Bewertung

Review: #7.05 Singapur

Foto: Joey Phillips, Outlander - Copyright: 2023 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; James Minchin/Starz/Sony Pictures Television
Joey Phillips, Outlander
© 2023 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; James Minchin/Starz/Sony Pictures Television

Nach #7.03 Death Be Not Proud hatte ich gedacht, dass mir der Abschied von Frasers Ridge ähnlich schwer fallen würde wie Claire, doch die neuen Orte, die wir erkunden und der Tatendrang, den die Charaktere ausströmen, harmoniert so gut, dass bisher kein Heimweh aufkam.

Die Blicke, die wir auf Ticonderoga werfen, fühlen sich vertraut an, denn es ist nicht das erste Mal, dass wir Jamie und Claire in einer Kriegssituation erleben. Überall wimmelt es von Soldaten und man hat den Eindruck, die aufgeladene Stimmung am eigenen Leib spüren zu können. Es ist schön zu sehen, wie Jamie und Claire sich in vertrautem Terrain bewegen können und gleichzeitig herausgefordert werden, da ihr Wissen und ihre Kompetenzen hier nicht einfach als gegeben vorausgesetzt werden. Beide haben gut Ideen und beiden gelingt es, ihre Vorgesetzten davon zu überzeugen… nicht. Es ist reizvoll, sie in dieser untergeordneten Position zu sehen, besonders da wir wissen, dass beide durchaus über die Qualifikationen verfügen, sich Respekt zu verschaffen. Der erste Schritt ist auch gleich getan, da Jamie nach mehrmaligem Anecken dann endlich die Erlaubnis bekommt, die Menschen aus Ticonderoga auf dem von ihm vorgeschlagenen Weg zu evakuieren. Während dies eher ein kleiner Meilenstein ist, setzt man bei Claire auf eine persönlichere Note und lässt sie Kontakt zu den Hunters knüpfen, wo ihr Wissen sofort Anklang findet.

Dass die Hunters Ticonderoga unbeschadet erreicht haben, ist dabei William zu verdanken, der den beiden friedlichen Quäkern im Haus ihrer barbarischen Gastgeber das Leben rettete. Hier hatten wir es mit mehreren eindrücklichen Szenen zu tun, die es einen durchaus bedauern lassen, dass die Wege von William und den Hunters sich getrennt haben. Das anregende Geplänkel zwischen den dreien war schon in der letzten Episode erheiternd und brachte eine angenehme Leichtigkeit mit sich. Zudem habe ich immer noch das Gefühl, das zwischen Rachel und William ein leichter Flirt in der Luft liegt. Außerdem finde ich es sehr bedauerlich, dass wir William nach seinem Abschied von den Hunters nicht mehr zu sehen bekamen. Ich hoffe sehr, dass er weiterhin einen eigenen Handlungsstrang erhalten wird, da seine Figur mit den vielen Verbindungen zu bereits etablierten Charakteren sehr viel Potential hat.

Viele Verbindungen hat auch Ian, die herzergreifend deutlich aufgezeigt werden. Er hat eine einfühlsame Szene mit Claire, in der er sich ein wenig öffnet und in der John Bell schauspielerisch viele Facetten zeigen kann. Es folgt ein Überraschungsmoment mit einem Gesicht aus seiner Vergangenheit, als er die Mohawks erreicht und dort auf Wahionhaweh und ihren Sohn trifft, ergänzt um einen Bogen zurück zur Gegenwart, als er seine Bekanntschaft mit Rachel erneuert. Auch wenn ich mit keiner der Entwicklungen gerechnet hätte, war die im Dorf der Mohawks wohl diejenige, die am meisten nachhallen wird. Denn trotz seiner Befürchtungen, Wahionhaweh kein Kind geschenkt zu haben, scheint nun genau das Gegenteil der Fall zu sein. Zwar wird nicht mit Worten bestätigt, dass es sich bei "Flinkste Eidechse" um Ians Sohn handelt, doch sein Aussehen soll uns an dieser Stelle Bestätigung genug sein. Hier tut sich nun die Frage auf, ob es ein Wiedersehen mit Ian und seinem Sohn geben wird, oder ob er es dabei belassen wird, in seiner Ehe nicht "versagt" zu haben.

