Bewertung: 7

Review: #3.12 Dämonen der Vergangenheit

Foto: Eliza Taylor, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Eliza Taylor, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

In #3.12 Demons konzentriert sich "The 100" auf auf drei Schauplätze und macht seinem Titel alle Ehre. Dämonen kommen nicht nur in Millers Geschichte vor, sondern zeigen sich auf verschiedene Art und Weise innerhalb der Episode. Wie für Horrorstorys beinahe schon typisch, bleibt dabei die Logik teilweise auf der Strecke.

"Following the creepy music is a bad idea. ... Or we can follow the creepy music."

Wer saß nicht schon mal nicht vor dem Bildschirm und gab den Charakteren innerhalb eines Horror-Streifens wertvolle Tipps, auf welche jene natürlich nicht gehört haben? Die Liste ist lang und fängt wohl damit an sich an erster Stelle überhaupt nicht erst in eine verlassene Gegend, in diesem Fall einer plötzlich verlassenen Stadt, zu begeben. Unsere Helden haben im Gegensatz zu den aus Spaß in der Wildnis campenden Jugendlichen keine wirkliche Alternative, da sie Lincolns Buch mit der Karte benötigen, welche sie zu Luna führen könnte. Dafür sich aufzuteilen oder wie Monty schon erwähnt der unheimlichen Musik zu folgen, gibt es hingegen keinen guten Grund. Ab dort beginnen nämlich auch die Logiklöcher, angefangen mit Carl Emersons Rückkehr. Bereits in #3.06 Bitter Harvest haben sich bestimmt einige gefragt, wohin Emerson nach seiner Verbannung geht und ob wir ihn noch einmal wiedersehen. Anstatt sich also zu fügen, sinnt Emerson weiterhin nach Rache, zu verlieren hat er immerhin nichts mehr. Irgendwie hat er seine Wachen überwältigt, sich die Kleidung der Grounder angeeignet und sammelt dann nach und nach Clarkes Freunde ein. Woher er von der Situation in Arkadia weiß, den Standort der Höhle kennt, wie Emerson genau Miller, Harper und Bryan nach Arkadia schafft, dass sind wohl alles Fragen, die sich der Zuschauer lieber nicht stellen sollte.

"You have any last words for your friends?" - "Yeah. Ascende superius."

Der Showdown zwischen Emerson und Clarke kann leider ebenfalls nicht vollkommen überzeugen, weil es von Anfang an sehr unwahrscheinlich war, dass auf einen Schlag gleich sechs Hauptcharaktere getötet werden. Demnach dient die Episode vor allem dazu, die Charaktere in die gewünschte Stellung zu manövrieren. Raven ist nun in der einzigartigen Lage A.L.I.E. und ihre Beweggründe zu verstehen, ohne weiter unter deren Einfluss zu stehen. Dies allein wird dadurch deutlich, dass sie neue Fähigkeiten zeigt, zu denen es gehört Beccas Code zu verstehen. Warum Titus dann Clarke überhaupt das Buch erst gegeben hat, wenn sie es eh nicht hätte lesen können, ist wieder eine andere Frage. Trotzdem gelangen sie gemeinschaftlich zu der Erkenntnis, dass der Chip mit der lateinischen Version von Beccas Firmenmotto aktiviert wird. Dies sorgt zumindest dafür, dass Clarke Emerson schlussendlich besiegen kann und jener einen grausamen Tod stirbt. Die Botschaft ist klar, die Gang braucht Luna um an die Informationen gelangen, doch möchte Luna überhaupt erneut involviert werden? Schließlich ist sie damals nicht grundlos geflohen. Dies wird sowohl der Zuschauer als auch ein Teil der Gang bald erfahren, denn während Raven und Monty und den drei Wachen zurückbleiben, reist das Quartett bestehend aus Clarke, Bellamy, Octavia und Jasper weiter. Auch wenn es in der Luftschleuse scheinbar einen kleinen Moment zwischen Octavia und Bellamy gab, wird die Distanz zwischen den Geschwistern sicherlich nicht allzu schnell überwunden sein. Auch das Verhältnis von Clarke und Jasper bleibt angespannt, während die Stimmung zwischen Monty und Jasper mehr als eisig ist, was durch die räumliche Trennung wohl aber zunächst nicht mehr thematisiert wird.

