Bewertung: 8

Review: #3.01 Quirky Eggheads and Texas Snow Globes

Foto: Zoe Perry, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Zoe Perry, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach dem recht emotionalen Finale der zweiten Staffel und der damit verbundenen Verabschiedung von "The Big Bang Theory", kehrt der Ableger "Young Sheldon" mit der dritten Staffel aus der Pause zurück und arbeitet einige Dinge vom Staffelfinale im Auftakt auf. Dabei kristallisiert sich (erneut) heraus, wie eng die Beziehung zwischen Sheldon und Mary tatsächlich ist.

Die Sorgen einer Mutter

Obwohl "Young Sheldon" der Ableger von "The Big Bang Theory" ist und damit eigentlich auch schon den Stempel hat, urkomisch sein zu müssen, merkt man dem Format die Ernsthaftigkeit an. Bereits im Staffelfinale bemerkte man, dass die Macher nicht nur alles oberflächlich betrachten, besonders was den mentalen Zustand von John anbetrifft. Ich hätte aber nicht damit gerechnet, dass man seinen Zustand so konsequent weiterverfolgt, was mich allerdings mehr als positiv überrascht. Nachdem Connie John auf dem Dach seines Wohnhauses vorgefunden und ihm ein Ohr zum Zuhören angeboten hat, war ich mir sicher, dass diese Storyline damit beendet ist und man zurück zur Tagesordnung schreitet. Allerdings scheinen die Autoren aus ihren Fehlern der vergangenen Staffeln gelernt zu haben und spinnen die Auswirkungen von Johns Zustand weiter.

Dabei war natürlich sehr naheliegend, dass Mary besorgt um Sheldon ist. Wie oft haben wir schon mitbekommen, wie sie ihren Mann darüber in Kenntnis setzt, besorgt um ihren Jungen zu sein? Wobei die Besorgnis über vergangene Dinge nahezu banal wirkt, wenn man die aktuelle Situation betrachtet. John befindet sich nämlich nach wie vor in einer psychiatrischen Einrichtung, wovon Sheldon aber nichts weiß – zumindest nicht die ganze Wahrheit. Er weiß nur, dass sich sein Freund in einer Klinik aufhält und ist in dem Glauben, dass John eine ansteckende Krankheit hat. Allzu dumm ist es gar nicht von Mary, da Sheldon unglaubliche Angst davor hat, sich irgendwo anzustecken und so muss sie auch nicht damit rechnen, dass ihr Sohn seinen Freund besuchen möchte. Dass diese Notlüge aber Konsequenzen nach sich zieht, macht sich im Laufe der Episode immer bemerkbarer.

Wobei mir Mary in diesem Szenario durchaus leid tut. Immerhin haben die Autoren bereits in der ersten Staffel immer wieder drauf hingewiesen, wie ähnlich sich John und Sheldon vom Charakter und vom Verhalten her sind. Auch Connie bringt in dieser Episode zur Sprache, dass John sie an ihren Enkel erinnert und sie daher keinen Veränderungen an ihrem Freund wahrgenommen hat (was natürlich nicht stimmt, wie sie sich selbst erinnern kann). Und genau das ist es auch, was Mary so besorgt um ihren Jungen macht. Sie kann nicht genau sagen, welches Verhalten für Sheldon normal ist und was nicht. Zumal er immer wieder neue Ideen entwickeln, die für andere nicht nachvollziehbar sind, für Sheldon aber durchaus typisch.

Aus ihrer Angst heraus, Sheldon könnte es eines Tages genauso wie John gehen, resultiert nicht nur ihre Notlüge über seinen wahren Aufenthaltsort, sondern auch, dass sie auf Biegen und Brechen herausfinden möchte, wie mental stabil oder auch instabil ihr Sohn ist. In ihrer Verzweiflung liest sie einen Ratgeber. Ähnlich wie George finde ich diese Vorgehensweise nicht gut. Zum einen, weil solche Ratgeber zu sehr verallgemeinern, und zum anderen sorgt so etwas für umso mehr Chaos. Das Chaos besteht darin, dass sich Mutter und Sohn gegenseitig aufschaukeln und es zu Streitigkeiten über ihr jeweiliges Verhalten kommt. George nimmt hierbei die Position des Vermittlers ein, was mir sehr gut gefällt. Ich hatte ja bemängelt, dass er immer den Weg des geringsten Widerstands geht und seiner Frau alles überlässt. Zudem ist George jemand, der Sheldon eben nicht mit Samthandschuhen anfasst und sich dadurch auch weniger Gedanken macht. George macht seine Sache gut und macht seiner Frau klar, dass sie es übertrieben hat, auch wenn Mary letztlich dann doch den Weg zum Psychologen wählt, den ich persönlich für eine Null halte. Allerdings ist er auch der ausschlaggebende Faktor, wodurch Mary endlich bereit ist, Sheldon die Wahrheit über John zu sagen. Mir hat die Szene sehr gut gefallen, weil sie zum einen gezeigt hat, wie gut Sheldon seine Mutter kennt und zum anderen, dass Sheldon sehr wohl über eine gewisse Empathie verfügt. Ich würde mir wünschen, dass die beiden John besuchen werden, damit Mary erkennt, dass sie sich keine Gedanken um Sheldon machen muss.

Georgie, das Verkaufsgenie

Neben der ernsthaften Handlung rund um Sheldon und Mary sorgte man mit Georgies neuester Idee für den Spaßfaktor in dieser Episode. Ich dachte eigentlich, man würde Georgies Talent für das Reparieren von Autos weiterverfolgen. Da wir uns aber erst am Anfang der Staffel befinden, wird man dieses sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt aufgreifen.

In der Vergangenheit hat man Georgie immer als eine Art Depp vom Dienst dargestellt. Ähnlich wirkt zu Beginn auch seine Idee, Schneekugeln zu kaufen und jene dann zu einem teuren Preis weiterzuverkaufen. Ich muss aber zugeben, dass ich den Jungen tatsächlich unterschätzt habe. Ähnlich wie George fand auch ich die Idee, Schneekugeln an Leute zu verkaufen, vollkommen unsinnig; zumal seine Strategie anfangs auch überhaupt nicht fruchtet und er sogar bei seiner Meemaw scheitert.

Allerdings muss man Georgie lassen, dass er sein Ziel verfolgt und durchaus weiß, worauf es ankommt. Da er sich als Geschäftsmann sieht, kleidet er sich nach einem Misserfolg auch geschäftsmäßig. Noch viel interessanter ist allerdings, dass er auf seine Kunden eingeht und sie alleine deswegen schon offener sind. Es sei dem Jungen gegönnt, auch Erfolg zu haben, zumal er und Missy ohnehin immer irgendwie im Schatten von Sheldon stehen. Und Georgie hat außerdem noch zwei andere Dinge bewiesen: Er kann gut mit Kindern umgehen und er hat seinem Vater beweisen, dass er nicht leichtfertig aufgibt. Bravo, Georgie!

Fazit

"Young Sheldon" kann mit dem Auftakt angefangene Storylines aus dem Finale wieder aufnehmen und weiterspinnen. Dadurch gelingt es den Autoren die Charaktere weiterzuentwickeln und für tolle Momente zu sorgen. Ich hoffe, man behält den Kurs bei und schafft es, die Fehler aus der Vergangenheit dauerhaft wettzumachen. Guter Start in eine dritte Staffel.

Daniela S. - myFanbase

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