Bewertung: 9

Review: #2.22 Köttbullar, Neutrinos und Tai Chi auf dem Dach

Foto: Iain Armitage, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Iain Armitage, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Während die Mutterserie "The Big Bang Theory" nach zwölf Staffeln endet, bestreitet "Young Sheldon" erst einmal das Finale der zweiten Staffel. Bei diesem Staffelfinale handelt es sich um ein Crossover, von dem ich anfangs nicht sicher war, wie man es umsetzen würde. Die Antwort darauf ist schlicht: Perfekt!

Der Nobelpreis

Sheldon war schon immer begeistert davon, zu erfahren, welcher Wissenschaftler den Nobelpreis gewinnen wird. Als ich den Teaser für diese Episode gelesen habe, war ich mir nicht ganz sicher, ob mich dieses Finale überzeugen kann. Sheldon lädt die ganze Schule ein, um sich die Verkündung des Nobelpreisträgers zusammen anzuhören. Daran hatte ich nicht nur Zweifel, ich war mir absolut sicher, dass sich Sheldon in diesem Punkt eindeutig etwas vormacht. Zumal er keinen leichten Stand hat in der Schule und bis auf Tam auch keine wirklichen Freunde. Daher hat es mich auch nicht gewundert, dass tatsächlich niemand kam, auch wenn man es zum Großteil sicherlich auch auf die frühe Uhrzeit schieben könnte. Allerdings wissen wir ja, dass das eben nicht der Hauptgrund gewesen ist. Dennoch muss ich zugeben, dass Sheldon sich tapfer geschlagen und trotz allem daran geglaubt hat, die Verkündung nicht alleine anhören zu müssen. In diesem Punkt hat Missy natürlich recht. Sheldon gibt schlaue Dinge von sich, wenn es dann aber um Menschenkenntnis und Ähnliches geht, ist er alles andere als schlau.

Wobei mir die Szene mit Mary unglaublich gut gefiel und bewiesen hat, dass Sheldon dann doch seinen Stolz hat. Schon länger wissen wir, dass Mary ihren kleinen (und besonderen) Jungen am liebsten vor allem beschützen und ihm zeigen möchte, dass er nicht alleine ist. Jedoch zeigt Sheldon hier Größe und findet es zwar schön, dass seine Mutter ihm das anbietet, aber sie ist nun mal seine Mutter, bei der er weiß, dass sie immer zu ihm hält, weswegen er sich gegen ihren Vorschlag entscheidet und alleine die Verkündung anhört. Seine Traurigkeit darüber, dass nicht sein Favorit gewonnen hat, zerriss mir fast das Herz. Es war nicht einmal der Moment selbst, sondern eher die Tatsache, dass John kurz zuvor erklärt hat, bei was es sich um ein Neutrino handelt und sowohl John als auch Sheldon sich so fühlen.

Schatten aus der Vergangenheit

Neben Sheldon gab es dann noch John, der mir diesmal auch sehr leid tat. Eigentlich ist John eine Frohnatur und immer zu Späßen aufgelegt ist. Doch auch er hat Momente, in denen er nachdenklich und traurig ist. Zum einen ist da seine Beziehung zu Connie, die ihm kürzlich schwer zu schaffen gemacht hat. Und nun wird uns etwas aus seiner Vergangenheit preisgegeben, bei dem ich tatsächlich ein bisschen Angst hatte, dass wir John verlieren könnten.

Mir war schon bei seinem Gespräch mit Sheldon klar, dass er nicht ganz mit sich im Reinen ist. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass es so schlimm um John steht. Wobei ich ihn natürlich verstehen kann. Wer möchte nicht Erfolg haben, vor allem wenn man seit so vielen Jahren daran arbeitet. Erschreckend fand ich, dass John schon vor Jahren solche Episoden hatte und sogar eingewiesen werden musste. Das tat mir sehr leid, weil John wirklich ein liebenswerter Kerl ist, der auch mal Glück verdient hat, was er offenbar in Connie gefunden hat.

Nach den letzten Ereignissen zwischen den beiden hatte ich etwas die Befürchtung, man würde die beiden trennen. Immerhin war Connie nicht besonders einfühlsam nach seinem Heiratsantrag und der Sache im Casino. Wobei sie sich für beides letztlich auf sehr süße Art entschuldigt hat.