"I can offer you something even more powerful than the Flame... true legacy of Bekka Pramheda, all power, all wisdom contained in one simple key. All you have to do is swallow it."

In Polis fügen sich ebenfalls Puzzlestücke zusammen und bringen für Murphy mal wieder weniger rosige guten Zukunftsaussichten. Mir würden schnell die Finger ausgehen, müsste ich aufzählen, wie oft Murphy allein innerhalb der bisher ausgestrahlten Episoden der Serie misshandelt und eingesperrt wurde. Da ist es kaum verwunderlich, dass Emoris Besuch keinesfalls positiv ausgeht, sondern sie sich ebenfalls als gechippt herausstellt. Wie und warum sie den Chip genommen hat, bleibt zunächst unserer Fantasie überlassen, bringt aber Murphy in eine schwierige Situation. Wie leicht Jaha anschließend Ontari dazu bringt ebenfalls den Chip zu schlucken, überrascht mich schon mehr. Vermutlich war es eine wirklich große Versuchung sich auf diesen Deal einzulassen, da bereits an mehr als einer Stelle angedeutet wurde, wie überfordert Ontari mit der Situation ist und anscheinend kein wirkliches Vertrauen in Roan hat. Die Endszene mit A.L.I.E. auf dem Thron lässt zumindest übles erahnen, denn auf Befehl des Commander, ob nun falsch oder auch nicht, werden die Grounder reihenweise den Chip nehmen.

Randbemerkungen und Notizen

  • Jarod Joseph ist es mit Millers Geistergeschichte gelungen einen tollen Einstieg für diese Horror-Geschichte zu kreieren und gleichzeitig durfte Chelsey Reist wieder beweisen, dass sie eine echte Scream Queen ist.
  • Falls irgendwer befürchtet hat, dass unschuldige Ratten für die Episode ihr Leben lassen mussten, den konnte die Autorin Justin Juel Gillmer beruhigen. Wie sie auf Twitter verriet, handelt es sich um Kaninchen.
  • Mit den Worten "May we meet again." und "Yu gonplei ste odon." auf der Feuerbestattung wurden schön die Bräuche der Grounder und Shaikru vermischt. Ich bin jedenfalls froh, dass Octavia die Möglichkeit erhielt sich von Lincoln zu verabschieden, auch wenn keine Zeit bleibt zu trauen. Denn wie Octavia bereits zu Jasper sagte: "A warrior doesn't mourn the dead until the war is over."
  • Sinclair, der sich nicht nur durch seine Verbindung zu Raven gut in die Gang eingefügt hat, ist ein weiterer Verlust in dieser Staffel, was bekannte Nebendarsteller angeht.
  • Monty stellt in dieser Episode eine interessante Frage, denn was passiert mit denjenigen, die nur noch in der Stadt des Lichts existieren, da ihr Körper gestorben ist, sobald A.L.I.E. besiegt wurde? Die Definition, was genau Leben ist, dürfte deshalb noch thematisiert werden und ein Wiedersehen mit beispielsweise Hannah und Otan ist deshalb nicht ausgeschlossen.

Fazit

#3.12 Demons ist für "The 100"-Verhältnisse beinahe schon eine Filler-Episode, nutzt die Screenzeit aber auch um wichtige Informationen zu enthüllen und setzt den bisher eingeschlagenen Kurs fort, schlussendlich doch die bisher voneinander separat laufenden Storylines zu vereinen. Der Zwischentopp in Arkadia sorgt zwar für eine erneute Aufteilung der Gang, dient aber dieses Mal dem Ziel A.L.I.E. zu stoppen, an welchem beide Gruppen parallel arbeiten, während die K.I. mehr und mehr Macht gewinnt. So können zwar nicht alle Aspekte der Episode vollkommen überzeugen, aber die Serie bewegt sich in die richtige Richtung.

Charleen Winter - myFanbase

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