Review: #14.10 Carry a Torch
"Chicago Fire" macht es mir nicht einfach, am Ball bleiben zu wollen. Zum einen ist es das ständige Auf und Ab in der Beziehung von Stella Kidd und Kelly Severide. Zum anderen ist es Sal Vasquez und sein Vater, was mir eher missfällt anstatt gefällt.
In der US-Ausstrahlung kommt "Chicago Med" vor "Chicago Fire", was diesmal umso deutlicheren Sinn ergibt, da wir gleich in der ersten Episode eine wilde Knutscherei zwischen Lizzie Novak und John Frost zu sehen bekommen und es (wenn man Med zuerst geschaut hat) totalen Sinn macht. Das wilde Geknutsche hat auch Auswirkungen auf Lizzies Pünktlichkeit im Job, was ich in diesem Fall aber gar nicht schlimm finde. Es hat mich sogar zum Schmunzeln gebracht, Lizzie mit zerzausten Haaren zu sehen und wer gedacht hat, das sei nur ein Abenteuer, der irrt sich gewaltig. Ja, zugegeben, ich hatte in meiner Review zu "Chicago Med" auch meine Zweifel. Allerdings kann man sich bei OneChicago nie so sicher sein, wenn man sich mal die Vergangenheit so anschaut. Aber Lizzie wirkt zum ersten Mal, seit sie dabei ist, froh und ausgelassen. Es war natürlich klar, dass sie noch einmal auf der Wache aufeinander treffen. Schon als John die Nachricht seiner erkrankten Kollegin bekommen hat, war klar, dass er den Kurs übernehmen sollte. Verwundert hat mich allerdings, dass Violet Mikami nichts von den Blicken zwischen den beiden mitbekommen hat, waren sie doch kaum zu übersehen. Jedoch hat sie ja eher Augen für Vasquez und hat sich um ihn gesorgt. Dazu aber später mehr. In jedem Fall scheint Lizzie jetzt richtig bei der 51 'angekommen' zu sein. Wenn man mal bedenkt, dass sie nur Springerin bleiben wollte und auch ihr kurzer intensiver Flirt mit Jack Damon war auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Mit John ist es definitiv anders, es wirkt anders und fühlt sich auch beim Schauen anders an. Und man darf nicht vergessen, dass sie Violet miteinbezogen hat. Es ist schön, dass sich zwischen den beiden eine richtige Freundschaft entwickelt hat.
Wenn ich schon mal bei Violet bin, bleibe ich auch gleich bei ihr. Zu Beginn der Staffel sah es noch so aus, als wolle man Lizzie und Vasquez zusammenbringen, doch das Blatt hat sich ziemlich schnell gewendet, was ich erst gar nicht vermutet habe und sich erst in den letzten Episoden verdeutlicht hat. Ich weiß allerdings noch nicht so wirklich, ob mich eine mögliche Beziehung zwischen den beiden freuen würde. Bisher mag ich das Platonische mehr, zumal es für mich ansonsten wie ein Abklatsch zu Sam Carver wirkt und man schnell auf den Gedanken kommen könnte: Wenn es mit dem einen klappt, nimmt man den anderen. Es ist auch nicht so, dass ich Violet kein neues Liebesglück gönnen würde. Die Sache mit Carver ist allerdings noch nicht so lange her und es wäre schade, wenn man hier zu schnell was überstürzen würde. Allerdings bin ich schon auf die nächste Episode gespannt, da es einen Rückkehrer gibt, der noch einige Spannung reinbringen kann.
Spannung gab es auch bei Vasquez und seinem Vater. Irgendwie werde ich mit diesem Vater-Sohn-Gespann nicht warm. Ich dachte ja, man würde Ramon nicht mehr so schnell wiedersehen. Stattdessen musste man jetzt noch einen Deal einbauen, der noch einmal zeigt, wie kriminell er eigentlich ist bzw. dass Ramon offenbar jeden Deal eingehen würde und eingegangen wäre, um Bewährung zu bekommen. Aber gerade bei einem Drogendealer ist doch eigentlich klar, dass da nicht nur er selbst in Gefahr ist, sondern alle in seinem Umfeld und die, die ihm wichtig sind. Ich hätte diese Entwicklung dieser Geschichte nicht gebraucht. Sie hat zwar unterstrichen, dass Ramon seinen Sohn liebt und ihn schützen will, weswegen ich denke, dass wir ihn erst einmal nicht wiedersehen werden. Trotzdem glaube ich, dass sich sowohl Ramon als auch Vasquez noch immer in Gefahr befinden, auch wenn die Typen erst einmal in Haft sind. Allerdings... Warum sollte man solch eine Handlung aufbauen, die dann im Nu wieder verpuffen würde? Für mich ergibt das keinen wirklich Sinn. Daher denke ich, dass wir zum Staffelende noch einmal das Vergnügen mit Ramon haben werden und ich bin nicht sicher, ob es dann gut ausgeht und dass Violet dann auch betroffen sein wird. Dass sie sich so um Vasquez sorgt, ist schon auffällig. Wobei ich sagen muss, dass es genial von ihr war, dass Ramon zwar nicht der Polizei vertraut, aber Vasquez und dafür Finch ins Boot geholt hat. Damit wurde auch dem Vater bewiesen, dass man manchen Polizisten trauen kann. Dennoch hat sich mein komisches Gefühl noch nicht abschütteln lassen, dass da noch etwas nachkommen wird.
