Bewertung: 7

Review: #3.12 Glitzerpuder und ein Heißgetränk

Foto: Iain Armitage, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Iain Armitage, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nachdem "Young Sheldon" mit der letzten Episode keine richtige Glanzleistung hingelegt hat, kann man mit #3.12 Body Glitter and a Mall Safety Kit punkten, indem man mehrere Handlungen miteinander verknüpft und dadurch tolle Momente erschafft, die fast immer überzeugen können.

Nachwirkungen und Verarbeitungen der Scheidung

Als ich mir den Trailer für diese Episode angeschaut und Paige darin gesehen habe, war ich mir absolut sicher, dass man mich diesmal mehr überzeugen kann. Denn egal, wann Paige auftaucht, Ärger gibt es dann immer. So auch diesmal. Wobei ich zugeben muss, dass mir das Mädel wirklich leid tut. Bereits bei ihrem letzten Auftritt in der Serie zeichnete sich ab, dass sie die (bevorstehende) Scheidung ihrer Eltern nicht einfach mal so wegsteckt. Wie es ihr damit geht, können wir in dieser Episode gleich mehrfach miterleben.

Zum einen hat sie eine veränderte Frisur, die ihr im Übrigen wirklich gut steht, zum anderen nutzt sie ihre aktuelle Lebenssituation aber auch zu ihrem Vorteil aus. Ich finde, auch das kann man ihr nicht verdenken, denn wie wir ja später erfahren haben, steht Paige ziemlich alleine mit ihrer Trauer, ihren Ängsten und mit der Verarbeitung ihrer Einsamkeit da. Zwar fragt sich ihre Mutter, was das alles mit ihrer Tochter anstellt, aber so richtig zu kümmern scheint es sie auch nicht wirklich. Sonst hätte sie sicherlich bemerkt, wie traurig Paige die ganze Situation macht und in welcher Form sie eigentlich um Aufmerksamkeit schreit: Sie stiehlt. Zwar ist unbekannt, ob der Diebstahl des kleinen Fläschchen eine einmalige Sache war, ich kann mir aber gut vorstellen, dass sie es zum wiederholten Male getan hat, was alles umso trauriger macht. Paige ist vielleicht durch ihre enorme Intelligenz nicht unbedingt das durchschnittliche Kind, dennoch hat sie Gefühle, auf die ihre Eltern Rücksicht nehmen sollten. Stattdessen bricht es einem wirklich fast das Herz, wenn man ihr dabei zuhört, dass niemand so wirklich für sie selbst da ist.

Sehr gut hat mir daher die Einbindung von Sheldon und John gefallen. Bereits in Episode #2.07 Carbon Dating and a Stuffed Raccoon hat Sheldon bewiesen, dass er zuhören kann und Mitgefühl hat. Schön, dass man auch dieses Mal diese Seite an ihm gezeigt und dadurch auch seine Freundschaft zu John genutzt hat. Neben Connie scheint er nämlich tatsächlich der einzige zu sein, der sich in seine Gedanken wirklich hineinversetzen kann, weshalb Sheldon auch seinen Rat befolgt und Paige zugehört hat. Ich würde mir wünschen, dass wir zukünftig mehr solcher Szenen sehen werden. Das erhoffe ich mir auch bei Mary und Linda. Zwar wirkte es beim ersten Aufeinandertreffen alles andere, als dass die beiden Freundinnen werden können. Betrachtet man allerdings die aktuelle Lebenssituation von Linda, würde ihr eine Freundschaft mit Mary wahrscheinlich gut tun. Vielleicht könnte Mary auch dafür sorgen, dass sie mehr auf Paige eingeht.

Der (falsche) Stolz eines Vaters

Auch nach längerem Überlegen bin ich mir nicht sicher, was ich von George halten soll. Dass er seinen Kindern noch nie wirklich gesagt hat, dass er stolz auf sie ist, ist eine Sache und liegt vielleicht auch einfach daran, dass sein eigener Vater ihm dies auch nie gesagt hat. Dass er so ablehnend auf das Darlehen von Georgie reagiert, kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Ich verstehe durchaus, dass er für die Reparaturen seines Trucks selbst aufkommen möchte und das auch gut und gerne aufschieben möchte. Ich kann aber nicht wirklich verstehen, warum er Georgie solch eine Szene gemacht hat. Sicherlich war der Spruch von ihm nicht die feine englische Art, es zeigt jedoch, dass der Junge durchaus Verstand hat und in weiten Teilen auch bereit ist, Verantwortung zu übernehmen (die Sache mit dem Rasenmähen mal ausgenommen. Wobei das mal wieder zeigt, wie naiv Billy eigentlich ist).

Auch wenn George die Entschuldigung seines Sohnes angenommen hat, wirkte es auf mich dennoch so, als wäre er gekränkt, würde aber auch über die Worte von Wayne nachdenken, dass er seinen Kindern zu wenig zeigen und sagen würde, wie stolz er auf sie ist. Daher fand ich es schön, dass Sheldon der erste gewesen ist, bei dem man erkannt hat, dass es George ehrlich gemeint und nicht nur aus schlechtem Gewissen gesagt hat. Ich würde mir wünschen, dass man viel mehr die guten Seiten von ihm zeigen würde, da es schon viele Szenen gab, in denen er seine guten Qualitäten zeigen konnte.

Fazit

Die Macher von "Young Sheldon" machen viele Fehler aus der vergangenen Episode wieder gut. Durch Paiges aktuelle Lebensumstände bot sich die Möglichkeit, gleich mehrere Charaktere einzubinden, was sehr gut funktioniert hat. Wenn man jetzt noch George dauerhaft mit seinen guten Seiten und Eigenschaften zeigt, bin ich sehr zufrieden.

Daniela S. - myFanbase

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