Bewertung

Review: #7.11 Zentnerweise Steine

Foto: Sam Heughan, Outlander - Copyright: 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Sam Heughan, Outlander
© 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television

Das war ohne Zweifel eine der besten Episoden der gesamten Serie. Es funktioniert einfach alles: eine intensive und doch ausgewogene Geschichte, das Schauspiel und zu guter Letzt ein toller Mix aus Dingen, die man lange herbeigesehnt hat und Überraschungen.

The silver deer

Mit einem schockierenden Vorschlag ging die letzte Episode zu Ende und nicht weniger schockierend eröffnet man nun mit der Hochzeit von Claire und John. Ich wüsste nicht, wann wir in der Geschichte der Serie schon jemals eine so qualvolle Zeremonie mit ansehen mussten. Es fühlt sich aus Claires Sicht seltsam vertraut an, nach #1.07 Die Hochzeit nun erneut in eine Ehe gedrängt zu werden und wieder kaum die Worte über die Lippen zu bekommen und gleichzeitig ist es äußerst befremdlich, den beiden Figuren dabei zuzusehen, wie sie sich unter Schockstarre das Jawort geben. Dieses Gefühl, vollkommen mit der Situation überfordert zu sein und mit seinen Gefühlen nicht zu wissen wohin, tragen Caitriona Balfe und David Berry wunderbar in die nächsten Szenen weiter und so gipfelt der Hochzeitstag in einer äußerst ungewöhnlichen Hochzeitsnacht. Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass die beiden die Ehe tatsächlich vollziehen würden und doch geschieht es auf so passende Weise, dass man es sich nicht besser hätte ausmalen können. Sie sind getrieben von Trauer, Wut, Aggression und Einsamkeit, nirgends sieht man auch nur eine Spur von Anziehung. Und wenn man gerade denkt, am nächsten Morgen einer sehr unangenehmen Situation beiwohnen zu müssen, dann wird man durch das vertrauteste Gespräch überrascht, das Claire und John jemals miteinander geführt haben. Mit viel Fingerspitzengefühl gelingt es den Autoren hier, die Stimmung zu wandeln und aus einer Szene, in der man sich am liebsten die Hände vor die Augen schlagen möchte, eine Unterhaltung voller Offenheit zu machen, die eine Gefühlswandlung um 180° mit sich bringt. Plötzlich ist man nicht mehr entsetzt angesichts dieser unerwarteten Liebesnacht, man sieht sie als Weg der Kompensation des Schmerzes gefolgt von der Erkenntnis darüber, in seinem Ehepartner eine Person zu haben, die einem in dieser entsetzlichen Zeit stärkend zur Seite steht. Und dies setzt sich im weiteren Verlauf der Episode fort, denn mit kleinen Schritten gehen Claire und John aufeinander zu und geben sich Halt. Es ist ungemein erbaulich, wie gut diese sich festigende Partnerschaft dem Zuschauer hilft, mit dem Verlust von Jamie zurechtzukommen und wie gut die beiden harmonieren, ohne dabei auch nur einen Funken von Romantik oder Anziehung zu versprühen. Dieser krasse Gegensatz zu der Verbindung, die Claire und Jamie miteinander haben, wird auch in dem Moment deutlich, als Jamie plötzlich zur Tür hereinstürzt. Meine Güte, das war ein grandioses Moment der Überraschung! Erstaunlich fand ich dabei, die Wucht an Gefühlen, die plötzlich auf einen einströmt, denn man ist erleichtert darüber, dass es Jamie gut geht, gleichzeitig triumphierend, weil man schließlich geahnt hat, dass er noch am Leben ist und ein wenig enttäuscht darüber, dass die wunderbare Dynamik zwischen Claire und John nach so einer kurzen Zeit nun schlagartig wieder erlöschen wird.

Was der Szene das i-Tüpfelchen gibt, ist aber natürlich die laut ausgesprochene Offenbarung, dass Jamie der wahre Vater von William ist. Dies ist etwas, auf das wir unterschwellig schon so lange hin gefiebert haben und dass uns in diesem Moment aber völlig aus dem Nichts erwischt, dass man den Autoren einfach nur gratulieren kann. Es ist eine Szene voller Energie und trotz der mulmigen Stimmung kann man nur herzhaft lachen, als Jamie sich am Ende rettet, indem er John die Pistole vor die Nase hält.

A Hundredweight of Stones

Nicht weniger turbulent verläuft es bei Ian und Rachel. Nach der Liebeserklärung in der letzten Episode haben die beiden nun endlich Zeit, ihre Gefühle für einander etwas mehr auszuloten und über ihr bisheriges Leben zu sprechen. Wo ich an der vorangegangenen Episode kritisierte, dass man sich zu viel vorgenommen hat und nur einen Punkt der Checkliste nach dem anderen abhakt, ohne wirklich in die Tiefe gehen zu können, da holt man dies genau hier nun nach. Das Gleiche Prinzip verfolgt man auch bei den beiden Handlungen in den anderen Zeitebenen. Die Aufklärung, dass Rob keines Wegs in die Vergangenheit gereist ist und dass Roger und Buck sich tatsächlich nicht auf Jems sondern auf Jeremiah Seniors Spuren bewegen, sorgt für einen ordentlichen Aha-Effekt.

Kurze Eindrücke

  • Captain Richardson ist ein ausgekochtes Schlitzohr. Ich kann ihn nicht durchschauen und will mich wirklich nicht festlegen, auf welcher Seite er nun steht.
  • John läuft in dieser Episode zur Höchstform auf und jedes Mal, wenn man schon denkt, dass er zu weit gegangen ist und man seine Handlungen nicht nachvollziehen kann, kommt er mit einer Erklärung um die Ecke, die man aus tiefstem Herzen verstehen kann. So geht es einem bei der Ehe mit Claire, bei der Einhaltung ihrer gesellschaftlichen Pflichten und auch bei der Weigerung, die Verlobung von Henry und Mercy zu unterstützen.

Fazit

Diese Episode gibt dem Zuschauer alles, was er sich wünschen kann und ist so wunderbar einfühlsam und gleichzeitig abwechslungsreich erzählt, dass man den Autoren für ein Feingefühl nur gratulieren kann.

Marie Müller - myFanbase

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