Bewertung: 5

Review: #7.08 The Solution To Everything

In der letzten Episode hatte die Verabschiedung von Benny Severide sein rundes Ende gefunden und auch Kelly Severide schien an einem Punkt, wo er den Tod seines Vaters auf seine Art und Weise angenommen hat. Die Promo für diese Folge zeigte aber ebenfalls wieder das Thema Umgang mit Verlust auf, welcher Blickwinkel wird also diesmal geboten?

In meiner letzten Review hatte ich schon erwähnt, dass Trauer nicht rational ist, dennoch hatte ich mir erhofft, dass wir mit der letzten Folge die Kernpunkte von Kellys Trauer um seinen Vater Benny abgehakt hätten. Diese Folge nimmt mir diese Hoffnung. Den Einsatz in dem Wohnhaus fand ich wirklich noch sehr, sehr spannend gestaltet, weil der sich ja fast auf zehn Minuten gedehnt hat und dadurch eine tolle Dramatik entwickelt hat. Ich fand es auch logisch, dass Kelly mit seinem ersten Einsatz nach seiner Pause noch gehemmt war, denn diese Tätigkeit ist ja schließlich das, was ihn und seinen Vater bis zuletzt verbunden hat. Aber dass er danach wie Superman durch die Gegend läuft und erneut alle, besonders natürlich Stella Kidd, vor den Kopf stößt, war mir dann zu viel. Drei Folgen lang hat uns nun diese Trauerthematik begleitet und in jeder einzelnen Folge hat Kelly sie abgewiesen. Das empfinde ich nun wirklich sehr ermüdend.

Interessant war sicherlich, dass man seinen Trauerprozess mit Emily Foster verbunden hat, da man zu ihr bisher immer nur häppchenweise Informationen erhält und viel Kontakt hatten die beiden bisher ja nun wirklich nicht. Aber mich hat es schon geärgert, dass das Ganze dann direkt ein kleines Eifersuchtsdrama mit Stella provozieren musste. Eigentlich war von den Serienmachern ja versprochen worden, dass die beiden nach dem Ende von Dawsey das nächste stabile Paar bilden, aber davon sehe ich in der aktuellen Staffel leider nicht viel. Dennoch konnte ich den Gedanken sehr gut nachvollziehen, dass die Trauer um ein Elternteil, zu dem man kein gutes Verhältnis hatte, eine besondere Form bildet. Am Ende fand ich es dann total klasse, dass Emily die Lage durchschaut hat und Kelly gegenüber ein Machtwort spricht. Ich will ihm gar nicht unterstellen, dass er mehr von Emily wollte als nur ein offenes Ohr, aber es war trotzdem unerhört, dass er einfach geschlussfolgert hat, dass keiner der anderen ihn verstehen kann. Verlust und Trauer haben sie alle schon erlebt.

Ich war wirklich überzeugt, dass mit Matt Caseys Erkenntnis, dass er nach Gabriela Dawson noch etwas Zeit braucht, Naomi Grahams Auftauchen beendet ist. Nun tauchte sie wiederum auf, da sich bei ihrer Recherche zu den Trailern ergeben hat, dass die Manipulation weitergeht. Während sie ihm gegenüber sehr professionell agiert, wird Matt wiederum bewusst, dass er vielleicht doch für sie bereit ist. Dieser Umschwung gefällt mir leider gar nicht. Die Trailergeschichte war auserzählt und wird jetzt nur künstlich verlängert. Am Ende gibt es sogar einen Cliffhanger, dass sie am Brandort beobachtet werden. Das kann mich leider nicht begeistern. Weiterhin kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man Naomi auf lange Sicht logisch in die Geschichte einbinden kann. Sie ist so eine starke Persönlichkeit, dass es verschwendet wäre, sie als Sidekick für Matt in der Serie zu halten. Andererseits ergäbe es auch keinen Sinn, wenn man von nun an ständig eine Enthüllungsjournalistin bräuchte. Daher frage ich mich wirklich, was man mit den beiden vorhat.

Wie es enden kann, wenn Nebencharaktere nur als Sidekick eingefügt werden, sieht man in dieser Folge an Joe Cruz und Chloe. Es war nett zu sehen, dass die beiden offenbar glücklich miteinander sind. Dann wird Chloe sogar in die Suche nach dem Feuerwehrkalender mit Chief Boden als Mr. September eingebunden, doch am Ende hatte sie für die Geschichte keine Bedeutung. Da wäre es doch echt nett gewesen, wenn sie noch den entscheidenden Teil zur Suche beigetragen hätte. Insgesamt fand ich auch die Suche nach dem Kalender nicht auserzählt. Klar war es am Ende nett, dass sich Donna diesen gesichert hatte und wir somit mal wieder ein Ehemoment der Bodens erleben, aber dennoch hätte mich dieses Auffinden des Kalenders mehr unterhalten können. Offensichtlich brauchte man diese Teilhandlung nur, damit Christopher Herrmann sich Gedanken macht, ob er wirklich noch länger in seiner Führungsposition an den verrückten Handlungen seiner Kollegen teilhaben kann. Dieses Manöver konnte mich aber nicht begeistern.

Fazit

Diese Folge hatte leider nicht eine Teilhandlung, bei der die positiven Aspekte überwogen haben. Den längeren Einsatz zu Beginn der Folge fand ich richtig gut, sehe ihn aber nur als Teil der Kelly-Handlung. Diese wiederum dreht sich nur noch im Kreis und die anderen Storylines haben nette Grundideen, aber sind nicht so auserzählt, dass sie mich vom Hocker reißen. Daher ist diese Folge der bisherige Tiefpunkt der Staffel.

Lena Donth – myFanbase

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