In einer meiner letzten Reviews habe ich geschrieben, dass es tragisch und traurig wäre, würde man Tom Van Meter sterben lassen. Es wäre aber auch interessant, wenn Kelly voll und ganz zur Brandermittlung gehen würde. Anderseits habe ich natürlich auf Van Meters Überleben gehofft und bin froh, dass es eingetroffen ist. Clever war auch von "Chicago Fire", Van Meters Vergangenheit mit seiner Tochter dafür zu nutzen, damit Kelly über sich selbst nachdenkt. Ich hatte ja bereits geäußert, dass Kelly doch sehr viel mehr von seinem Vater Benny Severide hat, als ihm wahrscheinlich lieb ist. Aber durch Van Meters Vergangenheit, hatte das einen völlig positiven Eindruck auf Kelly. Dass Stella seine Familie ist, lässt sich nicht abstreiten. Dennoch finde ich es immer wieder schwer zu ertragen, wie unharmonisch die beiden mittlerweile geworden sind. Vor allem kommunizieren sie in meinen Augen nicht genug, weshalb sie sich – wie Stella sich ausdrückt – immer wieder auf unterschiedlichen Planeten befinden und sie auch irgendwie nicht gewillt zu sein scheint, ihrem Mann verstehen zu wollen. Dass er bei dem Brand fast selbst drauf gegangen wäre und den Täter deswegen dingfest machen wollte, hat für Kelly anscheinend nicht so eine entscheidende Rolle gespielt, als dass er es für Van Meter getan hat, eben weil er schon ähnlich bei und wegen Leslie Shay agiert hat. Dass Isaiahs Weggang dabei für Stella eine wichtige Rolle spielt, hängt mit ihrer noch nicht verarbeiteten Fehlgeburt zusammen. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass es eine große Rolle zwischen dem Ehepaar spielen wird bzw. wir der Aufarbeitung beiwohnen werden, aber vielleicht brechen für die beiden endlich mal harmonische Zeiten an.
Wenn es um Aufarbeitung geht, wäre man bei Christopher Herrmann nicht gerade an der besten Adresse. Wenn es um Verdrängung geht, schon eher. Es war irgendwie durchaus erschreckend, dass er so positiv war, als es darum ging, dass Randall 'Mouch' McHollland zurückkehren wird. Man hat in dieser Szene schon bemerkt, dass er einfach nur versucht, sich etwas schön zu reden, was das Anbringen des Regals noch untermauern sollte. Wie verzweifelt Herrmann das versucht hat, das tat mir schon leid. Gerade auch, dass ihm der Bohrer abgebrochen ist und dann das ganze Regal letztlich quasi im Eimer war hat für mich auch symbolisch gezeigt, dass Herrmann (erst einmal) die Hoffnung auf Mouchs baldige Rückkehr aufgegeben hat. Gut gefallen haben mir hier allerdings Joe Cruz und Cindy Herrmann, die beide Verständnis für ihn hatten, auch wenn Herrmann gerade das Hilfsangebot von Cruz mehrmals abgeschmettert hat. Aber beide konnten sich gut in ihn hineinversetzen. Vielleicht kann man ja Stella mal zu Cindy schicken, damit sie auch einmal Empathie für Kelly entwickeln kann.
Fazit
Das war eine eher solide Episode, die aber Handlungen hatte, bei denen ich noch nicht genau weiß, wo sie hinführen sollen oder die mich im vorherigen Aufbau schon leicht genervt haben. Mal sehen, ob sich "Chicago Fire" doch noch einpendeln wird.
Daniela S. - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Carry a TorchErstausstrahlung (US): 21.01.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Sheelin Choksey
Drehbuch: David Briggs
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