Bewertung: 5

Review: #5.07 An Introduction to Engineering and a Glob of Hair Gel

Foto: Iain Armitage, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Iain Armitage, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Die siebte Episode der aktuellen fünften Staffel von "Young Sheldon" hat eine Besonderheit: Simon Helberg war noch einmal in seiner "The Big Bang Theory"-Rolle Howard Wolowitz zu hören und sprach mit Jim Parsons das Voice Over. Hintergrund des Ganzen war es, weshalb der ältere Sheldon etwas gegen Ingenieure hatte...

Sheldon, Professor Boucher and Engineering

Mit der Ankündigung, dass Simon Helberg noch einmal seine Rolle des Howard Wolowitz im Spin-Off übernehmen würde, war ich natürlich darauf gespannt, zumal es hieß, man wolle damit Sheldons Abneigung gegen Ingenieure auf den Grund gehen. Ehrlich gesagt hätte ich mir hier eine andere Erklärung gewünscht, denn diese, die man uns Zuschauer*innen 'geliefert' hat, wirkt auf mich eher wie ein Aufguss und einfallslos. Aber fangen wir von vorne an.

Ich muss sagen, dass ich "Fringe - Grenzfälle des FBI" immer nur ziemlich sporadisch geguckt habe und mir somit kein genaues Bild über Lance Reddick machen konnte. Allerdings zeigte mir seine Darstellung durchaus, dass er ein guter Charakterdarsteller ist, so dass ich mich über sein Casting bei "Young Sheldon" gefreut habe. Professor Boucher ist ein ziemlich interessanter, aber auch kühl wirkender und distanzierter Charakter, weshalb es die Storyline für mich umso interessanter gemacht hat.

Professor Boucher hat nämlich durchaus seine Prinzipien, die er auch knallhart durchzieht, so dass man beim Zuspätkommen vom Unterricht ausgeschlossen wird. Auch seine ganze Art im Verhalten unterstreicht nochmal, dass er viel von der Armee gehalten hat. Da lässt Direktor Glass aus "Familienanhang" aber auch ziemlich grüßen. Wenig verwunderlich ist aber auch, dass Sheldon großen Gefallen an Bouchers Einstellung und Vorgehen hat, denn immerhin hat er ja auch Prinzipien. Und dennoch bin ich mit der Erklärung, warum Sheldon etwas gegen Ingenieure hat, nicht zufrieden.

Es ist bekannt und auch oftmals nervig, dass Sheldon sich als Nummer 1 sieht und meint, alles zu können. Deshalb fand ich es sogar gut, dass ihm vom Professor ein Dämpfer versetzt wurde, da seine Zeichnung falsch war und das nicht nur einmal. Denn auch Sheldon muss erkennen, nicht alles zu können und nicht nur andere auf Fehler hinzuweisen, was der ältere Sheldon noch viel mehr betrieben hat als seine jüngere Version. Bei Boucher fand ich es gut, dass er sich weder von Sheldon noch Hagenmeyer oder George hat aus der Ruhe bringen lassen. Denn er hat recht: Sheldon musste selbst drauf kommen. Irgendwie ist es daher auch traurig, dass er sich an Hagenmeyer gewandt hat, da er ja sozusagen ihr Goldesel ist und sie sicherlich vor allem deswegen das Gespräch mit Boucher gesucht hat, weil sie besorgt war, Sheldon könnte möglicherweise die Uni verlassen. Allerdings ließ sich der Professor ja nicht aus der Ruhe bringen, was zwar leicht arrogant in seinem Auftreten war, aber zu seiner ganzen Art gepasst hat.

Warum mir die Erklärung nicht gefallen hat? Weil es nichts mit dem Beruf des Ingenieurs an sich zu tun hat, sondern viel mehr, dass Sheldon dieselbe 'Strafe' wie alle anderen Zuspätkommer*innen bekommen hat. Demnach war es auch irgendwie eine ziemlich ähnliche Erklärung, warum er die Geologie nicht mag, da war es auch menschlichem Verhalten geschuldet und das ist einfach schade. Sehr lustig war aber, dass Hagenmeyer es genossen hat, dass Sheldon auch einmal so etwas widerfahren ist.

"It's like washing an rusty old car"

June ist wieder da und diesmal verletzt. Zugegeben hätte ich mir durchaus eine Szene gewünscht, wie sie auf dem Haarbüschel ausgerutscht ist, doch meine bildhafte Vorstellung hat mir hier vollkommen ausgereicht. Da June alleine ist (dabei hat sie doch mindestens einen Sohn, oder redet der nicht mehr mit ihr, weil sie mit dem Jüngling auf der Hochzeit war?), erklären sich Connie und Dale (er eher notgedrungen) bereit, ihr zu helfen. Ja, das sorgt schon bei dem Wissen, dass es Szenen zwischen ihnen geben wird, für meine Belustigung.

Ich glaube aber, dass es das erste Mal ist, dass ich so herzlich über Dales Kommentare gelacht habe. Es war wirklich jeder Spruch ein Treffer. Zudem hat man gemerkt, dass er nicht nur lange mit June verheiratet war, sondern sie sich auch so gut kennen, dass sie sich solche Sprüche nicht annehmen oder gar sauer aufeinander sind.

So ganz verstehe ich nicht, weshalb Connie eifersüchtig reagiert hat. Ich kann verstehen, dass es ihr ein bisschen Unbehagen bereitet, dass Dale June beim Duschen geholfen hat, aber sie führte sich irgendwie so auf, als wären bei beiden noch Gefühle, die ihre Beziehung gefährden könnte und das sehe ich absolut nicht. Ich kann aber verstehen, dass June sich Ähnliches für Dale und sich gewünscht hat und letztlich wurde eben auch deutlich, dass June und Connie ihn erst einmal formen mussten.

Welcome back, Howard Wolowitz

Ich habe mich über Howards Rückkehr durchaus gefreut, jedoch hätte ich mir mehr Interaktion mit Sheldon gewünscht, denn so wirkte es, als hätte Sheldon nichts gelernt und Howard nur wieder einen Dämpfer verpasst und nach seiner Rede im Serienfinale der Mutterserie finde ich das durchaus sehr schade.

Fazit

Nicht nur Sheldon wurde ein Dämpfer verpasst, sondern "Young Sheldon" hat mir als Zuschauerin auch einen verpasst, da man mit dieser Episode doch einige Rückschritte gemacht hat. Die Episode hat zwar Spaß gemacht, warf die ein oder andere Entwicklung jedoch auch ein bisschen zurück.

Daniela S. - myFanbase

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