Bewertung: 8

Review: #7.08 Just as a Snake Sheds its Skin

Es ist unglaublich, dass wir schon bei der achten Episode der siebten Staffel bei "Chicago Med" sind und man das Niveau hält und stabil bleibt. Wenn man da an vergangene Staffeln denkt, wurde uns da schon eine Berg- und vor allem Talfahrt geboten. Überhaupt fand ich diesmal großartig, dass wir ein tolles Erzähltempo hatten, welches emotional und spannend in der Waage gehalten wurde.

Fangen wir mal mit Stevie und Terri an, bei denen in der letzten Episode der Haussegen mächtig schief gehangen hat – wenn es auch berechtigt war, denn Stevie hat ihre Mutter bevormundet und mit Recht die Quittung bekommen. Allerdings sorgt sie sich eben trotzdem, da Terri schon in der Vergangenheit so agiert hat, dass Stevies Sorge nicht unberechtigt ist. Dazu kommt noch, dass Terri nach dem Streit unglaublich aufgebracht war und man in solchen Ausnahmesituationen schon mal die ein oder andere Dummheit macht.

Dass Terri aber spurlos verschwunden war, hat mich echt erschreckt, denn ehrlich gesagt habe ich sie vor meinem inneren Auge schon tot in irgendeiner Ecke bei den Mülltonen gesehen. Hier kann ich Stevie also absolut keinen Vorwurf machen, wie sie agiert hat, schließlich kennt sie ihre Mutter. Ich fand es auch gut, dass Will darauf bestanden hat, sie bei ihrer Suche zu begleiten, sowie auch seinen Vorschlag, dass Terri einen Denkzettel bräuchte und einmal einsitzen sollte, verstehen kann. Aber durch Stevies Erzählungen und der Tatsache, dass Terri eine psychische Krankheit hat, hätte das Terris Zustand nur noch verschlechtert. Allerdings habe ich nicht gedacht, dass sie offenbar die ganze Zeit dafür sorgen wollte, ihren Van- ihr Zuhause – wiederzubekommen. Das unterstreicht einfach mal wieder, wie freiheitsliebend sie ist, selbst wenn die Art und Weise nicht der 'Norm' entspricht. Insofern fand ich es auch gut, dass sich Mutter und Tochter noch einmal gesehen und sich verabschiedet haben. Dass auch Stevie es nicht nur akzeptiert hat, sondern auch ihrer Mutter versichert hat, da zu sein, wenn sie zurückkommt. Ebenso wichtig war es wohl, dass sich beide gestanden haben, sich lieb zu haben. Irgendwie bietet das für beide einen sicheren Hafen, dass sie nicht alleine sind.

Wie schon gesagt war auch Stevie bei der Suche nicht alleine, da Will an ihrer Seite war und mir hat diese Interaktion zwischen den beiden gut gefallen. Ich hoffe, dass den Autor*innen der Serie nicht noch einfällt, die beiden als Liebespaar zusammenzuführen, denn als Freunde passen sie für mich viel besser zusammen. Es war auch unglaublich wichtig, dass Will bei ihr gewesen ist, als sie in diesem Drogenhaus waren, denn das hat Stevie an ihre eigene Kindheit mit ihrer Mutter erinnert. Zwar fand ich, dass sie sich selbst auf das Mädel projiziert hat, aber eben aus dem Grund, weil sie es von damals selbst mehr als gut kennt und es war fast selbsterklärend für mich, dass damit in ihr selbst wieder etwas hochkommt. Umso wichtiger war es dann eben auch, dass Will ihr klar gemacht hat, dass sie nicht dafür da ist, ihre Mutter zu schützen und zu beschützen, sondern genau anders herum. Genauso hat er ja auch bei Jessa gehandelt, die sich Vorwürfe gemacht hat, dass sie für den Herzinfarkt von Matt verantwortlich ist oder ihn ausgelöst hat. Was mir aber noch immer schleierhaft ist, was man mit Will und Jessa vorhat. Macht man die beiden nun zum Liebespaar oder steckt dahinter ein perfider Plan, den man jetzt noch nicht durchschauen kann? Ich brauche aber definitiv keine Paarung zwischen den beiden oder eine Affäre. Kleine Flirts lasse ich mir noch gefallen, mehr muss aber echt nicht sein.