Wo Roger in seiner Ehe zuletzt nicht gerade glänzen konnte, versucht er in dieser Episode vieles wieder gut zu machen. Es ist schon fast ein wenig zu viel des Guten, doch hoch anrechnen möchte ich ihm auf jeden Fall seinen Umgang mit Jem, als dieser mit schlechten Nachrichten aus der Schule heimkehrt. Der heimische Fokus, der dieses Mal auf Roger liegt, steht stellvertretend dafür, dass seine Figur momentan noch kein klares Ziel hat, das man verfolgen will. Vielleicht geht er nächste Woche den geheimnisvollen Spuren des Nuckelavee nach und bekommt somit wieder etwas mehr zu tun? Ganz anders sieht es dagegen bei Brianna aus. Sie erlebt ihren ersten Arbeitstag und hat dabei genau mit den Problemen zu kämpfen, denen sich auch Claire stellen muss. Die Verbindung zwischen den beiden Frauen gefällt mir an dieser Stelle sehr gut, da genau solche Szenen der Grund dafür sind, dass sich trotz des Abschiedes von geliebten Figuren und Orten dennoch das Gefühl der Vertrautheit einstellt. Wunderbar harmoniert dann auch das Ende der Episode mit diesem Eindruck, da Brianna hier versucht, ihrer Trauer um den Verlust ihrer Eltern Luft zu machen.

Diese Episode verknüpft viele Elemente miteinander und bringt die Steine für künftige Handlungen gut ins Rollen. Dadurch ist sie gleichzeitig auf eine große Anzahl von Figuren ausgerichtet, wodurch sie nur an einigen Stellen emotionale Tiefe erreichen kann. Das stört an diesem Punkt der Geschichte allerdings nur wenig, da wir geradezu darauf warten, dass die angestoßenen Kugeln aufeinanderprallen.

Kurze Eindrücke

Etwas, das nicht vergessen werden darf, ist das Summen, auf das Brianna in den Tunneln traf. Um es kurz zu fassen: Was war das? Befindet sich der Staudamm in der Nähe von Craigh na Dun? Warum hat sie es Roger gegenüber nicht erwähnt? Wird die Staffel noch mehr magische Dinge – wie den Nuckelavee – zeigen, die wir bisher noch nicht kannten?

Der Episodentitel hätte nicht verwirrender sein können. Bevor ich die Episode gesehen habe, malte ich mir mögliche Optionen aus, wer, wie und warum plötzlich in Singapur sein könnte.

War es das jetzt schon mit Ticonderoga? Falls ja, war der Aufenthalt hier wirklich kurz.

Ich verstehe, dass es für Brianna schwer ist, die Briefe von Jamie und Claire zu lesen. Nun hat sie also einen aus dem Jahr 1777 entfaltet. Ich frage mich, ob sie beim ersten Durchsehen der Truhe auf die Idee gekommen ist, nachzusehen, wann der letzte Brief verfasst wurde.

Fazit

Wir befinden uns inmitten der siebten Staffel und dürfen erleben, wie sich alte und neue Charaktere miteinander vertraut machen. Dass diese Verknüpfungen erschaffen werden, ist ein großer Pluspunkt der Episode, die genau von dieser Dynamik lebt und somit den Grundstein für die weitere Handlung legt.

Marie Müller - myFanbase

Die Serie "Outlander" ansehen:

myFanbase integriert in diesem Artikel Links zu Partnerprogrammen (bspw. Amazon, Apple TV, WOW, RTL+ oder Joyn). Kommt es nach dem Aufruf dieser Links zu qualifizierten Käufen der Produkte, erhält myFanbase eine Provision. Damit unterstützt ihr unsere redaktionelle Arbeit. Welche Cookies dabei gesetzt werden und welche Daten die jeweiligen Partner dabei verarbeiten, erfahrt ihr in unserer Datenschutzerklärung.


Vorherige Review:
#7.04 Eine äußerst unbequeme Frau
Alle ReviewsNächste Review:
#7.06 Wo die Wasser sich treffen

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Outlander" über die Folge #7.05 Singapur diskutieren.