Bewertung: 9

Review: #7.14 Valentinstag

Foto: Annie Ilonzeh & Kara Killmer, Chicago Fire - Copyright: 2018 NBCUniversal Media, LLC; Adrian Burrows/NBC
Annie Ilonzeh & Kara Killmer, Chicago Fire
© 2018 NBCUniversal Media, LLC; Adrian Burrows/NBC

Während am 14. Februar der Tag der Verliebten ist, hat sich seit "Parks and Recreation" ein inoffizieller Feiertag gebildet, der einem Episodentitel der Comedyserie nachempfunden ist: Galentine’s Day. Dieser wird am 13. Februar gefeiert und ist von Frauen für Frauen, die sich gegenseitig wertschätzen. Da bei "Chicago Fire", abgesehen natürlich von den stabilen Ehepaaren Herrmann und Randall 'Mouch' McHolland und Trudy Platt, aktuell keine dominierende Liebesgeschichte erzählt wird, hat es wunderbar gepasst, den Valentinstag beiseite zu lassen und inoffiziell Galentine’s Day zum Anlass zu nehmen, indem man den Ladies der Serie die dominierende Storyline der Episode gegeben hat und sie strahlen lässt.

Schon in #7.12 Make This Right haben wir viel Interaktion von Sylvie Brett, Emily Foster und Stella Kidd erlebt. Dies hat mich so überzeugt, dass ich mir Szenen dieser Art gewünscht habe und da kam die aktuelle Folge ja genau richtig. Ich fand es zwar etwas seltsam, dass sie mit zwei Autos gefahren sind, da sie so viel für ein paar Tage nun wahrlich nicht brauchen konnten, aber das übersehen wir mal zugunsten der dramaturgischen Wendung, dass es nachher Stellas Auto bedarf, um an dieses mithilfe von Ketten den umgefallenen Schulbus zu schließen. Dennoch glaube ich, dass diese Folge die wahre Perfektion erreicht hätte, wenn wir die drei Damen durchweg zusammen erlebt hätten.

Aber auch so habe ich wie gebannt am Bildschirm geklebt und mitverfolgt, wie eine Katastrophe nach der anderen sich auf Sylvie und Emily entlädt. Erst der seltsame Traktorfahrer, der sich am Ende dann doch als liebenswerter Landarbeiter entpuppt und dann die kleine Schülerhockeymannschaft, die mit ihrem Bus in die Gruppe kracht. Hier gab es in jeder Szene eine neue Wendung, eine neue Herausforderung und mir hat es wirklich gut gefallen, wie sicher Sylvie und Emily miteinander agieren. Da merkt man doch deutlich, dass zwischen den beiden etwas gewachsen ist, was ein blindes Vertrauen mit sich bringt. Interessant war definitiv auch, dass sie ganz ohne Equipment auskommen mussten und dabei erfinderische Wege bei den Behandlungen suchen mussten. Solches "back to the basics" finde ich in Arztserien oder eben hier für zwei Rettungssanitäterinnen immer sehr spannend, da sie sich eben nicht auf den technischen Fortschritt verlassen können.

Auf der Beziehungsebene war natürlich auch die Dynamik innerhalb der Schülermannschaft und auch zu ihrem Coach sehr dominierend. Hier wurde eine eigene kleine Geschichte gesponnen, die der Episode noch etwas Besonderes gegeben hat. Normalerweise sind die Geschichten der Patienten von Sylvie und Emily immer sehr schnell auserzählt, aber für diesen großen Einsatz brauchte es eben mehr Profil bei den Betroffenen und das wurde auf den Punkt getroffen. Sei es eben der Coach, der die Mannschaft wechseln will oder Hunter, dessen Mutter ihn am liebsten gar nicht spielen sehen würde. Über allem stand aber auch hier der Zusammenhalt. Dieser wurde an manchen Stellen sehr pathetisch inszeniert, aber für die Stimmung der Folge war das goldrichtig.

Am Ende sind dann alle drei Frauen wieder vereint und ihr abschließendes Gespräch in der Hütte war lustig, aber auch ernst. Es hat also die vielen Seiten ihrer immer intensiver werdenden Freundschaft getroffen und bei allem merkte man, wie sehr sie einander wertschätzen und damit war dann der Galentine’s Day perfekt umgesetzt!

Angesichts dieses sehr dramatischen Handlungsbogens muss ich sagen, dass mir der Chili-Wettbewerb auf der Wache als Abwechslung genau richtig kam. Zum einen hat er das Warten auf die spannenden Szenen der anderen Handlung noch gesteigert und zum anderen passte der Humor wunderbar als Ergänzung. Natürlich gab es keine Einsätze, was sicherlich etwas unrealistisch war, aber andererseits wäre die Episode ansonsten auch zu vollgestopft gewesen. Zumal der Chili-Wettbewerb auch einige Überraschungen aufweisen konnte und sich als eine der humorvollsten Geschichten dieser Staffel erwiesen hat. Das beginnt alleine schon mit der übertriebenen Inszenierung des Wettbewerbs, wenn alle Kollegen diesen bierernst nehmen und Chief Boden das Probieren sogar mit einem besonderen Löffel angeht. Das geht weiter über die Spionage- und Manipulationsversuche und schließlich hin zu den Überraschungen, dass Matt Casey und Kelly Severide auch noch in den Wettbewerb einsteigen und dass am Ende ausgerechnet die beiden vertretenden Rettungskräfte gewinnen, die den Wettbewerb zuvor scharf kritisiert hatten. Damit waren die krassen Gegensätze der beiden Handlungen überdeutlich, aber ich fand diese Mischung wirklich ideal.

Fazit

"Chicago Fire" weiß mit einer seiner konzentriert erzählten Episode vollstens zu überzeugen. Auf der einen Seite haben wir die dramatische Rettung, der sich Sylvie und Emily nach einem Busunfall auf nebliger Strecke widmen müssen und die wirklich viele Wendungen und spannende Elemente parat hat. Auf der anderen Seite haben wir den Chili-Wettbewerb, der durch seinen humorvollen Angang das perfekte Gegenstück bildete. Diese Symbiose führt zu einer Unterhaltung, bei der es nichts zu meckern gibt!

Lena Donth – myFanbase

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