Bewertung: 6

Review: #3.05 Blutgetränktes Land

Foto: Lindsey Morgan, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Lindsey Morgan, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Seit der allerersten Folge von "The 100" galten die Grounder als die Bösen, doch das Blatt scheint sich zu wenden. Die Sky People werden unter der Herrschaft von Pike immer mehr zu Kriegstreibern, während die Grounder bereit sind neue Wege zu gehen, um den Frieden zu wahren. Zuletzt waren es noch die Sky People, die um jeden Preis Frieden wollten und sich dafür den Groundern annäherten. Sogar Finn ist dem gewollten Frieden zum Opfer gefallen, doch jetzt scheint das Opfer umsonst gewesen zu sein, da sich die Einstellung der Sky People scheinbar geändert hat. Seit dem Anfang der Serie hat sich eine Menge getan und es macht den Anschein, als unternehme sie eine 180° Wende. Nichts ist mehr so, wie es einmal war.

"You're wrong. This is who I've always been. And I let you and Octavia and Kane convince me that we could trust these people when they've shown over and over who they are. And I won't let anyone else die for that mistake."

Für Bellamy scheint es kein Zurück mehr zu geben. Zuerst hatte man noch die Hoffnung, dass er zur Seite der Guten zurückkehrt, als er zu Pike sagt, dass sie zu weit gegangen seien. Man dachte, er hätte eingesehen, dass sie falsch gehandelt, ja sogar Massenmord begangen haben. Doch die Anziehung der dunklen Seite ist zu stark und er ist ihr nun endgültig verfallen. In naher Zukunft werden wir bei ihm keinen Sinneswandel erleben, denn wenn es jemand geschafft hätte, ihn zur Besinnung zu bringen, dann Clarke. Selbst auf seine Schwester hört er nicht mehr und stellt sich gegen Lincoln, obwohl wenn ich mich recht erinnere, die beiden sowas wie Freunde waren. Man fragt sich echt, was in seinem Kopf vorgeht, dass er alle die ihm nahe stehen, so von sich stößt und sogar verrät. Das Treffen zwischen Bellamy und Clarke war ein Highlight in dieser Folge, denn während dieses Aufeinandertreffens bekam man einen kleinen Einblick darin, was in Bellamy eigentlich vor sich geht.

Bei Raven hingegen geht es bergauf, zumindest was ihr Bein angeht. Es war bitter nötig, dass sie eine neue Storyline bekommt, denn diese
'ich hasse alles und jeden und die Welt hasst mich'-Einstellung hat mich langsam genervt. Sie müsste froh sein, dass sie ihr Bein noch hat und zumindest eingeschränkt bewegen kann, sie hätte auch tot oder gelähmt sein können. Mich wundert es nur, dass sie scheinbar so aufgewühlt und wütend ist, dass sie gar nicht mitbekommt, was in Arkadia passiert, zumindest macht es nicht den Anschein, da sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Und wenn sie jetzt noch zum zweiten Thelonious wird, weil sie jetzt auch an die Stadt des Lichts glaubt, dann mag ich die bisherige Raven doch lieber. Trotzdem bin ich gespannt, wie es mit ihr weitergeht und bin froh, dass es überhaupt mit ihr weitergeht.

Lexa durchlebt ebenfalls einen Wandel, denn sie will eine neue Ära der Grounder einläuten. Eine Ära, in der nicht immer 'Blood must have Blood' herrschen muss. Das erfordert Mut, wenn man bedenkt, wie stolz und bedacht die Grounder auf ihre Kultur sind. Ich bezweifle, dass Lexa es schaffen wird, dafür zu sorgen, dass die Clans ihr trotz der neuen Herrschaftsweise loyal bleiben. Indra strotzte nicht gerade vor Loyalität und Befürwortung, als Lexa von ihr wissen wollte, ob sie hinter ihr stehen wird. Verständlich, wenn man bedenkt, dass gerade hunderte von ihren Leuten abgeschlachtet wurden. Und jetzt soll sie auf ihre Rache verzichten? Dies wird bestimmt noch für Konflikte zwischen ihr und Lexa sorgen.

