Bewertung: 8

Review: #8.01 Starling City

Foto: Colin Donnell, Arrow - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Colin Donnell, Arrow
© Warner Bros. Entertainment Inc.

"Arrow" startet in seine achte und letzte Staffel. Bereits im Januar des nächsten Jahres soll die Serie um Green Arrow nach acht Jahren beendet sein, da ist klar, dass ein bisschen Wehmut mitschwingt auch wenn die letzten Staffeln gezeigt haben, dass es Zeit ist, die Serie zu einem Ende zu bringen, denn die besten Zeiten hat "Arrow" leider schon eine Weile hinter sich gelassen.

"Among the many misconceptions humanity holds dear is the fallacy that all beings are created equal. In truth, there are those who are greater. They are called heroes. But even among heroes, there are different echelons. The highest belong to those known as the paragons. And they are the only hope of all creation."

Der Anfang der achten Staffel lässt einem gleich in Erinnerungen schwelgen, denn Oliver wird wie in Episode #1.01 Die Rückkehr von Lian Yu gerettet. Dieses Mal handelt es sich einfach um Lian Yu auf Erde-2 genau wie Oliver später nach Starling City auf Erde-2 kommt und dort auf seine Familie trifft. Bei der ist einiges anders als auf der Erde, die wir kennen, einiges ist aber eben auch gleich und so haben die Macher der Serie eine Episode kreiert, die beim Zuschauer Erinnerungen weckt, die Dialoge und Szenen wiederbelebt und die Emotionen schürt.

Bereits der Name der Episode ist wunderbar gewählt. "Starling City", der frühere Name von Star City. Dann wurde man als Fan der Serie mit diversen Gastauftritten belohnt. So kehrt Susanna Thompson als Moira Queen zurück und beschert uns einige schöne, emotionale Mutter/Sohn Szenen, die mir seit ihrem Tod wirklich gefehlt haben. Hier hat mir sehr gut gefallen, dass man die schönen Szenen zwischen Oliver und seiner Mutter in Erinnerung ruft und nicht all die Lügen und Probleme die zwischen ihnen stehen. Natürlich wird auch hier angedeutet, dass die Beziehung nicht problemlos war und sein wird, aber in dieser Episode sind weder Streit noch Lügen ein Thema, sondern nur Verbundenheit und Liebe, welche übrigens von den zwei Schauspielern wunderbar auf den Bildschirm gebracht wurden. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich Thompson und Amell auch im realen Leben vermisst haben und ihr Wiedersehen in dieser Episode feiern durften.

"I lost people too Tommy. I lost people closer to me, than I can possibly explain to you. Everyone of this loses brings within a choice between darkness and light."

Ein weiteres Highlight war Colin Donell, hier freue ich mich ja immer über jeden noch so kleinen Gastauftritt von ihm. Gut hat mir gefallen, dass Tommy und Oliver auch auf dieser Erde beste Freunde sind, die beiden funktionieren einfach wunderbar zusammen. Dass Tommy aus Trauer und Schuldgefühl wegen Theas Tod zu dem Dark Archer wurde, ist plausibel und obwohl ich mich natürlich jetzt schon über einen Gastauftritt von Willa Holland gefreut hätte, wäre dies vielleicht etwas zu viel des Guten gewesen und man verschiebt denn lieber auf später, am liebsten dann zusammen mit demjenigen von Colton Haynes. Durch Theas Tod wurde Hollands Abwesenheit wunderbar geklärt und konnte auch gleich dazu verwendet werden, einzelne Handlungsstränge leicht abzuändern. So ist auf Erde-2 eben nicht Malcolm sondern sein Sohn der Dark Archer. Hier hat mir vor allem die Szene zwischen Oliver und Tommy gefallen, als ersterer den Dark Archer dazu bringen will, die Maschine abzuschalten. In dieser kurzen Rede steckt eigentlich alles was Oliver in den letzten Jahren durchgemacht hat. So oft musste er sich zwischen der Dunkelheit und dem Licht entscheiden, somit sind auch diese Wort wieder ein Tribut an die letzten sieben Staffeln.

Malcolm hatte meiner Meinung nach fast zu wenig Screentime, mir gefällt einfach John Barrowmans Schauspiel in "Arrow" und in dieser Welt durfte er einmal einen etwas anderen Malcolm darstellen, einen der nicht durchtrieben ist und irgendein falsches Spiel spielt. In Erde-2 kommt er mir fast ein bisschen hilflos vor, was wunderbar in der Szene unterstrichen wird, als er von Arrow besucht wird und es anschliessend zu einer Kampfszenen zwischen diesem und dem Dark Archer kommt. Hier konnte ich mir ab Malcolms Reaktion ein Grinsen nicht verkneifen. Und auch Felicity ist trotz der Abwesenheit von Emily Bett Rickards in der achten Staffel nicht vergessen. So ist sicherlich bei jedem Fan kurz die Hoffnung aufgekeimt, dass es sich bei dem blonden "IT-Girl", welches Oliver anspricht, um Felicity handelt und jeder hat die Szene aus der ersten Staffel vor sich gesehen. Und kurz danach findet auch noch Curtis Erwähnung, indem er als Leiter der IT-Abteilung genannt wird. Sehr gut wurde auch die Einbindung von Dinah und Rene gelöst, die in unserer Welt dem neuen "Arrow-Team" angehören. Auf Erde-2 sind sie zwar in ähnlichen Berufen wie in Erde-1 tätig, doch sind sie alles andere als Helden und bleiben so ein bisschen aussen vor, sie gehören eben halt nicht zum Original Team.

