Bewertung: 8

Review: #8.06 What Went Wrong

"Chicago Fire" ist insgesamt die stärkste der Chicago-Serien, aber dieser Tage musste ich über diese Tatsache mehr denn je nachdenken, denn während "Chicago Med" für mich ohnehin schon zu lange schwächelt, hat "Chicago P.D." in dieser Season auch noch nicht den Funken bei mir überspringen lassen. Da bin ich für "Chicago Fire" unheimlich dankbar, denn die Serie sorgt bei mir für ein wohliges Gefühl und selbst wenn nicht alle Episoden gleich stark sind, gehe ich immer mit einem guten Gefühl aus der Folge.

Blake Gallo hat in der vergangenen Woche eine Atempause erhalten, nun tauchen wir wieder tief in seine Vergangenheit ein. Nur Chief Boden weiß bisher, dass er bei einem tragischen Feuer seine gesamte Familie verloren hat, aber dieses Geheimnis lässt sich nicht länger verheimlichen, als Blake bei einem Einsatz Matt Caseys Befehle ignoriert, weil er sich mit einem Jungen identifiziert hat, der befürchtet, dass seine Familie in dem brennenden Wohnhaus sterben wird. Getrieben von seinem eigenen Trauma unterschätzt Blake die Situation vollkommen und muss wieder den Rückzug antreten. Voller Scham verheimlicht er das Geschehen, doch Matt ist nicht blöd. Ich war etwas überrascht über seine sehr strenge Reaktion, denn er hat für Blake erbittert gekämpft und ist nun nach dem ersten Rückschlag bereit, dass Boden den Rekrut möglicherweise feuern könnte. Doch dieser hat Blakes Motivation bei diesem Einsatz durchschaut und muss nun Matt in die Situation einweihen.

Fortan gab es eine tolle Szene nach der anderen. Darren Ritter hat sich innerhalb kürzester Zeit in die Herzen aller gespielt und ich empfinde ihn ein wenig als männliche Sylvie Brett, weil er eine gute Seele ist und durch sein Empathievermögen die Antennen für die Probleme aller offen hat. Daher nimmt er sich Blake an und ich hatte direkt vor Augen, dass sie die Matt und Kelly Severides der Zukunft werden. Ritter kennt das Geheimnis von Blake zwar nicht, aber er erklärt ihm, dass auf dieser Wache niemand mit seinen Problemen alleine ist. Daraufhin wendet sich Blake an Matt und berichtet ihm von seiner Vergangenheit, die noch um weitere Details angereichert ist. Blake wird vor allem von den Gedanken gequält, dass seine kleine Schwester nach ihm gerufen hat und dass er sie möglicherweise hätte retten können. Das sind wirklich quälende Gedanken, die ich mir gar nicht vorstellen mag. Aber Matt wiederum kann sich diese Gedanken sehr wohl vorstellen, denn er hat sich nach Hallie Thomas‘ Tod mit ganz ähnlichen Fragen gequält. Ich fand es gut, dass hier die Verbindung geknüpft wurde, so dass Blake merkt, hier redet nicht nur jemand altklug daher. Ihr Männergespräch war wirklich herzergreifend und ich will von all dem mehr sehen.

Zum Thema Männerfreundschaft bieten uns auch Joe Cruz und Kelly etwas Neues. Ersterer ist nun glücklich verlobt mit Chloe Allen und traut seinem Glück selbst noch nicht so recht, da sie kurz zuvor noch bereit war, sich endgültig von ihm zu trennen. Aber Sylvie hat alles ausgeplaudert, so dass nun alle Kollegen von der Verlobung wissen. Dabei kommt es zu einer kleinen Szene, die ich auch nach der Gesamtschau der Episode nicht wirklich einordnen kann. Kellys Glückwünsche an seinen engsten Mitarbeiter fallen etwas kühl aus, was diesen zurecht verunsichert. Doch hinterher gibt es keinerlei Anzeichen mehr dafür, warum Kelly seine Worte nicht ernst gemeint haben sollte, denn sie arbeiten Hand in Hand, als bei ihnen der Verdacht aufkommt, dass der Wohnhausbrand kein Unfall war, sondern absichtlich gelegt wurde. Wo normalerweise Matt immer zur Hilfe ist, kniet sich diesmal Cruz mit hinein und gemeinsam stellen sie schließlich fest, dass ihre Intuition richtig war, dass sie nur die falschen Schlüsse gezogen haben. Nicht der Vater hat das Feuer gelegt, um seine Schwiegermutter sterben zu lassen, sondern seine Ehefrau. Das war eine echte Überraschung. Ermutigt durch diese gute Zusammenarbeit bittet Cruz Kelly schließlich, ob er sein Trauzeuge werden könnte, da Brian ‚Otis‘ Zvonecek den Job leider nicht mehr übernehmen kann. Diese Wahl war nur folgerichtig und es war toll, dass Kelly ohne Zögern zugesagt hat. Dennoch frage ich mich immer noch, was diese unterkühlten Glückwünsche sollten. Vielleicht waren sie als Aufhänger gedacht, aber den hätte es gar nicht gebraucht.

Wie immer gab es natürlich auch den humoristischen Teil der Woche, den ich aber weniger gelungen fand. Dass Emily Foster, Stella Kidd und Sylvie plötzlich einen Rückzugsort suchen, kam für mich vollkommen unerwartet. Die Wache ist groß genug und sie haben bisher immer eine Gelegenheit gefunden, ihre Frauengespräche zu führen. Ansonsten sind sie mit ihren männlichen Kollegen auch eins, denn sie sind einfach eine Gemeinschaft, in der jeder er selbst sein kann. Diese Erkenntnis ist auch das Fazit dieser Handlung, da der Raum ja schließlich wieder aufgelöst wird. Klar, es gab einige lustige Szenen, vor allem bei Bodens Reaktion darauf, aber insgesamt fand ich die Idee nicht schlüssig und damit überflüssig.

Fazit

"Chicago Fire" setzt in dieser Woche voll auf seine Männerfreundschaften und kann dabei vor allem in Sachen Emotionalität punkten. Die Frauen erhalten dafür ihren Ausgleich, der dagegen nicht mithalten kann. Insgesamt ist es aber eine sehr gute Unterhaltung in dieser Woche.

Lena Donth – myFanbase

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