Die Schlacht, um die sich die gesamte Episode dreht, wurde allerdings gar nicht erst gezeigt, was ich sehr schade finde. Es scheint so, als würden immer mehr Ereignisse Off-Screen passieren, nur um die Geschichte schneller voran zu treiben, doch vielleicht sollten sie das Tempo etwas drosseln und den Zuschauern die Zeit geben, die neuen Charaktere kennenzulernen und die Handlungen zu verstehen. Hätte man die Schlacht zu sehen bekommen, wäre die Episode eindeutig spannender gewesen. Besonders die Szene in der Bellamy scheinbar Indra verschont hat, wäre sinnig gewesen zu zeigen, denn dann hätte man anhand von Bellamys Mimik und Gestik ein besseres Gefühl für seine Handlungen bekommen können. Die Serie bewegt sich im Moment viel zu schnell, als wolle man so viel Stoff wie möglich schnell hinter sich bringen. Man hätte eine ganze oder halbe Folge machen können, in der man sich auf die Schlacht und die Vorbereitungen konzentriert. Genauso hätte man sich auch vorher die Zeit nehmen sollen, um zu zeigen, wieso die Sky People plötzlich alle oder fast alle hinter Pike stehen und selbst die Kranken und Hilflosen vertreiben, obwohl diese ihnen nichts getan haben. Haben die denn nichts aus ihrer Vergangenheit gelernt? Sie haben doch schon teilweise mit den Groundern zusammen gelebt und plötzlich erscheint Pike auf der Bildfläche und macht alles zunichte, was sie sich aufgebaut haben. Wenn man mal in unserer eigenen Geschichte zurückblickt, kann man sehen wie schnell sowas gehen kann. Man muss sich nur mal den Nationalsozialismus genauer anschauen, dann sieht man, wie leicht die Menschen zu beeinflussen sind. Aber selbst da ging es nicht von heute auf morgen, sondern es war eine stetige Entwicklung.

Scheinbar holt sich Jason Rothenberg seine Inspiration auch für einen weiteren Plot aus der Geschichte, denn Murphy und Emori erinnern doch sehr stark an Bonnie und Clyde zu Beginn der Episode. Ein Gangsterduo, welches andere Leute überfällt, doch wirklich packen kann mich auch dieser Handlungsabschnitt nicht. Mir hat Murphy besser an der Seite von Thelonious gefallen, denn seine spitzen Bemerkungen ihm gegenüber waren immer ein Highlight. Für Emori kann ich mich ebenfalls nicht begeistern und auf die 'Liebesgeschichte' zwischen den beiden könnte ich auch getrost verzichten. Da gibt es andere Beziehungen, die mich eher interessieren und berühren würden, wie zum Beispiel die zwischen Raven und Wick, die ja wohl leider passé ist. Der Serie fehlt momentan eine Person, die frischen Wind in die Serie bringt. Früher war Jasper immer der Sympathieträger mit seiner unschuldigen und lieben Art, oder Wick bzw. Murphy, die stellenweise für Lacher oder Schmunzler gesorgt haben. Doch genau diese Momente fehlen "The 100" gerade. Die Momente, in denen man amüsiert mit einem breiten Grinsen vor dem Bildschirm sitzt.

Fazit

Die Richtung in die sich die Serie gerade entwickelt, gefällt mir so gar nicht, denn es kommt wieder mal zum Konflikt zwischen den Groundern und den Sky People, eine Abwechslung wäre mal ganz angenehm. Außerdem entwickeln sich einige Charaktere in eine Richtung, die mir ebenfalls nicht gefällt. Was mir jedoch gut gefallen hat, war die Begegnung zwischen Bellamy und Clarke, in der man zumindest ansatzweise verstehen kann, was in Bellamy vorgeht und die Entwicklung der Grounder. Mittlerweile ist es so weit gekommen, dass mir die Grounder sympathischer sind als die Sky People und das hätte ich niemals für möglich gehalten.

Aline C. - myFanbase

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