"Sorry Oliver, you fool me once."

Apropos Original Team. Black Canary arbeitet auf dieser Erde mit Green Arrow zusammen, etwas was man aus dem Comics kennt und von dem sich die Serie gewissermassen abgewendet hat. Klar gehörte Black Canary auch dem Team Arrow an, jedoch waren es nie nur sie und er die zusammen gearbeitet haben, sondern sie war einfach ein Teammitglied. Auf Erde-2 sieht dies etwas anders aus. Dass ausgerechnet Adrian Chase, der Erzfeind aus Staffel 5 auf Erde-2 der Green Arrow ist, fand ich ein gelungener Schachzug, genau wie einige Szenen, die auch hier wunderbar eingebaut waren, um Erinnerungen zu wecken und den Bogen zu den ersten Folgen von "Arrow" zu spannen. Dies hat man auch mit dem Auftauchen von John Diggle geschafft, schön, dass man hier keine "Kopie" sondern den echten Diggle geholt hat und so die Freundschaft von Diggle und Oliver wieder einmal betont. Hier war es natürlich besonders witzig, dass Diggle Olivers Vorhaben im Auto vorhersehen konnte und somit den ersten "Fluchtplan" gerade mal vereitelt. Olivers Reaktion, dass er Diggle dazu drängt auf seine Erde zurückzukehren und er seine Mission alleine zu Ende bringen muss, ist typisch und zeigt schön die Anfänge von Olivers Charakter sowie der Charakterzug, der während allen sieben Staffeln immer wieder in Erscheinung getreten ist, nämlich die Ansicht, dass er die Bürde selber tragen muss, dass er niemanden gefährden und alle retten will. Aber Diggle gibt nicht so schnell auf und lässt sich nicht abschütteln, so wie wir es von ihm kennen und so wird er wohl bis zum Schluss an Olivers Seite kämpfen. Ein echter Freund eben.

"I'm so sorry. I underestimate him, it will never happen again."

Weniger gefallen haben mir die Flash Forwards, nicht unbedingt weil ich die Charakter des "zukünftigen" Arrow Teams rund um Mia Smoak, William Clayton und Connor Hawke nicht mag, sondern weil sie in einer runden Storyline, die eigentlich noch mehr Screentime verdient hätte, immer für eine künstliche, ja fast nervige Unterbrechung sorgte. Für mich wäre es völlig in Ordnung gewesen, wenn man diese Flash Forwards erst in der zweiten Episode der achten Staffel eingebaut hätte, so wären ihnen vielleicht auch etwas mehr Beachtung geschenkt worden, denn für mich hat sich hier keinen direkten Zusammenhang mit den Ereignissen in der Gegenwart aufgetan, ausser vielleicht, dass man in der Gegenwart die starke Freundschaft von Oliver und Diggle thematisiert und in der Zukunft aufzeigt, dass ihre Kindern nicht alle auf der gleichen Seite agieren und sich eher bekriegen als miteinander kämpfen. Da aber bis jetzt sowieso mehr Connor Hawke, Diggles Adoptivsohn als JJ, Diggles leiblicher Sohn ins Zentrum gerückt wurde, fand ich diesen Gegensatz jetzt nicht so krass, dass man diese Zukunftsausblicke unbedingt in dieser Episode einbauen musste.

Dass Charlie Barnett, bekannt aus "Chicago Fire" in die Rolle des JJ Diggles schlüpft, darauf freue ich mich sehr. Mir hat der Schauspieler in "Chicago Fire" sehr gut gefallen und ich bin gespannt ob er diese etwas andere Rolle in "Arrow" auch gut verkörpern kann. Ausserdem bin ich gespannt wie sich die Beziehung zwischen Connor und JJ entwickeln wird. Werden sie sich weiter entfremden oder finden sie wieder zueinander?

Fazit

Der Staffelauftakt zur finalen Staffel von "Arrow" ist dank den vielen emotionalen Momenten, den tollen Gastauftritten und den zahlreichen Szenen, die an die Anfänge erinnern mehr als geglückt. Einziger Schwachpunkt waren für mich die Flash Forwards, nicht unbedingt wegen der Storyline sondern eher weil sie für Unterbrechungen des Storyflusses des Haupthandlungsstranges gesorgt und diesem Screentime entzogen haben, die man dort wesentlich besser hätte nutzen können.

Maria Schoch - myFanbase

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