Bewertung: 6

Review: #3.04 Tailspin

Foto: Parveen Kaur, Manifest - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Parveen Kaur, Manifest
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Endlich fangen die Autoren offenbar an, ein paar Handlungsfäden zu kleinen Bündeln zusammenzufügen. Manche Storylines nehmen trotzdem noch viel zu viel Raum ein, sodass es trotzdem gefühlt nur sehr langsam weiter geht.

"He's almost out of time"

Angelina möchte, dass sich Zeke Landon und Michaela Stone um Pete Baylor kümmern, weil dieser eine Art Calling hat. Das führt zu einem insgesamt recht zähem Episodenschwerpunkt, weil die Nachforschungen in die Vergangenheit führen und eine Art Alibi für das seltsame Trio bieten. Nur fehlt mir die Empathie für die Drei, sodass ich gar keine Backgroundstory brauche. Auch wenn man Pete so versucht darzustellen, dass nicht nur Angelina ihn mag, reicht mir das nicht. Es gibt so viele unvollendete Geschichten, da brauche ich zu den vermeidlich Bösen nicht auch noch Callings, solange nicht klar ist, wie das sinnvoll in den Gesamtkontext eingebunden werden soll. So richtig hilft der Part also niemandem, außer dass man einem zwielichtigen Trainer das Handwerk legt und dafür sehr viel Zeit der Episode verwendet. Wenigstens kommt Zekes neue Empathie-Fähigkeit erneut zum Tragen, sie bezieht sich also nicht ausschließlich auf Beverly. Doch auch dies ist nur ein neues Ereignis, was zusammenhangslos auftritt und in erster Linie Fragen aufwirft.

"Prom Day"

Da Angelina bei Pete erst mal nichts mehr tun kann, verbringt sie wieder Zeit mit Olive Stone und hilft beim Recherchieren. Dass Olive und Angelina dabei wieder viele freundschaftliche Momente haben und über Jungs, Dates und Abschlussbälle diskutieren/reden, gefällt mir irgendwie, weil es so bodenständig normal ist und nichts Mysteriöses hat. Ich gönne es Olive auch, dass zumindest ein ganz kleiner Teil ihres Lebens dem eines ganz durchschnittlichen Mädchens entspricht. Insofern fand ich die Entscheidung, doch zum Ball zu gehen, sehr gut. Schade war nur, dass sich Angelina dann doch nicht darauf einlassen wollte, als Begleitung dabei zu sein. Unter dem Strich war zwar auch diese Storyline nicht wirklich zielführend, hat aber nicht so viel Raum eingenommen und ist thematisch so untypisch für die Serie, dass es willkommene Szenen der Abwechslung bieten konnte, in denen man nicht so intensiv auf jeden Halbsatz achten muss. Welchen Stellenwert das noch bekommen wird, bleibt die spannendere Frage.

"Welcome to Eureka"

Der Rest der Episode ist viel fokussierter auf den Flug 828. Robert Vance zeigt Ben Stone und Saanvi Bahl die Einsatzzentrale mit Teilen des Flugzeuges und gefühlten tausend Mitarbeitern sowie die Videoaufnahme, die zeigt, wie das Heck plötzlich verschwindet. Und hier wird es dann doppelt interessant. Zunächst stellt Saanvi fest, dass es eine Verbindung zum Verschwinden und dem Tod von Fitz geben könnte. Auf die Verbindung wäre ich noch gespannt, aber der minutiöse Zusammenhang ist schon mehr als zufällig. Man wäre wohl gut beraten, der Spur nachzugehen. Ansonsten ist natürlich Bens leuchtende Hand, die offenbar wie ein Kompass funktioniert, auch spannend gewesen. Dass er auf das Heck gar nicht reagiert, war irgendwie seltsam und ich hatte erst vermutet, dass die Abschottung irgendwie eine Signalstörung ausgelöst hat. Doch die Hand wollte etwas anderes. In einem anderen Bereich wurde die tote Kelly Taylor konserviert. Es stellt sich heraus, dass die Untersuchung der Leiche ergeben hat, dass sie durch eine Explosion gestorben ist. Das ist endlich mal wieder ein neues Detail, welches das Mysterium wieder interessant macht. Stirbt ein*e Überlebende*r der Maschine, dann ist die Todesursache offenbar wieder die vom Flug selbst. Da bleibt fast nur noch ein Paralleluniversum als Erklärung übrig, aber das werden die nächsten Episoden hoffentlich weiter beleuchten und diskutieren. Ich bin jedenfalls froh, dass hier mal neue Fakten präsentiert werden.

"What does it all have to do with Kathryn Fitz?"

Und noch eine kleine Entwicklung gibt es, die vielversprechend ist. Jared Vasquez gibt sich alle Mühe für Sarah ihre Mutter Kathryn Fitz ausfindig zu machen. So viel Einsatz passt zwar zu ihm, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass er für Sarah mehr übrig hat. Spannender ist aber natürlich seine gute Arbeit, die zu erfolgreich ist. Wieder mal kommt Jared damit einer Wahrheit zu nah, von der er eigentlich nichts wissen sollte. Wie wird Vance nun reagieren? Weiht man Jared ein? Praktisch wäre es schon, weil Jareds Einsatz und Können vielleicht lose Enden verbinden könnte. Zu viele Mitwisser sind aber auch immer problematisch.

Fazit

Die Zielstrebigkeit fehlt zwar noch etwas, aber es gibt zumindest ein paar Fortschritte und sogar richtige Fakten, mit denen man nun weiterrätseln kann. Die Hoffnung ist groß, dass die kommenden Episoden etwas mehr Zug und Dynamik bekommen und die Callings vielleicht mehr miteinander verbunden sind und man wieder ein Gefühl dafür bekommt, wohin die Reise gehen soll.

Emil Groth - myFanbase

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