Bewertung: 6

Review: #5.02 Im Dunkeln

Foto: Chicago Med - Copyright: 2019 Universal Television LLC. All Rights Reserved © UNIVERSAL TV
Chicago Med
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"Chicago Med" ist ziemlich schwach in die fünfte Staffel gestartet, da man die geschaffenen Cliffhanger im Staffel-4-Finale nicht so effektiv genutzt hat, wie sich dies mehr als angeboten hätte. Mit Dr. Connor Rhodes und Dr. Ava Bekker hatten zudem zwei Hauptfiguren ihren letzten Auftritt, so dass nun wieder mehr Raum für neue Figuren und für neue Geschichten für alte Figuren zur Verfügung steht. Besinnt man sich in Episode zwei auf diese neuen Möglichkeiten?

Bei Dr. Will Halstead und Dr. Natalie Manning bleibt jedenfalls alles erstmal beim Alten. Es ist klar, dass die Drehbuchautoren die beiden nicht loslassen möchten, aber dennoch legt man ihnen weiterhin fleißig Steine in den Weg und sorgt so auch für Dispute zwischen den beiden, die mich immer mehr in dem Eindruck bestärken, dass es beiden Charakteren gut tun würde, wenn sie wieder mehr auf eigenen Beinen stehen dürfen. Für Natalie wird dies in dieser Episode schon einmal ausprobiert. Nachdem Dr. James Lanik sie wegen ihrer möglichen Nachwirkungen der Kopfverletzung noch auf die Strafbank setzt und sie mit Transportaufgaben betreut, erreicht er genau das Gegenteil. Sie bleibt wegen des Stromausfalls mit einem angeschossenen Patienten im Aufzug stecken und muss nun alleine schauen, wie sie ihn am Leben hält. Das sind so Storylines, die den Ärzten als Charakteren immer wieder guttun, da es nicht um reine Diagnostik, sondern um aktive Lebensrettung geht und das ist immer spannend mitanzusehen. Ich fand es auch gut, dass man Natalie an ihren körperlichen Grenzen erlebt, denn so hat man ihren Unfall thematisch wenigstens nicht gänzlich in den Sand gesetzt. Es war auch nett, sie mit Matt Casey agieren zu sehen. Hier will ich keinesfalls mehr reininterpretieren, aber man hat sie doch bisher wenig zusammen gesehen und ich finde es immer gut, wenn man OneChicago so vielfältig nutzt.

Bei Will hat sich mit drei Mädchen, die an Massenhysterie leiden, kein spektakulärer Fall aufgetan, zumal Dr. Daniel Charles letztlich die Lösung gefunden hat. Aber irgendwie auch logisch, da Will wie sooft gedanklich nur mit Natalie beschäftigt war. Eine interessante Sache ist mir hier dann doch noch aufgefallen: bereits in der letzten Episode hat man bei Medizinstudentin Elsa Curry schwärmerische Züge für Will angedeutet, da sie Sorge hatte, er könnte wegen Natalies Verlobung das Med verlassen. In dieser Episode wird der Eindruck nun bestätigt; sie hat definitiv Interesse an Will. Wie Elsa kritisch Wills Gehabe um Natalie verfolgt, war doch sehr eindeutig. Richtig begeistert bin ich von dieser Idee aber nicht. Elsa und Will ist nun wirklich keine Paarung, die ich als geeignet empfinden würde und wenn Elsas Schwärmerei dann nur genutzt werden soll, um einen weiteren Stolperstein für Will und Natalie zu haben, nein danke!

