Bewertung

Review: #11.10 Frost on Fire

Foto: S. Epatha Merkerson, Chicago Med - Copyright: 2025 Universal Television LLC. All Rights Reserved.; Lori Allen/NBC
S. Epatha Merkerson, Chicago Med
© 2025 Universal Television LLC. All Rights Reserved.; Lori Allen/NBC

Dem Titel nach zu urteilen hätten wir ein 'klassisches' Crossover zwischen "Chicago Med" und "Chicago Fire" gehabt. Gebrannt hat es auf jeden Fall. Allerdings wurden keine Gebäude in Brand gesteckt, sondern es hat zwischen einigen Charakteren mächtiges Feuer gegeben.

Bereits vor Staffelbeginn wurde bekannt gegeben, dass Lizzie Novak mehr in "Chicago Med" zu tun und Verbindungen zu einem Charakter zu tun haben wird. Dabei sah es in den letzten Episoden eher danach aus, als würde die Verbindung schon wieder gekappt. Doch anscheinend bzw. hoffentlich hat OneChicago etwas aus seinen Fehlern der Vergangenheit gelernt, was aber vor allem an Allan MacDonald liegt, der seinen Job echt gut macht. Zugegeben gab es zum Ende der Episode ein wildes Geknutsche zwischen Lizzie und John Frost und ich denke auch nicht, dass es ewig halten wird, aber mir hat gut gefallen, wie man die besondere Beziehung der beiden in diese Episode eingebaut hat. Allerdings muss ich sagen, dass es bei "Chicago Fire" auch schon öfters mal den Verdacht gab, die Sanitäter hätten Überdosen verabreicht bzw. ihre Kompetenzen überschritten. Diesmal ist es Dean Archer, der den Verdacht geäußert hat. Wobei ich hier sagen muss, dass es ja kein reiner Vorwurf gewesen ist, sondern eine Annahme, die auf Menschlichkeit basiert hat und vor allem war Dean so schlau und hat sich nicht selbst in die Schusslinie begeben. Durch seine Beobachtung und der jahrelangen Erfahrung hat er John vorgeschickt. Genutzt hat das nicht viel. Lizzie hat John ebenfalls eine Ansage gemacht und Recht hat sie ehrlich gesagt auch. Die Ärzteschaft vermutet immer Fehler oder Abhängigkeiten, auch wenn es logisch erscheint, dass es einen anderen Grund gab, wie eben bei der Sportlerin Kristen Thompson, die sogar mit ihrem drogensüchtigen Bruder eine Vorgeschichte hat. Dazu kommt noch, dass wir durch "Chicago Fire" wissen, wie empathisch Lizzie ist und mit welcher Vorsicht sie vorgeht. Zum Glück war die 'Auseinandersetzung' zwischen Lizzie und John nicht von langer Dauer. Quasi hat sie ihm ja sogar unbewusst bei der Diagnosefindung geholfen: Sowohl Lizzie als auch Kristen haben einen zu schnellen Stoffwechsel, weshalb es bei der Patientin zu einer Überdosis kam. Ich frage mich allerdings auch, ob Lizzies schneller Stoffwechsel noch einmal thematisiert wird und es möglicherweise zu Komplikationen kommt, wodurch auch die beginnende Beziehung mit John beendet wird. Denn auch wenn MacDonald nun das Ruder übernommen hat, so ist es dennoch wahrscheinlich, dass bei OneChicago schnell etwas beendet wird, noch bevor es angefangen hat. Dazu passt auch die kurze Erwähnung von Naomi Howard und dass es zwischen ihr und John einfach nicht sein sollte. Damit macht man es sich verdammt einfach. Sie hat ihm gestanden, etwas für ihn zu empfinden und das einzige, was John getan hat, war, nachdenklich zu gucken. Aber ja, zwischen den beiden hat es nicht geklappt.

Dafür wird bei Dean und Hannah Asher nach der Bemerkung ihres Vaters eher ein Eiertanz aufgeführt. Dass die Situation zwischen den beiden angespannt ist, war deutlich zu bemerken und dazu kommt noch, dass Dean sich deswegen nicht auf etwas Neues einlassen kann oder will. Dabei hat man schon bei seinem ersten Aufeinandertreffen mit Jennifer Kingston bemerkt, dass sie durchaus miteinander harmonieren. Aber seine Gefühle für Hannah und vielleicht auch die Tatsache, dass er Verantwortung für das noch ungeborene Kind übernimmt, stehen ihm in diesem Punkt durchaus im Weg. In dieser Episode wurde für mich auch wieder deutlich, dass Dean und Hannah besser als platonische Freunde harmonieren und dass Hannah für ihn wichtig ist, damit er sich eben nicht selbst im Weg steht. Aber auch Dean hat bewiesen, dass er aus seinen Fehlern und seiner gescheiterten Beziehung zu Margo Collins gelernt hat, war er doch sofort ehrlich zu Jennifer. Schade, dass wir das Gespräch nicht mitbekommen haben. Jennifer schien sehr verständnisvoll zu sein. Hoffentlich kann sie wirklich mit kompliziert, Dean wird sich nämlich sicherlich nicht sofort von Hannah und seinen romantischen Gefühlen lösen können. Ich bin mal gespannt, wie es mit Dean, Jennifer und Hannah weitergehen wird.

