Bewertung: 8

Review: #4.01 Der letzte Schultag und die wichtigste Person

Foto: Raegan Revord, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Raegan Revord, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

"Young Sheldon" ist endlich aus der langen Pause zurück und startet nun mehr in die vierte Staffel. Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ich mich auf die Rückkehr freuen sollte, die die letzte Staffel in meinen Augen doch einige Hänger hatte. Doch als bekannt wurde, dass man sich mit den College-Jahren von Sheldon befassen würde, schürte das meine Vorfreude. Ein klein wenig wurde diese getrübt, als ich im Teaser für #4.01 Graduation gelesen und gesehen habe, dass auch Craig T. Nelson wieder als Dale zu sehen sein wird. Besonders in den letzten Episoden fand ich ihn doch recht anstrengend. Allerdings muss ich zugeben, dass ich positiv überrascht und amüsiert zugleich gewesen bin.

"You can handle your own stuff"

Bereits aus "The Big Bang Theory" weiß man, dass Sheldon in frühen Jahren das College besucht hat. Kein Wunder also, dass die Autoren die vierte Staffel des Ablegers dafür nutzen, uns diese Jahre näher zu bringen. In den vergangenen Staffeln wurde schon einige Male versucht, Sheldon aufs College zu bringen. Doch entweder war er nicht dazu bereit oder aber seine Mutter Mary. Somit startet man nun einen neuen Versuch und diesmal sind die Voraussetzungen ziemlich gut. Denn auch Direktor Petersen bescheinigt ihm, soweit zu sein und da er der Beste in der Klasse ist (als ob dies verwunderlich sei), soll Sheldon sogar die Rede halten. Bis es aber soweit ist, sind noch einige Hürden zu nehmen. Diese zeigen aber in der ein oder anderen Szene dann doch, wie sehr Sheldon manche Dinge vermissen würde.

Zum einen ist da seine Freundschaft zu Tam, die zwar auf manche seltsam wirkt, aber dennoch funktioniert. Ich fand es ein bisschen traurig, wie Tam reagiert hat. Sicher ist Tam ein paar Jahre älter als Sheldon und hat somit auch andere Interessen, aber über all die Staffeln hatte ich nie den Eindruck, er wäre ihm irgendwie im 'Weg'. Definitiv werde ich aber die Mittagspausen der beiden in der Bibliothek vermissen.

Zum anderen wird Sheldon von seinem Vater George auch aufgezeigt, sich demnächst selbst um seinen Kram kümmern zu müssen. Natürlich hat er recht. Allerdings ist Sheldon sehr viel jünger als die sonstigen Schüler, die neu aufs College gehen und er ist eben auch besonders in seinem ganzen Verhalten und seinen (täglichen) Gewohnheiten. Dadurch wirkte auch Georges 'Ansprache' an seinen Sohn ziemlich hart, was Sheldon in meinen Augen nicht verdient hat.

Dass Sheldon vielleicht noch gar nicht wirklich aufs College vorbereitet ist, zeigte sich auch, als er sich mehr Gedanken um seine Badezimmerregeln und seiner Lieblingsserie macht. Und warum auch nicht? Wollten die Coopers nicht immer, dass Sheldon normal ist bzw. sich Gedanken über Dinge macht, wie andere in seinem Alter. Hiermit lieferte man doch das perfekte Beispiel und ich fand es richtig gut, dass Sheldon offen zugab, sich noch nicht bereit für den nächsten Schritt zu fühlen. Beim älteren Sheldon waren diese Befürchtungen oftmals nicht zu sehen, was ihn in den letzten Staffeln der Mutterserie auch oftmals anstrengend erscheinen ließ. In diesem besagten Punkt fand ich auch Marys Reaktion gut, dass sie ihrem Sohn die Entscheidung selbst überließ, auch wenn vielleicht auch bei ihr ein bisschen der Hoffnungsschimmer war, Sheldon möge sich gegen das College entscheiden und noch etwas bei ihr bleiben.

"If it weren't for this person, I wouldn't be here right now. They've taught me a lot, and it's by their example that I found the courage to move forward, into this new and exciting chapter of my life. - "Missy … this is for you."

Der junge Sheldon überrascht mich doch immer wieder im positiven Sinne. Ich dachte tatsächlich, wie wahrscheinlich auch der Rest der Coopers, dass entweder seine Meemaw oder Mary mit diesem Satz gemeint sind. Zumal Sheldon immer wieder erzählt hat, wie wichtig ihm seine Meemaw ist und wie viel er durch sie gelernt hat. Und gerade bei dieser Ansprache überrascht er damit, dass Missy gemeint gewesen ist. Mir ging dabei tatsächlich das Herz auf, denn die geschwisterliche Beziehung zwischen den beiden, wurde in "The Big Bang Theory" immer so dargestellt, als sei Missy ein Miststück gewesen in der Kindheit. In manchen Punkten mag das durchaus der Fall sein, doch schon in der zweiten Staffel gab es die ein oder andere Szene, die deutlich gemacht hat, wie nahe sich die Zwillinge eigentlich stehen und ich denke, Missy war wirklich die einzige Person, die ihrem Bruder vermitteln konnte, dass er Angst haben darf, die Dinge jedoch durchziehen muss. Gerne mehr von solch wunderbaren Szenen.

"But I want you to know that I'm trying to change"

Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass ich kein allzu großer Fan von Dale und Connie als Paar bin und nach der letzten Szene aus dem (vorgezogenen) Staffelfinale, hatte ich ehrlich gesagt gehofft, man möge die Paarung aufgeben. Die Macher haben aber ihren eigenen Kopf und präsentieren uns im Staffelauftakt prompt eine Versöhnung. Anfangs war ich absolut nicht angetan davon, da mein Herz einfach für Connie und John als Paar schlägt. Ich muss allerdings zugeben, dass Dale mich doch amüsiert hat. Nicht mal so sehr aufgrund seiner Entschuldigung, die war wirklich nicht der Knaller. Trotzdem merkt man ihm an, wie sehr er um Connie bemüht ist und sich ändern möchte. Die Frage ist allerdings, ob Connie diese Veränderung positiv aufnehmen wird. Ich meine: Dale im Bibelkreis von Mary ist durchaus schwer vorstellbar, aber daraus könnten recht amüsante Szenen entstehen und auf die freue ich mich.

Fazit

Nach der eher durchwachsenen dritten Staffel ging ich mit ziemlich wenig Erwartungen an die vierte heran. Und ich muss sagen, dass ich durchaus positiv überrascht worden bin. Allerdings startete man auch in die vergangene Staffel gut. Es gab aber einige tolle Szenen, die mich dann doch hoffnungsvoll werden lassen.

Daniela S. - myFanbase

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