Wahrscheinlich brauchte es tatsächlich etwas Dramatisches, dass sie erkennt, wie wichtig John für sie ist und wie sehr sie ihn liebt. Connie ist ohnehin jemand, der zwar Gefühle hat, sie aber nicht so zeigen kann. Allerdings konnte man ihre Sorge um John in dieser Episode in wunderbar kleinen, aber sehr wichtigen Momenten erkennen. Dazu hat man auch einen weiteren Auftritt von Ed Begley Jr. als Dr. Linkletter genutzt. Mich hat dieser Charakter bereits bei seinem ersten Auftritt genervt und es hat sich nicht geändert. Mir hat zwar gut gefallen, dass er Connie Hilfe zugesichert hat, aber eben mit dem Hintergedanken, sie daten zu können. Somit gefiel mir die Art und Weise sehr gut, wie sie ihm immer wieder eine Absage erteilt hat. Dabei hat man bemerkt, wie wichtig John ihr ist und wie sehr Connie ihn eigentlich liebt.

Schön, dass die Autoren den beiden einen schönen, vertrauten und emotionalen Moment gegeben haben, in dem man gemerkt hat, wie sehr sich die beiden gegenseitigen brauchen. Ich kann John durchaus verstehen, dass es sein Herzenswunsch ist bzw. gewesen ist, einmal den Nobelpreis zu gewinnen. Umso schöner fand ich, dass Connie ihm ein offenes Ohr angeboten hat, selbst wenn sie von dem Ganzen nicht einmal die Hälfte versteht. Es zeigt aber, wie sehr sie John zu schätzen weiß. Und obwohl John niemals eine Chance auf den Nobelpreis hatte, so erkennt er das Potenzial in Sheldon. Wie recht er mit seiner Äußerung letztlich doch hatte.

Someday We'll be Together

Wie ich bereits eingangs schrieb, war das Crossover zwischen "The Big Bang Theory" und "Young Sheldon" perfekt. Da Sheldon Leonard und Co. erst in der Mutterserie kennen gelernt hat, war auch klar, dass es im Ableger keine gemeinsame Szene geben würde. Das war aber auch nicht nötig, denn die Macher haben einen wirklich guten und emotionalen Weg gefunden, Leonard, Penny, Raj, Howard, Bernadette und Amy einzubinden.

Sheldons Traurigkeit darüber, dass John nicht mit ihm die Verkündigung angehört hat und auch sonst niemand seiner Einladung gefolgt ist, führt dazu, dass er glaubt, für immer alleine sein zu müssen. Diese Gedankengänge hatte er bereits zu Beginn dieser Staffel, wo er von Missy getröstet worden ist. Diesmal war Sheldon ganz alleine mit seiner Traurigkeit und diesen Moment nutzte man wunderbar für das Crossover, bei dem seine zukünftigen Freunde vorgestellt worden sind, mit denen er eines Tages zusammen sein wird. Großartige Idee, großartiges Casting, großartiger Song und eine perfekte und süße Ehre, um die Mutterserie zu verabschieden.

Randnotizen

  • Missys Kommentare gegenüber George waren einfach mal wieder göttlich!
  • Georgie hat mir gut gefallen, da er seinem Vater mal gezeigt hat, nicht alles mit sich machen zu lassen. Und auch George hat erkannt, dass sein Sohn sich nicht alles bieten lässt.
  • Sheldons Fürsorge für John fand ich sehr süß. Ich frage mich, ob er ihm tatsächlich eine Karte mit Besserungswünschen geschickt hat.
  • Rührend, dass man bei dem Crossover noch einmal die Beziehung zwischen Howard und seiner Mutter dargestellt hat, wie man sie kannte und liebte.



Fazit

Ich hatte mir zwar seit Mitte der Staffel eine Hochzeit zwischen Connie und John gewünscht, doch so war es umso besser und schöner. Am Anfang war das Staffelfinale ein bisschen seltsam, ich muss aber zugeben, dass die Macher einen tollen Job gemacht haben und ein wunderbares Ende für die zweite Staffel von "Young Sheldon" präsentiert haben.

Daniela S. - myFanbase

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