Apropos perfider Plan. Einen solchen verfolgt sicher auch Dean. Ich finde ihn nach wie vor unglaublich faszinierend, aber ich bin mir auch nicht sicher, was er genau bezweckt, da er überall seine Finger im Spiel hat. Es ist klar, dass er seinen Posten nicht mehr so schnell hergeben will, genau das würde es aber bedeuten, wenn sich Ethan schneller als gedacht erholen würde. Die Frage ist also für mich viel eher, ob Dean für seine Karriere tatsächlich so weit gehen würde und Ethan quasi ins eigene Verderben rennen lassen würde. Dean war immerhin sein Mentor, drum weiß er ja auch von seinem Ehrgeiz und vielleicht spielt noch mit rein, dass Ethan nicht nur sich selbst etwas beweisen will, sondern auch Dean selbst. Insofern fand ich Crocketts Ansage an ihn gerechtfertigt, wobei er sich dann auch mal um seinen eigenen Schützling Vanessa kümmern sollte, nur mal so angemerkt nebenbei.

Für Ethan tut es mir natürlich unglaublich leid, dass er sich noch einmal operieren lassen und zur Reha muss, aber ich freue mich, dass man sich bei "Chicago Med" dafür entschieden hat, anscheinend den Genesungsprozess einer Hauptfigur tatsächlich zu zeigen und nicht nur im Off zu behandeln. Ich bin gespannt, welche Seiten wir von Ethan noch kennenlernen werden, denn ihm wird es nicht leicht fallen, dazu verdammt zu sein, quasi noch einmal 'von vorne' anzufangen, was seine Gesundheit betrifft.

Die Gesundheit wird in dieser Serie zwar sowieso immer groß geschrieben, doch selten betrifft das die Haupt- und Nebenfiguren. Zum einen haben wir da Sharon. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was man nun mit Vas Com noch vorhat, denn jetzt wurde es erst einmal auf Eis gelegt, da es für Sharon zu viel Stress ist, was ihren Blutzucker außer Kontrolle gebracht hat. Irgendwie ist das ja doch ironisch, denn während der Hochzeit der Pandemie (wo sie eben auch zeitweise im Homeoffice war), waren ihre Werte in Ordnung. Nicht dass uns hier noch etwas ganz Schreckliches bevorsteht.

Selbiges befürchte ich allerdings auch bei Vanessa und Maggie. Es war klar, dass ihr Konsum irgendwie zum Problem wird. Denn ja, sollte das bekannt werden, kann sie ihre Karriere als angehende Ärztin erst einmal knicken. Maggies Rolle hier war die einer Mutter und ihrem Charakter entsprechend. Denn ich glaube, sie hat einerseits so agiert, weil sie es für jede*n gemacht hätte, der*die wichtig für sie ist. Allerdings ist Vanessa ihr eigen Fleisch und Blut. Ich vermute auch, dass da noch was nachkommt bzw. dass es rauskommt, dass Maggie beim 'Vertuschen' geholfen hat.

Randnotizen

  • Den Fall von Dylan und Daniel fand ich sehr interessant und spannend. Ich hatte doch Angst, dass Daniel etwas zustößt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es nun mehr Gespräche zwischen den beiden geben wird, denn diese zwei Welten sind für Dylan nicht einfach.
  • Ich kann mich wirklich nicht entscheiden, mit wem ich Crockett lieber sehen würde – Avery oder doch Pamela? Mit Avery hat er eine sehr schöne Leichtigkeit, mit Pamela aber irgendwas Anziehendes und Faszinierendes.
  • Gut gefallen hat mir auch die Freundschaftsszene zwischen Sharon und Daniel.



Fazit

"Chicago Med" macht weiterhin einen wirklich tollen Job, besonders mit dieser Episode, so dass mein Schlusswort eigentlich nur Folgendes ist: Weiter so!

Daniela S. - myFanbase

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