Review: #22.08 Heavy on Me
Nachdem die letzten Episoden doch recht emotional geladen waren, konzentriert sich #22.08 Heavy on Me mal wieder mehr auf die fachlichen Aspekte der Serie. Die Abwechslung kam ganz gelegen, bietet sie doch ein gewisses Durchschnaufen.
Am besten hat mir die Storyline von Richard Webber gefallen. Natürlich hat Catherine Fox nicht lange auf sich warten lassen und ebenso absehbar war, dass sie sich in seine Entscheidungsfindung einmischen wird. Trotzdem hat man das wirklich gelungen inszeniert. Beide sind anfangs verschiedener Meinung, man zieht das allerdings nicht unnötig in die Länge, sondern zeigt hier einen sehr erwachsenen und reflektierten Umgang der Charaktere miteinander. Sie sind sich ihrer Schwächen durchaus bewusst: Catherine mit ihrem Hang, anderen ihren Willen aufzuzwingen und Richard, der auf stur schaltet und bloß keine Schwäche zeigen will. Es hat mich ein wenig verwundert, dass Catherine erst davon ausgegangen ist, dass Richards Zurückhaltung auf verletzte Männlichkeit zurückzuführen ist, immerhin hat er doch ganz klar verschiedenste mögliche Komplikationen aufgezählt, die die Operation mit sich bringen könnte. Hier konnte ich absolut nachvollziehen, dass er also erst einmal lieber abwarten möchte, als all das zu riskieren. Wobei Krebs natürlich eine Erkrankung ist, bei der Abwarten nicht immer der Schlüssel zum Erfolg ist. Das Gespräch mit Laura fand ich sehr aufschlussreich, so hat die Offenlegung ihrer Erkrankung und der danach folgenden Anpassungen an ihren Beruf doch noch einen ganz anderen Aspekt von Richards Sorgen freigelegt: Seine Arbeit. Da musste ich fast schon ein bisschen schmunzeln, immerhin ist es ja wohl der Running Gag der Serie, dass Richard schon viele Male den Kittel an den Haken hängen wollte – aber irgendwie eben immer noch da ist und operiert. Insofern kann ich total verstehen, wenn er Sorgen bezüglich der Fitness seines Körpers generell hat, aber was seine Performance im OP angeht? Da wäre es dann vielleicht doch mal an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen. Es ist ja jetzt nun wirklich nicht so, als stünde er mitten auf dem Zenit seiner Karriere oder als könnte er nicht jederzeit erhobenen Hauptes gehen. Aber hey, Hauptsache, er hat für sich seinen Frieden mit dem Eingriff gefunden. Toll fand ich hier auch Catherine, die für ihre Verhältnisse schnell eingelenkt hat und sich entschuldigen wollte. Auch wenn man es ihr hier echt nicht übelnehmen konnte. Jetzt muss die Operation nur noch gutgehen.
An anderer Stelle tüfteln Miranda Bailey und Owen Hunt an der erfolgreichen Entfernung eines kniffligen Tumors. Bailey hat dabei ganz das Wohl ihrer Patientin im Sinn. Owen, naja, der setzt da erstmal andere Schwerpunkte. Man hat es ja so ausgelegt, dass er sich gerade nicht so inspiriert fühlt und eben etwas zurückstecken muss, während Teddy Altman mit ihrer grandiosen Operation an Nora Young glänzen konnte. Irgendwie kam mir das Ganze von Owen zwar nicht wirklich missgünstig, aber doch etwas eifersüchtig vor. Von dem her war seine Zustimmung beim Tumor Board alles andere als uneigennützig. Zum Glück ändert das nichts daran, dass er ein fähiger Arzt ist, und so zusammen mit Bailey im OP Großes leisten konnte. Trotzdem hatte die Geschichte so einen komischen Beigeschmack, den es eigentlich gar nicht gebraucht hätte.
Leider konnte ich mit Jo Wilson in dieser Episode nicht wirklich viel anfangen. Okay, nach einer Geburt sind die Emotionen und Hormone überall, noch dazu unter den gegebenen Umständen. Dennoch waren ihre Szenen zeitweise einfach nur nervig und unprofessionell (da half es auch nicht, dass das Weinen irgendwie merkwürdig aussah). Am Ende des Tages ist sie gerade eben nun mal als Patientin, nicht als Ärztin, im Krankenhaus. Da war es nicht angebracht, sich dermaßen in die Behandlung von Gina einzumischen und andere Kollegen anzuschnauzen, die doch nur ihre Arbeit tun wollen. Die letzte Szene mit Atticus 'Link' Lincoln hat meinen Eindruck immerhin noch ein wenig verbessert. Hoffen wir, dass sie bald wieder zu sich findet.
Die Assistenzärzt*innen hatten diese Woche auch alle Hände voll zu tun – gut für sie. Damit wurden die angebahnten Beziehungen ein wenig in den Hintergrund gerückt. Spannend dürfte es weiter bei Lucas Adams und Katie Rogers bleiben. Auch wenn Simone Griffith da vielleicht etwas zu deutlich war, kann ich ihre Argumentation durchaus nachvollziehen. Es ist schön, dass Lucas sich so sehr für Katie einsetzt, gleichzeitig kann man nur darauf warten, bis die Grenzen der Professionalität hier endgültig überschritten sind. Und wir wissen ja, wie das manchmal endet… Jules Millin bleibt nach wie vor etwas im Regen stehen. Während alle anderen auf die ein oder andere Art und Weise einer Beziehung nachgehen, wird sie immer unzufriedener. Absolut verständlich, wenn man die Sache mit Winston Ndugu bedenkt. Heute sah es ja wieder danach aus, als wäre hier doch nicht Hopfen und Malz verloren. Immerhin hat er in der Bar aktiv den Kontakt zu Jules gesucht und allzu begeistert schien er von Irises Auftauchen jetzt auch gewesen zu sein. Und wieder frage ich mich: Warum denn dann überhaupt? Wieso etwas mit Iris anfangen? Ist es die einfachere und sicherere Wahl? Denn auch wenn sie nicht im gleichen Bereich arbeiten – Arbeitskollegen sind sie nach wie vor. Die Ausrede zieht also nicht. Von dem her gut für Jules – ähh Sally - , die sich anderweitig Ablenkung sucht. Hoffentlich entpuppt sich der Unbekannte morgen nicht als Neuzugang im Krankenhaus.
Fazit
Diese Episode hat mit ihrem Fokus auf den medizinischen Abläufen der Serie etwas die Dramatik aus der Geschichte genommen, was alles in allem eine gelungene Abwechslung war. Während einige Handlungsstränge etwas in den Hintergrund geraten, kann vor allem Richards Storyline voll und ganz überzeugen. Ich gehe davon aus, dass man hier in der nächsten Woche direkt anknüpfen wird. Nur wie wird das Ganze enden? Einerseits bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass man so jemandem wie Richard ja wohl nichts antun wird. Andererseits sind die letzten "Angriffe" gegen Hauptcharaktere auffällig positiv verlaufen. Eigentlich wäre es also fast mal wieder Zeit für einen ordentlichen Paukenschlag. Aber doch hoffentlich nicht bei Richard?
Denise D. - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Heavy on MeErstausstrahlung (US): 15.01.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Tameson Duffy
Drehbuch: Lisa Leone
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