Bewertung

Review: #2.11 Rache

Foto: Duncan Lacroix, The Gathering 2016 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Duncan Lacroix, The Gathering 2016
© myFanbase/Nicole Oebel

Die gesamte Staffel stand bisher im Zeichen des Aufstandes der Jakobiter und dem damit verbundenen Krieg. Auch dieses Mal ist dies wieder deutlich zu spüren, doch die Geschichte nimmt kurz vor dem Ende der Staffel noch einmal Abstand von diesem Thema und wendet sich persönlicheren Geschichten zu, wodurch die ein oder andere alte Rechnung beglichen wird.

Vengeance Is Mine

Der Beginn der Episode ist erst einmal genau so, wie man ihn erwartet hat, denn nach der gewonnenen Schlacht bei Prestonpans werden erst einmal eifrig Pläne für das weitere Vorgehen geschmiedet. Doch es dauert nur Sekunden, um uns zu verdeutlichen, dass man an dieser Stelle – vorerst – einen Schlussstrich ziehen wird. Ich muss gestehen, dass ich etwas verwundert bin, was diesen Kurswechsel angeht. Gerade noch wollten alle nach vorne drängen und der britischen Armee zeigen, wo es lang geht und nun herrscht nicht nur schlagartig Stillstand, sondern sogar Rückzug. Einerseits freut es mich, dass die Erzählung nicht langweilig wird, weil sich eine Schlacht an die nächste reiht, andererseits bin ich verblüfft darüber, dass man die Waffen nun erst einmal sinken lässt, denn der Kampf bei Culloden muss doch trotzdem noch stattfinden – oder?

Erst habe ich mich indes gewundert, dass ausgerechnet Jamie der einzige Befürworter für einen weiteren Angriff ist, doch dann hat er Claire gegenüber gut erklärt, dass er noch immer versucht, die Zukunft zu ändern, weshalb er die Hoffnung hatte, dies mit einem Angriff auf London zu bewirken. Doch diese Episode befasst sich nach dem Aufbruch aus dem Lager der schottischen Armee nicht länger mit der Zukunft, stattdessen treffen wir einige alte Bekannte aus der Vergangenheit wieder. Aber eins nach dem anderen. Zunächst gestaltet sich der Heimweg von Jamies Männer spannend und dieses Gefühl wird die gesamte Episode über beibehalten, weshalb man nicht einmal für den kürzesten Moment blinzeln möchte, um bloß nichts zu verpassen. Nach der Verfolgungsjagd durch den Wald ziehen sich die Männer in eine verlassene Kirche zurück, wo sie bald von britischen Truppen aufgespürt und getrennt werden. All diese Ereignisse passieren in kürzester Zeit und das schnelle Erzähltempo macht unheimlich viel Spaß. Als Claire dann mit den Briten geht, damit die Soldaten von Jamie und dessen Männern ablassen, steigt die Spannung noch weiter an, denn jedes Mal, wenn Claire und Jamie von einander getrennt werden, ist dies ein Garant für eine nervenaufreibende Wiedervereinigung. Vermittelt wird diese durch ein Wiedersehen mit Hugh Munro. Dieses vertraute Gesicht lässt Freude aufgekommen, ganz im Gegensatz zu dem alten Bekannten, den Claire anschließend trifft. Auch wenn die Perücke im Intro und die Hinweise des britischen Soldaten bereits einige Fingerzeige darauf lieferten, wem wir bald begegnen werden, war ich äußerst überrascht, den Herzog von Sandringham wiederzusehen. Die Freude darüber hielt sich ähnlich wie bei Claire in Grenzen, denn wir kennen Sandringham als jemanden, dem einfach nicht zu trauen ist. Genau so präsentiert er sich auch dieses Mal wieder, doch anders als sonst kann er nun nicht so einfach den Kopf aus der Schlinge ziehen. Denn das Wiedersehen bringt die Erkenntnis mit sich, dass es in #2.04 La Dame Blanche niemand geringeres als Sandringham war, der den Anschlag auf Claire und Mary Hawkins – auch mit ihr gibt es ein Wiedersehen – anordnete. Ich muss zugeben, dass ich stets den Comte St. Germain dafür verantwortlich gemacht habe, weshalb ich seinen Tod in #2.07 Der Preis der Freiheit als äußerst gerechtfertigt empfunden habe. Doch man muss St. Germain nicht bedauern, denn auch wenn Sandringham den Auftrag zu dem Überfall gab, bleibt St. Germain der eigentliche Strippenzieher.

Die Emotionen sind wie bereits erwähnt die gesamte Zeit über am brodeln und das große Finale bildet dann der Tod von Sandringham. Ich habe diese äußerst blutige Tat nicht kommen sehen und ging davon aus, dass Sandringham – wie immer – entkommen würde, doch an Murtagh und seinem Versprechen gibt es kein Vorbeikommen. Es war ein schrecklicher Anblick, als Murtagh mit der Axt ausholte, doch Sandringhams Tod fühlte sich genau so gerechtfertigt an, wie es schon der von St. Germain war. Zudem kann Mary dieses grausige Kapitel nun endlich hinter sich lassen.

Randnotizen

  • Wir haben es in "Outlander" schon einige Male gesehen, dass Jamie seine Frau aus den Fängen eines Feindes befreien musste. Diese Wiederholung ist daher bereits ein wenig ausgelutscht und das Einzige, was mir an dieser Episode nicht so recht gefallen hat. Wenigstens hat man dieses Kapitel noch innerhalb der gleichen Folge wieder beendet.
  • Nachdem Mary nun schon zwei Mal verlobt war, hoffe ich, dass sie sich beim dritten Mal selbst einen Mann aussuchen kann und nicht wieder unter die Fuchtel eines selbstsüchtigen Vormundes gerät.
  • Ich hätte nicht gedacht, dass wir Dougal so schnell wiedersehen würden. Seine Empörung über den Abbruch des Krieges passt sehr gut zu Dougals Denkweise.
  • Prinz Charles nimmt sich ziemlich viel heraus. Obwohl Jamie der einzige war, der bei der Strategiebesprechung hinter ihm stand, nimmt er sich einfach Jamies Schlachtross?


Fazit

Eine wunderbar spannende Episode mit einem Ende, das man zu Beginn wahrlich nicht kommen sah. Die Vorfreude auf die letzten beiden Episoden der Staffel ist somit wieder etwas gestiegen.

Marie Müller - myFanbase

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