Review: #22.07 Skyfall
Nach dem Cliffhanger, bei dem Jo Wilsons Leben in der Schwebe hing, startet "Grey's Anatomy" mit #22.07 Skyfall in eine alles in allem sehr emotionale Folge, die einige tolle Charaktermomente bereithält.
Wir beginnen genau da, wo wir im Winterfinale aufgehört hatten – bei Jo im OP. Mich hat ein wenig überrascht, wie schnell sie diese Situation aufgelöst haben. In einem Moment werden die Babys geholt, im nächsten muss Ben Warren Jo wiederbeleben (was für eine Dramatik!) und schon sehen wir sie wieder im Krankenbett. Letztlich bin ich aber echt dankbar, dass man uns hier nicht ewig hinhält und sich stattdessen lieber auf das direkte "Danach" konzentriert. Mit Jo außer Gefecht bedeutete das, dass der Hauptfokus ganz auf Atticus 'Link' Lincoln lag, der gar nicht mehr wusste, wo ihm der Kopf stand. Als wäre die Sache nicht schon traumatisch genug, muss er die medizinischen Entscheidungen für seine Frau und seine Kinder treffen und dann auch noch an die Kinder daheim denken – nein, da war er wirklich nicht zu beneiden. Chris Carmack hat es überzeugend dargestellt, wie Link versucht, überall gleichzeitig zu sein und nicht die Kontrolle zu verlieren, während es ihm so vorkommt, als würde er an jeder Front versagen. Wie zu erwarten, verschlägt es ihn dabei auch in die Krankenhauskapelle. Damit hatte ich schon gerechnet, wobei ich positiv überrascht war, dass sie hier nicht die typische "findet in großer Not den Weg zu Gott"-Storyline gepusht haben, sondern dem Charakter treu geblieben sind. Link möchte den gleichen Trost finden, wie auch Jo, als ihre Rollen vertauscht waren, doch es klappt einfach nicht. Stattdessen hilft ihm Richard Webber zu erkennen, dass man auch an Menschen glauben kann. Ein schöner Gedanke, vor allem nachdem genau die in dieser Folge doch so präsent waren. Link und Jo werden in ihrer Situation nicht alleine gelassen, es ist eigentlich immer jemand da, allen voran Ben, Teddy Altman und Miranda Bailey. Die Krankenhaus-Familie hilft einander.
Die zweite große Geschichte betrifft Richards Krebserkrankung. Hier sehe ich durchaus Potential, vor allem, was die Szenen zwischen Richard und Bailey angeht. Die beiden haben die bloße Mentoren-Beziehung längst hinter sich gelassen, und dementsprechend deutlich merkt man Bailey ihre Sorge um Richard auch an. Ich bleibe bei meiner festen Überzeugung, dass man einem Charakter der ersten Stunde wie Richard Webber nach all den Jahren doch bestimmt ein schönes Ende gönnen wird. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass die Storyline auf James Pickens Jr. realer Erkrankung basiert. Daher gehe ich davon aus, dass wir bald wieder Catherine Fox zu Besuch haben werden, mit fünf Spezialisten im Schlepptau und Meredith Grey auf der Kurzwahltaste.
Bei den Assistenzärzt*innen sind die Handlungsstränge wiederum sehr gemischt. Richtig begeistert bin ich von Lucas Adams und Katie Rogers. Nachdem der in letzter Zeit mit seinem Beziehungschaos mit Simone Griffith doch eher negativ aufgefallen ist, scheint jetzt endlich der Moment gekommen zu sein, wo man sich wieder daran erinnert, was für ein sympathischer und mitfühlender Charakter er doch eigentlich war. In diesem Sinne hat ihm sein aufgezwungener Ausflug mit Katie wohl die Augen geöffnet für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Ihr aufrichtiges Gespräch in dieser traumhaften Kulisse, bei dem sie kein Blatt vor den Mund nimmt, war echt bewegend. Ich bin ja mal gespannt, wie man diese Geschichte weiterspinnt. Gewisse Parallelen zu den bisherigen großen Patient-Arzt-Beziehungen à la Denny Duquette und Co. sind auf jeden Fall vorhanden.
Benson 'Blue' Kwan und Simone dürfen derweil die amüsanten Zwischentöne für die sonst doch eher ernste Episode liefern. Simone täte eine Storyline jenseits ihrer romantischen Bestrebungen zwar nicht schlecht, trotzdem freut es mich, dass sie ihren Kampf gegen die Avancen von Wes Bryant endlich aufgegeben hat. Ihr Pakt mit Jules Millin in allen Ehren – aber sie hat durch ihren Fall gesehen, wie schnell es im Leben doch gehen kann, dass einem das Schicksal einen Strich durch die Rechnung macht. Warum also nicht? Das gleiche haben sich wohl auch Blue und Kavita Mohanty gedacht, die mir als Duo echt gut gefallen. Nachdem Mohanty auch beim Fall dabei war, könnte ich mir vorstellen, dass man ihre Rolle weiter ausbaut. Hoffentlich!
Die mit Abstand unschönste Entwicklung zuletzt: Was bitte schön war das mit Jules und Winston Ndugu? Bei den beiden war ich sowas von sicher, dass sie zusammen in der Bar enden werden, und dann geht Winston mit irgendeiner Ärztin aus? Wieso?! Das ist doch absolut unnötig und nervig, ganz abgesehen davon, wie leid mir Jules in dem Moment getan hat.
Fazit
Die Serie startet das Jahr mit großen Gefühlen und einigen interessanten Handlungssträngen, die uns über die nächste Zeit begleiten könnten. Ich hoffe, dass Link und Jo mit dieser Folge ihr Maß an Drama endgültig erfüllt haben und nun den Rest der Staffel mit ihrer Familie genießen können. Ansonsten versprechen die Geschichten rund um Lucas und Richard vielversprechend zu werden. Was den Rest der Charaktere angeht ist da aber definitiv noch Luft nach oben.
Denise D. - myFanbase
Die Serie "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" ansehen:
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: SkyfallErstausstrahlung (US): 08.01.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Allison-Liddi Brown
Drehbuch: Carol Brown
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