Bewertung: 7

Review: #3.06 Vergifteter Boden

Foto: Bob Morley, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Bob Morley, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

#3.06 Bitter Harvest erweist seinem Titel alle Ehre, dreht sich in dieser Episode doch beinahe jede Storyline darum, dass die Charaktere ernten, was sie gesät haben. Besonders bitter wird es für die Antagonisten der Serie, die sich mit den Konsequenzen ihrer Taten auseinandersetzen müssen. Dabei trifft es tragischerweise nicht immer nur die Schuldigen.

"So blood must not have blood applies only when it is my people who bleed."

Mit der Rückkehr Emersons gelingt bereits ein starker Einstieg in die Episode, der eine nähere Auseinandersetzung mit der neuen Philosophie des 'Blood must not have blood' verspricht. Clarkes Wunsch nach einer Bestrafung Emersons ist dabei gewissermaßen nachvollziehbar, wenn man bedenkt, was dieser den Sky People angetan hat. Da es jedoch Clarke war, die Lexa geraten hat, den Kreislauf der gegenseitigen Vergeltung zu unterbrechen, spricht Lexa genau das aus, was man als Zuschauer denkt: Clarke misst hier mit zweierlei Maß. Dass Lexa dabei so ruhig bleibt und die Entscheidung letztendlich Clarke überlässt, verwundert zwar etwas, gibt Clarke jedoch die Gelegenheit über sich hinauszuwachsen und ihren Irrtum selbst zu erkennen. So wird Emerson verbannt und nicht – wie er es sich selbst gewünscht hätte – hingerichtet. Ein wahrlich bitterer Lohn für seine Mühen, hatte er sich doch geschickt an die Ice Queen herangespielt, nur um nun von deren Sohn und Thronfolger seiner Erzfeindin Wanheda ausgeliefert und schließlich von dieser verbannt zu werden. Die Auflösung dieses Konflikts lässt jedoch vermuten, dass dies nicht die letzte Begegnung mit Emerson gewesen sein wird.

"My brother is on the wrong side."

In Arkadia geht es derweil buchstäblich um die Ernte, denn Pike plant, ein besonders fruchtbares Gebiet der Grounder für sich zu beanspruchen, um dort anbauen zu können. Einmal mehr zeigt sich hier, dass Pike keine Skrupel kennt, wenn es um die Grounder geht, die er einfach beseitigen lassen will. Zwar äußern Bellamy und Monty zunächst Zweifel, doch sie lassen sich mal wieder viel zu schnell von Pike überzeugen, was langsam wirklich frustrierend ist. Besonders Bellamy kommt immer mehr von Weg ab, was angesichts seiner tollen Entwicklung in Staffel 2 sehr ärgerlich ist. Zudem bleiben die Motive für sein Verhalten schwer nachzuvollziehen. Ich frage mich immer mehr, was Jason Rothenberg mit dieser unrealistischen Storyline bezweckt und wie er plant, Bellamy zu rehabilitieren, nachdem er sich mit jeder Folge ein Stück weiter ins Schlamassel reinreitet. Wenn man bedenkt, was damals mit Finn passiert ist, muss man sich doch fragen, ob Bellamy mittlerweile nicht sogar noch deutlich Schlimmeres getan hat. Dass bei dem Hinterhalt im Dorf der Grounder schließlich Monroe ums Leben kommt, ist besonders schade, war sie doch eine der wenigen noch verbliebenen 100, die dem Zuschauer bekannt waren. Hätte ihr Tod Bellamy wenigstens die Augen geöffnet, wäre ich einigermaßen versöhnt gewesen, doch so scheint ihr Ableben nur dazu zu dienen, Bellamy noch mehr Schuld aufzuladen. Was von Pikes Agenda bleibt, ist ein durch die Asche unbrauchbar gewordener Boden sowie die Erkenntnis, dass es in Arkadia Leute gibt, die gegen ihn arbeiten. Letzteres ist ein Glück, denn die Gegenbewegung ist das einzig Positive an den Geschehnissen in und um Arkadia. Es macht unheimlich Spaß Octavia, Kane, Miller und Harper zuzusehen, wie sie undercover gegen Pike arbeiten. Nun da Octavia jedoch von den Groundern gefangen genommen wurde, bleibt abzuwarten, inwiefern die Rebellen weiter gegen Pike vorgehen können.

"Wells?"

