Bewertung: 7

Review: #1.11 Funkstille

Foto: Eliza Taylor, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Eliza Taylor, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

#1.11 Funkstille führt wieder den Handlungsstrang auf der Ark fort und setzt nach einem zweitägigem Zeitsprung an. Die Jugendlichen im Camp haben sich diese Atempause durch die Zerstörung der Brücke erkauft und warten nun auf Anyas Reaktion, die wie zu erwarten nicht ausbleibt.

"Can't believe we survived 100 years just so we could slaughter each other. There has to be another way."

Clarke spricht mit ihrer Aussage gegenüber Bellamy eine überaus interessante Thematik an und zeigt damit erneut, dass sie eher Finns Ansichten teilt. Während Bellamy gerne weitere Bomben nutzen würde, um den Feind zu vernichten, sieht Clarke die bittere Ironie in ihren Handlungen, sich nun gegenseitig zu ermorden, nachdem der letzte verheerende Krieg ihre Ahnen nicht auslöscht hat. Das hindert Clarke im Verlauf der Handlungen jedoch nicht daran zu töten, nachdem sich ihr sonst nur die Option bot bei Anya und ihren Leuten zu bleiben, während den anderen Jugendlichen ein weiterer Angriff droht. Anya und Clarke hatten bereits eine kurze Szene in #1.09 Der Anschlag zusammen und knüpfen bei ihrer erneuten Begegnung an gleicher Stelle an. Beide sind sie stark, bereit für ihre Überzeugungen zu kämpfen, misstrauen den jeweiligen Absichten des anderen und scheitern an der fremden Kultur. Dabei brachte das Zusammentreffen die Möglichkeit mit sich, etwas tiefer in die Welt der Grounder einzudringen, nachdem wir bereits ein wenig mehr von dieser durch Lincoln erfahren haben. Das Band unter den Clanmitgliedern scheint durchaus stark zu sein, denn Anya verzichtet auf bloße Rache für ihre Krieger, sondern versucht Clarkes Fähigkeiten zu nutzen. Ob Anyas Plan, Clarke zu behalten, nach ihrer Flucht noch weiterbesteht, muss sich allerdings erstmal zeigen.

"I'm not keeping busy, Finn. I'm keeping us alive."

Die Trennung von Finn und Raven findet zwar weiterhin Erwähnung, wie es nicht anders zu erwarten war, scheint aber nun dafür genutzt zu werden Raven eine neue Aufgabe zuzuteilen. Funkgeräte für den Kampf sind sicherlich sinnvoll, das kurze Techtelmechtel mit Bellamy hingegen bringt Raven bei mir keine Sympathiepunkte ein. Viel interessanter zu beobachten ist da schon Ravens Interaktion mit Monty. Dieser hofft immer noch, dass seine Eltern leben und steht damit für alle, die noch Angehörige auf der Ark haben. Auch wenn sich langsam freundschaftliche Bande zwischen ihr und Jasper sowie Monty bilden, ist Finn doch ihre einzige Familie. Dies zeigt auch gut das kurze Gespräch zwischen Octavia und Raven, in dem diese zugibt sich am Morgen noch gewünscht zu haben, dass Finn einfach verschwindet. Octavia darf, nachdem sie in dieser Folge nicht viel Raum eingenommen hat, dabei die Stimme der Vernunft sein. Eine Rolle, die ihr durchaus steht, merkt man doch gerade an Octavia, wie sehr sich ihr Charakter seit der ersten Folge entwickelt hat.

"We were betrayed. Councilor Sydney, she took the Exodus ship by force. Damage to the Ark was catastrophic."

Ich war bisher kein großer Fan von dem Teil der Geschichte, welcher auf der Ark erzählt wird, da in mir immer das Gefühl zurückblieb, dass diese Screenzeit besser in die Charakterentwicklung der Delinquenten gesteckt werden sollte. In der letzten Episode wurde mir dieser Wunsch erfüllt und nun kam es mir in #1.11 Funkstille so vor, als hätte ich irgendwas verpasst. Nach dem Start des Exodusschiffes kamen die Zuschauer in den Genuss eines recht eindrucksvollen Bildes, als die Ark langsam dunkel wurde. Doch was ist während der letzten zwei bis drei Tage passiert, nachdem wir zuvor noch alle wichtigen Personen an der Andockschleuse verlassen haben? Kane ist ohnmächtig und scheinbar genauso ohne Informationen wie der Zuschauer. Dies ändert sich ein wenig, nachdem ein neuer Charakter eingeführt wird. Wick ist eine Person, die selbst in dieser schlimmen Situation immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat und lockert mit seinem losen Mundwerk durchaus die Stimmung. Jaha und Sinclair sind in der Zentrale, von welche auch die Jugendlichen überwacht wurden, eingeschlossen und versuchen ihr möglichstes so viele Systeme wie möglich in Gang zu bringen, bevor ihnen der Sauerstoff ausgeht.

Selbstaufopferung ist eines der Themen, welches bereits in einigen Episoden aufgegriffen wurde, aber in dieser ist es weniger gut umgesetzt. Logischerweise sollte ihr Anführer und ein erfahrener Techniker befreit werden, weil sie in der Situation wichtig für das Überleben aller sind. Außerdem befinden sie sich an einem Ort, der erreichbar sein muss, da dort anscheinend wichtige Systeme zusammenlaufen. Trotzdem hatte ich eine kleine Gänsehaut, als erst Kane sich weigerte zu gehen und dann die anderen ebenfalls mithalfen die Trümmer zu entfernen. Das sind so Momente, die mich beispielsweise auch in den "Spider-Man"-Filmen immer emotional erwischen und ich mich deshalb auch über das Logikloch nicht weiter ärgere.

Randbemerkungen und Notizen

  • Abby lebt! Das gehört zu den Entwicklungen, die mehr als etwas konstruiert wirken. Da ich aber durchaus gespannt darauf bin, wie es zwischen Mutter und Tochter weitergeht, kann ich damit gut leben.
  • Murphy, was treibst du da bloß? Da wir als Zuschauer schon wissen, dass Murphy eindeutig seine eigenen Ziele verfolgt und nicht darauf aus ist, sich wieder in die Gemeinschaft zu integrieren, ist es mehr als wahrscheinlich, das er für das Feuer in der Räucherhütte verantwortlich ist. Geht es ihm allein um Rache? Denn was hilft es ihm schon, seinen ehemaligen Kameraden zu schaden.
  • Montys Verschwinden wirft durchaus Rätsel auf, vor allem sein Kommentar, dass er das gleiche Rauschen vernommen hat, welches auch zu hören war, bevor das Exodusschiff zerschellte.
  • Die Frage, warum Frauen Zweierteams bilden, Bellamy und Monty aber lieber allein durch die anbrechende Dunkelheit streifen, stelle ich an dieser Stelle lieber nicht.
  • Bitte mehr davon: "So you're not gonna talk me out of going?" - "Nope. When you die, can I have your shoes?" - "They're much too stylish for you."

Fazit

Die Folge bietet vieles von dem, was ich an "The 100" so schätze. Einen schnellen Erzählstil, interessante Charaktere und viel Aktion. Auch wenn nicht jedes Detail absolut stimmig ist, kann die Episode gut unterhalten und schürt die Spannung, was die liebgewonnenen Charaktere wohl noch erwartet. Die Weichen ein spannendes und als Zweiteiler konzipiertes Finale sind damit absolut gestellt.

Charleen Winter - myFanbase

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