Review: #7.06 Wo die Wasser sich treffen

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Die erste Staffelhälfte des 7. Kapitels von "Outlander" neigt sich dem Ende und das merkt man dieser Episode deutlich an. Viele der Steine, die in den vorangegangenen Folgen ins Rollen gebracht wurden, haben nun ihren Weg auf den Pfad gefunden, für den sie bestimmt waren und kollidieren – manchmal sanft und manchmal heftig – mit ihren Mitreisenden.
Where the Waters Meet
Der Neuzugang dieser Staffel ist William, dem wir nun seit #7.02 The Happiest Place On Earth kontinuierlich folgen und der sich seither immer mehr einen Weg in unsere Herzen geschlichen hat. Es ist wahrlich erstaunlich, dass er es bei jedem weiteren Zusammentreffen schafft, sich aufs Neue in ein positives Licht zu rücken, dabei wirkt es aber zu keinem Zeitpunkt so, als wolle man ihn zum Publikumsliebling ausbauen. Zuerst sahen wir ihn in Wilmington im kurzen Plausch mit Brianna an der Seite von Lord John Grey, dann in den Sümpfen in einer lebensbedrohlichen Lage mit Ian. Anschließend folgte sein Kennenlernen mit den Hunters – die beinahe ebenso erschreckend sympathisch sind wie William – und nun sein Aufeinandertreffen mit Claire, gefolgte von der Flucht Claires an Ians Seite und mit der Unterstützung durch William. Es hat schon beinahe einen komödiantischen Charakter, dass William zu keinem Zeitpunkt weiß, dass er stets von Familie umgeben ist – und das obwohl ich Simon Fraser noch gar nicht dazu gezählt habe. Und jede Begegnung mit einem Familienmitglied unterstreicht die kleinen Zeichen dafür, dass er zu ihnen gehört, sei es sein Sinn für Ehrgefühl bei Brianna, sein Stolz bei Ian, seine Liebeswürdigkeit bei Claire oder das Bedürfnis nach Gerechtigkeit bei der Flucht. Es gefällt mir sehr, wie man uns diese Figur unaufdringlich schmackhaft macht und ich bin gespannt darauf, ob Williams Geschichte in zwei Episode in der Begegnung mit Jamie gipfeln wird. Denn genau darauf scheint die Erzählung hinaus zu laufen. Der größte Wegweiser war dabei die Unterhaltung zwischen Jamie und Claire. Bisher war Jamie der Einzige, der William – in seinem jetzigen Alter – noch nicht persönlich kennenlernen durfte. Ich verstehe vollkommen, weshalb man sich dieses Gespräch für einen besonderen Moment aufspart und es freut mich sehr, wie der Nervenkitzel dabei stetig ansteigt. Dass das Aufeinandertreffen für Jamie etwas ganz Besonderes sein wird, steht dabei schon jetzt außer Frage, da William der einen Person, die Jamie über alles in der Welt liebt, in dieser Episode zur Flucht verholfen hat. Ich bezweifle allerdings, dass William allzu bald erfahren wird, wie er verwandtschaftlich zu Jamie stehen wird, denn für eine Unterhaltung dieser Art brauchen wir auf jeden Fall Lord John und zwar in persona.
Ein Großteil der Handlung drehte sich im 18. Jahrhundert direkt und indirekt um William, daher gab es sonst nur kleine Fortschritte. Einer davon betraf Ian, der Rachel Hunter zwar nicht wirklich sagte, dass er Interesse an ihr hat, doch die Worte lagen unausgesprochen in der Luft und lassen darauf hoffen, dass die zart aufblühende Liebe in den nächsten Episoden noch wachsen wird. Auch Claire und Jamie wurden abseits der Haupthandlung eher auf ihre Prinzipien reduziert und lieferten mit der Versorgung der Bedürftigen und dem Retten der Seelenverwandten für ein paar vertraute und gleichsam einfühlsame Momente. Zudem muss man anmerken, dass Claire nach einer recht holprigen ersten Staffelhälfte nun endlich zu sich zurückzufinden scheint: Willkommen zurück, Sergeant Major Fraser!
Where the Galic Stays Alive
Wo die Episode im 18. Jahrhundert sehr geschmeidig an die Ereignisse der vorangegangenen Staffel anknüpft, trifft dies im 20. Jahrhundert nicht ganz so elegant zu. Zum einen war ich enttäuscht davon, dass Brianna nach ihrem ersten grauenhaften Arbeitstag zuerst von ihren schrecklichen männlichen Kollegen – die dieses Mal überhaupt nicht gezeigt wurde – berichtete und nicht von dem ungewöhnlichen Summen und Flimmern, das sie in den Tunneln wahrnahm. Zum anderen fand ich Rogers erste Unterrichtsstunde – die mit einer Lektion in gälischem Fluchen begann – dann doch etwas ungewöhnlich, wenn auch sehr unterhaltsam. Ich finde es schade, dass Briannas Entdeckung nur am Rande Aufmerksamkeit eingeräumt wird, da es doch etwas höchst Unerklärliches und wahrscheinlich Magisches war, was sie dort sah. Zwar kann ich verstehen, dass sich diese Episode eher auf Roger fokussiert, da die letzte Briannas Ankommen im 20. Jahrhundert zeigte, dennoch ist der heftige Bruch etwas unglücklich umgesetzt. Gleichzeitig hat Roger an vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Er ist der Hausmann und muss sich um die täglichen Bedürfnisse der Familien kümmern, er ist der Wissenschaftler und arbeitet emsig an seinem Buch, er ist Vater und sorgt sich um Ungerechtigkeiten bezüglich Jem, er ist berufstätig und braucht einen neuen Job und zuletzt ist er Briannas Ehemann und versucht, sich mit einem Arbeitskollegen von ihr gut zu stellen. Das sind viele Aspekte, denen Roger gerecht werden muss und dabei stolpert er an so einigen Stellen. Dabei bleiben am Episodenende zwei Dinge besonders hängen: 1. Haben wir nun endlich den Nucklavee entdeckt? und 2. Warum ist Rob Cameron so seltsam aufdringlich?
Fazit
Man könnte diese Episode als Füller-Episode bezeichnen, aber irgendwie würde das den Ereignissen nicht gerecht werden. Ja, man steuert bei vielen Handlungssträngen auf ein Ziel hinaus, das noch nicht erreicht wurde, dennoch gibt es in jedem Handlungselement ein kleines Zwischenziel, das diese Episode bereichern. Das Niveau bleibt daher weiterhin hoch und man sorgt für viele spannungsgeladene Momente.
Marie Müller - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Where The Waters MeetErstausstrahlung (US): 21.07.2023
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Erstausstrahlung (Pay-TV): 08.09.2025
Regie: Tracey Deer
Drehbuch: Matthew B. Roberts
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