Es gibt also noch eine zweite künstliche Intelligenz! Die frisch gechippte Raven erweist sich als äußerst nützlich für Jaha und A.L.I.E., denn sie verschafft letzterer Zugang zum System der Ark, wo A.L.I.E. nach der zweiten Version sucht. Zu sehen, wie Raven so glückselig, dabei aber so naiv herumläuft, ist absolut merkwürdig. Das ist nicht unsere Raven! Auch Abby ist weiterhin misstrauisch, was die Chips angeht, und stößt bei ihrer Suche nach Informationen tatsächlich auf eine krasse Nebenwirkung: In der Stadt des Lichts verschwindet zwar der Schmerz, aber im gleichen Zug auch Erinnerungen, die damit zu tun haben. So bemerkt Abby, dass Jaha sich nicht mehr an Wells erinnert, und hat damit endlich Grund genug die Chips zu beschlagnahmen. Go Abby! Endlich erfährt man etwas mehr darüber, was es mit den Chips auf sich hat, und dass diese gar nicht so wunderbar sind, wie Jaha den Leuten weismachen will. Das hat man davon, wenn man einer künstlichen Intelligenz vertraut, die für den Untergang der (beinahe) gesamten Menschheit verantwortlich ist. Dummerweise ist es für Jackson offenbar zu spät, denn dieser hat zu Abbys Unwissen bereits einen der Chips eingenommen. Wenigstens bleibt Jasper vorerst Chip-frei, obwohl ihm so ein bisschen Glück wohl auch ganz gut tun würde. Fragt sich nur, zu welchem Preis?

"It was called Polaris."

Zwar haben Raven und A.L.I.E. vergeblich nach der zweiten künstlichen Intelligenz gesucht, dies führt jedoch zu einer interessanten Unterhaltung mit Jaha. Offenbar gab es ursprünglich nicht zwölf, sondern dreizehn Raumstationen. Die dreizehnte, Polaris, wurde demnach geopfert, um die übrigen Stationen zu vereinen (Yay, Unity Day!). Besonders aufschlussreich ist hier die Parallelmontage mit Szenen aus Polis: Dort ist Murphy Titus in die Hände gefallen und wird nun von diesem ordentlich verdroschen, in der Hoffnung Informationen über den Chip zu erhalten, den Murphy bei sich hatte. Im selben Raum befinden sich jedoch auch die Überreste einer Rettungskapsel, auf welcher offenbar ursprünglich Polaris gestanden hat, nun allerdings einige Buchstaben fehlen, weshalb nur noch Polis zu lesen ist. Verrückt! Diese Verbindung kommt unerwartet und ist daher umso erfreulicher. Es scheint, als hätten die Grounder und die Sky People doch viel mehr gemeinsam, als zuvor angenommen.

Randnotizen

  • Wie süß war dieser kleine Kuss von Abby und Kane? Es hat sich ja schon lange irgendwie angedeutet, aber jetzt scheint es tatsächlich bald so weit zu sein, dass die beiden zueinanderfinden. Gefällt mir!
  • Lexas Ansprache nach Emersons Begnadigung – Gänsehautfeeling! Ich liebe es ohnehin, wenn sie so in den Commander-Modus verfällt und allen mal so richtig zeigt, wo es langgeht. Wie Alycia Debnam-Carey nur mit ihrer Stimme so viel Macht ausstrahlt, ist wirklich beeindruckend.
  • Wie Octavia mit dem kleinen Grounderjungen umgeht, ist absolut herzerwärmend. Nicht nur, dass sie eine top Grounderin abgeben würde, auch mit Kindern kommt sie offenbar gut klar. Da kommt bei mir sofort ein Bild auf, von ihr, Lincoln und ihren eigenen kleinen Grounderbabys. Sweet!

Fazit

Alles in Allem eine gute Folge mit einigen tollen Momenten und vor allem wichtigen Enthüllungen. Besonders die Geschichte um Polaris und deren Zusammenhang mit A.L.I.E. und ihrer Erfinderin klingt sehr verheißungsvoll und weckt die Neugier auf die nächsten Folgen. Die Entwicklung von Bellamy frustriert jedoch zunehmend und der Tod von Monroe setzt nur noch eine Schippe drauf. Langsam fragt man sich, was passieren muss, damit Bellamy endlich wieder zur Vernunft kommt. Bleibt zu hoffen, dass dies bald geschieht und für ein paar tolle Charaktermomente sorgt!

Sina Behling - myFanbase

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