muss und der sein muss, der er eigentlich nicht sein will. Ich bin kein Fan dieser Story und ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, dass er Rizzo spielt, damit diese Story endlich enden kann. Doch nun bin ich mir sicher, dass man das groß aufziehen wird, genauso wie Kurts Story und Santanas Coming-Out. An sich wäre das ja kein Problem, nur bin ich überhaupt kein Fan von Unique und ich habe keine Lust darauf, dass dies nun in die Länge gezogen wird.

Was mich hingegen eher mehr interessiert, ist die dritte Person, die in diese Performance eingebunden wurde. Und das ist Cassandra. In wenigen Szenen haben wir erfahren, dass sie Rachel ermutigt hat, nach Ohio zu fliegen, nur um sich an Brody ranzumachen. Das passt perfekt zu ihrem Charakter und das traue ich ihr auch vollkommen zu. Sympathisch macht sie das zwar nicht, aber es bietet genug Stoff für die kommenden Folgen und ich bin gespannt, wie man das auflöst. Brody hingegen hat bei mir einige Sympathiepunkte verloren, denn es passt für mich nicht zu seinem Charakter, jetzt mit Cassandra ins Bett zu springen, wo er doch offensichtlich Gefühle für Rachel hat. Aber dazu später mehr.

"Life is crazy busy. You know, it's not easy balancing UCLA classes and recording back-up vocals, or having Puckerman always hit me up for sugar mamas' phone numbers. But life is good."

Im Zusammenhang mit Santanas Rückkehr möchte ich noch kurz auf Mercedes und Mike eingehen. Es hat mich gefreut, dass man Mercedes eine Szene mit Rachel und Kurt gegeben hat und dass sie wenigstens zwei Worte zu ihrem Leben in L.A. sagen durfte. Das war aber definitiv zu wenig, auch wenn es mich beruhigt, dass sie mit Puck Kontakt hat. Hier würde ich aber sehr gerne mehr sehen, doch dafür ist bei so vielen Storys einfach keine Zeit. Deshalb müssen wir uns damit wohl abfinden. Genauso wie bei Mike und Tina, die sich zwar versöhnt haben, man aber eigentlich nicht weiß, was da genau los ist. Tina kommt sowieso viel zu kurz, wenn man bedenkt, dass sie in der letzten Staffel noch als neue Rachel bezeichnet wurde. Die alten Charaktere bekommen einfach nicht die Screentime, die sie verdient haben und das finde ich sehr schade.