Bevor ich die Episode gesehen habe, habe ich auch gelesen, dass sich Mitch Ripley auf jemanden eingelassen hat und auch wenn ich diesen 'Spoiler' nicht gelesen habe, war mir klar, dass es sich dabei um Caitlin Lenox handelt. Man könnte es fast als klassisches Muster nach einem gemeinsamen traumatischen Ereignisses bezeichnen, wenn da nicht noch Caitlins Diagnose wäre, die sie ohnehin ziemlich draufgängerisch macht. Es wird auf jeden Fall interessant, was sich da noch entwickeln wird. Leicht wird es Caitlin Mitch auf jedenfalls nicht machen.

Gut gefallen hat mir auch, dass man Tamika Jones nach Bert Goodwins Tod offenbar dennoch in der Serie halten will und man sie vielleicht auch bald als Krankenschwester sehen könnte und dass sie mit Sharon Goodwin noch immer ein gutes Verhältnis hat, was man beim Patientenfall von Mutter und Tochter nicht behaupten kann. Ruth Williams ist dement und hat sich beim Sturz die Hüfte gebrochen. Eine nette, alte Dame, die sich als manches nicht mehr erinnern kann und dennoch sympathisch wirkt. Allerdings hat auch sie eine Vorgeschichte, die nicht ohne ist und von der man die Krankheit Demenz noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet. Während man es vorwiegend nur so kennt, dass demente Patienten und Patientinnen eher aggressiv und wütend werden, hat man bei Ruth genau das Gegenteil erfahren. Mit dem Auftauchen ihrer Tochter wird Ruths damaliges Verhalten und damalige Charakterzüge enthüllt, die nicht für sie sprechen und man beginnt, sie in einem völlig anderem Licht zu sehen. Sie hat ihre Tochter nicht nur körperlichen Schaden zugefügt, sondern auch seelischen, was Grace für immer geprägt hat. Zudem hat sie wahrscheinlich auch nie für sich selbst Gehör gefunden. Und auch diesmal hat sich für mich ausgezeichnet, wie gut und empathisch Sharon agiert. Bei dem Fall um Ruth und Grace wurde durch Tamika noch eine ganz andere Frage aufgeworfen, die ich besonders im Pflegebereich wichtig finde. Will bzw. kann man diese Patienten und Patientinnen noch immer ohne Vorbehalte so empathisch betreuen, wie es Tamika tut? Ich denke, diese Frage kann man weder mit Ja noch Nein beantworten, weil es in meinen Augen auch etwas mit der Einstellung von einem selbst zu tun hat. Für mich stellte sich dabei auch die Frage, ob das Pflegepersonal dann und wann nicht doch mal ihre Machtposition missbrauchen würde. Auch wenn ich Grace absolut verstehen kann, konnte man doch auch in ihrem Verhalten und ihren Äußerungen erkennen, dass sie in gewisser Weise auch ihre Macht missbraucht, allerdings nicht in böser Absicht. Vielmehr hatte ich den Eindruck, sie möchte sich 'befreien' und es war Sharon, die ihr dabei geholfen hat. Genauso wie sie Miranda Lewis' Neffen Colton Aldore dabei half, für sich die richtige Entscheidung zu treffen, indem sie ihm einfach mal aufmerksam zugehört hat. Apropos Miranda. Ich fand sie diesmal furchtbar. Für mich ist sie ohnehin jemand, dem es nicht schwer fällt, ihre Machtposition auszuspielen, wenn sie sich davon einen Vorteil verspricht. Mich hat es aber durchaus schockiert, als sie die Hautfarbe von Sharon und Tamika angesprochen hat, weil Letztere die Stelle im Schwesternprogramm bekommen hat. Sharon hat toll reagiert. Mich würde allerdings auch nicht wundern, wenn dieses Thema noch einmal im weiteren Verlauf der Staffel zur Sprache kommen würde.

Fazit

"Chicago Med" hält auch weiterhin ein hohes Niveau, dennoch muss ich diesmal ein paar Abstriche machen. Für mich gab es ein paar Dinge, die hätten besser ausgearbeitet werden können und Dinge, die manchen Handlungsaufbau schädigen könnten.

Daniela S. - myFanbase

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