Dr. Ethan Choi nimmt sich wie immer der Medizinstudenten an und ist ganz begeistert, als er mit Steve gleich einen jungen Mann ausmacht, der sehr an der Notfallmedizin interessiert ist. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wohin die Autoren mit dieser Storyline wollen, denn Medizinstudenten, die an ihrem ersten Tag in der Notaufnahme restlos überfordert sind, das haben wir schon zuhauf erlebt. Jetzt hat Steve mit dem Stromausfall, wegen dem man auf die alte Schulmedizin zurückgreifen muss, sicherlich keinen typischen Tag erwischt, aber es hat mich nicht wirklich gewundert, dass er am Ende die Segel gestrichen hat. Aber das war gar nicht das Entscheidende an dieser Teilhandlung, denn zu meiner Überraschung ging es darum, April Sextons empathische Seite zu betonen. Ja, wer hätte das bei dieser Ausgangslage gedacht? Denn sie ahnt früh, dass Ethan Steve zu viel zutraut und sie ist es auch, die immer wieder hinterherläuft, sie an Pausen und an Nahrung erinnert. Daher lobt Ethan sie am Ende dafür, dass sie eine tolle Mutter wäre. Ach nee! In diesem Moment habe ich mich noch einmal ärgern müssen, weil man die Chance mit der Schwangerschaft vertan hat. Wie oft will man diese Seite an April noch betonen, ohne ihr da aber die passende Storyline zu geben?

Ein vollkommen überraschendes Wiedersehen gab es mit Dr. Noah Sexton, der urplötzlich wieder am Med aufschlägt. Und es wird nicht ein Wort darüber verloren, warum er fast eine gesamte Staffel nicht zu sehen war. Auch Terry McNeal ist sang- und klanglos verschwunden, an Elsa hält man vorerst fest, aber es ist doch frech, wie man teilweise mit den Charakteren umgeht. Bei "Chicago Fire" beispielsweise ist vollkommen klar, dass Capp und Tony nur Nebencharaktere sind, die dazugehören, ohne aber eigene Storylines zu erhalten. Bei Med wiederum werden alle Charaktere tiefer beleuchtet, so dass man sich als Zuschauer anders an sie bindet und dann verschwinden sie einfach und es wird keine Erklärung angeboten.

Nun ist Noah also wieder da, aber um endgültig zu gehen?! Er trifft nämlich auf Dr. Crockett Marcel, der immer noch unheimlich schwer einzuschätzen ist. Bei ihm wird eine durchzechte Nacht angedeutet, die er durch eine Infusion auszugleichen sucht, was das mit Verantwortung im Job zu tun hat, wer weiß… Besser hat mir da schon gefallen, wie er sich als Mentor bei Noah versucht, auch wenn er durch seine extrem lässige Art und Weise auf Dauer nicht der richtige Lehrmeister sein wird. Ich aber gespannt, wie er auf Dauer weiterhin charakterisiert wird. Noah wiederum erleben wir nun zum ersten Mal als Chirurg, was ihn zum Umdenken bringt. Ob er nun das Krankenhaus verlässt, um einem neuen Traum nachzujagen oder soll nun wirklich als Traumachirurg ans Med gebunden werden? Sollte er aber endgültig gehen, würde ich mir doch wünschen, dass man ihm einen verdienten Abschied bereitet.

Zum Abschluss haben wir nun unser Sorgenkind Maggie Lockwood, die wie angekündigt, genauso weitermacht wie bisher und dann mal so eben eine Chemorunde dazwischen quetscht. Diese Art der Genesung ist natürlich unverantwortlich, passt aber so perfekt auf Maggie, da sie sich schon immer hinter alle anderen gestellt hat. Dafür bekommt sie im Stress wegen des Stromausfalls die Quittung, da sie ihrem Körper Tribut zollen muss und zusammenbricht. Ich fand es etwas schade, dass daraufhin nicht gleich ein Kollege mal näher nachgehorcht hat, denn Sharon Goodwin alleine wird sie nicht zur Vernunft bringen.

Fazit

Die zweite Episode von "Chicago Med" zeigt nur eine minimale Verbesserung, da einige der Fehler des Auftakts immer noch ihre volle Wirkung zeigen. Mit dem Stromausfall hat man zwar eine spannende Vorlage geschaffen, die sich aber nur in Bezug auf Natalie und die Kombination Marcel/Noah richtig gelohnt hat. Es bleibt also nur auf Besserung zu warten.

Lena Donth – myFanbase

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