Und nun zur letzten Performance von "Grease". Hier bin ich wirklich sehr hin und her gerissen. Einerseits gefiel mir der Einstieg mit Ryder und Marley wunderbar und dies hätte eine ganz tolle Abschlussperformance dieses Musicals sein können. Die beiden haben Talent und durch ihre vorherige Story hätte das für mich einen perfekten Abschluss ergeben. Doch dann kam etwas, womit ich gar nicht gerechnet habe. Auf einmal standen Rachel und Finn im Vordergrund und der gesamte alte Cast auf der Bühne, so wie wir ihn von früher kennen. Das hat mich sehr überrascht. Ich weiß auch immer noch nicht, ob ich es gut finde oder nicht. Einerseits natürlich ja, weil es eben der alte Cast war, den man gesehen hat. Schön, dass die Kids wieder die Chance dazu bekommen. Anderseits war es verwirrend, weil ich eben auf die neuen Charaktere konzentriert war. Dieser Sprung war unerwartet und passt für mich mit den letzten Minuten der Folge nicht zusammen. Schließlich geht es um die Person, die man möchte und dann rennt Rachel raus, um mit Brody zu telefonieren. Das ging mir zu schnell. Zuerst sieht man, wie die beiden seit Wochen keinen Kontakt hatten und auf einmal möchte Rachel nur noch Brody? Das ist doch absurd! Sie denkt an Finn und rennt aber zu Brody, nur um enttäuscht zu werden. Das ist für mich zu viel hin und her und Rachel sollte sich entscheiden. Entweder New York mit Brody oder halt doch Ohio mit Finn. Man sieht zwar, dass sie nach New York will, Finn nicht wirklich gehen lassen möchte und Gefühle für Brody hat, die nun nicht erwidert werden, weil Brody mit Cassandra im Bett landet. Aber wieso ist sie dann nach Ohio, wenn sie doch gar nichts mehr für Finn empfindet? Ihre Reaktion am Ende wurde von Finn sehr schön zusammengefasst, denn er erkennt, dass Rachel Gefühle für Brody hat und er nicht mehr der Mittelpunkt ihres Lebens ist. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass er überhaupt keinen Kontakt mehr zu ihr möchte und wenn ich ehrlich bin, finde ich das gut. Er muss selbst mit sich klarkommen und Rachels Besuche und ihre Nähe würden ihn daran hindern, weiterzukommen. So zieht er also einen Schlussstrich und so weh mir das tut, ich finde es verständlich. Finn muss weiterkommen und er gefällt mir gerade an der McKinley High viel besser als mit Rachel, die ich schütteln könnte, dafür, dass sie so ein Drama verursacht. Soll sie doch lieber zurück nach New York und mit ihrem eigenen Drama klar kommen, als Finn da mit reinzuziehen. Ich möchte nicht wissen, wie es ihm während der Unterhaltung gegangen ist, doch ich bin froh, dass er das wirklich beendet hat und sich jetzt auf sich konzentriert. Rachel muss jetzt ebenfalls ihren Weg gehen und derzeit interessiert er mich herzlich wenig.

"For the past year I have shown the glee club mercy and the school has enjoyed an unprecedented era of peace, but if Bloaty the Gravy Clown is allowed to take over glee club, my détente with the arts at this school will be over."

Was ebenfalls in dieser Folge passiert ist, ist Wills Abschied. Er macht sich jetzt auf den Weg nach Washington und lässt seine Kids zurück. Ja, ich bin immer noch traurig darüber, vor allem, weil Emma hier nicht einmal erwähnt oder gezeigt wurde, aber ich habe ein gutes Gefühl, wenn Finn jetzt im Vordergrund steht. Ich mag ihn und traue ihm diese Aufgabe vollkommen zu. Außerdem gibt es hier die neue Konstellation Finn und Sue, was sicherlich auch noch sehr interessant wird. Nachdem Will drei Jahre lang alles abbekommen hat, ist es an der Zeit, dass Sue einen neuen Feind bekommt und ich bin gespannt, wie die beiden nun miteinander auskommen werden und wer am meisten Schaden davon tragen wird. Ich finde Sues Verhalten auch verständlich, denn immerhin ist Finn mit seiner Aussage zu ihrem Baby zu weit gegangen. Damit hat er sich keinen Gefallen getan und muss nun mit Sue rechnen - jederzeit und überall. Da freue ich mich drauf, auch wenn Sue in dieser Folge etwas zu viel Screentime bekommen hat.

Fazit

Wie man sieht, haben mir einige Teile der Episode sehr gut gefallen, andere nicht, weil sie übertrieben waren, zu viel Screentime bekommen haben und dadurch anderes viel zu sehr in den Hintergrund gerückt ist, man es aber dennoch irgendwie noch anschneiden wollte. Die Folge war durch die Anzahl der Charaktere zu überfüllt, man wollte einige Storys beenden, oder weitererzählen und hat sie deshalb nur angeschnitten. Die Autoren müssen einen Weg finden, die Brücke zwischen neuen und alten Charakteren zu schaffen oder sich nur auf bestimmte Storylines zu konzentrieren, denn alles auf einmal, kann nur daneben gehen. Dabei wollte ich doch einfach nur "Grease" sehen.

Alex Olejnik - myFanbase

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